Orangenrisotto

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Eines der Gerichte, die mein Vater oft und gerne kochte, war Risotto. Er hatte einen speziellen Kochlöffel, den er von seiner Mutter geerbt hatte – und seine eigene Risottophilosophie, die sich über die Jahre änderte, von “permanent Rühren!” zu “Deckel drauf und leise köcheln lassen, erst am Schluss rühren”. Allerdings veränderte sich sein Risotto nicht groß, er schnitt einfach Gemüse – meistens Karotten, Paprika und/oder Zucchini – seeeehr klein (STUNDENLANG *hust*), löschte mit Zitronensaft oder Weißwein ab und das war’s. Vielleicht noch Käse drauf oder dazu.

Risotto ist also für mich nicht nur einfach irgendein Essen, sondern ein Fundament meiner Kindheit, auch wenn ich bei den Zutaten ein wenig wagemutiger bin. Meine Risottophilosophie ist übrigens noch nicht ganz ausformuliert – permanent Rühren ist nervig, aber Deckel drauf & köcheln lassen weniger cremig …

Jedenfalls war das Motto dieses Winters definitiv Zitrus. Und weil dieses Rezept für Orangenrisotto so ungeheuer köstlich ist und es noch Orangen gibt, kocht es schnell nach bevor der Frühling kommt.  Ich habe es auf einer italienischen Rezeptseite bzw. via Twitter gefunden. Es lohnt sich das Originalrezept zu lesen, weil es so schön geschrieben ist. Leider ist die Abfolge der Arbeitsschritte nicht so gut beschrieben, was mich immer ziemlich nervt, also hier übersetzt und hoffentlich besser geordnet.

Das Originalrezept ist für eine Person bemessen (cool!) und zwar exakt – es kommt genau ein Teller Risotto heraus. Je nach Hunger/Lust/Speiseabfolge kann das perfekt sein, aber es ist wirklich so gut (bzw. koche ich für mich selten mehrgängig), dass mir ein Teller eigentlich nicht reicht. Ich gebe also in Klammern die doppelte und vierfache Menge an, damit ihr euch das Rechnen erspart.

Am Ende des Posts findet ihr das Rezept wieder in Kurzform, mit Mengenangaben für 1 hungrige Person oder 2 Personen, die auch Vor- und Nachspeise essen.

 

Zutaten

1 Esslöffel Sonnenblumenöl (1 1/2-2 Esslöffel – 2-4 Esslöffel), wobei, ich messe das nie genau ab, ich schütte einfach Öl in die Pfanne. Im Rezept steht “ja kein Olivenöl verwenden” und noch habe ich es nicht mit Olivenöl ausprobiert, aber ehrlich gesagt schmeckt es mit Olivenöl wahrscheinlich genauso gut.

1 kleine Zwiebel – oder eine mittelgroße, die Größe ist da eigentlich euch überlassen (1 mittlere/große – 2 mittlere/große)

80 g Reis – Rundkorn oder Risottoreis (160 g / 320 g)

2 Orangen – eine davon unbehandelt & je nach Möglichkeit/Vorliebe bio, können auch Blutorangen sein, aber die sind saurer (4 Orangen / 8 Orangen)

ca. 1/4 Liter heißes Wasser – haltet einfach eine Tasse mit heißem Wasser bereit (gilt auch für 2/4 Personen)

1 Prise Salz (1 Prise / 2 Prisen)

Butter – 1 Stück ca. so groß wie euer Daumennagel (1 walnussgroßes Stück – ca. 20g)

Geriebener Parmesan – ca. 1 Handvoll (2 Handvoll – 4 Handvoll) oder wie viel euch freut, ernsthaft, hier sind keine Grenzen gesetzt

1-2 Amaretti – bei Spar gibt es z.B. so kleine Amarettini, die reichen voll aus, dann aber etwas mehr davon (3-4 / 7-8)

1 Reibe/Raffel/Parmesanmühle oder was immer ihr zum Parmesanreiben verwendet

1 Suppenteller oder Schüssel (für den Parmesan)

1 Topf

1 Holzkelle

Eventuell: 1 Zestenschäler oder 1 Reibe, 1 Mörser oder 1 Plastiksäcken, 3 Schüsselchen oder 1 großen Teller

 

Anleitung

Wenn ihr Orangenzesten über das Risotto streuen möchtet, dann zuerst die unbehandelte & je nach Möglichkeit/Vorliebe Bioorange mit warmem Wasser waschen. Mit einem Zestenschäler oder einer kleinen Reibe Zesten abreiben. Wenn ihr 100% sicher gehen wollt, dass die Schalen nicht bitter sind, in einer kleinen Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, ca. 5 Minuten stehen lassen, mehrmals wiederholen. Entweder in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Orangen auspressen, Saft bereithalten.

Wenn ihr Amarettibrösel über das Risotto streuen möchtet: Als nächstes die Amaretti zerbröseln, z.B. in einem Mörser oder in einem Plastiksäckchen oder mit den Händen. Brösel in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Wenn ihr keinen fertig geriebenen Parmesan verwendet: Jetzt Parmesan reiben, z.B. in einen Suppenteller oder eine Schüssel. Die Hälfte kommt ins Risotto, die andere Hälfte obendrauf, das also beim Reiben bedenken. Den Parmesan zum Bestreuen in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Die Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden.

Öl im Topf erhitzen, Zwiebelwürfel dazugeben, auf mittlerer Hitze unter Rühren etwas andünsten.

Hitze erhöhen, Reis dazugeben, ebenfalls unter Rühren andünsten, bis er “glasig” also ein wenig durchscheinend ist.

Dann Orangensaft dazugeben (je nach Philosophie alles auf einmal oder erst mal einen guten Schluck) und gut rühren, damit nichts am Topfboden klebenbleibt.

Salzen. Restlichen Orangensaft dazugeben, unter Rühren aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren.

Jetzt ca. 20 Minuten rühren, dabei soll das Risotto sanft köcheln. Verdampft die Flüssigkeit zu sehr, heißes Wasser nachleeren. Am Schluss soll der Reis nicht schwimmen, aber auch nicht in Klumpen an der Kelle kleben, sondern er sollte eine cremige Konsistenz haben (wie Milchreis). Die Reiskörner sollten noch etwas Biss haben (aber je nach euren Vorlieben).

Zum Schluss Butter und Parmesan unterrühren.

Das Risotto auf den/die Teller geben und entweder sofort mit Parmesan, Amarettibrösel und Orangenzesten bestreuen oder das Bestreuen den essenden Personen überlassen. Schwarzer Pfeffer passt gut dazu.

Guten Appetit!

 

Rezept in Kürze – Mengenangabe für 1 hungrige Person oder als ein Gang für 2 Personen

Sonnenblumenöl

1 Zwiebel

160 g Reis

4 Orangen

Butter

Geriebener Parmesan

3-4 Amaretti

Anleitung

Eine Orange waschen, Zesten abschälen oder abreiben. Alle Orangen auspressen.

Amaretti zerbröseln. Parmesan reiben, die Hälfte zum Bestreuen beiseitestellen.

Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden, Öl im Topf erhitzen, Zwiebelwürfel dazugeben, andünsten. Reis dazugeben, ebenfalls andünsten. Mit Orangensaft ablöschen, salzen.

Aufkochen lassen, dann auf mittlerer Hitze unter Rühren 20 Minuten köcheln lassen.

Zum Schluss Butter und Parmesan unterrühren.

Das Risotto auf Teller geben und entweder sofort mit Parmesan, Amarettibrösel und Orangenzesten bestreuen oder das Bestreuen den essenden Personen überlassen.

Guten Appetit!

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Zitrusmarmelade á la Zombiepanda

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Mandarinenmarmelade

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Bergamottezitronenmarmelade

Update am 7. März:

Nachdem ich jetzt einige Kilo Zitrusmarmelade eingekocht habe – auch rosa Grapefruits, Pomeranzen, Kumquats und Bitterorangen, folgende Anmerkungen:

Das ganze Getue mit Kernen und Fruchtfleisch ist unnötig. Das Pektin in den Schalen reicht vollständig, solange ihr genug Säure hinzufügt. Die Säure hilft nämlich beim Gelieren. Deshalb ist auch Zitronensaft oder kristalline Zitronensäure unerlässlich, haltet also eines oder das andere bereit, sollte eure Marmelade auch nach 15 Minuten wallend kochen noch nicht gelieren. In dem Fall gebt zuerst den Saft einer halben Zitrone bzw. einen halben Teelöffel kristalline Zitronensäure dazu, dann nochmal, sollte die Marmelade noch nicht gelieren. Etwas länger kochen und den Dampf mit einem Fächer o.ä. wegwedeln hilft auch, aber Säure ist definitiv weniger mühsam.

Zitrusmarmelade mit dem richtigen Säuregrad geliert sehr schnell und wie Wackelpudding. Beobachtet also eure Gläser beim Abkühlen und dreht sie wieder zurück, so dass der Deckel nach oben zeigt, bevor die Marmelade am Deckel festklebt. Es macht zwar keinen Unterschied, sondern sieht nur lustig aus, aber nur so als Vorwarnung. Am Besten funktioniert die Überwachung so: Wenn euch ein Rest Marmelade übrigbleibt, gießt ihn in ein Glas oder eine kleine Schüssel (zum baldigen Verzehr ^^). Beobachtet Glas/Schüssel – wenn die Marmelade darin geliert ist, dreht die anderen Gläser vorsichtig (HEISS! also am Besten mit Topflappen/Küchentuch) um, so dass der Deckel nach oben zeigt.

Ob ihr während dem wallenden Kochen am Schluss in der Marmelade rührt oder nicht macht keinen Unterschied. Wichtig ist der Säuregrad. Beim Rühren kann es spritzen, tragt also lange Ärmel und nehmt einen Kochlöffel mit sehr langem Stiel. Ein bisschen sanftes Umrühren ist gut, um zu sehen, ob die Marmelade sich am Topfboden ansetzt (sollte sie nicht, aber alles ist möglich).

Sollte die Marmelade in den Gläsern nicht gelieren ist es völlig ok (wenn auch mühsam), die Marmelade nochmal zu kochen. Dafür die Gläser alle öffnen (oder nur ein paar davon – Zitrussirup ist köstlich auf Grießbrei, Milchreis u.ä.), in einen großen Topf mit hohen Wänden leeren und langsam erhitzen. Alle Gläser und Deckel waschen und wie beim ersten Einkochen vorbereiten. Die Marmelade ca. 5-7 Minuten (bzw. je nach Geliertest) wallend kochen & heiß abfüllen.

Es macht nichts, wenn die Schale der Zitrusfrüchte schon ein wenig (oder ziemlich … äh *hust*) eingetrocknet ist, es wird nur etwas schwieriger, die Schalen zu schneiden. Während dem Kochvorgang saugen sich die Schalen wieder mit Wasser voll  – das heißt aber in diesem Fall ein wenig mehr Wasser zufügen, also statt 2,5 Liter pro Kilogramm Früchte eher ca. 2,75-3 Liter. Wenn ihr es ganz wissenschaftlich machen wollt und wisst, wieviele Früchte ihr hattet (also z.B. 1 Netz mit 5 Orangen = 1 kg), wiegt die Früchte ab und fügt die Differenz auf ein Kilogramm in Form von Wasser zu den 2,5 Litern dazu (zumindest erscheint mir das logisch, aber ich verfahre eher nach Gefühl).

 

Originaltext mit leichten Veränderungen, nach der Erkenntnis, dass es noch einfacher geht

Ich habe eine liebe Freundin, die begnadet Zitrusmarmelade kocht. Weil ich neugierig bin und irgendwie am Marmeladekochen einen Narren gefressen habe, habe ich es jetzt auch versucht – und es hat geklappt. So sehr, dass ich jetzt kein Glas mehr habe, in das ich noch Marmelade füllen könnte (und Zucker ist auch nur noch in der Zuckerdose).

Beim Kochen habe ich mich an ein Rezept von Delia Smith gehalten – aber es so modifiziert, dass es auch ohne Butter, Einmachzucker oder Wachsscheiben (Wachsscheiben?!) funktioniert. Lest es zur Sicherheit durch, aber ich gebe die Teile, die ich verwendet habe auch hier wieder.

Drei Sorten habe ich schon probiert: Blutorange, Zitrone und Mandarine. Alle drei haben fabelhaft geklappt und schmecken köstlich. Weitere Tests werden folgen.

Zutaten & Anleitung in Kürze

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Zutaten:

1 kg Zitrusfrüchte – mit unbehandelter Schale (wichtig) & nach Möglichkeit/Belieben bio

1-2  Zitronen (je nach Größe) – außer ihr kocht Zitronen ein, dann nicht. Die Zitrone muss nicht unbehandelt oder bio sein, da ihr nur den Saft braucht (stattdessen geht auch kristalline Zitronensäure – 1 Teelöffel = Saft einer Zitrone)

2,5 Liter Wasser

2 kg Zucker – je nach Bitterkeit der Früchte auch weniger, aber das merkt ihr erst beim Kochen, also haltet 2 kg bereit

Je nach Lust und Laune: Gewürze (Zimt, Kardamom, Pfeffer, Sternanis, Nelken … oder was immer euch sonst einfällt)

1 Schneidbrett

1 scharfes Messer

1 Zitruspresse – entweder elektrisch oder händisch. Erstere lässt sich eventuell auch ausleihen. Oder: Früchte durch ein Sieb erst mit der Hand und dann mit einem Löffel auspressen.

1 großen Topf mit hohen Wänden – ja, leider. Nein, nur ein großer Topf reicht nicht, außer ihr macht nur die Hälfte des Rezepts. Die Marmelade kocht am Ende nämlich hoch & dann über. Für euch getestet. Lässt sich aber vielleicht von anderen marmeladekochenden Personen ausleihen.

1 kleinen Topf – nicht zu klein, einen Liter sollte er schon fassen.

1 Holzlöffel

1 Drahtsieb – am besten ein grobmaschiges (also nicht zu fein), aber wenn ihr kein solches habt, dann egal. Habt ihr kein Drahtsieb, dann geht ein mit einer sauberen Stoffwindel oder 2 Lagen Küchenrolle ausgelegtes Abtropfsieb oder ein mit einem Kaffeefilter ausgelegter Trichter

Marmeladegläser mit Schraubdeckel – Delia Smith schlägt 6 Gläser, die je 450g fassen vor und das passt recht gut – ich habe recht unterschiedliche Größen verwendet, das geht auch. Wichtig ist, immer ein Glas mehr vorzubereiten als ihr denkt, dass ihr braucht. ;)

1 kleinen Teller

2 frische Küchentücher

Nach meiner Einkochmethode braucht ihr noch 1 großen Topf (für das heiße Wasser) und 1 kleinen Topf (für die Deckel) – ich kenne nur die Methode; ansonsten bitte je nach eurer Erfahrung.

1 Schöpfkelle (mittel bis groß)

1 Einmachtrichter (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen).

1 Spaghetti- oder sonstige Holzzange (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen).

Was ihr nicht braucht: Butter, Wachsscheiben, Stofftücher.

Exkurs Mandarine

Tipps & Tricks

Zutaten & Anleitung in Kürze

 

So.

 

Anleitung:

Zitrusfrüchte mit warmem Wasser abwaschen. In die Hälfte schneiden und auspressen. Schalen aufheben. Kerne und Fruchtfleisch kommen in den kleinen Topf, der Saft in den großen Topf mit den hohen Wänden (ev. noch durch ein Sieb gießen). Zitrone ebenfalls auspressen, Schale nicht aufheben (außer ihr wollt sie auch mitkochen, dann sollte die Zitrone aber unbehandelt & ev. bio sein).

Ein halber Liter Wasser kommt zu Fruchtfleisch und Kernen in den kleinen Topf. Einmal aufkochen lassen und dann auf kleiner Hitze vor sich hin köcheln lassen und ab und zu umrühren. Nicht zudecken!

Zum Saft im großen Topf kommen 2,5 Liter Wasser und die – je nach Vorliebe – dicker oder dünner geschnittenen Schalen. Delia Smith schlägt vor, die leergepressten Schalen noch einmal in die Hälfte zu schneiden und dann diese längs zusammen zu legen und so zu schneiden. Das mit dem Zusammenlegen könnt ihr machen, müsst ihr aber nicht. Je nach Schneiderfahrung lassen sich auch zwei Schalenstücke übereinanderlegen und so etwas schneller schneiden. (Siehe auch Exkurs Mandarine) Bei Grapefruits oder großen Orangen empfiehlt es sich, die Schalen nochmal in die Hälfte zu schneiden (also Achtel statt Viertel), bei Kumquats reicht es, sie in die Hälfte zu schneiden – ihr könnt sie auch im Ganzen schneiden, aber da ist das Rausholen der Kerne etwas mühsamer.

Wenn ihr ca. die Hälfte der Schalen geschnitten habt, stellt den Topf auf den Herd oder wenn er schon auf dem Herd ist, stellt die Herdplatte an. Schalen weiter schneiden und hineingeben. Wenn alle Schalen geschnitten und im Topf sind, lasst alles einmal aufkochen (nicht tragisch, wenn es vorher schon kocht, einfach auf niedrig stellen) und dann auf niedriger Hitze vor sich hin köcheln. Wenn ihr Gewürze hinzufügen wollt: Jetzt.

Der Topf darf jetzt vor sich hin köcheln. Stellt euch auf einem Küchenwecker oder auf dem Smartphone oder Handy 2 Stunden ein oder merkt euch, wann ihr die letzten Schalen in den Topf getan habt. Wenn ihr die Schalen nicht ganz weich haben wollt, dann gehen auch 1 – 1,5 Stunden, aber beim Essen nachher ist weicher bequemer. ;)

Rührt ab und zu um – d.h. so alle 15 Minuten oder wenn es euch gerade einfällt. Haltet euch der in Nähe des Topfes auf, ab und zu müsst ihr bei der Hitze etwas höher oder niedriger drehen und das Umrühren, besonders im kleinen Topf, ist auch wichtig, die Kerne hocken doch gerne an.

Währenddessen z.B. abwaschen und die Gläser, Einmachtrichter und Schöpfkelle zum Einmachen vorbereiten: Abspülen, Gläser in warmem Wasser aufbewahren. Nach ca. 1,5 Stunden einen großen Topf mit warmem Wasser und einen kleinen Topf mit Wasser vorbereiten.

Den kleinen Teller ins Eisfach oder in den Kühlschrank legen.

Eine freie Fläche vorbereiten, auf die ihr den großen Topf stellen könnt, daneben ein sauberes Küchentuch ausbreiten und ein zweites sauberes Küchentuch dazulegen.

Der kleine Topf mit den Kernen und dem Fruchtfleisch wird schon früher “fertig” sein als der große, d.h. ca. die Hälfte der Flüssigkeit verloren haben. Einfach die Platte darunter abschalten oder den Topf vom Herd nehmen und ruhen lassen, bis der große fertig ist.

Sind die 2 Stunden vergangen, Testen ob die Schalen weich sind. Zum Testen eine Schale abkühlen lassen und zwischen den Fingern zerdrücken – geht das leicht, sind sie weich.

Den Inhalt des Topfes mit Fruchtfleisch & Kernen durch ein grobmaschiges Sieb (oder Alternativen) in den großen Topf leeren und gut auspressen – dort ist das gute Pektin drin. Nicht vergessen das Sieb (oder was immer) auch außen abzukratzen.

Jetzt die Herdplatten unter dem großen und kleinen Topf mit Wasser anstellen, die ersten Gläser in den großen Topf geben und die Deckel in den kleinen. Das Wasser soll kochen. Den Einmachtrichter und die Schöpfkelle ebenfalls in den großen Topf legen, nach ca. 5 Minuten im kochenden Wasser wieder rausholen und auf das ausgebreitete Küchenhandtuch oder noch besser, einen Teller, legen.

Spätestens jetzt: Kleinen Teller ins Eisfach legen.

Platz fürs Abfüllen schaffen:  Platz für den großen Topf, ev. mit Untersetzer, ein frisches Küchentuch daneben ausbreiten, ein zweites dazulegen.

In den Topf mit den Schalen 1 kg Zucker geben und unter Rühren auflösen. Geschmack testen – mit 1 kleinen Löffel schnell eintauchen, abkühlen lassen & kosten. Je nach Frucht (Zitronen brauchen z.B. je nachdem nicht so viel Zucker) in kleineren Schritten mehr Zucker zufügen, bis ihr mit der Süße zufrieden seid (dabei hilfreich siehe Tipps & Tricks).

Jetzt die Hitze unter dem großen Topf auf die höchste Stufe stellen & Küchenwecker/uhr/Smartphone auf 10 Minuten einstellen. Unter Rühren aufkochen lassen und 10 Minuten rühren und kochen lassen. Dabei könnt ihr immer noch testen, ob es mit der Süße passt und eventuell noch Zucker oder Gewürze hinzufügen.

Macht den ersten Geliertest nach 10 Minuten. Dazu holt ihr rasch den kleinen Teller aus dem Eisfach oder Kühlschrank, tropft ein paar Tropfen drauf und legt den Teller rasch nochmal ins Eisfach oder Kühlschrank. Ca. 1/2 Minute warten, dann mit dem Finger durch die Tropfen fahren. Bilden sich kleine Runzeln oder Falten – Topf weg von der Hitze und einfüllen für eine gut weich gelierende Marmelade. Für eine fest gelierende, aber trotzdem weiche und streichfähige Marmelade kocht ihr sie 15 Minuten.

Bilden sich noch keine Runzeln oder Falten – Marmelade noch etwas kochen lassen oder noch mehr Säure – Zitronensaft oder kristalline Zitronensäure – hinzufügen. Je länger die Marmelade kocht bzw. je saurer sie ist, desto stärker geliert sie – die Marmelade bleibt aber trotzdem weich und streichfähig. Wenn ihr sie also eher flüssiger haben wollt, füllt sie früher ein – wenn ihr etwas gegen vom Brot rutschende Marmelade habt, später. Möglicherweise hilft auch der Zusatz von etwas kochendem Wasser gegen zu starkes Gelieren, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Jetzt geht es ans Einfüllen. Das soll rasch passieren, damit noch alles heiß ist. Den Topf auf den vorbereiteten Platz stellen. Mit der Spaghetti- oder anderen Holzzange ein Glas aus dem Topf mit kochendem Wasser holen, kurz über dem Topf abtropfen lassen, neben den Marmeladetopf stellen. Einmachtrichter drauf, mit der Schöpfkelle Marmelade bis ca. 0,5 cm unter den Rand einfüllen. Dabei darauf achten, dass keine Marmelade auf dem Rand des Glases ist, falls ja, dann mit frischem Küchentuch oder Küchenrolle abwischen.

Passenden Deckel mit der Holzzange aus dem kleinen Topf mit kochendem Wasser holen, schnell aufsetzen. Mit dem bereitliegenden zweiten sauberen Küchentuch das Glas anfassen – Vorsicht, heiß! – und den Deckel fest zuschrauben. Glas mit dem Deckel nach unten auf das vorbereitete ausgebreitete Küchentuch stellen.

Nächstes Marmeladeglas in den Topf mit kochendem Wasser geben, neues Glas rausholen.

So weitermachen, bis alle Gläser gefüllt und der Topf leer ist. Habt ihr am Schluss zu wenig Gläser bzw. bleibt noch etwas Marmelade übrig, könnt ihr den Rest auch einfach in ein weiteres Glas oder in ein Schüsselchen einfüllen und über die nächsten Tage gleich essen. Dieser Rest hilft auch beim Beobachten des Geliervorganges – geliert der Rest, geliert auch die Marmelade in den Gläsern.

Nach ca. 1 Stunde sollte sich in den Gläsern ein Vakuum gebildet haben und alle Deckel “gespannt” sein, d.h., wenn ihr mit dem Finger draufdrückt, sollten sie nicht nachgeben. Falls doch, diese Gläser bald verzehren.

Je nachdem die Gläser umkehren, bevor sie ganz geliert sind. Die Gläser über Nacht auskühlen lassen. Wenn sie nicht schon bald nach dem Kochen geliert sind, am nächsten Tag schauen, ob es jetzt geklappt hat, dazu die Gläser etwas kippen und schauen, ob sich was bewegt. Ist alles noch ganz flüssig, noch etwas abwarten. Ansonsten siehe Tipps & Tricks.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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Exkurs Mandarine:

Bei den Mandarinen ist es ein wenig anders. Ich habe sie ausgepresst und dann aus jeder Schale die übriggebliebenen Hüllen der Schnitze vorsichtig rausgekratzt und in die Pfanne zu Fruchtfleisch und Kernen gegeben. Dort habe ich dann 1 Liter Wasser zugesetzt und in den großen Topf zu den Schalen 1,5 Liter. Heute würde ich mir das Extrakochen von Kernen und Fruchtfleisch sparen. Die Mandarinenschalen lassen sich viel leichter übereinander legen als andere Zitrusschalen – ich habe immer 3 Hälften genommen, halbiert und dann übereinander gelegt – also 6 Schichten auf einmal geschnitten. Das spart Zeit, aber seid vorsichtig mit euren Fingern. Mandarinen werden erstaunlich bitter, brauchen also wirklich viel Zucker.
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Tipps & Tricks

Beim Kosten der Marmelade geht schnell der Sinn für Bitterkeit/Süße verloren – dazwischen entweder ein paar Schlucke Wasser trinken oder ein Stückchen Brot oder je nach Vorliebe eine Olive oder eine Essiggurke essen.

Das mit den Gläsern, dem Platz fürs Abfüllen etc. lässt sich auch erst recht spät vorbereiten, aber dann wird es stressig. Ich befolge den Ablauf so wie ich ihn beschrieben habe auch nicht immer, aber es würde sich empfehlen, wenn ich das täte. ;)

Bevor ihr sie mit dem Zucker aufkocht kann die Marmelade auch noch stundenlang stehen, nachher nicht mehr.

Ich habe noch keine Gewürze in Zitrusmarmelade gegeben. Bedenkt, dass Gewürze oft erst über längere Zeit ihren Geschmack freigeben & fangt ev. mit kleinen Mengen an. Andererseits haben Zitrusfrüchte einen starken Geschmack, also alles eine Sache des Ausprobierens. :) Ob ihr gemahlene oder ganze verwendet, bleibt euch überlassen. Ganze könnt ihr ev. noch rausfischen bevor ihr den Zucker zugebt oder auch nicht, wie es euch Spaß macht.

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Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 kg Zitrusfrüchte
1 große Zitrone (außer ihr kocht Zitronen ein)
2,5 Liter Wasser
2 kg Zucker

Zitrusfrüchte mit warmem Wasser abwaschen. In die Hälfte schneiden und auspressen. Kerne und Fruchtfleisch in kleinen Topf, der Saft in großen Topf. Zitrone ebenfalls auspressen, Schale nicht aufheben.

Fruchtfleisch und Kerne mit 1/2l Wasser aufkochen, dann köcheln lassen. Schalen schneiden, mit Saft und 2l Wasser aufkochen, dann köcheln lassen.

Töpfe ca. 2 Std. kochen lassen, dabei ab und zu umrühren. Ist die Hälfte der Flüssigkeit im kleinen Topf verkocht, Herdplatte abstellen oder Topf vom Herd nehmen. Inhalt des Topfes mit Fruchtfleisch und Kernen durch ein grobmaschiges Sieb in den großen Topf leeren und gut auspressen.

1 kg in den großen Topf geben und unter Rühren auflösen. Geschmack testen und in kleineren Schritten mehr Zucker zufügen.

Hitze unter dem großen Topf auf die höchste Stufe stellen und unter Rühren aufkochen lassen. 10 Minuten rühren und kochen lassen. Geliertest machen. Ev. noch weiter kochen lassen.

Marmelade heiß abfüllen.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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