Erste Leere

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Der Kater ist weg und es ist leer hier. Sein Cat Bungalow ist zerrupft vom Kampf gegen die Transportkiste heute früh, seine Futterschüssel steht dort, wo ich sie heute morgen hingestellt habe, seine Kistchen sind noch nicht geleert, aber er ist weg. Kein mrrr, kein prrr, kein mrrrow, kein nya, kein mau, kein mi, kein marau – ich habe kein Wort gesagt, seit ich nachhause gekommen bin. Der Kater hat währenddessen anscheinend glücklich Gras gefressen (er ist ja doch eine kleine Maunzekuh).

Ich dachte, ich würde heute meine erste Kiste packen, aber ich finde sie gerade nicht. Vielleicht habe ich sie auch nach dem letzten Umzug entsorgt, dabei hat meine DVD-Sammlung so gut hineingepasst. Ich könnte auch eine Liste mit To-Dos anlegen oder mich über Wildkräutergärten kundig machen oder schauen, was ich während der Umzieherei stricken will, jetzt, wo doch meine linke Hand nicht mehr permanent mit Katerbauchkraulen beschäftigt ist. Aber noch mehr mag ich der Leere nachspüren und ein bisschen seufzen.

Ich bin ja schon gespannt, ob ich morgen auch ohne Kater um 5 Uhr aufwache.

Auf Wiedersehen, Kater

Da sitze ich mit Onkel, Tante und der Königinmutter und es wird ernst. So sachte es gekommen ist, dieses Gefühl der Liminalität, so schnell verschwindet es. Am Mittwoch geht der Kater, eineinhalb Wochen früher als geplant. So hat er Zeit, sich in seinem Sommerdomizil einzugewöhnen, bevor der dort angekündigte Besuch kommt. Ich möchte, dass es ihm gut geht, auch wenn ich ihn vermissen werde. Und ich kann mit dem Packen beginnen, ohne ihn zu stressen. Aber ach.

Die Königinmutter erzählt, es ging ihr ähnlich mit dem Essen einkaufen. Sie wacht um 4 Uhr auf, weil ihr so viel durch den Kopf geht. Ich soll mir die Wohnung im Umbau ansehen, aber ich habe diese Woche keine Zeit und ich weiß nicht, ob ich das möchte. Nächste Woche ist es fast zu spät, da soll sie dann fast schon fertig sein. Ob der Schrank schon rosa ist? Hat der alte blaue Schrank sein neues Blau? Ich bin doch aufgeregt.

Es kommt die Zeit der Listen und der Fragen. Was packe ich in die erste Kiste? Soll ich gleich alle Kisten die ich habe mit Büchern und Wolle vollpacken? Dann wäre das erledigt und es sind die am leichtesten zu packenden Kisten. Zuletzt kommen dann die Kisten, wo alles noch Übriggebliebene hineingeworfen und ganz zuletzt wieder ausgepackt wird. Oder soll ich zuerst die Kisten auspacken, die ich beim 1. Umzug nie ausgepackt habe, um zu sehen, ob ich daraus irgendetwas loswerden kann? Oder sie einfach zukleben und in Shoebox Palace auspacken?

Wenn der Umbau vorbei ist, muss Shoebox Palace erst geputzt werden. Vielleicht werden auch gleich die Fenster gewaschen, bevor mein Krempel einzieht. Jedenfalls müssen alle Kisten, die jetzt dort sind, ausgepackt werden. Dann kommen die leeren Kisten zu mir und ich packe fertig ein. Logistik. Ein Hin- und Herschieben von Teilchen, wie ein kleines Spiel auf dem Smartphone. Transportiere ich die Steinsammlung separat? (Ja.) Wohin kommt eigentlich die Wollsammlung? (In den Kasten, der erst noch in ein anderes Zimmer muss.) Was werde ich am Dringendsten brauchen gleich nach dem Umzug? (Kleidung.)

Mit den Fragen kommen die Entscheidungen. Nein, der rosa Schrank wird nicht sofort gepunktet. Wir können Wetten abschließen, ob er noch 2015 gepunktet wird. Ich sage ja.

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Auf der Schwelle – Shoebox Castle wird zum liminal space

(Bedeutung von Liminalität aus der englischen Wikipedia, gefällt mir besser & ist klarer & konziser – “Liminalität ist in der Anthropologie die Ambiguität oder Desorientierung, die im  Mittelteil eines Rituals auftreten kann, wenn die Teilnehmenden ihren vorrituellen Zustand/Status verloren haben, die Transition zum Zustand/Status, den sie durch das Ritual erreichen werden, aber noch nicht begonnen haben. “Limen” ist die Schwelle auf Latein. Ich hab das Wort meinen Bekannten aus der Folk Society in Edinburgh abgelauscht & es schön gefunden.)

Shoebox Castle hat sich in einen liminal space verwandelt, ein Raum, dessen Bewohnung durch mich für mich eigentlich zu Ende ist, aber mein neues Zuhause existiert auch noch nicht, nur in meinem Kopf. Dort aber schon in leuchtenden Farben. Es geht zu Ende hier im 22. Wiener Gemeindebezirk. Vertraute Dinge, Bilder, Orte – und die mit ihnen verknüpften Rituale werden wegfallen. Der #donaustand wird seltener werden. Der Kater zieht aufs Land, bis es Herbst und wieder kälter wird. Das Grüne, das Blaue, das Graue wird weniger werden, wenn Fluss, Gstettn und U-Bahntrasse wieder an den Stadtrand rücken. Was werde ich vermissen? Werde ich Shoebox Castle vermissen, wenn ich dann in Shoebox Palace wohne? Soll ich mein Blog umbenennen? (Nein.)

Aber es ist eben noch nicht so weit. Monatelang redeten die Königinmutter und ich über ihren Umzug und den Umbau ihrer Wohnung und meinen Umzug, alles schien noch so weit entfernt. Sie ist größtenteils umgezogen, der Umbau hat am Montag begonnen und ich? Ich kann es nicht ganz kapieren, dass ich in einer Woche zart mit dem Einpacken beginnen darf, eigentlich jetzt schon mit dem Listenschreiben, mir juckt es schon jetzt in den Fingern, die Schaumkelle einzupacken und die Bücher zu sortieren, aber das geht alles noch nicht. Ich sitze da und versuchte darüber hinwegzuatmen, dass mir die Königinmutter ein Email mit dem Betreff “Abkratzen” geschickt hat, sie meint die Wände, damit sie frisch gestrichen werden können, mich wirbelt es durcheinander. Der Umzug wirbelt auch sie durcheinander, wir sind außer Balance geraten, alles ist instabil. Alte Muster kehren zurück, schmerzhaft stabil.

Lang vergrabene oder eher ins Regal gestopfte, in Kisten in Kellern, bei Nachbarinnen im Depot gelagerte Dinge wollen nun begutachtet, geordnet, eingegliedert, weitergegeben oder entsorgt werden. Belegexemplare, Gläsersammlungen, ein runder blauer Metalltisch und zwei Klappstühle aus dem Jahr 2005. Geschichte. Meine. Die meines Bruders. Die meiner Eltern. Die meiner Großeltern. Die meiner Urgroßeltern, Ururgroß- Urururgroßeltern – obwohl, von denen hat meine Mutter glaube ich alles mitgenommen, aber die Zuckerdose, eine von … 2? Ist die von ihnen? Ach, im Fundus sind sicher noch mehr, aber nie Salzstreuer. Keine Salzstreuer in dieser Familie.

Mein erstes Nest, das ich mir (größtenteils) nach meinen ganz eigenen Vorstellungen gestalten kann. Wie irritiert manche Menschen sind, wenn ich sage, dass der Schrank im Schlafzimmer rosa wird. Wahrscheinlich wird es dauern und dauern, bis alles geschafft, alle Details so gesetzt sind, wie ich es mir gerade vorstelle. Wie lange dauert es, einen Schrank mit Punkten zu bestempeln? Wie lange bis ich den perfekten Goldrahmen für die Abmessungen (Anna 1996) am Türsturz habe? Werde ich mich wirklich trauen, im Vorzimmer Paste-ups an die Wand zu kleben? Wo kann ich das vorher üben? Die schnelle Entscheidung für dunkelblaue Fliesen in der Dusche wirft mich für eine Stunde völlig aus der Bahn, mein Kopf dreht sich. Ist das wirklich alles wahr? Weil es so wahr ist, kaufe ich kein Essen mehr, weil ich ja bald umziehe. Bis mir das bewusst wird und ich endlich wieder Dinge für Frühstück und Abendessen einkaufe, dauert es eine Woche.

Ich stehe auf der Schwelle. Sie ist ein sonderbarer Ort.

Space Pirate Cat Queen of the 13th Dimension und das verschwundene Frühstück

In einer anderen Dimension …

… der 13., um genau zu sein …

… ist Shoebox Castle ein Shoebox Spaceship und die Königin die Weltraumkatzenpiratenkönigin. Der Kater ist ihr trusty sidekick, Space Pirate Cat.

Ein neues Abenteuer beginnt:

Space Pirate Cat Queen und das verschwundene Frühstück

imageEines Morgens machte sich die Weltraumkatzenpiratenkönigin Frühstück. Dabei entdeckte sie endlich, dass sie das Instantporridge ins heiße Wasser rühren sollte und nicht das Wasser ins Porridge, egal ob das so auf der Packung stand oder nicht.

“Quäk!”
Jäh wurden ihre Gedanken über dieses Porridgeparadox unterbrochen.
“Quäk! Quäk!”
“Ja, Space Pirate Cat, was ist denn?”
“QUÄK!”
“Ja-haa!”

Die Weltraumkatzenpiratenkönigin ließ ihr Porridge in Ruhe und ging in die Shoebox-Spaceship-Biosphäre. Space Pirate Cat war dort und hüpfte quäkend auf einem großen Alarmknopf herum.

“Was ist los, Space Pirate Cat, warum willst du Alarm schlagen? Der Knopf funktioniert doch gar nicht.”
“Aber wir haben eine Löwenzahnalieninvasion!”
“Was? Das ist ja … köstlich! Schnell, ich mache uns Löwenzahnalienknospensalat zum Frühstück. Nur so können wir sie an der Ausbreitung hindern!”
“Aber ich mag keine Löwenzahnaliens!”
“Du bist ja auch eine Katze.”
“Ach so.”

Gesagt, getan, die Weltraumkatzenpiratenkönigin wanderte in die Kombüse von Shoebox Spaceship und begann, sie aufs Schrecklichste zu verwüsten.

“Kapitänin! Was suchst du?”, rief die Smutje.
“Die Sojasauce! Wo zum Barte der Weltraumkatzenpiratenköniginmutter ist sie hingekommen?”
“Sojasauce ist aus. Wir haben nur noch Weißweinessig und wenn du hier so Chaos machst, musst du alles wieder aufräumen.”
“Ich will das aber nicht.”
“Na, dann mach nicht so Chaos.”
“Na gut. Gibt’s wenigstens sonst noch was, das ich über meine Löwenzahnalienknospen tun könnte?”
“Gomasio.”
“Nehm ich.”

Leicht grummelig wanderte die Weltraumkatzenpiratenkönigin zurück zu ihrem Kapitäninnenbett, quartierte sich dort mit Porridge, Löwenzahnalienknospen und Kieler Blümchentee ein und begann zu essen und zu trinken. Dann vereinbarte sie eine Kaperfahrt mit dem Kapitän einer verbündeten Flotte und streichelte dabei Space Pirate Cat, wie das Weltraumkatzenpiratenköniginnen eben so tun. Wozu haben Weltraumkatzenpiratinnenköniginnen sonst Katzen?

Als die Weltraumkatzenpiratinnenkönigin aber aufstand, um sich für die Tagesarbeit fertig zu machen, verspürte sie aber plötzlich großen Hunger. Dabei hatte sie doch gerade gefrühstückt: Porridge, Löwenzahnalienknospen und Kieler Blümchentee. Das konnte doch nicht einfach so weg sein? Aber so war es: Das Frühstück war verschwunden, zurück blieb nur ein leeres Gefühl in ihrem Magen.

Wie wird es weitergehen? Lässt sich das Frühstück wiederfinden oder die Situation anders lösen? Lest weiter in “Space Pirate Cat Queen und die Riesenschnake”!

Wie die Königin von Shoebox Castle einmal drei Tage lang baff war

Es war einmal eine Königin, der fiel ein Tropfen heißer Tee auf den Fuß. “Aumiau”, fluchte sie und sah ihre Teekanne böse an. “Liebe Königin, ich kann doch nichts dafür, dass du dir Tee auf den Fuß tropfst”, sprach die Teekanne. Da zog die Königin eine Augenbraue hoch. “Beschwer dich bei meiner Designerin”, sagte die Teekanne zitternd, denn die hochgezogene Augenbraue der Königin war ein Gefahrenzeichen. “Na gut”, sagte die Königin. “Dann beschwere ich mich auch gleichzeitig über dein unangenehmes Henkeldesign und den Sprung im Deckelknopf.” “Ja, mach das”, sagte die Teekanne und wähnte sich aus dem Schneider.

Die Königin aß ihr Frühstück auf und rieb sich den Fuß. Dann rief sie den Haushofmarschall und trug ihm auf, eine Reise zur Teekannendesignerin vorzubereiten. “Aber Eure Majestät, diese Teekanne ist schon etwas älter, vielleicht lebt die Teekannendesignerin gar nicht mehr.” Da kniff die Königin ihre Augen zusammen und sah den Haushofmarschall sehr, sehr böse an. Er zog den Kopf ein und floh. “Und schick mir jemanden zum Fußstreicheln”, schrie die Königin ihm hinterher. Sie nahm einen Schluck Tee und schaute grimmig.

Nach drei Tagen Reisevorbereitungen brach die Königin auf. Ihr Fuß schmerzte nicht einmal mehr, aber ihr war langweilig. Also zog sie los, relativ inkognito, mit nur drei Kutschen und einer mittelgroßen Eskorte. Langsam wurde sie wieder grummelig. Teekannen! Tropfen! Auf ihrem Fuß!

Bei der Teekannendesignerin, die tatsächlich noch lebte, ließ die Königin eine Fanfare blasen und Teppiche ausrollen. “Teekannendesignerin!” “Ich heiße Zerline Grumpelmayer.” “Ja, ok. Frau Grumpelmayer! Ihre Teekanne hat mir heißen Tee auf den Fuß getropft! Außerdem ist das Henkeldesign umständlich, der Deckelknopf hat einen Sprung und sie SPRICHT!” Die Königin schaute möglichst böse.

“Ja, wir sind hier in einem Märchen, natürlich spricht die Teekanne. Übrigens haben Eure Majestät die Teekanne gekauft, also …” “Nein, das war nicht ich, sondern der Königinvater und vielleicht nicht einmal der.” Ja, dann kann ich auch nichts tun”, sagte die Teekannendesignerin Zerline Grumpelmayer, drehte sich um und ging in ihr Haus zurück. Da war die Königin baff. Sie stieg in ihre drei Kutschen, fuhr wieder nachhause und war noch drei Tage lang baff. Und wenn sie sich nach diesen drei Tagen nicht über etwas anderes erzürnt hätte, dann wäre sie heute noch baff …

Ze end.

 

Königinmutter

Wieder mal Pensées-style … [#CN Tod, Depression]

1. Vorgestern feierte die Königinmutter sehr verspätet ihren Geburtstag.

2. Viele Menschen, die kamen, habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen.

3. Die Zeit vergeht.

4. Irgendwie werde ich mich mit dem Gedanken abfinden müssen, dass alle Menschen sterben werden, auch die, die ich sehr liebe.

5. Hoffentlich nicht bald.

6. Irritierend, dass mich alle danach fragten, was denn mein Bruder so macht, wie es Nibling so geht.

7. Ja, gut, was soll ich sagen. Sie sind nicht hier. Sie leben. Es scheint ihnen gut zu gehen. Nibling ist herzig. So.

8. Gleichzeitig habe ich kein Wort, das beschreibt, was ich gerade arbeite. Marketing? PR?

9. Arbeit und Studium scheint die meisten Leute zufriedenzustellen.

10. Ein paar Mal habe ich auch “feministisch aktiv” gesagt.

11. Später dachte ich daran, dass ich ein Buch schreiben sollte, einfach, damit ich sagen kann, ich schreibe eines. *kopfschüttel*

12. Natürlich habe ich gelogen, dass es mir gut geht. Das Wichtigste, was ich gerade mache, kann ich gar nicht sagen: Ich über_lebe.

13. Einfach so leben scheint nicht zu reichen.

14. Die Königinmutter hat sich Lobreden und/oder Lieder gewünscht.

15. Es haben tatsächlich Leute gesungen. Nach der Melodie von “Ich steh auf der Brücke und spucke in’ Kahn”. Nu ja.

16. Mein Onkel hat eine Rede gehalten. Ich wette, die Königinmutter wird darüber noch mit mir reden. Später erzählte er mir, dass mein Vater bei einer Weihnachtsfeier vor meiner Geburt den Baum nur mit roten Bändern und Kerzen schmückte, einen roten Stern für die Spitze bastelte, durch die Licht schien und es wurde eine Passage von Marx verlesen. Ich muss jetzt noch lachen.

17. Ich wusste, wenn ich singe, heule ich. Außerdem sind Lobreden peinlich und was ich der Königinmutter wirklich sagen will, hat mit dem über_leben zu tun und ich glaube, sie würde sich schrecken.

18. Aber ich wollte auch etwas tun. Also habe ich meine Tweets nach “Königinmutter” durchsucht und welche zusammengestellt.

19. Beim Vorlesen haben meine Hände so gezittert wie zuletzt im Frühling 2013, als ich vor 100 Unbekannten* einen Sessionvorschlag machte.

20. Ich hasse es, wenn meine Hände so zittern und es macht mir Angst, weil ich sie nicht kontrollieren kann.

Da aber die Tweets recht Anklang fanden (Onkel erstaunt: “Das war sehr witzig.”), hier:

Zurück ins Jahr 1999

Es war einmal vor 100.000 15 Jahren, da besuchte ich nach dem Abschluss des Gymnasiums in Wien eine Kunstschule mit Italienischschwerpunkt in der Schweiz. Bis 2005 war nämlich Zeichnen mein kreatives Ding, ergänzt durch Arbeiten mit Papier. Es gab davor zwar immer wieder Strickphasen, aber mangels Zündfunke war Stricken noch nicht so wichtig wie heute. Zu Weihnachten 1998 oder möglicherweise zu meinem Geburtstag schenkte mir mein Bruder den ersten Band des Sailormoonmangas und in der WG in der ich damals wohnte, stand ein Fernseher … und jeden Tag lief Sailormoon (und Buffy).

Es ist also kein Wunder, dass bald nach meinem Mangalesebeginn (weil Anime hatte ich davor schon gesehen, nicht wissend, dass es Anime waren – und Comics liebe und lese ich wohl seit … ach … fragt mich nicht. Noch viel früher.) meine Zeichnungen Richtung Mangastil wanderten. So Sachen wie …

Apple girl

Apfelsticker! Ich würde immer noch so ein T-Shirt tragen.

Der Grund, warum euch ab jetzt alle Charaktere anstarren werden: Ich konnte nicht im Profil zeichen! XD

Kleider, die ich nie anziehen werden würde, dachte ich damals. Naja, diese Kombi würde ich tatsächlich nie anziehen.

Kleider, die ich nie würde anziehen dürfen, dachte ich damals. Naja, diese Kombi würde ich tatsächlich nicht anziehen. Bauchfrei muss sowas von in gewesen sein.

Jaja, damals habe ich meine Buntstiftsammlung aufgebaut und gründlich genutzt.

Jaja, damals habe ich meine Buntstiftsammlung aufgebaut und gründlich genutzt.

Die zwei hab ich dann nicht mehr angemalt ... so viele Details, hach!

Die zwei hab ich dann nicht mehr angemalt … so viele Details, hach!

Die befanden sich alle in meinem geliebten Zeichenblock, zusammen mit z.B.

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Die Buntstifte waren wasserlöslich. Also … äh … in diesem Fall spuckelöslich (Was?! Wasser hätte nie diesen Effekt ergeben!)

Dann … kam das Internet. Also, yahoo chat. Das schlug sich auch ein bisschen in den Zeichnungen nieder.

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Immer noch eines meiner Lieblingsworte auf Englisch und hey, diesen Pyjama würde ich sofort anziehen. Und so eine Lampe will ich auch! Der Fisch ist von einem Mitschüler, der mir auch noch eine andere, großartige Fischzeichnung gezeichnet hat. Ach ach.

Kleidung mochte ich schon damals sehr. Ich habe immer noch ab und zu Designideen, ich wünschte mir nur, eine andere Person würde sie ausführen. In meinen Zeichnungen konnte ich mich aber austoben und alles aufzeichnen, was mir so an Kleidung, Möbeln und sonstigen Dingen einfiel, die ich damals auf “später” vertagte.

Mein Traumzimmer damals. Natürlich sah mein Zimmer nie so aus. Auch jetzt nicht.

Mein Traumzimmer damals. Natürlich sah mein Zimmer nie so aus. Auch jetzt nicht. Aber der Traumfänger, mitgebracht aus den USA von der Tante, hing tatsächlich über meinem Bett, das auch ein Hochbett war. Nur die Kästen darunter waren nie so stylish.

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In diesem Bild sind enthalten: Handle einer Internetbekanntschaft aus Finnland, mit der ich immer noch Kontakt habe. Mit dieser Person unterhielt ich mich über potentielle Katzennamen, die dann in diesem Bild verewigt wurden und tatsächlich trägt der Katzenkater einen der Namen auf dem Bild. Im Nachhinein bin ich so beeindruckt, wie super ich den Katzenrucksack gezeichnet habe …

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Einzig das Bauchfenster würde ich heute nicht so tragen, ansonsten … Cargohose (mit Fischknien!), T-shirt mit Hibiskus (hach hach, damals begann ja meine “Surfphase” ohne dass ich je surfen ging), unterschiedlich lange Ärmel (cool!), mittlerweile sieht meine Frisur manchmal so aus, nur ohne Zacken, die Jacke – sofort …

Übrigens sind deshalb sehr selten Hände zu sehen, weil Hände zeichnen sehr schwierig ist. Ich hab sie gerne versteckt. Und dann? Pause, andere Dinge. Die folgenden Zeichnungen entstanden dann im Sommer …

Butterfly

Sailormoon war aber sowas von klares Vorbild hier, bis auf das Schmetterlingsdesign …

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Hm, warum siehst du so angepisst aus, Prinzessin? Lol, das Kleid …

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Hüpfender Fisch! Gehende Menschen konnte ich auch nie zeichnen.

Ein Jahr später … arbeitete ich dann im Sommer in einem Büro. Dazwischen war viel geschehen. Das Büro lag sehr nah an meiner damaligen und langjährigen Lieblingsbar. Nach der Arbeit traf ich mich dort mit meiner damals besten Freundin. Es war Sommer und nach einem Cocktail waren wir meist schon heiter genug. Zwei reichten meistens. Die Shultz American Bar lag am Siebensternplatz und hatte viele Sitze draußen und es gab Menschen zum Anschauen und die Straßenbahn und den Bus und … es war ein schöner Sommer. Nachdem ich in der Arbeit vor allem auf das Telefon aufpassen musste, begann ich wieder zu zeichnen – und diesmal waren es Comicstrips.

Ich glaube, zu dem Zeitpunkt kann ich noch keine Webcomics gelesen haben, sonst hätte ich wohl nie Comicstrips gezeichnet. Aus unerfindlichen Gründen – ich weiß es wirklich nicht mehr – nannten die Freundin und ich uns Tiger (ich) und Bunny (sie). Im Comicstrip vertauschte ich aber unser Aussehen, also sieht Tiger aus wie sie und Bunny wie ich, nur mit … “besseren” Haaren. Als der Anime Tiger & Bunny vor ein paar Jahren herauskam, wurde ich nostalgisch (aber ich habe ihn mir nicht angesehen, es ging um was ganz anderes). Und so sahen die Comicstrips aus …

Introducing Tiger

Der erste Comicstrip – “Introducing Tiger”. Meine Tante regte sich sehr über diesen Comicstrip auf. Später erfuhr ich auch den Hintergrund dazu, aber damals verstand ich das nicht. Sie wusste ja auch überhaupt nicht, was wir da eigentlich anstellten (nämlich garnichts, wir waren viel zu brav).

Meine Güte waren wir brav. Wir waren so brav, so ungeheuer brav. Tiger und Bunny in diesen Comicstrips waren unsere mutigeren, erwachseneren, lustigeren Alter Egos … aber das wurde nicht verstanden. Ich hatte damals selten einen Hangover (so jung!), aber einmal hatte ich einen und genau dann meinte mein Vater, “ich solle mir doch etwas Gedanken über meinen Alkoholkonsum machen.” Hahaaaahahaaa. Ach, was war ich brav. Immer so brav gewesen (in der Außenwelt jedenfalls).

Tiger is addicted

Als Reaktion auf die Beschwerde der Tante dann dieser Comicstrip, “Tiger is addicted”. Damals spielte ich Lineage: The Bloodpledge, ein koreanisches MMORPG bzw. hatte ich es gespielt, denn meine Familie war eine Mac-Familie und das Spiel lief natürlich nicht auf Macs. Yahoo chat auch nicht. Von daher kommt meine Abneigung gegen Macs. Und ja, ich verliebte mich in Personen, die ich in dem Spiel kennengelernt hatte. Lange Geschichte.

Hm, also auf eine Beziehung, die als Fernbeziehung begonnen hatte, folgte eine zweite. Im letzten Panel eine mögliche Antwort auf "Warum Fernbeziehung?" ... aber wenn, dann war es nur ein Aspekt davon. Anyway, viel wichtiger: Hier tragen wir tatsächlich Kleider, die wir damals anhatten. Meine Freundin hatte einen schwarzen Pulli mit schwarz-weiß gestreiften Bündchen, ich hatte einen schwarzen Rock (den hab ich noch immer) und eine schwarze Strickjacke (die leider nicht mehr).

Hm, also auf eine Beziehung, die als Fernbeziehung begonnen hatte, folgte eine zweite. Im letzten Panel eine mögliche Antwort auf “Warum Fernbeziehung?” … aber wenn, dann war es nur ein Aspekt davon. Anyway, viel wichtiger: Hier tragen wir tatsächlich Kleider, die wir damals anhatten. Meine Freundin hatte einen schwarzen Pulli mit schwarz-weiß gestreiften Bündchen, ich hatte einen schwarzen Rock (den hab ich noch immer) und eine schwarze Strickjacke (die leider nicht mehr).

Diese und die nächsten Comicstrips zeigte ich meiner Familie nicht mehr. (Ich weiß nicht einmal mehr, wie die Tante eigentlich zu den Comicstrips kam, ob ich ihr damals einen Link schickte?.) Also verewigte ich ungestört unsere Sommerabende.

Bunny is that you

Mit aufgesetztem Südstaatenakzent (Aaaahhhhh!!! Die Erinnerungen /o\). Versichern, dass ich eh nicht alleine ausgehe, weil alleine ausgehen und besonders alleine trinken ist ja das schröcklichste, was eine junge Frau* so tun kann (und ja, letzteres wurde mir ganz stark vermittelt). Ein so wunderschön queerer Comic, damals schon, heute, losgelöst vom Kontext, erst recht. Ich würde das mal auf “Strangers in Paradise” (von Terry Moore) und “Love & Rockets (von Gilbert & Jaime Hernandez) schieben. Im letzten Panel bin ich aber tatsächlich Bunny, dieser Blick und der besitzergreifende Arm … ganz ich. Und äh … der graue Balken im letzten Panel ist weil … ich unsere Hände nicht zeichnen wollte, glaube ich. Oder mir ist die in die Hüfte gestützte Hand misslungen. Hahaha.

It is time for the blues

Copy-paste! Alle Comics entstanden als Einzelzeichnungen, die ich dann auf den Bürocomputern in Photoshop (es war ein Grafikerbüro) glättete und bearbeitete. Wie ich auf das Lied gekommen bin, keine Ahnung mehr … ich habe auch nie Bourbon, Scotch oder Bier getrunken. Damals waren gerade White Russians *die* heiße Sache. Mittlerweile trinke ich ja lieber klare, saure Cocktails, aber damals … puh! “Tigermilk”, “Froggy”, “Swimming Pool” … uärks! XD

Sobering up

Wie lange wir da saßen! Ewig! Äh, also bis 22 Uhr oder so. Aber so von 17 Uhr weg, also doch lange. Und mit nur zwei Drinks, einen am Anfang der Happy Hour, einen kurz vor Ende, waren wir dann Stunden später wieder nüchtern. Ich weiß nicht mehr, wer cc war. Ich unterhielt mich auch über die Comicstrips und war damas eifriges Mitglied in einer yahoo group, in der wir uns über alles Mögliche unterhielten, wohl auch über meine Comics.

My my my

Hände verstecken, Hände verstecken, Hände verstecken und erster Sidecharacter! Die ersten drei Panels sind aus dem Leben gegriffen, das vierte ist gelogen! Gelooogen! So viel Geld hatten wir gar nicht. (Aber genug Geld für regelmäßiges Hingehen … naja, ich hab ja auch gearbeitet.)

Tja und dann war der Sommer zu Ende. Ich habe das Gefühl, der letzte Strip folgte lange danach, aber vielleicht auch nicht.

Offspring

Diesen muss ich tatsächlich nach meiner Büroarbeit fabriziert haben (die dicken Striche zwischen den Panels). Mein Bruder war da und hörte Offspring. Und damit endet die Saga von Tiger und Bunny …

Ja. Ein Hauptgrund, warum ich mit dem Zeichnen aufhörte, war, weil ich nicht mit meinen Fähigkeiten zufrieden war. Meine Papierarbeiten (großteils verschollen T.T) waren besser.

Ist das alles schon lange her. Ich vermisse das wirklich, einfach an einem Sommerabend mit Freund_innen* draußen sitzen und Cocktails trinken, so einmal pro Woche oder alle zwei Wochen. Ja, könnte ich auch alleine machen, nur wirkt dieses “Nicht alleine trinken!”-Gebot irgendwie immer noch und außerdem mag ich mich ja beim Trinken unterhalten. Na vielleicht nächstes Jahr, wenn ich wieder in der Stadt wohne.

Und wie sah ich damals aus? Eben jene Freundin und ich machten in diesem Sommer auch lange Photosessions auf dem Balkon. Also:

Tiger. Ja, das ist der Rock und ja, das Top hab ich noch. "It belongs in a museum!"

Tiger. So jung, verdammt! Ja, das ist der Rock und ja, das Top hab ich noch. “They belong in a museum!”

Die Geschichte von der Spinne im Turnschuh

20131022_091822Es war einmal auf Shoebox Castle, da lebte im Turnschuh der Königin eine Spinne. Wie sie dorthin gekommen war, wussten sowohl die Königin als auch die Spinne ganz genau. Die Spinne war bei einem Besuch in den Schlossgärten vom Weg abgekommen und hatte sich zum Eingang des Schlosses verirrt. Da dieser einladend und offen war, kletterte sie über die Schwelle.

Als erstes kam sie in das Wohnzimmer der Königin, doch das war ihr zu unaufgeräumt. Also krabbelte sie weiter. Als nächstes kam die Spinne in das Schlafzimmer der Königin, doch dort saß die Königin im Bett und starrte sie mit einem Blick an, dass die Spinne es mit der Angst zu tun bekam. Schnell flüchtete sie hinter die dunkelblauen Vorhänge und weiter in das Schloss hinein. So kam sie zum Vorzimmer der Königin, wo allerlei Dinge herumstanden, darunter ein Froschdämon, eine Porzellankatze und ein Paar Turnschuhe.

“Ei, Königin, was bist du schon, was soll ich mit dem Froschdämon”, dachte sich die Spinne. Gefressen werden wollte sie nicht.

“Ei, Königin, senk deine Tatze, nicht so wie deine Porzellankatze”, dachte die Spinne. Erdrückt werden wollte sie auch nicht.

“Oh, Königin, wie bist du fein, ich zieh in deinen Turnschuh ein!”, rief die Spinne, denn der Turnschuh kam ihr ruhig und friedlich vor.

Da schickte die Königin ihren Sekretär Crispian und handelte mit der Spinne einen Vertrag aus, dass diese bis zum Frühjahr im Turnschuh wohnen dürfe. Und wenn die Spinne den Vertrag nicht bricht, wird sie im Turnschuh glücklich und zufrieden leben, sonst ist’s ihr Lebensende.