Skizzen vom Umzug der Königin

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Zuerst sind die paar leeren Regalfächer wie Wackelzähne oder Zahnlücken. Immer wieder stoße ich mich daran, dass dort keine Bücher mehr sind – wo sind sie? Sie sind in bisher 16 Kisten, zusammen mit 2/3 meines Wollvorrats und einem Haufen an Papier und Kram, der eigentlich sortiert gehört. Mach ich dann nach dem Umzug. *hust*

Ich verwische meine Spuren, nehme die Magnete vom Kühlschrank. Soll ich die “Bau dir ein Gedicht”-Magnete nach dem Umzug weiterschenken? Ich habe sie ja schon seit 2000 oder so und auf dem anderen Kühlschrank haben sie nicht wirklich Platz. Es fehlen nun noch das Geschirr, das Zeug, das so in den Schubladen herumturnt und meine Kleider … und der Inhalt der Vorratskammer und das Zeug im Bad und … habe ich genug Kisten? Ja. Es ist nicht mehr viel. Es sieht viel mehr aus, als es tatsächlich ist. Sage ich mir.

Wieder in die andere Wohnung, fast alle meine Hoodies im Schlepptau zum Waschen und ein Rucksack Bücher für den offenen Bücherschrank. Welche Personen wohl die anderen drei Rucksackladungen Bücher bei sich aufgenommen haben? Ich habe auch meine wichtigsten Papiere dabei – nur hat die Königinmutter ihren Aktenschrank noch gar nicht ausgeräumt! Halb ärgere ich mich, halb lache ich – sie hat ja kürzlich gelernt, was das Wort “Prokrastination” bedeutet.

Ich wische den Boden. Ich werde ihn nochmal wischen müssen, wenn die Dusche Wände und eine Tür hat, was angeblich Montag geschehen soll. Bis der Staub nicht mehr im Hals kratzt – wie oft muss ich da noch wischen? Wenn alle Möbel, die ich mitnehme, Shoebox Castle verlassen haben, wird auch dort das große Putzen losgehen.

Jetzt sind es 25 Kisten und es fehlt nur noch das Geschirr und der herumliegende Kram. Ich habe die Steinsammlung doch eingepackt, zwischen Lagen von Wolle, es ist eine kleine Kiste, nicht zu schwer. Die herumliegenden Haufen werden kontinuierlich kleiner, die Schubladen werden immer leerer, schon ist der Inhalt des Großvaterschrankes bis auf die Hausapotheke und das Werkzeug in einer Kiste, alle Stifte, Perlen, Stricknadeln in ihren Schuhschachteln und Vorratsdosen und alles ist mit in Plastiksäcken aufbewahrter Wolle vor Stößen geschützt, hoffe ich.

Ich möchte mich auch gerne in Wolle packen. Mein Geduldsfaden ist so kurz, meine Haut nicht mehr dünn sondern eine dicke Schutzhülle, die zu allem Nein sagt.

Seit zwei Tagen kutschieren die Königinmutter und ich meinen Krempel durch Wien. Fast alle Kleider, Handtücher, Leintücher sind nun schon hastig in den Spiegelschrank in Shoebox Palace gestopft. Wenn dann am Samstag die Möbel an ihren neuen und (fast) endgültigen Orten stehen, kann ich alles wieder rausräumen – naja, im Juni dann. Vorher wird es lustig.

Es ist nicht mehr viel, sage ich seit Tagen und doch haben wir jetzt zweimal das Auto vollgestopft und noch ist nicht alles transportiert, das vor dem großen Umzug schon in der Wohnung sein sollte, oh nein. Es fehlt immer noch das Geschirr (für das es in Shoebox Palace momentan keinen Platz gibt), die Speisekammer ist noch voller Kisten und Marmeladegläser und in der kleinen Kommode sind noch Küchentücher, Mützen, Handschuhe. Uff. Es ist nicht mehr viel. Nur noch die allerwichtigsten Dinge. Und die Pflanzen.

Jetzt ist es wirklich nicht mehr viel. Mein Geschirr verschwindet in den Kisten, dann noch das Essen in der Vorratskammer und dann? Heute morgen habe ich schnell meine Ohrringsammlung, meine Broschen, die Dinge, die so an meinen wichtigsten Orten stehen zusammengepackt und mit der Schmutzwäsche und den restlichen Flaschen (Essig, ich habe sehr viel Essig … *kopfschüttel*) zusammen mit der Königinmutter nach Shoebox Palace gebracht. Es war Tränentag, auch wenn sie nicht geflossen sind, standen sie doch oft genug schon an der Kante des Augenlides und zappelten, weil sie hinauswollten. Fällt es mir schwer zu gehen? Ist es die Erleichterung, dass es jetzt bald vorbei ist?

Also Howl’s Moving Castle geschaut, weil ich mich von allen Ghiblifiguren wohl am meisten mit Sophie identifiziere und Mut geschöpft. Während Shoebox Castle immer leerer wird, ist Shoebox Palace eine Zusammenwürfelung von Dingen. Wenn die nächste Woche vorbei ist, kann ich sie aus ihrer Zusammenwürfelung in Zusammenhänge bringen. Einige schnell, andere langsam, bis ich mich zuhause fühle. Aber jetzt weiter mit Packen … (oh, auf der Heizung stehen ja noch die Windlichter.)

Alles ist gepackt. Seit einer halben Stunde sind auch die letzten Marmeladegläser und die Kerzen und ja, sogar der Kessel mit den hunderten Wäscheklammern (Erbstücke) so verpackt, dass sie gut zu transportieren sind. Die schweren Laden der Kommode habe ich herausgenommen, nur das Modem steht noch am Schreibtisch.

37 Kisten sind es geworden. Zweieinhalb Jahre habe ich hier gelebt. Es hallt schon ein bisschen und ich mache mir Gedanken, welchen Teil der Wohnung ich morgen zuerst putze. Das Bad kommt zuletzt dran, denn dort zeigt sich der Staub am deutlichsten und zweimal putzen mag ich es nicht. Wie leer wird es aussehen, wenn die 37 Kisten und die paar Möbel die mitkommen draußen sind?

Ich werde es morgen sehen. Die 37 Kisten und paar Möbel waren in eineinhalb Stunden im Möbelwagen verstaut, in 45 Minuten durch die Stadt kutschiert und in 45 Minuten von fünf Menschen zwei Stockwerke hoch getragen. Nun stehen sie an ihren Plätzen, meine Herzensmöbel. Im letzten Zimmer steht eine Burg aus Schachteln, drei habe ich provisorisch ausgepackt, weil die Königinmutter morgen welche braucht. Unten im Depot der Nachbarin stehen noch ein paar Dinge, meine Pflanzen stehen auch schon dort. “Spuck ein Pyjama aus!”, sage ich zum wild mit Kleidung vollgestopften Spiegelschrank.

Alles was jetzt kommt ist nicht mehr so schlimm. Einräumen wird Geduld erfordern, bis die Königinmutter endlich alle ihre Sachen aufs Land geschleppt hat. Aber jetzt kann ich mir Zeit lassen. Putzen, meh, aber in einer fast leeren Wohnung ist es viel einfacher. Irgendwelche Dinge turnen noch drüben herum (Wäscheständer!), aber mein Hausgeist ist mit mir umgezogen. Die Königinmutter hat ihn hergelockt – sie hat die Chance ergriffen und sich gewünscht, dass wir einen Film anschauen. Totoro natürlich. Und Totoro in meiner Totoroküche anzuschauen … ich bin jetzt hier zuhause.
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Es ist losgegangen

Die Königinmutter hat mich über die Schwelle geschubst. Am Wochenende wurden Kästen getauscht und all die Bücher, die wir vor ein paar Wochen eingepackt haben, damit sie die Renovation überstehen, wurden wieder ausgepackt und in die zweimal abgewaschenen Regale geschlichtet. Dort harren sie jetzt auf Neuordnung, denn eingeschlichtet sind sie eher wild. Im Sommer dann.

Mir ist übel, manchmal vor Stress, manchmal weil ich nicht dazukomme, Essen einzukaufen und mal wieder nicht frühstücke, der Umzug bringt alles durcheinander. Alles stresst, außer liebe Menschen sehen. Anziehen stresst, rausgehen stresst, Dinge im Kopf behalten stresst und wie meine Mutter beginne ich meine eigenen Knöpfe zu drücken. Ich entferne mich von mir. Ich leere die Augen und starre glasig durch alles durch, sehe weder Blüten noch Bäume, gerade dass ich den Duft der Robinien merke.

Zwischendurch ertappe ich mich bei der Ermahnung, erwachsen zu sein. Erwachsene schaffen Umzüge. Auch ganz alleine. Mit Kindern und Geldarbeit. Also wird das doch zu schaffen sein. Ist es auch. In ruhigen Momenten, in denen ich Wind und die Frische der Mailuft bemerke, ist alles schaffbar. Irgendwann steht alles an seinem Ort. Dazwischen sitze ich mit einem Koffer ungewaschener Wäsche, von der mehr als die Hälfte bereits in der neuen Wohnung bleiben kann und einem Rucksack voll Bücher, weil mir nichts anderes einfiel, das ich schnell mitnehmen konnte und warte auf den Bus der mich zur Straßenbahn die mich zur Straßenbahn die mich zum Supermarkt bringt, wo Abendessen eingekauft wird und vielleicht Frühstück und dann bin ich noch nicht Zuhause, sondern erst am neuen Ort.

Zuhause. Hab ich im Moment keines. Aber ich habe ein Zimmer mit rosa Schrank, der auf Tupfen wartet. Ich habe einen großen Spiegelschrank im selben Zimmer, der hoffentlich bei zukünftigen Selfies helfen wird. Einen Brandkasten voll mit Büchern. Einen blauen Vorratsschrank. Weiße Wände. Türen und Fensterrahmen, die nun fürchterlich dreckig aussehen. Und in der Donaustadt unzählige leere Kisten, die manchmal mahnend mit einem spookigen Geräusch zu Boden rutschen. Nein, ich habe noch nichts gepackt. Irgendwas untersagte mir, die “leichten” Kisten zuerst zu packen, aber jetzt ist es Zeit und es ist doch egal, womit ich anfange.

Wahrscheinlich sollte ich vor allem meine Steinsammlung von einem Ort zum anderen schleppen – denn es ist mir peinlich, sie von anderen schleppen zu lassen, die können schließlich nichts dafür, dass ich Steine sammle. Ach, ach. Viel lässt sich außer Packen nicht tun.

Später kehre ich zurück aus einer erneut staubigen Wohnung. In der Küche habe ich alle Flächen abgewischt, aber ich muss wohl nochmal und den Boden nochmal aufwischen und vielleicht sogar den sonderbaren grünen Staub aus den Bodenritzen saugen. Ein süßer Duft kommt aus der Gärtnerei auf dem Heimweg. An meinem Herzensort müssten langsam Frangipani und Geißblatt mit dem Blühen anfangen oder vielleicht dauert es noch zwei Wochen … und dann fällt mir ein, dass ich jeweils meine Wintermäntel transportieren könnte, wenn ich in die andere Wohnung gehe, weil die so viel Platz wegnehmen, also mache ich das morgen wohl.

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Erste Leere

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Der Kater ist weg und es ist leer hier. Sein Cat Bungalow ist zerrupft vom Kampf gegen die Transportkiste heute früh, seine Futterschüssel steht dort, wo ich sie heute morgen hingestellt habe, seine Kistchen sind noch nicht geleert, aber er ist weg. Kein mrrr, kein prrr, kein mrrrow, kein nya, kein mau, kein mi, kein marau – ich habe kein Wort gesagt, seit ich nachhause gekommen bin. Der Kater hat währenddessen anscheinend glücklich Gras gefressen (er ist ja doch eine kleine Maunzekuh).

Ich dachte, ich würde heute meine erste Kiste packen, aber ich finde sie gerade nicht. Vielleicht habe ich sie auch nach dem letzten Umzug entsorgt, dabei hat meine DVD-Sammlung so gut hineingepasst. Ich könnte auch eine Liste mit To-Dos anlegen oder mich über Wildkräutergärten kundig machen oder schauen, was ich während der Umzieherei stricken will, jetzt, wo doch meine linke Hand nicht mehr permanent mit Katerbauchkraulen beschäftigt ist. Aber noch mehr mag ich der Leere nachspüren und ein bisschen seufzen.

Ich bin ja schon gespannt, ob ich morgen auch ohne Kater um 5 Uhr aufwache.

Auf Wiedersehen, Kater

Da sitze ich mit Onkel, Tante und der Königinmutter und es wird ernst. So sachte es gekommen ist, dieses Gefühl der Liminalität, so schnell verschwindet es. Am Mittwoch geht der Kater, eineinhalb Wochen früher als geplant. So hat er Zeit, sich in seinem Sommerdomizil einzugewöhnen, bevor der dort angekündigte Besuch kommt. Ich möchte, dass es ihm gut geht, auch wenn ich ihn vermissen werde. Und ich kann mit dem Packen beginnen, ohne ihn zu stressen. Aber ach.

Die Königinmutter erzählt, es ging ihr ähnlich mit dem Essen einkaufen. Sie wacht um 4 Uhr auf, weil ihr so viel durch den Kopf geht. Ich soll mir die Wohnung im Umbau ansehen, aber ich habe diese Woche keine Zeit und ich weiß nicht, ob ich das möchte. Nächste Woche ist es fast zu spät, da soll sie dann fast schon fertig sein. Ob der Schrank schon rosa ist? Hat der alte blaue Schrank sein neues Blau? Ich bin doch aufgeregt.

Es kommt die Zeit der Listen und der Fragen. Was packe ich in die erste Kiste? Soll ich gleich alle Kisten die ich habe mit Büchern und Wolle vollpacken? Dann wäre das erledigt und es sind die am leichtesten zu packenden Kisten. Zuletzt kommen dann die Kisten, wo alles noch Übriggebliebene hineingeworfen und ganz zuletzt wieder ausgepackt wird. Oder soll ich zuerst die Kisten auspacken, die ich beim 1. Umzug nie ausgepackt habe, um zu sehen, ob ich daraus irgendetwas loswerden kann? Oder sie einfach zukleben und in Shoebox Palace auspacken?

Wenn der Umbau vorbei ist, muss Shoebox Palace erst geputzt werden. Vielleicht werden auch gleich die Fenster gewaschen, bevor mein Krempel einzieht. Jedenfalls müssen alle Kisten, die jetzt dort sind, ausgepackt werden. Dann kommen die leeren Kisten zu mir und ich packe fertig ein. Logistik. Ein Hin- und Herschieben von Teilchen, wie ein kleines Spiel auf dem Smartphone. Transportiere ich die Steinsammlung separat? (Ja.) Wohin kommt eigentlich die Wollsammlung? (In den Kasten, der erst noch in ein anderes Zimmer muss.) Was werde ich am Dringendsten brauchen gleich nach dem Umzug? (Kleidung.)

Mit den Fragen kommen die Entscheidungen. Nein, der rosa Schrank wird nicht sofort gepunktet. Wir können Wetten abschließen, ob er noch 2015 gepunktet wird. Ich sage ja.

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Auf der Schwelle – Shoebox Castle wird zum liminal space

(Bedeutung von Liminalität aus der englischen Wikipedia, gefällt mir besser & ist klarer & konziser – “Liminalität ist in der Anthropologie die Ambiguität oder Desorientierung, die im  Mittelteil eines Rituals auftreten kann, wenn die Teilnehmenden ihren vorrituellen Zustand/Status verloren haben, die Transition zum Zustand/Status, den sie durch das Ritual erreichen werden, aber noch nicht begonnen haben. “Limen” ist die Schwelle auf Latein. Ich hab das Wort meinen Bekannten aus der Folk Society in Edinburgh abgelauscht & es schön gefunden.)

Shoebox Castle hat sich in einen liminal space verwandelt, ein Raum, dessen Bewohnung durch mich für mich eigentlich zu Ende ist, aber mein neues Zuhause existiert auch noch nicht, nur in meinem Kopf. Dort aber schon in leuchtenden Farben. Es geht zu Ende hier im 22. Wiener Gemeindebezirk. Vertraute Dinge, Bilder, Orte – und die mit ihnen verknüpften Rituale werden wegfallen. Der #donaustand wird seltener werden. Der Kater zieht aufs Land, bis es Herbst und wieder kälter wird. Das Grüne, das Blaue, das Graue wird weniger werden, wenn Fluss, Gstettn und U-Bahntrasse wieder an den Stadtrand rücken. Was werde ich vermissen? Werde ich Shoebox Castle vermissen, wenn ich dann in Shoebox Palace wohne? Soll ich mein Blog umbenennen? (Nein.)

Aber es ist eben noch nicht so weit. Monatelang redeten die Königinmutter und ich über ihren Umzug und den Umbau ihrer Wohnung und meinen Umzug, alles schien noch so weit entfernt. Sie ist größtenteils umgezogen, der Umbau hat am Montag begonnen und ich? Ich kann es nicht ganz kapieren, dass ich in einer Woche zart mit dem Einpacken beginnen darf, eigentlich jetzt schon mit dem Listenschreiben, mir juckt es schon jetzt in den Fingern, die Schaumkelle einzupacken und die Bücher zu sortieren, aber das geht alles noch nicht. Ich sitze da und versuchte darüber hinwegzuatmen, dass mir die Königinmutter ein Email mit dem Betreff “Abkratzen” geschickt hat, sie meint die Wände, damit sie frisch gestrichen werden können, mich wirbelt es durcheinander. Der Umzug wirbelt auch sie durcheinander, wir sind außer Balance geraten, alles ist instabil. Alte Muster kehren zurück, schmerzhaft stabil.

Lang vergrabene oder eher ins Regal gestopfte, in Kisten in Kellern, bei Nachbarinnen im Depot gelagerte Dinge wollen nun begutachtet, geordnet, eingegliedert, weitergegeben oder entsorgt werden. Belegexemplare, Gläsersammlungen, ein runder blauer Metalltisch und zwei Klappstühle aus dem Jahr 2005. Geschichte. Meine. Die meines Bruders. Die meiner Eltern. Die meiner Großeltern. Die meiner Urgroßeltern, Ururgroß- Urururgroßeltern – obwohl, von denen hat meine Mutter glaube ich alles mitgenommen, aber die Zuckerdose, eine von … 2? Ist die von ihnen? Ach, im Fundus sind sicher noch mehr, aber nie Salzstreuer. Keine Salzstreuer in dieser Familie.

Mein erstes Nest, das ich mir (größtenteils) nach meinen ganz eigenen Vorstellungen gestalten kann. Wie irritiert manche Menschen sind, wenn ich sage, dass der Schrank im Schlafzimmer rosa wird. Wahrscheinlich wird es dauern und dauern, bis alles geschafft, alle Details so gesetzt sind, wie ich es mir gerade vorstelle. Wie lange dauert es, einen Schrank mit Punkten zu bestempeln? Wie lange bis ich den perfekten Goldrahmen für die Abmessungen (Anna 1996) am Türsturz habe? Werde ich mich wirklich trauen, im Vorzimmer Paste-ups an die Wand zu kleben? Wo kann ich das vorher üben? Die schnelle Entscheidung für dunkelblaue Fliesen in der Dusche wirft mich für eine Stunde völlig aus der Bahn, mein Kopf dreht sich. Ist das wirklich alles wahr? Weil es so wahr ist, kaufe ich kein Essen mehr, weil ich ja bald umziehe. Bis mir das bewusst wird und ich endlich wieder Dinge für Frühstück und Abendessen einkaufe, dauert es eine Woche.

Ich stehe auf der Schwelle. Sie ist ein sonderbarer Ort.