Gstettn im Frühherbst

image

Den Gstettnweg gehen und auf die Pflanzen achten, die – umgehobelt in der Mitte der Dürreperiode – darauf bestehen, wieder zu wachsen und nochmal zu blühen.

image

Das heitert mich so 10 Zentimeter auf und die Sonne ist warm. Die Mundwinkel sind noch nicht gehoben und ich fühle mich stumm, als hätte ich mich leergeredet.

image

Die Herbstfarben gefallen mir am besten, dort wo sie sind – auf der ungemähten Gstettn. Dort sollen sie bleiben. Was wohl mit dem Fasan geschehen ist? Kommt er wieder?

image

Kommen die Worte auch wieder? Ich will heute Abend noch sprechen mit einem, der ein Stück meiner Geschichte kennt. Mit einem echtem Lächeln im Gesicht.

image

Den Gedanken, dass die in einem kleinen Bereich stärker vorkommenden Blumenarten gehäuften Blumenstände sich aus dem Gras erheben wie kleine Städte kann ich sowieso weder beschreiben noch aufzeichnen und auf ein Foto bannen kann ich sie auch nicht, zumindest nicht mit der Kamera meines Smartphones.

Ganz ruhig tue ich heute also als wäre ich nicht ganz von Sinnen, als würde ich mich nicht lieber auf dem Sofa eingraben und über Worte wie “Völkerverständigung” nachdenken.

Und kurz vor der Arbeit hebt sich die Stimmung in vorauseilendem Gehorsam und es scheint zu klappen, denn mir wird gute Laune attestiert. Ich spiele also gut Theater.

Morgenspaziergänge auf der Gstettn

Nebst Shoebox Castle befindet sich eine große Wiese. Aber nicht, dass die nur mit Gras bewachsen wäre, nein. Da gibt es viele, viele verschiedene Pflanzen, stechende, kratzende, duftende, stinkende Hundehaufen (aber nicht so viele), den Fasan und die Fasanhenne, Schnecken, Büsche und so Dinge. Ich gehe dort oft entlang, denn es ist ein netter Morgenspaziergang.

So sah sie im März aus. Kahl.
image

Meine Kulisse für apokalyptische Modestrecken, falls ich jemals …
image

Zaun und U-Bahntrasse. Trist? Näh.
image

Neben der frei zugänglichen Gestettn gibt’s noch eine andere, getrennt durch Zaun und U-Bahntrasse, zur Gärtnerei gehörend. Dort wohnen die Fasane.
image

So sieht die Gstettn im April aus. Schon grüner.
image

Anfang Mai hat sich meine apokalyptische Kulisse in einen lauschigen Winkel verwandelt.
image

Und dann begannen die Fasanwochen. Zuerst nur ein seltsamer Ruf, dann …
image

SICHTUNG! Ich lebe auf dem Land!
image

Es folgten viele, viele Sichtungen. Jedes Mal wenn ich dachte, das wäre es jetzt gewesen und die Fasane wären fort, kamen sie wieder.
image

An so einem düsteren Regentag gibt es dann Schneckenkarawanen – arme, fehlgeleitete Tiere, die denken, dass es auf der anderen Seite des Weges besser wäre.
image
image

Dummerweise denken sie, dass es auf der U-Bahntrasse auch besser wäre. Ist es aber nicht.
image

Und so sah sie heute aus, die Gstettn.
image

Voller Mohn …
image

mit Fasan …
image

und Heckenrosen …
image

und Holunder.
image

Dem Holunder wegen war ich gekommen. Den wollte ich zu Essen verarbeiten. Davon morgen mehr (2. Versuchsreihe). Aber ein Locavorenmenü habe ich schon entworfen (nicht, dass ich es tatsächlich versuchen würde, dort gehen viele, viele Hunde jeden Tag spazieren). Vorspeise: Brennnesselschaumsuppe. Hauptspeise: Gebratener Fasan (sorry!) mit Sauerampfersalat. Nachspeise: Hollerstrauben. Dazu Schafgarben- oder Kamillentee …

Was ich wohl morgen sehe?
image