The Story of Queen Ermineld

Die Geschichte von Königin Ermineld begann mit diesem Tweet:

Das Poly-Olbion ist ein Gedicht von Michael Drayton, bebildert mit Landkarten von William Hole und Illustrationen von John Selden. Erschienen ist es in zwei Teilen, 1612 und 1622. Das Poly-Olbion-Projekt der University of Exeter arbeitet an einer neuen editierten Ausgabe und tweetet davon. Näheres könnt ihr auf der Website des Projekts nachlesen.

Für mich klang der Tweet sofort nach einem Gedicht (ich wette, er ist einfach ein Zitat) und schon reihten sich irgendwie die Worte, Bilder und Ideen aneinander. Und da ich heute mit Bauchgrummeln im Bett liege und Aufheiterung brauche, hab ich euch die Geschichte aufgezeichnet. Leider ist die Bildqualität (zeichnerisch und von der Fotografie) nicht so berauschend, aber für die Grundidee reicht’s. Also:

The Story of Queen Ermineld

Queen Ermineld lived out her days

Immonastered in Kent,

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But oh, she did not stay indoors,

No, no, she came and went.

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She went outside to feed the ducks,

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Oh and the poor, of course,

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And wandered through the countryside,

Through heather, bush and gorse.

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Although there is no gorse in Kent

And neither is there heather!

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Oh well, let’s say, Erm and her horse

Went everywhere together.

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They trundled uphill, trundled down

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(Wait, are there hills in Kent?)

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And neither she nor all the nuns

Cared where she pitched her tent.

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The Queen and her horse Trudelind,

They hung out with the sheep

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And all was well as long as Erm

Her dinner times did keep.

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So they lived happily and long,

The story’s at an end –

The story of Queen Ermineld

Immonastered in Kent.

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Königinmutter

Wieder mal Pensées-style … [#CN Tod, Depression]

1. Vorgestern feierte die Königinmutter sehr verspätet ihren Geburtstag.

2. Viele Menschen, die kamen, habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen.

3. Die Zeit vergeht.

4. Irgendwie werde ich mich mit dem Gedanken abfinden müssen, dass alle Menschen sterben werden, auch die, die ich sehr liebe.

5. Hoffentlich nicht bald.

6. Irritierend, dass mich alle danach fragten, was denn mein Bruder so macht, wie es Nibling so geht.

7. Ja, gut, was soll ich sagen. Sie sind nicht hier. Sie leben. Es scheint ihnen gut zu gehen. Nibling ist herzig. So.

8. Gleichzeitig habe ich kein Wort, das beschreibt, was ich gerade arbeite. Marketing? PR?

9. Arbeit und Studium scheint die meisten Leute zufriedenzustellen.

10. Ein paar Mal habe ich auch “feministisch aktiv” gesagt.

11. Später dachte ich daran, dass ich ein Buch schreiben sollte, einfach, damit ich sagen kann, ich schreibe eines. *kopfschüttel*

12. Natürlich habe ich gelogen, dass es mir gut geht. Das Wichtigste, was ich gerade mache, kann ich gar nicht sagen: Ich über_lebe.

13. Einfach so leben scheint nicht zu reichen.

14. Die Königinmutter hat sich Lobreden und/oder Lieder gewünscht.

15. Es haben tatsächlich Leute gesungen. Nach der Melodie von “Ich steh auf der Brücke und spucke in’ Kahn”. Nu ja.

16. Mein Onkel hat eine Rede gehalten. Ich wette, die Königinmutter wird darüber noch mit mir reden. Später erzählte er mir, dass mein Vater bei einer Weihnachtsfeier vor meiner Geburt den Baum nur mit roten Bändern und Kerzen schmückte, einen roten Stern für die Spitze bastelte, durch die Licht schien und es wurde eine Passage von Marx verlesen. Ich muss jetzt noch lachen.

17. Ich wusste, wenn ich singe, heule ich. Außerdem sind Lobreden peinlich und was ich der Königinmutter wirklich sagen will, hat mit dem über_leben zu tun und ich glaube, sie würde sich schrecken.

18. Aber ich wollte auch etwas tun. Also habe ich meine Tweets nach “Königinmutter” durchsucht und welche zusammengestellt.

19. Beim Vorlesen haben meine Hände so gezittert wie zuletzt im Frühling 2013, als ich vor 100 Unbekannten* einen Sessionvorschlag machte.

20. Ich hasse es, wenn meine Hände so zittern und es macht mir Angst, weil ich sie nicht kontrollieren kann.

Da aber die Tweets recht Anklang fanden (Onkel erstaunt: “Das war sehr witzig.”), hier:

Schnell in der Küche gekritzelt

[CN Lyrik]
Mit Dank an Karin Koller.

“Warum kommst du nicht öfter?”
fragt der neue Nachbar.
“Das geht dich einen Scheißdreck an”
will ich sagen, aber
Wir sind hier am Land.
Mein Mund lügt von Arbeit,
nicht Autofahren können,
schwierigen Verkehrsverbindungen.

Jedes Mal erhoffe ich Ruhe.
Jedes Mal erhoffe ich Frieden.
Jedes Mal habe ich erfolgreich verdrängt,
welche Aggressionen das Haus bei mir auslöst.

Das Haus ist besetzt.
Mein Haus ist besetzt.

Ich spinne meinen Geduldsfaden.
Ich häkle daraus Luftmaschenketten.
Ich webe daraus ein Band.
Ich stricke daraus einen Schal.
Allein, es hilft nichts.
Es wird immer eine Schlinge,
eine Schlinge, die mich würgt,
eine Schlinge, die nicht reißt.

Mein Haus ist besetzt.
Ich halte den Mund.
Ich warte
auf die Schere der Parzen,
die mir die Schlinge zerschneidet.

Have you ever

“Have you ever …?”
The ghost inside me buzzes
I don’t understand the question
Have you ever
Have you ever …
Have you ever
compared your life
to a stranger’s
detailing exactly
what yours is lacking
never wondering
what it is about your life
that is not complete
Have you ever
not completed lists
of things you’ve ever done
too much detail
too old
and who would understand
the things you’ve seen
you hide away
your other sides
your history
and your tales
too strange they appear now,
ten years later
twenty years later
Have you ever
Yes I have
and this and that
and the other thing, too
but not this, and not this, and not this either
I can’t talk
I have never
and by now
it really is too late
and I don’t think
I ever wanted
Have you ever
thought about
the things you really wanted
and what you need to do to get them
patient like a dragon on a heap of gold
not really, no, more like
a cat watching
through barely opened eyes
suspicious
and resigned
for the door to the outside
to open
Have you ever
No I never
and if I wrote about it
would it really matter
most of it is so ordinary
that the exceptional seems freakish
and I’m ever scared
of revealing those parts
that do not fit the norm
mine and yours
because can you really deal
can you understand
I don’t think so
so I better be quiet
when someone asks me
“Have you ever …?”

Lasst mich

Lasst mich
Ein wenig eine Walfrau
In einem unverschmutzen Meer
Und unbedroht von allem sein
In meiner goldenen Blase
Ein wenig an der Oberfläche treiben und träumen
Von einer Welt in der
Meet-cutes und Romantik
Möglich sind und in der ich
Die großen Fragen
Von Leben oder Tod
Mit Hoffnung diskutieren kann
Anstatt sie zu verlieren
Denn nein,
Ich habe euch nicht vergessen
Und die Realität
Das verschmutzte Meer
Und die bedrohten Wale
Die holen mich schon wieder ein
Und das ist auch ok
Aber zwischendurch
Brauch ich ein wenig Traumwelt
Damit ich sehe
Wozu sich denn das Kämpfen lohnt.

20 Schichten weniger

Du performst dich.
Ich performe mich.
Aber mit 20 Schichten weniger.
Wir kennen ein paar unserer wunden Punkte, gemeinsame, andere.
Wir müssen nicht wach und/oder gut gelaunt sein, cool oder schön, wir können, wir sind.
Wir kennen unsere Augenringe, unsere Memes, unsere wortlosen Geräusche.
Ich wäre zwar gerne wacher und aufmerksamer, weil manches untergeht, nicht nur in meinen müden Ohren (ich rede schon wieder zu viel), aber wir werden noch viel Zeit haben, denke ich, hoffe ich.
Von manchen Fragen weiß ich schon, dass ich sie stellen kann, stellen möchte, auch wenn ich mich manchmal noch nicht traue, dann stelle ich sie eben nach dir.
Manche Worte stolpern mir noch ungelenk über die Lippen, oft gelesen, manchmal gedacht, selten geschrieben, nie gesagt – bis jetzt.
Aber manches müssen wir gar nicht aussprechen, weil wir wissen, was gemeint ist.
Anderes sprechen wir aus, weil wir es sagen wollen.
Natürlich ist es ein Performen. Aber ich muss nicht so viel.
Ich hoffe, du auch nicht.