Gepflückt & in den Hut gelegt 2

Ha, so plante ich meine (regelmäßige) Linksammlung zu nennen. Es gab genau einen Post. Nu ja. Jetzt gibt es einen 2.

Dudu Kücükgöl hat ihre Großmutter in der Türkei besucht und sie und andere Bewohnerinnen des Dorfes zu den Kilim, in gemeinsamer Handarbeit hergestellten Teppichen, gefragt und welche Traditionen, persönlichen Geschichten und Erlebnisse damit verknüpft sind: http://www.dasbiber.at/users/dudu-k

Einer meiner heimlichen Lieblingscomics sind die Tagebuchcomics von Boum, die Boumeries, über ihren Alltag als Comiczeichnerin mit Vorliebe für Computerspiele, zwei Kindern und Partner. Ihre Schwangerschaften und die Auswirkungen auf sie selbst, die Umstände rund um die Geburten und das Leben mit den Kindern zeichnet sie sehr präzise, witzig und kritisch. Oft hält sie ihre Träume fest, die ca. zur Hälfte mit Klos zu tun haben. Vielleicht gefällt er euch ja auch: http://comics.boumerie.com/

Und in eigener Sache:

Ich habe mein altes Strickblog wiederbelebt und ihm ein neues Layout – ohne den schönen, aber für Menschen mit Insektenabneigung problematischen – Käfer verpasst. Mittlerweile trenne ich meine verschiedenen Interessen ungern voneinander, aber in diesem Fall der Bequemlichkeit und der historischen Tradition wegen schon. Die alten Posts sind in den Details manchmal problematisch, da ich sie lange vor Twitter und dem damit verbundenen Lernprozess was Feminismus, kulturelle Aneignung, Ableismus, etc. angeht geschrieben habe. Außerdem sind sie alle auf Englisch, aber wenn ihr nachlesen wollt, wie meine Diplomarbeit entstand (über das Thema steht nichts drin), was ich so gestrickt habe 2010, 2011 und wie es 2016 weitergeht, dann schaut hier vorbei: http://knittingcapricorn.blogspot.co.at/

Und auch auf Töchter Regalias sind die Schafe los und mehr – ich habe endlich angefangen, Kinderbücher zu besprechen, mittlerweile sind es schon einige Rezensionen. In der neuesten geht es um Nimitz, die nicht einschlafen kann und deshalb Schafe zählt. Nur das 108. Schaf kann nicht so hoch springen, dass es über das Bett kommt. Und dann? Lest nach: https://toechterregalias.wordpress.com/category/bucher/

 

The Story of Queen Ermineld

Die Geschichte von Königin Ermineld begann mit diesem Tweet:

Das Poly-Olbion ist ein Gedicht von Michael Drayton, bebildert mit Landkarten von William Hole und Illustrationen von John Selden. Erschienen ist es in zwei Teilen, 1612 und 1622. Das Poly-Olbion-Projekt der University of Exeter arbeitet an einer neuen editierten Ausgabe und tweetet davon. Näheres könnt ihr auf der Website des Projekts nachlesen.

Für mich klang der Tweet sofort nach einem Gedicht (ich wette, er ist einfach ein Zitat) und schon reihten sich irgendwie die Worte, Bilder und Ideen aneinander. Und da ich heute mit Bauchgrummeln im Bett liege und Aufheiterung brauche, hab ich euch die Geschichte aufgezeichnet. Leider ist die Bildqualität (zeichnerisch und von der Fotografie) nicht so berauschend, aber für die Grundidee reicht’s. Also:

The Story of Queen Ermineld

Queen Ermineld lived out her days

Immonastered in Kent,

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But oh, she did not stay indoors,

No, no, she came and went.

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She went outside to feed the ducks,

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Oh and the poor, of course,

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And wandered through the countryside,

Through heather, bush and gorse.

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Although there is no gorse in Kent

And neither is there heather!

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Oh well, let’s say, Erm and her horse

Went everywhere together.

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They trundled uphill, trundled down

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(Wait, are there hills in Kent?)

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And neither she nor all the nuns

Cared where she pitched her tent.

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The Queen and her horse Trudelind,

They hung out with the sheep

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And all was well as long as Erm

Her dinner times did keep.

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So they lived happily and long,

The story’s at an end –

The story of Queen Ermineld

Immonastered in Kent.

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Zurück ins Jahr 1999

Es war einmal vor 100.000 15 Jahren, da besuchte ich nach dem Abschluss des Gymnasiums in Wien eine Kunstschule mit Italienischschwerpunkt in der Schweiz. Bis 2005 war nämlich Zeichnen mein kreatives Ding, ergänzt durch Arbeiten mit Papier. Es gab davor zwar immer wieder Strickphasen, aber mangels Zündfunke war Stricken noch nicht so wichtig wie heute. Zu Weihnachten 1998 oder möglicherweise zu meinem Geburtstag schenkte mir mein Bruder den ersten Band des Sailormoonmangas und in der WG in der ich damals wohnte, stand ein Fernseher … und jeden Tag lief Sailormoon (und Buffy).

Es ist also kein Wunder, dass bald nach meinem Mangalesebeginn (weil Anime hatte ich davor schon gesehen, nicht wissend, dass es Anime waren – und Comics liebe und lese ich wohl seit … ach … fragt mich nicht. Noch viel früher.) meine Zeichnungen Richtung Mangastil wanderten. So Sachen wie …

Apple girl

Apfelsticker! Ich würde immer noch so ein T-Shirt tragen.

Der Grund, warum euch ab jetzt alle Charaktere anstarren werden: Ich konnte nicht im Profil zeichen! XD

Kleider, die ich nie anziehen werden würde, dachte ich damals. Naja, diese Kombi würde ich tatsächlich nie anziehen.

Kleider, die ich nie würde anziehen dürfen, dachte ich damals. Naja, diese Kombi würde ich tatsächlich nicht anziehen. Bauchfrei muss sowas von in gewesen sein.

Jaja, damals habe ich meine Buntstiftsammlung aufgebaut und gründlich genutzt.

Jaja, damals habe ich meine Buntstiftsammlung aufgebaut und gründlich genutzt.

Die zwei hab ich dann nicht mehr angemalt ... so viele Details, hach!

Die zwei hab ich dann nicht mehr angemalt … so viele Details, hach!

Die befanden sich alle in meinem geliebten Zeichenblock, zusammen mit z.B.

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Die Buntstifte waren wasserlöslich. Also … äh … in diesem Fall spuckelöslich (Was?! Wasser hätte nie diesen Effekt ergeben!)

Dann … kam das Internet. Also, yahoo chat. Das schlug sich auch ein bisschen in den Zeichnungen nieder.

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Immer noch eines meiner Lieblingsworte auf Englisch und hey, diesen Pyjama würde ich sofort anziehen. Und so eine Lampe will ich auch! Der Fisch ist von einem Mitschüler, der mir auch noch eine andere, großartige Fischzeichnung gezeichnet hat. Ach ach.

Kleidung mochte ich schon damals sehr. Ich habe immer noch ab und zu Designideen, ich wünschte mir nur, eine andere Person würde sie ausführen. In meinen Zeichnungen konnte ich mich aber austoben und alles aufzeichnen, was mir so an Kleidung, Möbeln und sonstigen Dingen einfiel, die ich damals auf “später” vertagte.

Mein Traumzimmer damals. Natürlich sah mein Zimmer nie so aus. Auch jetzt nicht.

Mein Traumzimmer damals. Natürlich sah mein Zimmer nie so aus. Auch jetzt nicht. Aber der Traumfänger, mitgebracht aus den USA von der Tante, hing tatsächlich über meinem Bett, das auch ein Hochbett war. Nur die Kästen darunter waren nie so stylish.

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In diesem Bild sind enthalten: Handle einer Internetbekanntschaft aus Finnland, mit der ich immer noch Kontakt habe. Mit dieser Person unterhielt ich mich über potentielle Katzennamen, die dann in diesem Bild verewigt wurden und tatsächlich trägt der Katzenkater einen der Namen auf dem Bild. Im Nachhinein bin ich so beeindruckt, wie super ich den Katzenrucksack gezeichnet habe …

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Einzig das Bauchfenster würde ich heute nicht so tragen, ansonsten … Cargohose (mit Fischknien!), T-shirt mit Hibiskus (hach hach, damals begann ja meine “Surfphase” ohne dass ich je surfen ging), unterschiedlich lange Ärmel (cool!), mittlerweile sieht meine Frisur manchmal so aus, nur ohne Zacken, die Jacke – sofort …

Übrigens sind deshalb sehr selten Hände zu sehen, weil Hände zeichnen sehr schwierig ist. Ich hab sie gerne versteckt. Und dann? Pause, andere Dinge. Die folgenden Zeichnungen entstanden dann im Sommer …

Butterfly

Sailormoon war aber sowas von klares Vorbild hier, bis auf das Schmetterlingsdesign …

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Hm, warum siehst du so angepisst aus, Prinzessin? Lol, das Kleid …

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Hüpfender Fisch! Gehende Menschen konnte ich auch nie zeichnen.

Ein Jahr später … arbeitete ich dann im Sommer in einem Büro. Dazwischen war viel geschehen. Das Büro lag sehr nah an meiner damaligen und langjährigen Lieblingsbar. Nach der Arbeit traf ich mich dort mit meiner damals besten Freundin. Es war Sommer und nach einem Cocktail waren wir meist schon heiter genug. Zwei reichten meistens. Die Shultz American Bar lag am Siebensternplatz und hatte viele Sitze draußen und es gab Menschen zum Anschauen und die Straßenbahn und den Bus und … es war ein schöner Sommer. Nachdem ich in der Arbeit vor allem auf das Telefon aufpassen musste, begann ich wieder zu zeichnen – und diesmal waren es Comicstrips.

Ich glaube, zu dem Zeitpunkt kann ich noch keine Webcomics gelesen haben, sonst hätte ich wohl nie Comicstrips gezeichnet. Aus unerfindlichen Gründen – ich weiß es wirklich nicht mehr – nannten die Freundin und ich uns Tiger (ich) und Bunny (sie). Im Comicstrip vertauschte ich aber unser Aussehen, also sieht Tiger aus wie sie und Bunny wie ich, nur mit … “besseren” Haaren. Als der Anime Tiger & Bunny vor ein paar Jahren herauskam, wurde ich nostalgisch (aber ich habe ihn mir nicht angesehen, es ging um was ganz anderes). Und so sahen die Comicstrips aus …

Introducing Tiger

Der erste Comicstrip – “Introducing Tiger”. Meine Tante regte sich sehr über diesen Comicstrip auf. Später erfuhr ich auch den Hintergrund dazu, aber damals verstand ich das nicht. Sie wusste ja auch überhaupt nicht, was wir da eigentlich anstellten (nämlich garnichts, wir waren viel zu brav).

Meine Güte waren wir brav. Wir waren so brav, so ungeheuer brav. Tiger und Bunny in diesen Comicstrips waren unsere mutigeren, erwachseneren, lustigeren Alter Egos … aber das wurde nicht verstanden. Ich hatte damals selten einen Hangover (so jung!), aber einmal hatte ich einen und genau dann meinte mein Vater, “ich solle mir doch etwas Gedanken über meinen Alkoholkonsum machen.” Hahaaaahahaaa. Ach, was war ich brav. Immer so brav gewesen (in der Außenwelt jedenfalls).

Tiger is addicted

Als Reaktion auf die Beschwerde der Tante dann dieser Comicstrip, “Tiger is addicted”. Damals spielte ich Lineage: The Bloodpledge, ein koreanisches MMORPG bzw. hatte ich es gespielt, denn meine Familie war eine Mac-Familie und das Spiel lief natürlich nicht auf Macs. Yahoo chat auch nicht. Von daher kommt meine Abneigung gegen Macs. Und ja, ich verliebte mich in Personen, die ich in dem Spiel kennengelernt hatte. Lange Geschichte.

Hm, also auf eine Beziehung, die als Fernbeziehung begonnen hatte, folgte eine zweite. Im letzten Panel eine mögliche Antwort auf "Warum Fernbeziehung?" ... aber wenn, dann war es nur ein Aspekt davon. Anyway, viel wichtiger: Hier tragen wir tatsächlich Kleider, die wir damals anhatten. Meine Freundin hatte einen schwarzen Pulli mit schwarz-weiß gestreiften Bündchen, ich hatte einen schwarzen Rock (den hab ich noch immer) und eine schwarze Strickjacke (die leider nicht mehr).

Hm, also auf eine Beziehung, die als Fernbeziehung begonnen hatte, folgte eine zweite. Im letzten Panel eine mögliche Antwort auf “Warum Fernbeziehung?” … aber wenn, dann war es nur ein Aspekt davon. Anyway, viel wichtiger: Hier tragen wir tatsächlich Kleider, die wir damals anhatten. Meine Freundin hatte einen schwarzen Pulli mit schwarz-weiß gestreiften Bündchen, ich hatte einen schwarzen Rock (den hab ich noch immer) und eine schwarze Strickjacke (die leider nicht mehr).

Diese und die nächsten Comicstrips zeigte ich meiner Familie nicht mehr. (Ich weiß nicht einmal mehr, wie die Tante eigentlich zu den Comicstrips kam, ob ich ihr damals einen Link schickte?.) Also verewigte ich ungestört unsere Sommerabende.

Bunny is that you

Mit aufgesetztem Südstaatenakzent (Aaaahhhhh!!! Die Erinnerungen /o\). Versichern, dass ich eh nicht alleine ausgehe, weil alleine ausgehen und besonders alleine trinken ist ja das schröcklichste, was eine junge Frau* so tun kann (und ja, letzteres wurde mir ganz stark vermittelt). Ein so wunderschön queerer Comic, damals schon, heute, losgelöst vom Kontext, erst recht. Ich würde das mal auf “Strangers in Paradise” (von Terry Moore) und “Love & Rockets (von Gilbert & Jaime Hernandez) schieben. Im letzten Panel bin ich aber tatsächlich Bunny, dieser Blick und der besitzergreifende Arm … ganz ich. Und äh … der graue Balken im letzten Panel ist weil … ich unsere Hände nicht zeichnen wollte, glaube ich. Oder mir ist die in die Hüfte gestützte Hand misslungen. Hahaha.

It is time for the blues

Copy-paste! Alle Comics entstanden als Einzelzeichnungen, die ich dann auf den Bürocomputern in Photoshop (es war ein Grafikerbüro) glättete und bearbeitete. Wie ich auf das Lied gekommen bin, keine Ahnung mehr … ich habe auch nie Bourbon, Scotch oder Bier getrunken. Damals waren gerade White Russians *die* heiße Sache. Mittlerweile trinke ich ja lieber klare, saure Cocktails, aber damals … puh! “Tigermilk”, “Froggy”, “Swimming Pool” … uärks! XD

Sobering up

Wie lange wir da saßen! Ewig! Äh, also bis 22 Uhr oder so. Aber so von 17 Uhr weg, also doch lange. Und mit nur zwei Drinks, einen am Anfang der Happy Hour, einen kurz vor Ende, waren wir dann Stunden später wieder nüchtern. Ich weiß nicht mehr, wer cc war. Ich unterhielt mich auch über die Comicstrips und war damas eifriges Mitglied in einer yahoo group, in der wir uns über alles Mögliche unterhielten, wohl auch über meine Comics.

My my my

Hände verstecken, Hände verstecken, Hände verstecken und erster Sidecharacter! Die ersten drei Panels sind aus dem Leben gegriffen, das vierte ist gelogen! Gelooogen! So viel Geld hatten wir gar nicht. (Aber genug Geld für regelmäßiges Hingehen … naja, ich hab ja auch gearbeitet.)

Tja und dann war der Sommer zu Ende. Ich habe das Gefühl, der letzte Strip folgte lange danach, aber vielleicht auch nicht.

Offspring

Diesen muss ich tatsächlich nach meiner Büroarbeit fabriziert haben (die dicken Striche zwischen den Panels). Mein Bruder war da und hörte Offspring. Und damit endet die Saga von Tiger und Bunny …

Ja. Ein Hauptgrund, warum ich mit dem Zeichnen aufhörte, war, weil ich nicht mit meinen Fähigkeiten zufrieden war. Meine Papierarbeiten (großteils verschollen T.T) waren besser.

Ist das alles schon lange her. Ich vermisse das wirklich, einfach an einem Sommerabend mit Freund_innen* draußen sitzen und Cocktails trinken, so einmal pro Woche oder alle zwei Wochen. Ja, könnte ich auch alleine machen, nur wirkt dieses “Nicht alleine trinken!”-Gebot irgendwie immer noch und außerdem mag ich mich ja beim Trinken unterhalten. Na vielleicht nächstes Jahr, wenn ich wieder in der Stadt wohne.

Und wie sah ich damals aus? Eben jene Freundin und ich machten in diesem Sommer auch lange Photosessions auf dem Balkon. Also:

Tiger. Ja, das ist der Rock und ja, das Top hab ich noch. "It belongs in a museum!"

Tiger. So jung, verdammt! Ja, das ist der Rock und ja, das Top hab ich noch. “They belong in a museum!”

Taste the Definitionsmacht – Comics und Kanon

Ein Tweet

Ein Text

Ein Rant.

Und einige Statistiken.

Die Frage, ob Comics Kunst sind, ist immer mit “Ja” zu beantworten. Darum geht es nicht in diesem Rant. Bestes Statement zu dieser Frage kam von @karinkollerwp:

Es geht auch nicht darum, ob Comics von Männern* oder Frauen* mehr “wert” sind, welche ich lieber lese, etc., denn ich lese fast alle Comics, die mir unterkommen.

In der österreichischen Tageszeitung “Die Presse” schreibt Christoph Huber am 17.11.2013 (in der Print-Ausgabe) (wie schon getweetet) eine Männerkritik über Männercomics über Männerliteratur und Männererlebnisse.

Es kommen vor:

Nicolas Mahlers Essay in Bildern in der FAZ zur Frage “Sind Comics Kunst?” (Mann erklärt anderem Mann Comics. Erwähnt werden männliche Philosophen/Theoretiker (Baudrillard, Foucault, Barthes, Deleuze), parodiert werden Literaturadaptionen von Werken von Autoren und einer Autorin* durch männliche Comiczeichner, vorkommende Figuren sind durchwegs männlich, generisches Maskulinum wird verwendet. Es kommt vor:

Lucky Luke-Band “Ein fliehendes Pferd” v. Martin Walser & Morris (Maurice de Bevere)

“Der Steppenwolf trifft Pauli den Maulwurf” von Hermann Hesse und Rolf Kauka

“Malina und die Mainzelmännchen” von Ingeborg Bachmann (Malina ist ein männliches Alter Ego der Ich-Erzählerin!) und “ZDF” (Erfinder und erster Designer der Mainzelmännchen war Wolf Gerlach)

“Todesfuge” von Paul Celan und Bob Kane (zusammen mit Bill Finger Erschaffer von Batman)

Ein ungenanntes Werk von Peter Handke in Graphic Novel-Format wird von einem Germanisten gelesen.

Der wichtige Punkt, dass Graphic Novels Comics sind, wird von einem alten Mann seinem Enkel weitergegeben.

Ein Germanist vermisst Literaturvorlage und Graphic Novel

Der typische Vertreter der Comicszene ist ein Mann, der an die einzige im Comic abgebildete Frau denkt, die stark sexualisiert ist. Ist das Schwert in ihrer Hand ein Fortschritt?

Im ganzen Comic gibt es 15 männliche z.T. mehrmals vorkommende abgebildete Figuren (Germanist ohne Haare, der Autor/Zeichner selbst, der Vertreter des Kunstbetriebs, ein Opa, ein Enkel, ein Germanist mit Haaren, ein Vertreter der Comicszene und dazu habe ich auch Lucky Luke, die 4 Kappen der Mainzelmännchen, den Steppenwolf, Pauli den Maulwurf & Batman gerechnet).

Auf 23 Panels werden 40 mal männliche Figuren abgebildet (wieder mit Lucky Luke, etc.), 12 Autoren bzw. Zeichner (ich rechne “ZDF” als Autor) werden erwähnt, 8 männliche Comicfiguren werden abgebildet (Mainzelmännchen rechne ich hier 4x), 5 männliche Hauptfiguren von Comics und Literaturvorlagen werden namentlich erwähnt.

Erwähnt wird eine Autorin*, abgebildet eine (sexualisierte) namenlose Frau, die aber nur eine Vorstellung und keine handelnde Figur ist.

Weitere im Text von Christoph Huber erwähnte Comics, Comicautoren, Comiczeichner (z.T. basierend auf Literaturvorlagen von Autoren):

Nicolas Mahler hat einen Graphic Novel von Robert Musils “Der Mann ohne Eigenschaften” veröffentlicht.

„Der Affe von Hartlepool“ von Autor Wilfrid Lupano und Zeichner Jérémie Moreau

Joe Sacco (Wieviele Bände über Kriege/Konflikte gibt es eigentlich von dem schon?) hat einen Comic über den 1. Weltkrieg gezeichnet: “The Great War”, “vom britischen General über die Front bis zu den Massengräbern”.

Jacques Tardis Comics über den 1. Weltkrieg (inspiriert von den Erlebnissen seines Großvaters) folgt nun “Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB” über die Erlebnisse seines Vaters im 2. Weltkrieg (den Comic hatte ich schon in der Hand & will ihn gerne lesen).

Florent Sillorays „Auf den Spuren Rogers“ über die Kriegsgefangenschaft seines Großvaters im 2. Weltkrieg.

Könnt ihr hier irgendwo eine Frau* sehen?

Und gleich am Anfang des Artikels steht die Monumentalanthologie “Weltliteratur als Graphic Novel”, im Orignal “The Graphic Canon” (3 Teile).

Schauen wir uns die einmal an.

Hier ist der Wikipediaartikel zum Graphic Canon.

Hier ist das Blog und die Liste der Beitragenden* zum Graphic Canon.

Ich habe nachgezählt, anhand der Liste der Beitragenden*, unterstützt von Wikipedia & Recherche. Es wird jede Instanz gesondert betrachtet, d.h. der in Band 1 mit 5 Werken vertretene Shakespeare wird fünfmal gezählt. Bei mehreren Hauptfiguren habe ich je nachdem 1 männliche*, 1 männliche* und 1 weibliche* oder 1 weibliche* gezählt (Ich glaube nicht, dass sich dadurch die Verhältnisse groß verändern). Ich beanspruche keine Unfehlbarkeit, Fehler und Ungenauigkeiten können vorkommen. Wenn euch meine Methode missfällt könnt ihr gerne selber nochmal nachzählen, niemand hält euch davon ab …

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  • Band 1 enthält 54 auf Literaturvorlagen basierende Comics.
  • Band 2 enthält 55 auf Literaturvorlagen basierende Comics und Bildergalerien (15 Beitragende bei der “Alice in Wonderland” Gallery, davon 7 männlich*, 8 weiblich*).
  • Band 3 enthält 82 auf Literaturvorlagen basierende Comics.
  • Insgesamt: 191

Literaturvorlagen von Autoren* (so bekannt):

  • Band 1: 42
  • Band 2: 51
  • Band 3: 72
  • Insgesamt: 165

Literaturvorlagen von Autorinnen* (so bekannt):

  • Band 1: 7
  • Band 2: 6
  • Band 3: 12
  • Insgesamt: 25

Männliche* Hauptfiguren (so identifizier/eruierbar):

  • Band 1: 39
  • Band 2: 40
  • Band 3: 65
  • Insgesamt: 144

Weibliche* Hauptfiguren (so identifizier/eruierbar):

  • Band 1: 8
  • Band 2: 19
  • Band 3: 22
  • Insgesamt: 49

Wie sieht es im Graphic Canon mit den Bearbeiter*innen der Literaturvorlagen (Autor*innen und Zeichner*innen) aus?

Bearbeiter*:

  • Band 1: 45
  • Band 2: 55 (Davon 7 bei der “Alice in Wonderland” Gallery)
  • Band 3: 46
  • Insgesamt: 146

Bearbeiterinnen*:

  • Band 1: 18
  • Band 2: 27 (davon 8 bei der “Alice in Wonderland” Gallery)
  • Band 3: 41
  • Insgesamt: 86

Weitere Zahlen, die festzustellen interessant wäre: Verhältnis Autor*innen/Figuren/Zeichner*innen of Color – Weiße Autor*innen/Figuren/Zeichner*innen; Verhältnis GLBTQIA*-Autor*innen/Figuren/Zeichner*innen – heterosexuelle Autor*innen/Figuren/Zeichner*innen; Verhältnis Trans* Autor*innen/Figuren/Zeichner*innen – Cis* Autor*innen/Figuren/Zeichner*innen, etc. etc. etc.

Insgesamt enthalten die drei Bände von “The Graphic Canon” 191 auf Literaturvorlagen basierende Comics. Davon basierten insgesamt 165 auf Vorlagen von Autoren*, 25 (!) auf Vorlagen von Autor*innen. Von den Hauptfiguren (so eindeutig eruierbar) waren 144 männlich*, 49 (!) weiblich*. Bearbeitet wurden die Vorlagen von 146 männlichen* und 86 weiblichen* Künstler*innen (wenn das für euch nach “viel” bzw. “in Ordnung” klingt, schaut euch die anderen Zahlen nochmal ganz genau an).

Wenn mir noch einmal ein Mensch was von “die Comicszene ist jetzt nicht mehr so männlich/Weiß/cisheterosexuell dominiert” erzählen will, verlinke ich diesen Rant. Denn das ist der Mainstream. Diese Comics werden wahrgenommen, besprochen, gekauft, gelesen.

Smash the patriarchy!

Die Frau ist frei geboren. Eine Comicbiografie über Olympe de Gouges

Ich möchte euch einen Comic ans Herz legen, eine Biografie Olypme de Gouges von José-Louis Bocquet (Text) und Catel Muller (Zeichnungen), in deutscher Übersetzung erschienen im Splitter-Verlag, mit dem Titel “Die Frau ist frei geboren”. Olympe de Gouges hat z.B. der “Erklärung der Rechte des Mannes und Bürgers” ihre “Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin” zur Seite gestellt – eine revolutionäre Tat.

Der Comic beginnt schon radikal – Olympes Eltern, Anne-Olympe Gouze und Jean-Jacques Lefranc de Pompignan liegen zusammen im Bett und reden über ihr zukünftiges Kind. Dann schlafen sie miteinander. Ich finde das radikal, da Sex in der Schwangerschaft ein ziemliches Tabuthema ist.

Auf diesen ersten Seiten wird allerdings die Komplexität des Comics schon ausgezeichnet sichtbar. Da liegen nicht nur zwei Menschen miteinander im Bett, sondern auch das 18. Jahrhundert, seine Hierarchien, seine Gesellschaft. Olympe de Gouges Eltern sind nicht mit einander verheiratet, ihre Mutter Anne-Olympe ist mit einem anderen Mann verheiratet und muss nach ein paar Stunden wieder gehen, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

Im Bett wird auch darüber gesprochen, wie das mit der Freiheit ist (nur für Reiche sagt Anne-Olympe), ob Jungen oder Mädchen besser sind (Jungen, sagt der zukünftige Vater), die etwas sonderbare Beziehung zwischen Olympes Mutter und ihrem Vater (kannten und liebten sich schon als Kinder, Olympes Vater ist Anne-Olympes Taufpate, aber heiraten konnten sie nicht, weil er adelig ist) wird angeschnitten. Anne-Olympe wird einerseits liebe- und lustvoll, andererseits als Besitz behandelt. Am Ende des ersten Kapitels wird Olympe de Gouges – eigentlich Marie Gouze – geboren und mit den Worten “Es ist leider nur ein Mädchen” begrüßt. Auf der Seite des Splitter-Verlages könnt ihr dieses erste Kapitel nachlesen.

Ich erzähle euch jetzt nicht den ganzen Inhalt des Comics, immerhin umfasst der 480 Seiten, in der fembio-Datenbank von Luise Pusch gibt es aber einen Eintrag zu Olympe de Gouges, der sehr informativ ist. Da ich mich nicht wirklich eingehend mit Olympe de Gouges bzw. Frankreich im 18. Jahrhundert beschäftigt habe, kann ich euch nicht sagen, ob der Comic 100% “historisch korrekt” ist. In der Bibliografie steht: “Der biografische Rahmen dieses Buches findet seine Quellen in den autobiografischen Schriften von Olympe de Gouges, aber auch bei drei Autoren, die Olympes bahnbrechende Arbeiten einem breiten Publikum offenbarten: Benoite Groult (…), Olivier Blanc (…) und Félix-Marcel Castan (…).” Es folgen 5 Seiten Quellen bzw. weiterführende Literatur – was ich positiv finde. Zusätzlich finden sich noch ein- bis zweiseitige Biografien der wichtigsten Personen, die außer Olympe im Buch vorkommen. Ihre “Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin” ist auch zur Gänze (mit Präambel) im Comic nachzulesen.

Allerdings ist es auch bei Comics so wie bei Filmen und bei Geschichte im Allgemeinen: Die 100%ige Wahrheit kann nicht garantiert werden. Aber anstatt zu simplifizieren, stellt der Comic Menschen mehrdimensional dar und macht klar, unter welchen Zwängen – ökonomischen, gesellschaftlichen – die Menschen leben. Olympe de Gouges wird in allen ihren Facetten dargestellt, interessiert an Wissenschaft und Bildung, Politik und Philosophie, romantisch, theater- und literaturliebend, traumatisiert, empathisch, scharfsinnig, sexuell aktiv, humorvoll, kritisch, sich um ihre Familie und Freund*innen sorgend.

Der Comic selbst ist schwarz-weiß und erinnert mich teilweise ein wenig an Holzschnitte (wegen der vielen Schraffuren). Dabei ist er sehr detailreich, aber nicht bis zur Unübersichtlichkeit detailliert. Bei großen historischen Ereignissen geht ein Bild schon über eine ganze Seite, ansonsten sind die Seiten in wechselnd große Panels aufgeteilt (meistens 5 bis 6). Die Schrift hat eine angenehme Lesegröße, insgesamt ist das Lettering aber ein wenig unruhig. Besonders eindrücklich finde ich die lebendige Mimik – speziell in den Frauengesichtern ist genau zu lesen, wie sie sich in bestimmten Situationen fühlen. Die Figuren sind individuell gezeichnet, d.h. es gibt wenig “generische” Gesichter und sie sind gut auseinanderzuhalten – finde *ich*. Da gibt es auch andere Ansichten dazu.

Was mir an dem Comic aus feministischer Perspektive auffällt, ist der Umgang mit Nacktheit und Sexualität. Einerseits wird Sex als lustvoll für Frauen (nicht nur Olympe) dargestellt und als mehr als PIV, andererseits wird aber auch die Realität gezeigt, in der Olympe lebt – an dieser Stelle eine Triggerwarnung wegen sexueller Gewalt. Diese wird nicht ausgedehnt und sexualisiert dargestellt, ist aber vorhanden. Primäre Geschlechtsorgane sind nie zu sehen – weder männliche noch weibliche, nicht einmal Schamdreiecke – was zum Teil ein wenig sonderbar wirkt. Nacktheit kommt in Situationen wo Nacktheit zu erwarten ist vor: Wenn zwei miteinander schlafen (aber nicht immer – manchmal sind sie auch bekleidet), wenn Kinder gestillt werden, wenn gebadet wird.

Andererseits gibt es auch Szenen, in denen ich mich frage, welche “gaze” hier angesprochen werden soll, z.B. eine Szene in der Olympe nackt in der Badewanne sitzt, dann aufsteht und sich abtrocknet, während sie mit ihrer Schwester redet. Warum wurde dieses Setting gewählt? Zu einem früheren Zeitpunkt gibt es eine Szene, in der Olympe ebenfalls in der Badewanne sitzt und mit ihrer Schwester redet – da hat sie allerdings eine Kopfbedeckung und einen Bademantel (ja, das gab’s) in der Badewanne an. Sollen diese Szenen die sich verändernde “Bademoral” zeigen? Die Intimität, die zwischen den Schwestern besteht? Darstellen, wie gerne Olympe Bäder nimmt? Beide Male geht es um Geld für Olympes Mutter.

In einer anderen Szene kühlt eine Frau bei einem Picknick ihre Füße in einem Fluss – dabei zieht sie aber den Rock weit über die Oberschenkel hoch. Wozu? Zweimal wiederholt sich die Szene, dass Männer auf einem Stück Papier schreiben, das auf der nackten Olympe liegt. Hat sie da ihren Consent gegeben, zum Schreibtisch zu werden? Angesichts der Tatsache, dass die Comic-Olympe durchaus ihren Unmut bzw. Unwillen ausdrückt, wenn sie nicht will … *schulterzuck* Andererseits finde ich persönlich keines der Bilder von nackten Menschen in diesem Comic besonders auf “sexy” ausgelegt (vielleicht auch wegen dem Zeichenstil) – da habe ich schon ganz andere Bilder gesehen.

Olympe de Gouges hat sich sehr gegen die Sklaverei eingesetzt und hatte auch Kontakt zu Schwarzen Menschen (zumindest laut Comic). Diese werden auch im Comic dargestellt und zwar als Individuen (also unterschiedlich gezeichnet). Besonders oft kommt Joseph Boulogne, Chevalier de Saint-George vor. Dadurch, dass ich den Comic in der deutschen Übersetzung gelesen habe, kann ich leider nicht entscheiden, was von der Verwendung des N-Wortes zu halten ist, das allerdings vor allem den Schwarzen Figuren in den Mund gelegt wird. Da hätte ich mir eine kritische Anmerkung, z.B. der Übersetzerin gewünscht, um zu erfahren, was in der französischen Ausgabe steht bzw. warum hier ausgerechnet dieses Wort verwendet wurde. Irgendwie reicht mir da die “historische” Begründung nicht. Hmmm.

Natürlich kann die Lektüre dieses Comics eine eingehende Beschäftigung mit Olympe de Gouges nicht ersetzen. Aber erstens ist der Comic wirklich gut zu lesen und zweitens werden so viele Themen angeschnitten, die dann beim eventuellen weiterführenden Studium verfolgt werden können, dass sich die Lektüre wirklich lohnt.

Hier sind noch ein paar Links zu anderen Kritiken (ich hab jetzt nur die genommen, die ich selbst gut fand, d.h. v.a. ausführlich und ohne inhaltliche Fehler):

Auf Comicgate von Jons Marek Schiemann

Auf Comicblog.de von Michael Nolden

Am Ende dieses Blogposts von Lucie auf Kleinerdrei

Gepflückt und in den Korb gelegt (Linksammlung 1)

Ja, ich könnte ein Tool benutzen, um die Texte und anderen Dinge, die ich spannend finde oder die mich zum Nachdenken anregen, dauerhaft aufzubewahren und so. Gibt es viele. Aber warum nicht eine Linksammlung, für mich, damit meine Inbox weniger vollgestopft ist, und falls ihr hier spannende Sachen für euch findet, ist es doch auch gut. Hier ist die erste.

Triggerwarnungen gelten für die meisten Links. Es gibt keine Ordnung und kein Thema. Ich stimme nicht immer allen Inhalten zu und weiß, dass manche (oder alle) Konzepte kontrovers disktutiert werden.

Hier sind die kritischen Anmerkungen von bell hooks zu “Lean In” von Sheryl Sandberg, nur falls ihr sie noch nicht gelesen habt.

Via @der_welle diese Rede von Emi Koyama: “The Uses of Negativity: Survival and Coping Strategies for Those of Us Who Are Exasperated by the Empty Promise of “It” Getting “Better”“. Ich lese oft auf Twitter und anderswo über “Stärke” und “stark sein” und was das in den Menschen auslöst, die dann das Gefühl haben im “stark sein müssen” gefangen zu sein, in den unterschiedlichsten Kontexten.

Emi Koyama verlinkt auch zu Barbara Ehrenreich, die mir ebenfalls immer wieder einfällt. Hier sind Barbara Ehrenreichs Hauptpunkte in einem Video von RSA Animate. Ich mag die RSA Animate-Videos, obwohl ich nicht mit allen übereinstimme (kritische Überprüfung muss auch hier sein) und nur in 2 von 19 Videos Frauen* sprechen. Barbara Ehrenreich nimmt jedenfalls sehr gut diesen Zwang zum “positiven Denken” auseinander, der immer mehr überhand nimmt.

Ein weiterer Text, der hier gut passt, ist die Antwort von Caroline Criado-Perez auf Naomi Wolf (obwohl der Begriff “sisterhood” kontrovers diskutiert wird, da auch “sisterhood” zu Silencing führen kann … größeres Thema).

Heute bin ich via @janine_bd auf eine mir bisher unbekannte Comiczeichnerin*, Animatorin*, Illustratorin* gestoßen: @Timtimsia. Hier ist ihre Website und ihr Blog, auf dem sie Comics in französischer Sprache veröffentlicht. Diese Comics sind umwerfend und tief berührend. Hier ist ihr Comic über Feminismus, “Le Syndrome de Cassandre“, aber lest unbedingt weiter. Zum Beispiel diesen Comic (ja, so geht’s mir auch ^^).

Eine Twitterin, der ich gerne folge, weil sie so spannende Sachen (für mich als Historikerin) twittert und bloggt, ist Joanne Bailey, auf Twitter @JBHist. Sie lehrt an der Oxford Brookes University, beschäftigt sich besonders mit der Zeitspanne vom 17. bis ins 19. Jahrhundert und spezialisiert sich darin auf Ehe, Elternschaft, Familie und Maskulinität (ja, die wird innerhalb der Frauen- und Geschlechtergeschichte auch erforscht, wie ich schon kurz angemerkt habe). Sie beschäftigt sich auch sehr viel mit Material Culture. Zum Einstieg seien euch diese Blogposts empfohlen: “I fell down the stairs”: Marital Violence, Material Culture and Space, in dem sie zu einem öffentlich zugänglichen weiterführenden Artikel von ihr verlinkt; und “A lesson in domesticity” in dem sie erklärt, worum es beim Studium der Material Culture geht und über ihre Untersuchungen zu Männern und Domestizität schreibt.

Via @OUPAcademic erreichte mich dieser Text von Jean H. Baker, Herausgeberin des Buches “Votes for Women. The Strugge for Suffrage Revisited”, die die Wirksamkeit der Paraden der Suffragisten in den USA beschreibt und auf die Einschränkungen des Wahlrechts durch die Republikaner aufmerksam macht.

Sehr lustig war die Hashtagaktion #RespondToMenLikeAnNPC, lanciert von @ami_angelwings und @Rhube, hier könnt ihr den Storify von @Rhube nachlesen.

@felis_blue verlinkte den Text eine_r_s anonym bleiben wollenden Autor_in_s “What is sex? What is gender?” auf Twitter, zu dem es auch eine deutsche Übersetzung gibt: “Was ist Geschlecht?”

Einen Text, den ich ab jetzt immer verlinken werde, wenn wieder einmal ein Mann darüber klagt, dass ich ihm dem Feminismus(TM) nicht erkäre, hat @lotterleben auf Twitter verlinkt: “Feminists are not responsible for educating men” von Cecilia Winterfox.

Laura Bates, Gründerin des Projekts Everyday Sexism beschreibt, wie Frauen*hass im Internet Frauen* von der vollen Teilname an der Demokratie abhält: “Online misogyny prevents women from fully participating in democracy”

Und schließlich noch: