Zöpfe aus Hefeteig

dav

Eigentlich heißt das Germteig. Germ ist das österreichische Wort für Hefe. Gestern habe ich auf Bitte von mmiedl nach langer Zeit wieder einmal Striezel (Zöpfe, aber nur wenn’s um Gebäck geht) gebacken und war verblüfft, wie schnell das ging. Später sprachen wir darüber und sie meinte, ich würde die Zöpfe ja quasi aus dem Handgelenk machen und irgendwie stimmt das. Ich mache schon lange Germteig und auch wenn ich mich jedes Mal konzentrieren muss damit ich ja nichts vergesse, ist mir diese Tätigkeit so vertraut, dass meistens nichts schief geht.

Das kommt nicht von irgendwo, sondern von meiner Mutter, mit der wir schon als Kinder Germteig herstellten. Daher gebe ich hier auch ihr Rezept wieder, das ein wenig süßer und reichhaltiger ist als z.B. die meisten Schweizer Rezepte für “Züpfe”, die z.B. auch ohne Eier und Milch auskommen können und weit weniger süß sind. Andererseits ist es aber nicht ganz österreichisch, weil keine Rosinen drin sind.

Ich habe am Germteig sehr zu schätzen gelernt, dass ich ihn einfrieren kann. Ich bin für vieles zu haben was die Arbeit in der Küche erleichtert und einmal Teig machen und dafür zweimal Zopf kriegen, das kommt mir ungeheuer entgegen. Soll heißen: Ich mache Teig aus einem Kilo Mehl (reicht für 2 Zöpfe von der Größe oben im Bild & davon je 1 Zopf für mich für ca. 1 Woche oder für 1 Frühstück mit ca. 4 Personen) und friere die Hälfte ein, da kann ich auch den ganzen Hefewürfel auf einmal verwenden und muss nicht verzweifelt ein anderes Anwendungsgebiet für 20g Hefe suchen. Ja, es gibt Trockenhefe, aber genau so wie ich den Teig immer von Hand knete, weil ich es nicht anders kenne, verwende ich immer frische Hefe. Bitte Google für andere Anleitungen (z.B. auch vegane oder mit der Küchenmaschine hergestellte) befragen.

Mit diesem Teig lässt sich vieles anstellen, nicht nur Zöpfe. Z.B. eignet er sich durchaus auch für Brioche, um Zimt- oder andere Schnecken herzustellen, um Osterhäschen, Brötchen, Kränze oder Grittibänze zu formen, auch für Germgugelhupf … es ist einfach ein guter Basisteig.

Wie bereits gewohnt beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten zunächst ausführlich und am Ende findet ihr wie immer die Zutaten und Anleitung in Kürze, dort auch mit den Angaben für ein halbes Kilogramm Mehl.

Werkzeug:

1 große Teigschüssel – wenn ihr nur mit einem halben Kilo Mehl arbeitet, dann geht auch eine kleinere, aber der Bequemlichkeit beim Kneten halber nehmt eure größte und stabilste

1 stabile Tee/Kaffeetasse

1 Milch- oder anderen Topf

1 Reibe zum Zitronenschale reiben – wenn ihr so eine superfancy Mikroreibe habt, nur zu, sonst reicht eine feine Raffel

1 Teelöffel

1 Esslöffel

1 hitzeresistenter Teigschaber

1 frisches Küchentuch

1 (oder je nachdem, was ihr formen wollt) oder 2 Backbleche

Backpapier

1 Backpinsel

1 kleine Schüssel

Zutaten:

1 Kilogramm Mehl – von der Mehltype verwende ich Universalweizenmehl (in D Type 405, in Ö Type 480). Glattes Mehl geht zwar auch, ergibt aber einen anderen, dichteren Teig.

1/2 Teelöffel Salz – möglichst feinkörnig

Schale von 1 Biozitrone – könnt ihr auch weglassen, wenn ihr das nicht mögt oder gerade keine habt, das muss nicht sein – bzw. geht auch getrocknete Zitronenschale

1 Würfel frische Hefe – in Ö sind das 42 Gramm

4 Esslöffel Zucker – sind ca. 80 Gramm, ihr könnt auch nur 1 Esslöffel nehmen, wenn ihr den Teig nicht süß haben wollt oder auch mehr Zucker, wenn der Teig besonders süß sein soll – feinkörniger Zucker ist praktischer, aber im Endeffekt ist es egal

160 Gramm Butter

400 Deziliter Milch – es ist eben nicht ein halber Liter Milch, sonst wird der Teig zu klebrig und ihr müsst mehr Mehl dazugeben – wobei manchmal ein Teig mit mehr Feuchtigkeit auch erforderlich ist (für Brioche z.B.)

2 Eier – je nach Größe der Eier ev. noch ein 3. Ei oder etwas weniger Milch verwenden

Gut dabeizuhaben: Etwas mehr Mehl, etwas mehr Milch – falls euch der Teig zu klebrig oder zu trocken ist; wenn ihr den Teig mit Ei bestreichen wollt, dann noch ein Ei, wobei vor allem das Eigelb zählt, also trennt es früh, gebt das Eiweiß zum Teig dazu und verwendet ein bisschen weniger Milch

Anleitung:

Meistens geht Hefeteig bei Raumtemperatur gut auf, ihr könnt ihn aber z.B. auch über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen, dann aber am Besten in einem Plastikbeutel oder in einem Gefäß mit Deckel. Ich aber bin faul und mag nicht mit dem Raumklima herumtun, daher heize ich meistens kurz bevor ich mit dem Teig beginne meinen Backofen auf 50 Grad vor und stelle ihn dann ab. Dort kommt dann der Teig zum Gehen hinein. Kochschürze anziehen! :) Ich stelle mir auch ein bisschen Musik an, weil das beim Kneten unterhält.

Butter in den Topf geben und auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

Währenddessen in der großen Teigschüssel das Mehl mit dem Salz gut vermischen. Falls ihr Zitronenschale zufügen wollt, dann macht das jetzt, also entweder getrocknete Schale untermischen oder ihr wascht eure Biozitrone, trocknet sie ab und reibt die Schale mit der Reibe ins Mehl. Danach nochmal gut vermischen und eine Kuhle ins Mehl machen.

In der Tasse den Zucker mit der Hefe verrühren, zuerst ist das ein wenig mühsam, dann löst sich die Hefe immer mehr auf. Rühren, bis sich die Hefe ganz aufgelöst hat und die Mischung dünnflüssig ist.

Wenn die Butter geschmolzen ist, die Milch zur Butter geben und Temperatur prüfen. Die Mischung soll auf keinen Fall heiß sein, aber kühl-lauwarm ist gut. Ist die Mischung zu heiß, stocken die Eier und die Hefepilze sterben, dann geht der Teig nicht auf bzw. hat kleine gelbe Eierflecken drin, daher lieber kühler als wärmer. Das ist auch das einzige Ding, das ihr beachten müsst, ansonsten ist Hefeteig recht robust und verzeiht vieles.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben. Die Zucker-Hefe-Mischung zugeben. Die Milch-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen und den Topf mit dem hitzebeständigen Teigschaber gut auskratzen.

Jetzt kommt das Kneten. Stellt euch extra Mehl & Milch in die Nähe, damit ihr dann nicht mit Teigfingern danach suchen müsst. Viel Spaß!

Zuerst vermischt ihr alle Zutaten einfach und seht zu, dass ihr alles Mehl mit den flüssigen Zutaten gut vermengt. Wenn euch das gut gelingt, sollte an euren Händen kein Teig mehr kleben und an der Schüssel auch nicht (außer ihr wollt einen extra feuchten Teig, z.B. für Brioche).

Habt ihr den Teig zusammengeknetet, schaut, ob alles ok ist. Klebt zu viel Teig an euren Händen, gebt noch etwas Mehl dazu, aber nicht zu viel, das Mehl nimmt die Flüssigkeit beim weiteren Kneten noch auf. Bleibt zu viel Mehl in der Schüssel, gebt noch etwas Milch dazu, aber leider ist es mühsamer, mehr Feuchtigkeit zum Teig zu geben als umgekehrt, wenn es also nicht zu viel übriges Mehl ist, dann macht das lieber nicht, der Teig nimmt beim Kneten auch noch mehr Mehl auf.

Stimmt der Teig für euch, dann beginnt mit dem ernsthaften Kneten. Ich stelle dafür die Schüssel gerne aufs Sofa oder auf den Fußboden, weil ich dann optimal mit den Handballen in den Teig drücken kann. Ihr könnt die Schüssel auch auf einen Hocker stellen, mir ist es jedenfalls angenehmer, wenn die Schüssel niedriger steht, damit ich wirklich alle Kraft des Oberkörpers einsetzen kann.

Beim Kneten rotiere ich den Teig bzw. falte ihn und versuche wirklich jeden Teil gut durchzukneten, eben vor allem mit den Handballen. Das mache ich ca. 10 Minuten – oder ca. 3 Lieder lang.

Wenn ihr fertig mit Kneten seid könnt ihr euch entscheiden, ob ihr einen Teil einfriert oder nicht. Wenn ja, dann schneidet ihr so viel vom Teig ab, wie ihr einfrieren wollt und gebt die Teigstücke in Gefrierbeutel. Ich friere eher die Hälfte ein, aber Drittel oder Viertel gehen natürlich auch. Nach dem Auftauen könnt ihr den Teig zum Aufwärmen nochmals durchkneten und/oder ihn etwas länger gehen lassen oder ihn gleich über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Um den Teig gut gehen zu lassen, nehmt ihr das Küchentuch und legt es über die Teigschüssel. Ich feuchte dann meine Hand mit Wasser an und beträufle das Tuch, bis es gut feucht ist. Dann kommt der Teig in den Backofen oder z.B. neben die Heizung oder an einen schön ruhigen, warmen Ort und darf eine Stunde aufgehen. Länger geht auch, besonders wenn der Teig vorher kühl war. Wenn ihr den Teig im Kühlschrank gehen lasst, müsst ihr das nicht mehr machen.

Pauuuuse! (oder 1. Abwasch oder Zeug in die Geschirrspülmaschine räumen oder was immer.)

Wenn der Teig gut gegangen ist, dann hat er sich auf ca. das Doppelte vergrößert. Knetet ihn jetzt nochmal kurz durch, da fällt er zwar wieder zusammen, aber das gehört so. Je nachdem, was ihr jetzt vorhabt, könnt ihr den Teig nun in Stücke schneiden und weiterverarbeiten.

Es gibt eine Menge verschiedener Flechtmethoden für Zöpfe, von zwei- über drei- bis zu vier- bis achtstrangig und sicher etliche Youtubevideos dazu. Ich bin faul. Ich schneide von der Teigmenge, die ich für einen Zopf verwenden will, ca. ein Drittel ab. Den größeren Teil rolle ich zu einer langen Teigwurst, den kleineren zu einer kürzeren. Dann lege ich das Ende der kürzeren Teigwurst in die Mitte der längeren, so dass das Ende oben rausguckt (wie im Bild oben) und beginne zu flechten. Am Ende drücke ich alle drei Enden gut zusammen und lege den Zopf auf das Backblech, finito.

Egal wie ihr euren Teig formt, es lohnt sich, die geformten Stücke nochmals ca. eine halbe Stunde aufgehen zu lassen. Es ist nicht unbedingt notwendig, vor allem wenn ihr unter Zeitdruck seid, aber wenn ihr den Teig jetzt schon in den Ofen schiebt, verformen sich die Stücke mehr als wenn ihr sie aufgehen lasst. Ihr könnt die geformten Stücke auch noch länger aufgehen lassen, wie ihr mögt. Ich schiebe das Backblech dazu einfach wieder in den Ofen, der ist noch warm genug.

Sind eure geformten Teile aufgegangen, geht es ans Bestreichen. Jetzt ist ein guter Moment, um den Backofen auf 180 Grad vorzuheizen. Ich bestreiche meine Zöpfe aus Faulheit nur noch mit Milch. Wenn ihr aber möchtet, dass sie schön glänzen, dann verrührt einen Eidotter mit ein wenig Milch zum Bestreichen. Wenn ihr eure Hefedinger mit z.B. Hagelzucker oder sonst etwas bestreuen möchtet, dann verwendet am Besten ebenfalls Eidotter mit Milch zum Bestreichen, das klebt besser.

Ab mit dem Zeug in den Backofen! Ich habe bei eher trockenen Teigen schon damit experimentiert, dass ich ein ofenfestes Schälchen mit Wasser danebenstelle, aber dann geht der Teig noch sehr viel mehr auf, trotzdem ist das dann etwas besser für die Flauschigkeit. Ich bin mir sicher, es gibt große Diskussionen, ob Umluft oder nicht, ich verwende für Hefeteig meistens keine, aber am Ende kam meistens doch etwas Essbares heraus, also macht wie ihr es mögt.

Von der Zeit her gilt: Je größer die Zöpfe (oder was immer), desto länger. Wenn ihr den Ofen nicht vorgeheizt habt, verlängert sich die Backzeit natürlich auch, genauso wenn der Teig vorher kalt war, also z.B. im Kühlschrank aufgegangen ist. Die zwei Zöpfe im Bild brauchten 50 Minuten. Wenn ihr verschieden große Backstücke (also z.B. 1 großer Zopf und 2 kleine Zöpfe) habt, dann nehmt die kleinen Backstücke früher raus. Um zu überprüfen, ob ein Zopf oder anderes Teil durch ist, dreht ihn vorsichtig um und klopft auf den Boden. Klingt es hohl, dann ist der Zopf durch. Wenn nicht, dann lasst ihn noch etwas im Ofen.

Auf einem Ofengitter oder Drahtuntersetzer abkühlen lassen – ganz frisch ist das Schneiden etwas schwierig, aber andererseits, lauwarmer Zopf …

Guten Appetit! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Kilogramm Mehl – 500g Mehl

1/2 Teelöffel Salz – 1/4 Teelöffel Salz

Schale von 1 Biozitrone – Schale von 1/2 Biozitrone

1 Würfel frische Hefe (40 g) – 1/2 Würfel frische Hefe (20 g)

4 Esslöffel Zucker – 2 Esslöffel Zucker

160 g Butter – 80 g Butter

400 Deziliter Milch – 200 Deziliter Milch

2 Eier – 1 Ei – bzw. noch ein Ei, falls ihr euer Hefegebäck mit Ei bestreichen wollt

1 Schluck Milch

Backofen auf 50 Grad vorheizen, abstellen.

Butter in den Topf geben, auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

In der großen Teigschüssel, Mehl mit Salz und ev. Zitronenschale vermischen. Kuhle ins Mehl machen.

Zucker mit Hefe verrühren bis die Mischung dünnflüssig wird und sich die Hefe aufgelöst hat.

Wenn die Butter geschmolzen ist, Milch zur Butter gießen, ev. noch etwas aufwärmen lassen, aber ja nicht zu viel.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben, Zucker-Hefe-Mischung und Milch-Buttermischung dazugeben.

Alle Zutaten zusammenkneten, bis sie sich gut verbunden haben, ca. 10 Minuten weiter kneten.

Ev. Teig jetzt halbieren, Hälfte einfrieren.

Teigschüssel mit angefeuchtetem Küchentuch abdecken und Teig im Ofen ca. 1 Stunde gehen lassen.

Teig kurz durchkneten, in gewünschte Teigteile schneiden, z.B. Zopf formen.

Zopf oder andere Teigteile auf dem Backblech nochmals ca. eine halbe Stunde im Ofen gehen lassen.

Backblech aus dem Ofen holen, Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Zopf oder andere Teigteile mit Milch oder Mischung aus Eidotter und Milch bestreichen und mit z.B. Hagelzucker bestreuen.

Großen Zopf ca. 50 Minuten backen, danach Klopftest. Kleinere Teile zwischen 25 und 40 Minuten, je nach Größe.

Auf Gitter abkühlen lassen.

Guten Appetit! \o/

Advertisements

Herbstkuchen

2016-10-05-11-27-46

Kürzlich fiel mir ein altes Lieblingsrezept wieder ein. Ich hatte es in den 90ern erstmals gelesen, in der amerikanischen Mädchenzeitschrift Seventeen, die ich damals las, weil meine beste, deutsch-amerikanische Freundin sie ebenfalls las. Es war ein Rezept für Kürbis-Pekan-Muffins, aber in den frühen 90ern in Österreich waren sowohl Kürbisse als auch Pekannüsse ziemlich rar gesät. Das Rezept verlangte sogar nach Kürbis in Dosen! Ha! Unbekannter Luxus! Aber ich bekam ein Muffinblech und gleich noch ein Muffinbackbuch und irgendwie fanden sich auch Kürbis und Pekannüsse und die Muffins waren ziemlich gut.

Dann rostete das Muffinblech und obwohl Kürbisse und Pekannüsse ohne weiteres erhältlich waren, ging mir irgendwie die Backlust flöten. Aber kürzlich bekam ich eben Lust darauf und ich buk einen köstlichen Kuchen, dessen Rezept ich mit euch teilen möchte.

Ich finde den Kuchen sehr praktisch, weil ich ohnehin gerne im Ofen gebackenen Kürbis esse und dann einfach etwas davon für den Kuchen abzweige. Das Rezept lässt sich eben als Kuchen oder als Muffins zubereiten. Ich habe diesmal einen Hokkaidokürbis genommen, den ich auch empfehle, der schönen Farbe wegen, aber eigentlich eignet sich jeder Speisekürbis für dieses Rezept. Der Kürbis kann natürlich auch gekocht oder gedämpft werden. Ich friere manchmal gekochten Kürbis in Portionen für Kürbissuppe ein, die sich natürlich auch für diesen Kuchen eignen.

Der Teig geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf und reicht für 12 Muffins. Bei Kuchen verlängert sich die Backzeit und auch je höher ihr den Teig einfüllt. Die Teigmenge passt gut in eine große Springform – ich habe eine kleine Springform und eine noch kleinere Cakeform verwendet

Ich habe keine Erfahrung, was die Ummodelung von nicht-veganen Rezepten zu veganen Rezepten angeht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Eier durch noch mehr Kürbis ersetzt werden können? Wenn ihr da Erfahrungen habt, lasst es mich gerne wissen. ETA: Jaja, ich hätte auch vorher googlen können: Yep, Eier weglassen, mehr Kürbis und/oder mehr Wasser/Sojamilch/Hafermilch/Mandelmilch oder z.B. veganes Joghurt & ta-daa – veganer Kürbis-Pekan-Kuchen.

Zuerst beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten ausführlich, am Ende findet ihr die Zutaten und Anleitung in Kürze. Da dies ein amerikanisches Rezept ist, habe ich die Angaben in Tassen, Esslöffeln und Teelöffeln beibehalten – es geht bei amerikanischen Rezepten um das Volumen und nicht das Gewicht.

Werkzeug:

1 Brett

1 großes Messer

1 Gabel oder 1 Pürierstab

1 kleine Schüssel

1 mittelgroße Schüssel

1 große Schüssel

1 Schneebesen – muss nicht unbedingt sein, ist aber gut, um die Zutaten zu mischen

1 Holzkelle und/oder 1 Teigschaber – die Holzkelle hilft beim endgültigen Vermischen, ein sehr weicher Teigschaber ist da nicht ganz so geeignet, dafür dann beim Auskratzen der Schüssel hilfreich

1 Muffinblech oder 1 Springform oder 1 Cakeform oder was immer ihr für Kuchenformen verwenden wollt – Gugelhupf empfehle ich nicht, da die Oberseite des Kuchens auch die Präsentierseite ist

Muffinpapierförmchen oder Backpapier

1 Spicknadel oder langes Holzstäbchen zum Testen

1 Tasse mit nur wenig mehr als 250 ml Fassungsvermögen oder einen kleinen Maßbecher mit 1/4l-Markierung

1 Esslöffel

1 Teelöffel

oder ihr habt ein Maßlöffelset mit amerikanischen Maßen – cups/tablespoon/teaspoon – drauf oder eines, wo der größte Löffel 125ml Fassungsvermögen = 1/2 cup hat.

Zutaten

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 Teelöffel Backsoda, auch Speisesoda, Backnatron, Kaiser Natron oder Bullrich-Salz genannt

1/8 Teelöffel oder eine gute Prise (= zwischen Daumen & Zeigefinger nehmen) oder Messerspitze Salz

1 Teelöffel Zimt

1/8 Teelöffel (oder einfach eine gute Prise) Muskatnuss

1 gute Prise gemahlene Nelken – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

1/2 Teelöffel Kardamom – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

Ev. 1 gute Prise schwarzen Pfeffer – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

2 Esslöffel weißer Zucker – brauner geht auch

1/2 Tasse brauner Zucker – weißer geht auch

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis – ohne Schale, in rohem Zustand ca. 1/2 mittelgroßer Hokkaidokürbis oder 3/4 eines kleinen Hokkaidokürbisses – bei veganem Kuchen 1 1/2 Tassen

1/2 Tasse Wasser – Ich habe die durch Milch ersetzt, aber Sojamilch, Hafermilch oder Mandelmilch eignen sich sicher genauso.

1/3 Tasse Öl – meistens wird Maisöl verwendet, aber ihr könnt auch Rapsöl, Sonnenblumenöl oder sogar Olivenöl verwenden (ja, das geht), ich habe das Öl durch geschmolzene Butter ersetzt

2 Eier – oder eventuell eben mehr Kürbis oder Kichererbsenkochwasser oder Eiersatz oder 1/2 Tasse veganes Joghurt

Anleitung:

Wenn euer Kürbis noch nicht gekocht/gebacken ist: Kürbis halbieren, Kerne mit einem Löffel auskratzen, Kürbis in Spalten schneiden, im Ofen bei 180° C ca. 30 Minuten backen oder Kürbis im Dämpfkörbchen dämpfen, bis er gar ist oder in wenig Wasser gar kochen. Backen empfiehlt sich aber.

Wenn ihr nicht gerade den Kürbis gebacken habt: Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, bis ihr 1 Tasse und 2 Esslöffel voll habt, die 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze mit dem Schneebesen gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren – Hokkaidokürbis wird beim Backen so weich, dass die Gabel völlig ausreichend ist. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker mit dem Schneebesen gut vermischen.

Die gehackten Pekannüsse in den Kürbismix einrühren. Den Schneebesen könnt ihr jetzt weglegen.

Jetzt die ganze Mehlmischung zur Kürbismischung geben und mit der Holzkelle verrühren, bis sich alles gut vermischt hat, aber nicht weiterrühren.

Den Teig in die Springform oder löffelweise in die Muffinsförmchen einfüllen. Er geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf, also bedenkt das beim Einfüllen. Mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen.

Beim Kuchen kommt es auf die Höhe der Teigmenge an: Große Springform ca. 30 Minuten, Cakeform, kleine Springform ca. 40 Minuten.

Unbedingt nach der Backzeit mit der Spicknadel oder dem Holzstäbchen den Test machen: an einer dicken Stelle des Kuchens/Muffins einstechen, wenn noch Teig dranklebt, 5-10 Minuten weiterbacken, Test an anderer Stelle wiederholen. Wenn ihr lieber trockeneren Kuchen habt, backt ihn noch 5.10 Minuten länger.

Kuchen/Muffins aus dem Rohr holen & auf Kuchengitter abkühlen lassen, dabei auch gerne schon die Springform öffnen.

Fertig! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 TL Backsoda

1/8 TL Salz

1 TL Zimt

1/8 TL Muskatnuss

1/8 TL gemahlene Nelken

1/2 TL Kardamom

Ev. 1/8 TL schwarzer Pfeffer

2 Esslöffel Zucker

1/2 Tasse Zucker

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis

1/2 Tasse Wasser/Milch

1/3 Tasse Öl/zerlassene Butter

2 Eier

Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker gut vermischen. Die gehackten Pekannüsse einrühren.

Die ganze Mehlmischung in die Kürbismischung rühren.

Teig in die Form einfüllen, mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen, Kuchen je nach Größe der Form 30-40 Minuten backen.

Fertig! \o/

The Valley of Love and Delight

image

Hä was? Ja … sorry, ich mag grad nicht einen der geplanten großen Blogposts abarbeiten. Dafür brauche ich mehr Zeit und Raum und alles. Also mal was dazwischen.

Heute haben @theRosenblatts auf ihrem Ein Blog von Vielen ein Video gepostet, und ich habe in meine Suppe geheult. Hühnersuppe mit Rotz und Wasser schmeckt recht gut. @theRosenblatts wird jetzt noch mehr zurückzucken (sorryyy), aber mir ist ein Teil dieses Videos vor ein paar Tagen im Kopf herumgeirrt und als ich die Melodie dann hörte, kamen die Tränen.

Nein, nicht Somewhere Over the Rainbow, obwohl auch sehr nett. Simple Gifts, eine Shakerhymne, sore abused but not yet dead (das ist aus einem anderen Lied, Text Maggie Holland, gesungen von June Tabor). Lest mal kurz im Wikipedia-Artikel, in der Originalkomposition steht nix von Lord of the Dance, das hat Sydney Carter dann 1966 dazugeschrieben. Naja, wenn ihr Wikipedia in diesem Punkt vertraut. Ist mir aber eigentlich ziemlich egal, was ihr denkt.

Mir geht es um die Zeilen

And when we find ourselves in the place just right,
‘Twill be in the valley of love and delight.

Wisst ihr, was mir diese Zeilen sagen? “Es ist alles ok. Hey, du bist genau da. Vielleicht nicht da, wo du hinwolltest, aber du bist genauuuu da in diesem Tal der Liebe und Freude. Schau mal. Das ist voll ok hier.” Weil in den letzten Monaten, im ganzen letzten halben Jahr war nix ok. Und in den letzten zwei, drei Wochen war alles noch viel weniger ok. Ich bin noch nicht dazugekommen, mich mit dieser neuen Anna anzufreunden, mich in ihr auszuprobieren, in ihr mal eine Nacht zu schlafen und zu schauen, was das eigentlich mit mir anstellt, dieses “Oh, hey, Menschen lesen mein Blog, lesen meine Tweets, wollen was von mir wissen, zitieren mich, fragen mich Dinge.” Fragen mich, ob ich was schreiben, anschauen, beurteilen, mitbesprechen, planen mag.

Weil HUCH! Ich bin das nicht gewöhnt. Ich hab euch ja schon ein bisschen was erzählt, aber viele Dinge nicht. Ich hab euch nicht erzählt, dass ich ein mutiges Kind war, schreibend, lesend, dichtend, zeichnend, malend, spielend, singend, strickend, planend, Regie führend, frech und konfrontationsbereit. Und dass mir dieses Kind dann gestohlen und kaputtgemacht wurde. Ganz “normaler” Schulalltag, in dem ich einfach nicht so war wie alle anderen reichte da schon.

Mit Abstand sehe ich, dass ich wohl mit meinem damals sehr burschikosen (Kurze Haare! Oft genderneutrale Kleidung!), furchtlosen Auftreten einen Platz in der Machthierarchie der Klasse beanspruchte, den andere einnehmen wollten, die dafür bereit waren, mich zum Schweigen zu bringen, mich auszuschließen, mich aktiv zu quälen. Irgendwann schreibe ich da noch mehr drüber, mir geht’s jetzt nicht um die Einzelheiten. Jedenfalls habe ich alles versucht zu verstecken, damit es überlebt, und bei manchen Dingen ist mir das offensichtlich doch gelungen.

Nachdem ich endlich dieser Schule entronnen war, ging ich freiwillig ein weiteres Jahr in die Schule, in die Schweiz, auf ein italienisches Kunstgymnasium, in einem schönen Teil von Zürich. Dort wurde ich wieder als Mensch wahrgenommen, mein Schreiben, mein Gestalten, mein Zeichnen, mein Aussehen wurde respektiert und als cool bezeichnet. Seit damals habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Folgen dieser 8 Jahre des Terrors zu bekämpfen und seitdem ich erkannt habe, was für ein Kind ich war, wieder zu diesem Kind zurückzufinden.

Das dauert aber ein bisschen. Und manchmal erschrecke ich mich selbst ein bisschen dabei mit meinem neuen alten Mut. Und manchmal mache ich komische Sachen, zum Beispiel Katzenohren aufsetzen, wenn ich hunderte fremde Leute treffen werde (weil ich dann verkleidet und nicht “ich” bin). Oder ich schreibe lange Blogposts über Dinge. Oder ich höre oder singe eben für die meisten von euch wahrscheinlich komische Lieder. Das ist mir auch ziemlich egal, ob die für euch komisch sind, es sind ja meine Lieder, nicht eure. Obwohl es eben manchmal doch auch eure sind und dann heule ich halt.

Jedenfalls hat’s jetzt grad einen Knall gegeben und ich sitze jetzt da, wo ich hingehöre und fühle mich ein bisschen besser, wenn auch erschöpft. Ich brauch noch ein bisschen Zeit, mich wieder ganz aufzurappeln und wieder so einzurichten wie ich das alles will, aber ich bin jetzt ein wenig zuversichtlicher.

Noch ein Hörtipp: @matahari_etc hat vor der Nationalratswahl Gustavs Version von “We shall overcome” getweetet, aber mir war mehr nach Joan Baez und da hörte ich sie in der zweiten Strophe “We shall be alright” singen. Ja, heftig geheult. Ich heule manchmal, wenn ihr es nicht seht. Meistens zu oder wegen Musik, weil sie die Tränen leichter raufholt.

Und ein Lesetipp auch noch: Geht/Ging mir in vielem genauso, in anderen Aspekten nicht so, aber lesen solltet ihr den Text von @communeva zu Depressionen unbedingt.

Blaudruck im Burgenland

Letzten Samstag machte ich mit Freundinnen und Verwandten einen Ausflug zur Blaudruckerei Koo in Steinberg im Burgenland. Außer dieser Blaudruckerei gibt es in Österreich nur noch eine andere, die Blaudruckerei Wagner im Mühlviertel.

IMG_1886

Blaudruck ist eigentlich die falsche Bezeichnung für diese Technik. Es handelt sich um eine Reservetechnik – zuerst wird der Stoff mit einer besonderen Paste bedruckt, dann gefärbt, dann wird die Paste ausgewaschen. Die bedruckten Stellen sind dann weiß.

IMG_1839

Früher war Blaudruck weit verbreitet, da damit günstig schöne Stoffe hergestellt werden konnten, aus denen sowohl Arbeits- als auch Sonntagskleidung oder Trachten geschneidert werden konnten. Wobei viele präzise Handgriffe vonnöten sind, bis am Ende aus einem Stück Stoff z.B. eine Schürze entstanden ist.

IMG_1838

Aber beginnen wir ganz am Anfang: Beim Farbstoff. Für den Blaudruck wird Indigo verwendet, da mit diesem im Gegensatz zum Färberwaid kalt gefärbt werden kann. So sieht eine Art der Indigopflanze aus:

IMG_1891

Der Farbstoff wird aus den Blättern gewonnen bzw. mittlerweile wird Indigo auch synthetisch hergestellt, aber die Blaudruckerei Koo verwendet noch den traditionellen Indigo. Der Farbstoff wird zu “Kuchen” gepresst und getrocknet, damit er gut transportierbar wird, hier auf dem Bild in der Mitte seht ihr so ein Stück.

IMG_1875

Um den Indigo ins Wasser zu bringen, müssen die Stücke zuerst zu einer Paste gestampft werden.

IMG_1884

Die gelben Brocken neben dem Indigo auf dem vorigen Bild sind Gummi arabicum. Aus Gummi arabicum, einer speziellen Tonerde und Familiengeheimnissen besteht der sogenannte “Papp”, die Paste, mit der die Stoffe bedruckt werden. In der Blaudruckerei Koo werden Baumwolle und Seide bedruckt, die Blaudruckerei Wagner im Mühlviertel bedruckt dagegen Leinen.

IMG_1861

Bevor die Stoffe bedruckt werden können, müssen sie zuerst gestärkt werden. Hier in diesem Riesentopf kocht die Stärke.

IMG_1864

Dann werden sie getrocknet und dann erst werden die Stoffe bedruckt – per Hand!

IMG_1845

Beim Druck kommen zum Teil uralte Model zum Einsatz. Einmal im Jahr kommt in der Blaudruckerei Koo ein Instrumentenmacher aus Thüringen vorbei, der kaputte Model richtet und neue Model nach alten Vorbildern anfertigt.

IMG_1857

So sieht der bedruckte Stoff dann aus (auf Flickr gibt’s noch viel mehr Bilder von den verschiedenen Mustern):

IMG_1870

Nach dem Druck muss der Stoff drei bis vier Wochen trocknen, damit die Paste richtig haftet und beim Färben nicht zerrinnt.

IMG_1859

Wenn der Stoff bereit zum Färben ist, geht es in die Färbestube. Diese Färbebottiche, “Küpen” genannt, sind über vier Meter tief.

IMG_1876

Der große Vorteil beim Färben mit Indigo ist, dass die Färbung mit kaltem Wasser funktioniert. Es braucht also zumindest dafür weniger Energie.

IMG_1868

Der Stoff wird in Halterungen eingespannt und für ca. 10 Minuten in die Farblösung getaucht, dann wieder komplett herausgezogen.

IMG_1877

Erst an der Luft oxidiert der Farbstoff und wird blau. Das könnt ihr hier sehr gut sehen:

IMG_1880

Je öfter der Stoff eingetaucht wird, desto dünkler wird die Farbe. Mit Kreide vermerkt Herr Koo, wie oft er welchen Stoff schon getaucht hat.

IMG_1882

Nach dem Färben muss die Druckpaste in heißem Wasser ausgewaschen werden, dafür reicht aber ein vergleichsweise kleiner Kessel.

IMG_1887

Danach wird der Stoff gespült und gespült und gespült, bis er nicht mehr abfärbt.

IMG_1836

Dafür ist das Wasser ganz schön blau.

IMG_1837

Zum Schluss wird der Stoff noch durch die Wäschemangel gelassen und entweder zu Ballen aufgerollt und nach Maß verkauft

IMG_1893

oder zu Röcken, Dirndln, Hüten, Schals, Hosen, Hemden, Taschen, Ofenhandschuhen, Kissenüberzügen, etc. verarbeitet.

IMG_1892

Dabei kooperiert die Blaudruckerei Koo mit den “Koryphäen“, einem Projekt, das Frauen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben und bei der Ausbildung unterstützt.

Die besondere Spezialität der Blaudruckerei Koo sind die Doppeldrucke – das sind Stoffe, die auf der einen Seite ein Muster, auf der anderen Seite ein anderes haben. Hier seht ihr ein Beispiel mit meinem Lieblingsmuster (oben am Rand seht ihr es):

IMG_1853

Ein Besuch in der Blaudruckerei Koo lohnt sich unbedingt. Wenn ihr es aber nicht bis ins Burgenland schafft, Taschen, Schürzen, Tischtücher etc., gefertigt von den Koryphäen, werden in Wien z.B. in der Weihnachtszeit auf dem Kunsthandwerksmarkt am Karlsplatz verkauft.

Mehr Bilder könnt ihr, wie gesagt, auf Flickr sehen.

Vom Mond der sich im Wasser spiegelt

image

Ich habe schon genug davon
Zu mir so liebevoll zu sein
Davon dass nur eine Maschine
Mir Liebeslieder singt
Die halb Beschwörung halb Gebet
Relikte sind aus Tagen
Die ich zu meinem Glück
Schon längst vergaß
Und ja nicht wiedersehen will.
Zum Mond der sich im Wasser spiegelt
Heult kein Hund, warum sollte er
Das Ding das darin schwimmt
Das ist schon tot,
Das gibt es auf der Erde nimmermehr.

Gstettn im Frühherbst

image

Den Gstettnweg gehen und auf die Pflanzen achten, die – umgehobelt in der Mitte der Dürreperiode – darauf bestehen, wieder zu wachsen und nochmal zu blühen.

image

Das heitert mich so 10 Zentimeter auf und die Sonne ist warm. Die Mundwinkel sind noch nicht gehoben und ich fühle mich stumm, als hätte ich mich leergeredet.

image

Die Herbstfarben gefallen mir am besten, dort wo sie sind – auf der ungemähten Gstettn. Dort sollen sie bleiben. Was wohl mit dem Fasan geschehen ist? Kommt er wieder?

image

Kommen die Worte auch wieder? Ich will heute Abend noch sprechen mit einem, der ein Stück meiner Geschichte kennt. Mit einem echtem Lächeln im Gesicht.

image

Den Gedanken, dass die in einem kleinen Bereich stärker vorkommenden Blumenarten gehäuften Blumenstände sich aus dem Gras erheben wie kleine Städte kann ich sowieso weder beschreiben noch aufzeichnen und auf ein Foto bannen kann ich sie auch nicht, zumindest nicht mit der Kamera meines Smartphones.

Ganz ruhig tue ich heute also als wäre ich nicht ganz von Sinnen, als würde ich mich nicht lieber auf dem Sofa eingraben und über Worte wie “Völkerverständigung” nachdenken.

Und kurz vor der Arbeit hebt sich die Stimmung in vorauseilendem Gehorsam und es scheint zu klappen, denn mir wird gute Laune attestiert. Ich spiele also gut Theater.