Zöpfe aus Hefeteig

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Eigentlich heißt das Germteig. Germ ist das österreichische Wort für Hefe. Gestern habe ich auf Bitte von mmiedl nach langer Zeit wieder einmal Striezel (Zöpfe, aber nur wenn’s um Gebäck geht) gebacken und war verblüfft, wie schnell das ging. Später sprachen wir darüber und sie meinte, ich würde die Zöpfe ja quasi aus dem Handgelenk machen und irgendwie stimmt das. Ich mache schon lange Germteig und auch wenn ich mich jedes Mal konzentrieren muss damit ich ja nichts vergesse, ist mir diese Tätigkeit so vertraut, dass meistens nichts schief geht.

Das kommt nicht von irgendwo, sondern von meiner Mutter, mit der wir schon als Kinder Germteig herstellten. Daher gebe ich hier auch ihr Rezept wieder, das ein wenig süßer und reichhaltiger ist als z.B. die meisten Schweizer Rezepte für “Züpfe”, die z.B. auch ohne Eier und Milch auskommen können und weit weniger süß sind. Andererseits ist es aber nicht ganz österreichisch, weil keine Rosinen drin sind.

Ich habe am Germteig sehr zu schätzen gelernt, dass ich ihn einfrieren kann. Ich bin für vieles zu haben was die Arbeit in der Küche erleichtert und einmal Teig machen und dafür zweimal Zopf kriegen, das kommt mir ungeheuer entgegen. Soll heißen: Ich mache Teig aus einem Kilo Mehl (reicht für 2 Zöpfe von der Größe oben im Bild & davon je 1 Zopf für mich für ca. 1 Woche oder für 1 Frühstück mit ca. 4 Personen) und friere die Hälfte ein, da kann ich auch den ganzen Hefewürfel auf einmal verwenden und muss nicht verzweifelt ein anderes Anwendungsgebiet für 20g Hefe suchen. Ja, es gibt Trockenhefe, aber genau so wie ich den Teig immer von Hand knete, weil ich es nicht anders kenne, verwende ich immer frische Hefe. Bitte Google für andere Anleitungen (z.B. auch vegane oder mit der Küchenmaschine hergestellte) befragen.

Mit diesem Teig lässt sich vieles anstellen, nicht nur Zöpfe. Z.B. eignet er sich durchaus auch für Brioche, um Zimt- oder andere Schnecken herzustellen, um Osterhäschen, Brötchen, Kränze oder Grittibänze zu formen, auch für Germgugelhupf … es ist einfach ein guter Basisteig.

Wie bereits gewohnt beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten zunächst ausführlich und am Ende findet ihr wie immer die Zutaten und Anleitung in Kürze, dort auch mit den Angaben für ein halbes Kilogramm Mehl.

Werkzeug:

1 große Teigschüssel – wenn ihr nur mit einem halben Kilo Mehl arbeitet, dann geht auch eine kleinere, aber der Bequemlichkeit beim Kneten halber nehmt eure größte und stabilste

1 stabile Tee/Kaffeetasse

1 Milch- oder anderen Topf

1 Reibe zum Zitronenschale reiben – wenn ihr so eine superfancy Mikroreibe habt, nur zu, sonst reicht eine feine Raffel

1 Teelöffel

1 Esslöffel

1 hitzeresistenter Teigschaber

1 frisches Küchentuch

1 (oder je nachdem, was ihr formen wollt) oder 2 Backbleche

Backpapier

1 Backpinsel

1 kleine Schüssel

Zutaten:

1 Kilogramm Mehl – von der Mehltype verwende ich Universalweizenmehl (in D Type 405, in Ö Type 480). Glattes Mehl geht zwar auch, ergibt aber einen anderen, dichteren Teig.

1/2 Teelöffel Salz – möglichst feinkörnig

Schale von 1 Biozitrone – könnt ihr auch weglassen, wenn ihr das nicht mögt oder gerade keine habt, das muss nicht sein – bzw. geht auch getrocknete Zitronenschale

1 Würfel frische Hefe – in Ö sind das 42 Gramm

4 Esslöffel Zucker – sind ca. 80 Gramm, ihr könnt auch nur 1 Esslöffel nehmen, wenn ihr den Teig nicht süß haben wollt oder auch mehr Zucker, wenn der Teig besonders süß sein soll – feinkörniger Zucker ist praktischer, aber im Endeffekt ist es egal

160 Gramm Butter

400 Deziliter Milch – es ist eben nicht ein halber Liter Milch, sonst wird der Teig zu klebrig und ihr müsst mehr Mehl dazugeben – wobei manchmal ein Teig mit mehr Feuchtigkeit auch erforderlich ist (für Brioche z.B.)

2 Eier – je nach Größe der Eier ev. noch ein 3. Ei oder etwas weniger Milch verwenden

Gut dabeizuhaben: Etwas mehr Mehl, etwas mehr Milch – falls euch der Teig zu klebrig oder zu trocken ist; wenn ihr den Teig mit Ei bestreichen wollt, dann noch ein Ei, wobei vor allem das Eigelb zählt, also trennt es früh, gebt das Eiweiß zum Teig dazu und verwendet ein bisschen weniger Milch

Anleitung:

Meistens geht Hefeteig bei Raumtemperatur gut auf, ihr könnt ihn aber z.B. auch über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen, dann aber am Besten in einem Plastikbeutel oder in einem Gefäß mit Deckel. Ich aber bin faul und mag nicht mit dem Raumklima herumtun, daher heize ich meistens kurz bevor ich mit dem Teig beginne meinen Backofen auf 50 Grad vor und stelle ihn dann ab. Dort kommt dann der Teig zum Gehen hinein. Kochschürze anziehen! :) Ich stelle mir auch ein bisschen Musik an, weil das beim Kneten unterhält.

Butter in den Topf geben und auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

Währenddessen in der großen Teigschüssel das Mehl mit dem Salz gut vermischen. Falls ihr Zitronenschale zufügen wollt, dann macht das jetzt, also entweder getrocknete Schale untermischen oder ihr wascht eure Biozitrone, trocknet sie ab und reibt die Schale mit der Reibe ins Mehl. Danach nochmal gut vermischen und eine Kuhle ins Mehl machen.

In der Tasse den Zucker mit der Hefe verrühren, zuerst ist das ein wenig mühsam, dann löst sich die Hefe immer mehr auf. Rühren, bis sich die Hefe ganz aufgelöst hat und die Mischung dünnflüssig ist.

Wenn die Butter geschmolzen ist, die Milch zur Butter geben und Temperatur prüfen. Die Mischung soll auf keinen Fall heiß sein, aber kühl-lauwarm ist gut. Ist die Mischung zu heiß, stocken die Eier und die Hefepilze sterben, dann geht der Teig nicht auf bzw. hat kleine gelbe Eierflecken drin, daher lieber kühler als wärmer. Das ist auch das einzige Ding, das ihr beachten müsst, ansonsten ist Hefeteig recht robust und verzeiht vieles.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben. Die Zucker-Hefe-Mischung zugeben. Die Milch-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen und den Topf mit dem hitzebeständigen Teigschaber gut auskratzen.

Jetzt kommt das Kneten. Stellt euch extra Mehl & Milch in die Nähe, damit ihr dann nicht mit Teigfingern danach suchen müsst. Viel Spaß!

Zuerst vermischt ihr alle Zutaten einfach und seht zu, dass ihr alles Mehl mit den flüssigen Zutaten gut vermengt. Wenn euch das gut gelingt, sollte an euren Händen kein Teig mehr kleben und an der Schüssel auch nicht (außer ihr wollt einen extra feuchten Teig, z.B. für Brioche).

Habt ihr den Teig zusammengeknetet, schaut, ob alles ok ist. Klebt zu viel Teig an euren Händen, gebt noch etwas Mehl dazu, aber nicht zu viel, das Mehl nimmt die Flüssigkeit beim weiteren Kneten noch auf. Bleibt zu viel Mehl in der Schüssel, gebt noch etwas Milch dazu, aber leider ist es mühsamer, mehr Feuchtigkeit zum Teig zu geben als umgekehrt, wenn es also nicht zu viel übriges Mehl ist, dann macht das lieber nicht, der Teig nimmt beim Kneten auch noch mehr Mehl auf.

Stimmt der Teig für euch, dann beginnt mit dem ernsthaften Kneten. Ich stelle dafür die Schüssel gerne aufs Sofa oder auf den Fußboden, weil ich dann optimal mit den Handballen in den Teig drücken kann. Ihr könnt die Schüssel auch auf einen Hocker stellen, mir ist es jedenfalls angenehmer, wenn die Schüssel niedriger steht, damit ich wirklich alle Kraft des Oberkörpers einsetzen kann.

Beim Kneten rotiere ich den Teig bzw. falte ihn und versuche wirklich jeden Teil gut durchzukneten, eben vor allem mit den Handballen. Das mache ich ca. 10 Minuten – oder ca. 3 Lieder lang.

Wenn ihr fertig mit Kneten seid könnt ihr euch entscheiden, ob ihr einen Teil einfriert oder nicht. Wenn ja, dann schneidet ihr so viel vom Teig ab, wie ihr einfrieren wollt und gebt die Teigstücke in Gefrierbeutel. Ich friere eher die Hälfte ein, aber Drittel oder Viertel gehen natürlich auch. Nach dem Auftauen könnt ihr den Teig zum Aufwärmen nochmals durchkneten und/oder ihn etwas länger gehen lassen oder ihn gleich über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Um den Teig gut gehen zu lassen, nehmt ihr das Küchentuch und legt es über die Teigschüssel. Ich feuchte dann meine Hand mit Wasser an und beträufle das Tuch, bis es gut feucht ist. Dann kommt der Teig in den Backofen oder z.B. neben die Heizung oder an einen schön ruhigen, warmen Ort und darf eine Stunde aufgehen. Länger geht auch, besonders wenn der Teig vorher kühl war. Wenn ihr den Teig im Kühlschrank gehen lasst, müsst ihr das nicht mehr machen.

Pauuuuse! (oder 1. Abwasch oder Zeug in die Geschirrspülmaschine räumen oder was immer.)

Wenn der Teig gut gegangen ist, dann hat er sich auf ca. das Doppelte vergrößert. Knetet ihn jetzt nochmal kurz durch, da fällt er zwar wieder zusammen, aber das gehört so. Je nachdem, was ihr jetzt vorhabt, könnt ihr den Teig nun in Stücke schneiden und weiterverarbeiten.

Es gibt eine Menge verschiedener Flechtmethoden für Zöpfe, von zwei- über drei- bis zu vier- bis achtstrangig und sicher etliche Youtubevideos dazu. Ich bin faul. Ich schneide von der Teigmenge, die ich für einen Zopf verwenden will, ca. ein Drittel ab. Den größeren Teil rolle ich zu einer langen Teigwurst, den kleineren zu einer kürzeren. Dann lege ich das Ende der kürzeren Teigwurst in die Mitte der längeren, so dass das Ende oben rausguckt (wie im Bild oben) und beginne zu flechten. Am Ende drücke ich alle drei Enden gut zusammen und lege den Zopf auf das Backblech, finito.

Egal wie ihr euren Teig formt, es lohnt sich, die geformten Stücke nochmals ca. eine halbe Stunde aufgehen zu lassen. Es ist nicht unbedingt notwendig, vor allem wenn ihr unter Zeitdruck seid, aber wenn ihr den Teig jetzt schon in den Ofen schiebt, verformen sich die Stücke mehr als wenn ihr sie aufgehen lasst. Ihr könnt die geformten Stücke auch noch länger aufgehen lassen, wie ihr mögt. Ich schiebe das Backblech dazu einfach wieder in den Ofen, der ist noch warm genug.

Sind eure geformten Teile aufgegangen, geht es ans Bestreichen. Jetzt ist ein guter Moment, um den Backofen auf 180 Grad vorzuheizen. Ich bestreiche meine Zöpfe aus Faulheit nur noch mit Milch. Wenn ihr aber möchtet, dass sie schön glänzen, dann verrührt einen Eidotter mit ein wenig Milch zum Bestreichen. Wenn ihr eure Hefedinger mit z.B. Hagelzucker oder sonst etwas bestreuen möchtet, dann verwendet am Besten ebenfalls Eidotter mit Milch zum Bestreichen, das klebt besser.

Ab mit dem Zeug in den Backofen! Ich habe bei eher trockenen Teigen schon damit experimentiert, dass ich ein ofenfestes Schälchen mit Wasser danebenstelle, aber dann geht der Teig noch sehr viel mehr auf, trotzdem ist das dann etwas besser für die Flauschigkeit. Ich bin mir sicher, es gibt große Diskussionen, ob Umluft oder nicht, ich verwende für Hefeteig meistens keine, aber am Ende kam meistens doch etwas Essbares heraus, also macht wie ihr es mögt.

Von der Zeit her gilt: Je größer die Zöpfe (oder was immer), desto länger. Wenn ihr den Ofen nicht vorgeheizt habt, verlängert sich die Backzeit natürlich auch, genauso wenn der Teig vorher kalt war, also z.B. im Kühlschrank aufgegangen ist. Die zwei Zöpfe im Bild brauchten 50 Minuten. Wenn ihr verschieden große Backstücke (also z.B. 1 großer Zopf und 2 kleine Zöpfe) habt, dann nehmt die kleinen Backstücke früher raus. Um zu überprüfen, ob ein Zopf oder anderes Teil durch ist, dreht ihn vorsichtig um und klopft auf den Boden. Klingt es hohl, dann ist der Zopf durch. Wenn nicht, dann lasst ihn noch etwas im Ofen.

Auf einem Ofengitter oder Drahtuntersetzer abkühlen lassen – ganz frisch ist das Schneiden etwas schwierig, aber andererseits, lauwarmer Zopf …

Guten Appetit! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Kilogramm Mehl – 500g Mehl

1/2 Teelöffel Salz – 1/4 Teelöffel Salz

Schale von 1 Biozitrone – Schale von 1/2 Biozitrone

1 Würfel frische Hefe (40 g) – 1/2 Würfel frische Hefe (20 g)

4 Esslöffel Zucker – 2 Esslöffel Zucker

160 g Butter – 80 g Butter

400 Deziliter Milch – 200 Deziliter Milch

2 Eier – 1 Ei – bzw. noch ein Ei, falls ihr euer Hefegebäck mit Ei bestreichen wollt

1 Schluck Milch

Backofen auf 50 Grad vorheizen, abstellen.

Butter in den Topf geben, auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

In der großen Teigschüssel, Mehl mit Salz und ev. Zitronenschale vermischen. Kuhle ins Mehl machen.

Zucker mit Hefe verrühren bis die Mischung dünnflüssig wird und sich die Hefe aufgelöst hat.

Wenn die Butter geschmolzen ist, Milch zur Butter gießen, ev. noch etwas aufwärmen lassen, aber ja nicht zu viel.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben, Zucker-Hefe-Mischung und Milch-Buttermischung dazugeben.

Alle Zutaten zusammenkneten, bis sie sich gut verbunden haben, ca. 10 Minuten weiter kneten.

Ev. Teig jetzt halbieren, Hälfte einfrieren.

Teigschüssel mit angefeuchtetem Küchentuch abdecken und Teig im Ofen ca. 1 Stunde gehen lassen.

Teig kurz durchkneten, in gewünschte Teigteile schneiden, z.B. Zopf formen.

Zopf oder andere Teigteile auf dem Backblech nochmals ca. eine halbe Stunde im Ofen gehen lassen.

Backblech aus dem Ofen holen, Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Zopf oder andere Teigteile mit Milch oder Mischung aus Eidotter und Milch bestreichen und mit z.B. Hagelzucker bestreuen.

Großen Zopf ca. 50 Minuten backen, danach Klopftest. Kleinere Teile zwischen 25 und 40 Minuten, je nach Größe.

Auf Gitter abkühlen lassen.

Guten Appetit! \o/

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Rotkraut aus dem Ofen

imageNoch ein Rezept, diesmal selbst erdacht. Bei mir landet das meiste Kraut eigentlich in der Suppe, wenn ich nicht gleich Sauerkraut esse. Rotkraut habe ich bisher eher links liegen gelassen, denn außer dem klassischen Rotkraut lässt sich nicht viel draus machen. Oder doch? Ja doch. Aber das involviert häufig genauso viel Arbeit wie klassisches Rotkraut (also fein schneiden oder hobeln). Also Ofenrotkraut, das dank der langen Backzeit halb knusprig, halb karamelisiert wird.

Zutaten

Rotkraut (z.B. 1/2 Kopf)

Olivenöl (oder ein anderes Öl, das ihr lieber habt)

Salz

Je nach Vorliebe/Einkauf/Vorhandensein von Resten: Kartoffeln, Maroni, Äpfel, Süßkartoffeln, rote Rüben, Karotten, Kürbis …

Pfeffer, Zimt, Nelkenpulver, Muskatnuss, Kardamom, Ingwer, Zitruszesten – muss aber alles nicht sein

Anleitung

Ofen auf 180° C vorheizen.

Rotkraut und anderes Gemüse/Obst in mundgroße Würfel schneiden.

In einer Schüssel mit Öl, Salz und eventuell Gewürzen vermischen.

Auf ein großes Blech geben.

Im Ofen 1 Stunde lang braten lassen. Alle 20 Minuten (also insgesamt 2 Mal) das ganze Blech aus dem Ofen holen, alles gut (aber vorsichtig) durcheinanderrühren.

Finito!

Orangenrisotto

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Eines der Gerichte, die mein Vater oft und gerne kochte, war Risotto. Er hatte einen speziellen Kochlöffel, den er von seiner Mutter geerbt hatte – und seine eigene Risottophilosophie, die sich über die Jahre änderte, von “permanent Rühren!” zu “Deckel drauf und leise köcheln lassen, erst am Schluss rühren”. Allerdings veränderte sich sein Risotto nicht groß, er schnitt einfach Gemüse – meistens Karotten, Paprika und/oder Zucchini – seeeehr klein (STUNDENLANG *hust*), löschte mit Zitronensaft oder Weißwein ab und das war’s. Vielleicht noch Käse drauf oder dazu.

Risotto ist also für mich nicht nur einfach irgendein Essen, sondern ein Fundament meiner Kindheit, auch wenn ich bei den Zutaten ein wenig wagemutiger bin. Meine Risottophilosophie ist übrigens noch nicht ganz ausformuliert – permanent Rühren ist nervig, aber Deckel drauf & köcheln lassen weniger cremig …

Jedenfalls war das Motto dieses Winters definitiv Zitrus. Und weil dieses Rezept für Orangenrisotto so ungeheuer köstlich ist und es noch Orangen gibt, kocht es schnell nach bevor der Frühling kommt.  Ich habe es auf einer italienischen Rezeptseite bzw. via Twitter gefunden. Es lohnt sich das Originalrezept zu lesen, weil es so schön geschrieben ist. Leider ist die Abfolge der Arbeitsschritte nicht so gut beschrieben, was mich immer ziemlich nervt, also hier übersetzt und hoffentlich besser geordnet.

Das Originalrezept ist für eine Person bemessen (cool!) und zwar exakt – es kommt genau ein Teller Risotto heraus. Je nach Hunger/Lust/Speiseabfolge kann das perfekt sein, aber es ist wirklich so gut (bzw. koche ich für mich selten mehrgängig), dass mir ein Teller eigentlich nicht reicht. Ich gebe also in Klammern die doppelte und vierfache Menge an, damit ihr euch das Rechnen erspart.

Am Ende des Posts findet ihr das Rezept wieder in Kurzform, mit Mengenangaben für 1 hungrige Person oder 2 Personen, die auch Vor- und Nachspeise essen.

 

Zutaten

1 Esslöffel Sonnenblumenöl (1 1/2-2 Esslöffel – 2-4 Esslöffel), wobei, ich messe das nie genau ab, ich schütte einfach Öl in die Pfanne. Im Rezept steht “ja kein Olivenöl verwenden” und noch habe ich es nicht mit Olivenöl ausprobiert, aber ehrlich gesagt schmeckt es mit Olivenöl wahrscheinlich genauso gut.

1 kleine Zwiebel – oder eine mittelgroße, die Größe ist da eigentlich euch überlassen (1 mittlere/große – 2 mittlere/große)

80 g Reis – Rundkorn oder Risottoreis (160 g / 320 g)

2 Orangen – eine davon unbehandelt & je nach Möglichkeit/Vorliebe bio, können auch Blutorangen sein, aber die sind saurer (4 Orangen / 8 Orangen)

ca. 1/4 Liter heißes Wasser – haltet einfach eine Tasse mit heißem Wasser bereit (gilt auch für 2/4 Personen)

1 Prise Salz (1 Prise / 2 Prisen)

Butter – 1 Stück ca. so groß wie euer Daumennagel (1 walnussgroßes Stück – ca. 20g)

Geriebener Parmesan – ca. 1 Handvoll (2 Handvoll – 4 Handvoll) oder wie viel euch freut, ernsthaft, hier sind keine Grenzen gesetzt

1-2 Amaretti – bei Spar gibt es z.B. so kleine Amarettini, die reichen voll aus, dann aber etwas mehr davon (3-4 / 7-8)

1 Reibe/Raffel/Parmesanmühle oder was immer ihr zum Parmesanreiben verwendet

1 Suppenteller oder Schüssel (für den Parmesan)

1 Topf

1 Holzkelle

Eventuell: 1 Zestenschäler oder 1 Reibe, 1 Mörser oder 1 Plastiksäcken, 3 Schüsselchen oder 1 großen Teller

 

Anleitung

Wenn ihr Orangenzesten über das Risotto streuen möchtet, dann zuerst die unbehandelte & je nach Möglichkeit/Vorliebe Bioorange mit warmem Wasser waschen. Mit einem Zestenschäler oder einer kleinen Reibe Zesten abreiben. Wenn ihr 100% sicher gehen wollt, dass die Schalen nicht bitter sind, in einer kleinen Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, ca. 5 Minuten stehen lassen, mehrmals wiederholen. Entweder in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Orangen auspressen, Saft bereithalten.

Wenn ihr Amarettibrösel über das Risotto streuen möchtet: Als nächstes die Amaretti zerbröseln, z.B. in einem Mörser oder in einem Plastiksäckchen oder mit den Händen. Brösel in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Wenn ihr keinen fertig geriebenen Parmesan verwendet: Jetzt Parmesan reiben, z.B. in einen Suppenteller oder eine Schüssel. Die Hälfte kommt ins Risotto, die andere Hälfte obendrauf, das also beim Reiben bedenken. Den Parmesan zum Bestreuen in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Die Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden.

Öl im Topf erhitzen, Zwiebelwürfel dazugeben, auf mittlerer Hitze unter Rühren etwas andünsten.

Hitze erhöhen, Reis dazugeben, ebenfalls unter Rühren andünsten, bis er “glasig” also ein wenig durchscheinend ist.

Dann Orangensaft dazugeben (je nach Philosophie alles auf einmal oder erst mal einen guten Schluck) und gut rühren, damit nichts am Topfboden klebenbleibt.

Salzen. Restlichen Orangensaft dazugeben, unter Rühren aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren.

Jetzt ca. 20 Minuten rühren, dabei soll das Risotto sanft köcheln. Verdampft die Flüssigkeit zu sehr, heißes Wasser nachleeren. Am Schluss soll der Reis nicht schwimmen, aber auch nicht in Klumpen an der Kelle kleben, sondern er sollte eine cremige Konsistenz haben (wie Milchreis). Die Reiskörner sollten noch etwas Biss haben (aber je nach euren Vorlieben).

Zum Schluss Butter und Parmesan unterrühren.

Das Risotto auf den/die Teller geben und entweder sofort mit Parmesan, Amarettibrösel und Orangenzesten bestreuen oder das Bestreuen den essenden Personen überlassen. Schwarzer Pfeffer passt gut dazu.

Guten Appetit!

 

Rezept in Kürze – Mengenangabe für 1 hungrige Person oder als ein Gang für 2 Personen

Sonnenblumenöl

1 Zwiebel

160 g Reis

4 Orangen

Butter

Geriebener Parmesan

3-4 Amaretti

Anleitung

Eine Orange waschen, Zesten abschälen oder abreiben. Alle Orangen auspressen.

Amaretti zerbröseln. Parmesan reiben, die Hälfte zum Bestreuen beiseitestellen.

Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden, Öl im Topf erhitzen, Zwiebelwürfel dazugeben, andünsten. Reis dazugeben, ebenfalls andünsten. Mit Orangensaft ablöschen, salzen.

Aufkochen lassen, dann auf mittlerer Hitze unter Rühren 20 Minuten köcheln lassen.

Zum Schluss Butter und Parmesan unterrühren.

Das Risotto auf Teller geben und entweder sofort mit Parmesan, Amarettibrösel und Orangenzesten bestreuen oder das Bestreuen den essenden Personen überlassen.

Guten Appetit!

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Zitrusmarmelade á la Zombiepanda

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Mandarinenmarmelade

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Bergamottezitronenmarmelade

Update am 7. März:

Nachdem ich jetzt einige Kilo Zitrusmarmelade eingekocht habe – auch rosa Grapefruits, Pomeranzen, Kumquats und Bitterorangen, folgende Anmerkungen:

Das ganze Getue mit Kernen und Fruchtfleisch ist unnötig. Das Pektin in den Schalen reicht vollständig, solange ihr genug Säure hinzufügt. Die Säure hilft nämlich beim Gelieren. Deshalb ist auch Zitronensaft oder kristalline Zitronensäure unerlässlich, haltet also eines oder das andere bereit, sollte eure Marmelade auch nach 15 Minuten wallend kochen noch nicht gelieren. In dem Fall gebt zuerst den Saft einer halben Zitrone bzw. einen halben Teelöffel kristalline Zitronensäure dazu, dann nochmal, sollte die Marmelade noch nicht gelieren. Etwas länger kochen und den Dampf mit einem Fächer o.ä. wegwedeln hilft auch, aber Säure ist definitiv weniger mühsam.

Zitrusmarmelade mit dem richtigen Säuregrad geliert sehr schnell und wie Wackelpudding. Beobachtet also eure Gläser beim Abkühlen und dreht sie wieder zurück, so dass der Deckel nach oben zeigt, bevor die Marmelade am Deckel festklebt. Es macht zwar keinen Unterschied, sondern sieht nur lustig aus, aber nur so als Vorwarnung. Am Besten funktioniert die Überwachung so: Wenn euch ein Rest Marmelade übrigbleibt, gießt ihn in ein Glas oder eine kleine Schüssel (zum baldigen Verzehr ^^). Beobachtet Glas/Schüssel – wenn die Marmelade darin geliert ist, dreht die anderen Gläser vorsichtig (HEISS! also am Besten mit Topflappen/Küchentuch) um, so dass der Deckel nach oben zeigt.

Ob ihr während dem wallenden Kochen am Schluss in der Marmelade rührt oder nicht macht keinen Unterschied. Wichtig ist der Säuregrad. Beim Rühren kann es spritzen, tragt also lange Ärmel und nehmt einen Kochlöffel mit sehr langem Stiel. Ein bisschen sanftes Umrühren ist gut, um zu sehen, ob die Marmelade sich am Topfboden ansetzt (sollte sie nicht, aber alles ist möglich).

Sollte die Marmelade in den Gläsern nicht gelieren ist es völlig ok (wenn auch mühsam), die Marmelade nochmal zu kochen. Dafür die Gläser alle öffnen (oder nur ein paar davon – Zitrussirup ist köstlich auf Grießbrei, Milchreis u.ä.), in einen großen Topf mit hohen Wänden leeren und langsam erhitzen. Alle Gläser und Deckel waschen und wie beim ersten Einkochen vorbereiten. Die Marmelade ca. 5-7 Minuten (bzw. je nach Geliertest) wallend kochen & heiß abfüllen.

Es macht nichts, wenn die Schale der Zitrusfrüchte schon ein wenig (oder ziemlich … äh *hust*) eingetrocknet ist, es wird nur etwas schwieriger, die Schalen zu schneiden. Während dem Kochvorgang saugen sich die Schalen wieder mit Wasser voll  – das heißt aber in diesem Fall ein wenig mehr Wasser zufügen, also statt 2,5 Liter pro Kilogramm Früchte eher ca. 2,75-3 Liter. Wenn ihr es ganz wissenschaftlich machen wollt und wisst, wieviele Früchte ihr hattet (also z.B. 1 Netz mit 5 Orangen = 1 kg), wiegt die Früchte ab und fügt die Differenz auf ein Kilogramm in Form von Wasser zu den 2,5 Litern dazu (zumindest erscheint mir das logisch, aber ich verfahre eher nach Gefühl).

 

Originaltext mit leichten Veränderungen, nach der Erkenntnis, dass es noch einfacher geht

Ich habe eine liebe Freundin, die begnadet Zitrusmarmelade kocht. Weil ich neugierig bin und irgendwie am Marmeladekochen einen Narren gefressen habe, habe ich es jetzt auch versucht – und es hat geklappt. So sehr, dass ich jetzt kein Glas mehr habe, in das ich noch Marmelade füllen könnte (und Zucker ist auch nur noch in der Zuckerdose).

Beim Kochen habe ich mich an ein Rezept von Delia Smith gehalten – aber es so modifiziert, dass es auch ohne Butter, Einmachzucker oder Wachsscheiben (Wachsscheiben?!) funktioniert. Lest es zur Sicherheit durch, aber ich gebe die Teile, die ich verwendet habe auch hier wieder.

Drei Sorten habe ich schon probiert: Blutorange, Zitrone und Mandarine. Alle drei haben fabelhaft geklappt und schmecken köstlich. Weitere Tests werden folgen.

Zutaten & Anleitung in Kürze

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Zutaten:

1 kg Zitrusfrüchte – mit unbehandelter Schale (wichtig) & nach Möglichkeit/Belieben bio

1-2  Zitronen (je nach Größe) – außer ihr kocht Zitronen ein, dann nicht. Die Zitrone muss nicht unbehandelt oder bio sein, da ihr nur den Saft braucht (stattdessen geht auch kristalline Zitronensäure – 1 Teelöffel = Saft einer Zitrone)

2,5 Liter Wasser

2 kg Zucker – je nach Bitterkeit der Früchte auch weniger, aber das merkt ihr erst beim Kochen, also haltet 2 kg bereit

Je nach Lust und Laune: Gewürze (Zimt, Kardamom, Pfeffer, Sternanis, Nelken … oder was immer euch sonst einfällt)

1 Schneidbrett

1 scharfes Messer

1 Zitruspresse – entweder elektrisch oder händisch. Erstere lässt sich eventuell auch ausleihen. Oder: Früchte durch ein Sieb erst mit der Hand und dann mit einem Löffel auspressen.

1 großen Topf mit hohen Wänden – ja, leider. Nein, nur ein großer Topf reicht nicht, außer ihr macht nur die Hälfte des Rezepts. Die Marmelade kocht am Ende nämlich hoch & dann über. Für euch getestet. Lässt sich aber vielleicht von anderen marmeladekochenden Personen ausleihen.

1 kleinen Topf – nicht zu klein, einen Liter sollte er schon fassen.

1 Holzlöffel

1 Drahtsieb – am besten ein grobmaschiges (also nicht zu fein), aber wenn ihr kein solches habt, dann egal. Habt ihr kein Drahtsieb, dann geht ein mit einer sauberen Stoffwindel oder 2 Lagen Küchenrolle ausgelegtes Abtropfsieb oder ein mit einem Kaffeefilter ausgelegter Trichter

Marmeladegläser mit Schraubdeckel – Delia Smith schlägt 6 Gläser, die je 450g fassen vor und das passt recht gut – ich habe recht unterschiedliche Größen verwendet, das geht auch. Wichtig ist, immer ein Glas mehr vorzubereiten als ihr denkt, dass ihr braucht. ;)

1 kleinen Teller

2 frische Küchentücher

Nach meiner Einkochmethode braucht ihr noch 1 großen Topf (für das heiße Wasser) und 1 kleinen Topf (für die Deckel) – ich kenne nur die Methode; ansonsten bitte je nach eurer Erfahrung.

1 Schöpfkelle (mittel bis groß)

1 Einmachtrichter (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen).

1 Spaghetti- oder sonstige Holzzange (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen).

Was ihr nicht braucht: Butter, Wachsscheiben, Stofftücher.

Exkurs Mandarine

Tipps & Tricks

Zutaten & Anleitung in Kürze

 

So.

 

Anleitung:

Zitrusfrüchte mit warmem Wasser abwaschen. In die Hälfte schneiden und auspressen. Schalen aufheben. Kerne und Fruchtfleisch kommen in den kleinen Topf, der Saft in den großen Topf mit den hohen Wänden (ev. noch durch ein Sieb gießen). Zitrone ebenfalls auspressen, Schale nicht aufheben (außer ihr wollt sie auch mitkochen, dann sollte die Zitrone aber unbehandelt & ev. bio sein).

Ein halber Liter Wasser kommt zu Fruchtfleisch und Kernen in den kleinen Topf. Einmal aufkochen lassen und dann auf kleiner Hitze vor sich hin köcheln lassen und ab und zu umrühren. Nicht zudecken!

Zum Saft im großen Topf kommen 2,5 Liter Wasser und die – je nach Vorliebe – dicker oder dünner geschnittenen Schalen. Delia Smith schlägt vor, die leergepressten Schalen noch einmal in die Hälfte zu schneiden und dann diese längs zusammen zu legen und so zu schneiden. Das mit dem Zusammenlegen könnt ihr machen, müsst ihr aber nicht. Je nach Schneiderfahrung lassen sich auch zwei Schalenstücke übereinanderlegen und so etwas schneller schneiden. (Siehe auch Exkurs Mandarine) Bei Grapefruits oder großen Orangen empfiehlt es sich, die Schalen nochmal in die Hälfte zu schneiden (also Achtel statt Viertel), bei Kumquats reicht es, sie in die Hälfte zu schneiden – ihr könnt sie auch im Ganzen schneiden, aber da ist das Rausholen der Kerne etwas mühsamer.

Wenn ihr ca. die Hälfte der Schalen geschnitten habt, stellt den Topf auf den Herd oder wenn er schon auf dem Herd ist, stellt die Herdplatte an. Schalen weiter schneiden und hineingeben. Wenn alle Schalen geschnitten und im Topf sind, lasst alles einmal aufkochen (nicht tragisch, wenn es vorher schon kocht, einfach auf niedrig stellen) und dann auf niedriger Hitze vor sich hin köcheln. Wenn ihr Gewürze hinzufügen wollt: Jetzt.

Der Topf darf jetzt vor sich hin köcheln. Stellt euch auf einem Küchenwecker oder auf dem Smartphone oder Handy 2 Stunden ein oder merkt euch, wann ihr die letzten Schalen in den Topf getan habt. Wenn ihr die Schalen nicht ganz weich haben wollt, dann gehen auch 1 – 1,5 Stunden, aber beim Essen nachher ist weicher bequemer. ;)

Rührt ab und zu um – d.h. so alle 15 Minuten oder wenn es euch gerade einfällt. Haltet euch der in Nähe des Topfes auf, ab und zu müsst ihr bei der Hitze etwas höher oder niedriger drehen und das Umrühren, besonders im kleinen Topf, ist auch wichtig, die Kerne hocken doch gerne an.

Währenddessen z.B. abwaschen und die Gläser, Einmachtrichter und Schöpfkelle zum Einmachen vorbereiten: Abspülen, Gläser in warmem Wasser aufbewahren. Nach ca. 1,5 Stunden einen großen Topf mit warmem Wasser und einen kleinen Topf mit Wasser vorbereiten.

Den kleinen Teller ins Eisfach oder in den Kühlschrank legen.

Eine freie Fläche vorbereiten, auf die ihr den großen Topf stellen könnt, daneben ein sauberes Küchentuch ausbreiten und ein zweites sauberes Küchentuch dazulegen.

Der kleine Topf mit den Kernen und dem Fruchtfleisch wird schon früher “fertig” sein als der große, d.h. ca. die Hälfte der Flüssigkeit verloren haben. Einfach die Platte darunter abschalten oder den Topf vom Herd nehmen und ruhen lassen, bis der große fertig ist.

Sind die 2 Stunden vergangen, Testen ob die Schalen weich sind. Zum Testen eine Schale abkühlen lassen und zwischen den Fingern zerdrücken – geht das leicht, sind sie weich.

Den Inhalt des Topfes mit Fruchtfleisch & Kernen durch ein grobmaschiges Sieb (oder Alternativen) in den großen Topf leeren und gut auspressen – dort ist das gute Pektin drin. Nicht vergessen das Sieb (oder was immer) auch außen abzukratzen.

Jetzt die Herdplatten unter dem großen und kleinen Topf mit Wasser anstellen, die ersten Gläser in den großen Topf geben und die Deckel in den kleinen. Das Wasser soll kochen. Den Einmachtrichter und die Schöpfkelle ebenfalls in den großen Topf legen, nach ca. 5 Minuten im kochenden Wasser wieder rausholen und auf das ausgebreitete Küchenhandtuch oder noch besser, einen Teller, legen.

Spätestens jetzt: Kleinen Teller ins Eisfach legen.

Platz fürs Abfüllen schaffen:  Platz für den großen Topf, ev. mit Untersetzer, ein frisches Küchentuch daneben ausbreiten, ein zweites dazulegen.

In den Topf mit den Schalen 1 kg Zucker geben und unter Rühren auflösen. Geschmack testen – mit 1 kleinen Löffel schnell eintauchen, abkühlen lassen & kosten. Je nach Frucht (Zitronen brauchen z.B. je nachdem nicht so viel Zucker) in kleineren Schritten mehr Zucker zufügen, bis ihr mit der Süße zufrieden seid (dabei hilfreich siehe Tipps & Tricks).

Jetzt die Hitze unter dem großen Topf auf die höchste Stufe stellen & Küchenwecker/uhr/Smartphone auf 10 Minuten einstellen. Unter Rühren aufkochen lassen und 10 Minuten rühren und kochen lassen. Dabei könnt ihr immer noch testen, ob es mit der Süße passt und eventuell noch Zucker oder Gewürze hinzufügen.

Macht den ersten Geliertest nach 10 Minuten. Dazu holt ihr rasch den kleinen Teller aus dem Eisfach oder Kühlschrank, tropft ein paar Tropfen drauf und legt den Teller rasch nochmal ins Eisfach oder Kühlschrank. Ca. 1/2 Minute warten, dann mit dem Finger durch die Tropfen fahren. Bilden sich kleine Runzeln oder Falten – Topf weg von der Hitze und einfüllen für eine gut weich gelierende Marmelade. Für eine fest gelierende, aber trotzdem weiche und streichfähige Marmelade kocht ihr sie 15 Minuten.

Bilden sich noch keine Runzeln oder Falten – Marmelade noch etwas kochen lassen oder noch mehr Säure – Zitronensaft oder kristalline Zitronensäure – hinzufügen. Je länger die Marmelade kocht bzw. je saurer sie ist, desto stärker geliert sie – die Marmelade bleibt aber trotzdem weich und streichfähig. Wenn ihr sie also eher flüssiger haben wollt, füllt sie früher ein – wenn ihr etwas gegen vom Brot rutschende Marmelade habt, später. Möglicherweise hilft auch der Zusatz von etwas kochendem Wasser gegen zu starkes Gelieren, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Jetzt geht es ans Einfüllen. Das soll rasch passieren, damit noch alles heiß ist. Den Topf auf den vorbereiteten Platz stellen. Mit der Spaghetti- oder anderen Holzzange ein Glas aus dem Topf mit kochendem Wasser holen, kurz über dem Topf abtropfen lassen, neben den Marmeladetopf stellen. Einmachtrichter drauf, mit der Schöpfkelle Marmelade bis ca. 0,5 cm unter den Rand einfüllen. Dabei darauf achten, dass keine Marmelade auf dem Rand des Glases ist, falls ja, dann mit frischem Küchentuch oder Küchenrolle abwischen.

Passenden Deckel mit der Holzzange aus dem kleinen Topf mit kochendem Wasser holen, schnell aufsetzen. Mit dem bereitliegenden zweiten sauberen Küchentuch das Glas anfassen – Vorsicht, heiß! – und den Deckel fest zuschrauben. Glas mit dem Deckel nach unten auf das vorbereitete ausgebreitete Küchentuch stellen.

Nächstes Marmeladeglas in den Topf mit kochendem Wasser geben, neues Glas rausholen.

So weitermachen, bis alle Gläser gefüllt und der Topf leer ist. Habt ihr am Schluss zu wenig Gläser bzw. bleibt noch etwas Marmelade übrig, könnt ihr den Rest auch einfach in ein weiteres Glas oder in ein Schüsselchen einfüllen und über die nächsten Tage gleich essen. Dieser Rest hilft auch beim Beobachten des Geliervorganges – geliert der Rest, geliert auch die Marmelade in den Gläsern.

Nach ca. 1 Stunde sollte sich in den Gläsern ein Vakuum gebildet haben und alle Deckel “gespannt” sein, d.h., wenn ihr mit dem Finger draufdrückt, sollten sie nicht nachgeben. Falls doch, diese Gläser bald verzehren.

Je nachdem die Gläser umkehren, bevor sie ganz geliert sind. Die Gläser über Nacht auskühlen lassen. Wenn sie nicht schon bald nach dem Kochen geliert sind, am nächsten Tag schauen, ob es jetzt geklappt hat, dazu die Gläser etwas kippen und schauen, ob sich was bewegt. Ist alles noch ganz flüssig, noch etwas abwarten. Ansonsten siehe Tipps & Tricks.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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Exkurs Mandarine:

Bei den Mandarinen ist es ein wenig anders. Ich habe sie ausgepresst und dann aus jeder Schale die übriggebliebenen Hüllen der Schnitze vorsichtig rausgekratzt und in die Pfanne zu Fruchtfleisch und Kernen gegeben. Dort habe ich dann 1 Liter Wasser zugesetzt und in den großen Topf zu den Schalen 1,5 Liter. Heute würde ich mir das Extrakochen von Kernen und Fruchtfleisch sparen. Die Mandarinenschalen lassen sich viel leichter übereinander legen als andere Zitrusschalen – ich habe immer 3 Hälften genommen, halbiert und dann übereinander gelegt – also 6 Schichten auf einmal geschnitten. Das spart Zeit, aber seid vorsichtig mit euren Fingern. Mandarinen werden erstaunlich bitter, brauchen also wirklich viel Zucker.
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Tipps & Tricks

Beim Kosten der Marmelade geht schnell der Sinn für Bitterkeit/Süße verloren – dazwischen entweder ein paar Schlucke Wasser trinken oder ein Stückchen Brot oder je nach Vorliebe eine Olive oder eine Essiggurke essen.

Das mit den Gläsern, dem Platz fürs Abfüllen etc. lässt sich auch erst recht spät vorbereiten, aber dann wird es stressig. Ich befolge den Ablauf so wie ich ihn beschrieben habe auch nicht immer, aber es würde sich empfehlen, wenn ich das täte. ;)

Bevor ihr sie mit dem Zucker aufkocht kann die Marmelade auch noch stundenlang stehen, nachher nicht mehr.

Ich habe noch keine Gewürze in Zitrusmarmelade gegeben. Bedenkt, dass Gewürze oft erst über längere Zeit ihren Geschmack freigeben & fangt ev. mit kleinen Mengen an. Andererseits haben Zitrusfrüchte einen starken Geschmack, also alles eine Sache des Ausprobierens. :) Ob ihr gemahlene oder ganze verwendet, bleibt euch überlassen. Ganze könnt ihr ev. noch rausfischen bevor ihr den Zucker zugebt oder auch nicht, wie es euch Spaß macht.

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Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 kg Zitrusfrüchte
1 große Zitrone (außer ihr kocht Zitronen ein)
2,5 Liter Wasser
2 kg Zucker

Zitrusfrüchte mit warmem Wasser abwaschen. In die Hälfte schneiden und auspressen. Kerne und Fruchtfleisch in kleinen Topf, der Saft in großen Topf. Zitrone ebenfalls auspressen, Schale nicht aufheben.

Fruchtfleisch und Kerne mit 1/2l Wasser aufkochen, dann köcheln lassen. Schalen schneiden, mit Saft und 2l Wasser aufkochen, dann köcheln lassen.

Töpfe ca. 2 Std. kochen lassen, dabei ab und zu umrühren. Ist die Hälfte der Flüssigkeit im kleinen Topf verkocht, Herdplatte abstellen oder Topf vom Herd nehmen. Inhalt des Topfes mit Fruchtfleisch und Kernen durch ein grobmaschiges Sieb in den großen Topf leeren und gut auspressen.

1 kg in den großen Topf geben und unter Rühren auflösen. Geschmack testen und in kleineren Schritten mehr Zucker zufügen.

Hitze unter dem großen Topf auf die höchste Stufe stellen und unter Rühren aufkochen lassen. 10 Minuten rühren und kochen lassen. Geliertest machen. Ev. noch weiter kochen lassen.

Marmelade heiß abfüllen.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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Winternachtreise

Für @viennarightnow

Ich hätte ins Museum gehen sollen heute früh. Ich wäre glücklicher gewesen. Vielleicht hätte meine charmant zerstrubbelte Erscheinung auf eine ebenso charmant zerstrubbelte Person Eindruck gemacht und beim Wandeln durch die Räume wären wir uns immer wieder begegnet, hätten uns angelächelt und wären schließlich ins Gespräch gekommen, Meet-cute, Fernbeziehung Wien-Berlin oder sonstwo, happy end und alles.

Stattdessen saß ich nun in Zug, konnte schon seit geraumer Zeit nicht mehr schlafen und sah eine menschenleere Landschaft voller orange leuchtenden Lampen, im Hintergrund Windräder, deren rot blinkende Lichter der ganzen Szene etwas höllisches gaben, obwohl ich nicht an die Hölle glaube.

Zeitweise war Schnee zu sehen. Es schien mir unglaublich, wie wenig ich mich damit abgefunden hatte, dass es tatsächlich Winter war. Ich, die ich Winter immer gemocht hatte, die mit Kälte und Nässe gut zurecht kam und der immer noch wärmer war als allen anderen. Aber ich konnte es einfach nicht glauben, dass der Sommer, der so schön gewesen, endgültig vorbei war.

Mir fiel kein deutsches Wort ein für dieses Gefühl. Die englische Sprache hat uns Schadenfreude abgenommen, aber nichts gegeben, das “resentment” ausdrücken könnte und das französische “Ressentiment” kling viel zu fröhlich. Natürlich könnte ich auch sagen, dass ich meinen schweren Wintermantel hasse, aber es klänge gleichzeitig extrem und trivial. Nein, “resentment” war das richtige Wort – ein schwelendes Gefühl, das so dumpf war wie es sich anfühlte, wenn ich den Mantel trug. Dabei war der Mantel das letzte Weihnachtsgeschenk meines Vaters.

Der freundliche Nachtzugschaffner hatte mir ein ganzes Abteil für mich alleine gegeben, welch Luxus! Und trotzdem konnte ich nicht schlafen. Ich hatte vor mich hin gedämmert und versucht einzuschlafen, indem ich meine Gedanken zum Wandern zwang. Bei der letzten Reise konnte ich sie nicht vom Rasen abhalten, diesmal wanderten sie, auf schöne Pfade gezwungen, aber nicht die schönsten, denn sonst würde ich traurig, also gelang es mir nicht einzuschlafen. Oder vielleicht doch. Ein kurzes Traumstück in dem meine Mutter mir ihren neuen Wäschetrockner und ein Putzwägelchen zeigte, interpretierte ich als die Nachwehen der großen Waschmaschinentransportaktion von 2013.

Nach dem unbemerkten Überfahren der Grenze unterschieden sich die öden Lande  nur durch die Absenz von Schnee. Kein Blatt, keine Blume, kein Tier war zu sehen, nur kahle Äste, Lichter und Dunkelheit. Ich hätte heulen können, aber worüber? Gute Aussichten standen mir bevor. Croissants. Kakao. Möglicherweise noch ein wenig Schlaf. Freie Wahlmöglichkeit meiner Aktivitäten. Also kein Heulen und trotz der Isolation kein Gefühl der Einsamkeit. Ein einziger Knopfdruck und ich wäre wieder mit der weiten Welt verbunden, könnte meinen Gedanken in kürzerer Form Ausdruck geben und Widerhall finden.

Ich wusste selbst nicht, worauf ich wartete. Vielleicht auf den Sonnenaufgang, der erst viel später oder sogar nie erfolgen würde in diesen grauen Tagen. Immer noch blinkten Windräder in der Ferne. Dann die ersten Anzeichen von Wien. Die Überfahrt der Donau. Zuhause, dachte ich.