Die Königin macht Ferien 13: Seufzen

Blumen verstecken Traurigkeit, Wut und Sorge. Kann es nicht anders gehen, Welt?

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Katzenkater am Liebsten fest drücken, der will aber nur Streicheleinheiten, also nicht fest drücken.

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Seufzen.

Feststellen, dass ich die Verbindung zum Internet kappen muss, weil das Knäuel in mir und der Wunsch wegzurennen immer größer werden und alle Gedanken immer mehr kippen, bis auch die Fertigstellung einer Kinderhose nur die Assoziation “Grabbeigabe” hervorruft. Stopp sagt die Königin, wird zur Superheldin & rettet sich erst mal selbst.

Ich hab es auch tatsächlich geschafft, durch beruhigendes Wollaufwickeln und gutes Zureden, Trauer, Wut und Frust nicht in Frustessen aufzulösen. Stattdessen habe ich gekocht und eine Sauce erfunden.

Und nachdem die untergehende Sonne Wolken, Berge und Licht rosa macht und ich das Internet absolut nicht vermisst habe, denke ich leise über gewisse Pausen oder neue Methoden (nicht beim Essen!) nach, die ich sowieso nicht einhalten werde, also ok.

Jetzt aber packen, morgen geht es mit einem großen Schlenker nach Oberösterreich zurück nach Wien und ich freue mich schon. Ja. Ich freue mich.

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Die Königin macht Ferien 12: Regen

Twittermorgen, Gewittermittag. Viel habe ich (noch?) nicht zu sagen, außer, dass ich heute fancier angezogen bin als gestern (Lieblingswallerock, selbstgestricktes Jäckchen, Brosche) und mich wohler fühle.

Sonst?

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Dann regnet es. Wir superfancy auf dem Sofa.

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Am Abend mache ich für die Königinmutter Faxen

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und fahre meine Hörner aus.

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Drachenkönigin.

Die Königin macht Ferien 11: Land

Die Gartenrotschwänzchen schimpfen den Katzenkater an. Den hatte ich eben erst gefangen und abgeschnuddelt und statt wie üblich zu zeigen, dass er runterwill, hat er gefaucht. Ts ts.

Im Radio wird über das “Pedalklavier” berichtet, ein “ausgestorbenes Tier der Musikgeschichte”. Und hier kommt die Königinmutter mit dem Riesenfrühstückstablett. Sie erzählt von ihren Erlebnissen und Plaudereien mit Spinnen und Grashüpfern. Gegenüber stehen Taglilien, Disteln und Malven, die über Spinnenfädenbrücken alle miteinander verbunden sind, ein eigenes Stromnetz.

Nach dem Frühstück soll ich wieder einmal beim unsäglichen Hüttlrücken mithelfen, weil das Hüttl nicht gerade steht. Diese alte Holzgartenhütte ist mein persönliches Hassobjekt und hätte ich einen Flammenwerfer, wäre sie Geschichte, egal ob sie hundert Jahre alt ist oder nicht. Aber die schwarzen Gartenhandschuhe und roten Gummistiefel bringen mich zum Kichern und die Königinmutter auch, als sie sieht, dass ich ironisch “sexy” Selfies mache.

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So könnte ich auch einen Mord begehen.

Ein Besuch im Flohmarkt direkt neben dem Haus. Dienstags, mittwochs und donnerstags wird dort alles mögliche zu Gunsten der Freiwilligen Feuerwehr verkauft. Die Frau, die den Flohmarkt betreut ist mit der Königinmutter befreundet – Dorfnetzwerk. Ich finde Knöpfe und Stricknadeln und eine Brosche. Dann wühle ich ein klein wenig in der Kinderkleidung, ob ich einfarbige Sachen finde, die ich gestalten und verschenken kann.

Später stelle ich aber fest, dass das eine gelbe T-shirt perfekt zur Hose passt, die ich gerade stricke. Sofort muss ich an einen Text denken, der mir schon lange auf der Seele sitzt. Ich sehne mich nach einer Tastatur.

Dann legt sich der Katzenkater ins Gras und linst mich an – eine deutliche Aufforderung zum Streicheln. Als er wieder faucht, schimpfe ich mit ihm. Solche neuen Moden lasse ich nicht durchgehen. Aber die Königinmutter meint, er sei wahrscheinlich beleidigt, dass ich nicht früher gekommen bin und meckert mich deswegen an. Da hilft nur Knuddeln bis er zufrieden ist.

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Später schaue ich im Garten, was alles wo wächst, entdecke Himbeeren, nasche zwei rote Ribisel, sehe, dass sich die von mir ausgesuchte Clematis bereits munter mit der anderen Clematis verbindet. Dann entdecke ich den Ort, wo die Katzen hinpinkeln und lausche den ersten Regentropfen, die auf den Kürbis-, Zucchini- und Gurkenblättern ein Trommelkonzert veranstalten.

Dann:

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Und diesmal hat er nicht gefaucht.

Die Zeit vergeht mit Essen und Stricken. Der Katzenkater paniert sich, damit ich ihn fressen kann.

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Ansonsten betrachten wir die Malven in der Abendsonne:

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Dreigängige Menüs, weil das Kind da ist. Das Kind mag das.

Das Kind mag nicht so: In den Kleidern aus seiner Teenagerzeit herumsitzen. Das Kind will endlich über seine Kleidung und sein Gefühl über Kleidung und all diese Dinge schreiben. Und über noch viel mehr. Wenn das Kind wieder an der Tastatur ist.

Später dann ein vertrautes Ritual: Film schauen mit der Königinmutter, dabei das Dessert essen. Später kommt der Katzenkater dazu und legt sich auf dem Sofa auch in seine rituelle Position: Links neben meinen Oberschenkel, um meinen linken Arm gekringelt, damit ich ihn optimal am Bauch kraulen kann.

Land. In Sich_t.

Die Königin macht Ferien 10: Königinmutter

So. Abreise. Weggang. Flucht. Am Ende des heutigen Tages steht die Königinmutter am Gleis (die Königin von Angst geplagt, es könnte nicht so sein, am Bahnhof auf den Zug wartend und mit den Tränen kämpfend, aber ich bin mir mit dem Koffer schmerzhaft gegen die Ferse gefahren, das reicht doch, oder?). Vor mir ist ein Weinberg und ein Güterwaggon aus Dürrenäsch mit Schweizerkreuz. Der Zug, der mich zu ihr bringt, ist kurz.

Ich habe fast nicht geschlafen, geplagt von Schmerzen in der linken Schulter, von der Hitze, vom Lärm, aber Ohrstöpsel wollte ich nicht verwenden, vor Angst, den Wecker nicht zu hören, den Zug zu verpassen …

Endstation ist Wien Westbahnhof, aber ich steige ungewohnterweise schon in Linz aus und dort in den Zug zur Königinmutter. “Wenige Minuten später” heißt es an der Anzeigetafel – wie in einem Film, einem Buch. Immer ist es “wenige Minuten später”. Ich schmunzle. Beim Betrachten meines langsam verwaschenen Sommerkleides streift mir dann ein Gedicht durch den Kopf.

Für Dienstagmorgen ist der Zug erstaunlich voll. Wollen die alle nach Wien? Oder doch nur nach Regensburg oder Passau?

Auch der Schienenersatzverkehr konnte nicht verhindern, dass ich am Ende des Tages von der Königinmutter umhalst wurde, den Katzenkater abgeschnuddelt habe, köstliches Essen gemampft habe und erschöpft und glücklich ins Bett fiel.

Mal sehen, ob ich das Ferientagebuch jetzt noch weiterschreibe …

Die Königin macht Ferien 9: Alles nur Zufälle

Meine Gastgeber_innen und Hamburg verabschieden mich warm und herzlich, trotz Regen. So leicht es mir fiel, aus Berlin abzureisen, ja so dringend es mir ein Bedürfnis war, so wenig will ich nun von Hamburg fort.

Mein Zug fährt – urgs – nach Berchtesgaden. Dort war ich vor meiner Anmeldung auf Twitter, ja, mit allem Drum & Dran, per Lift auf den Berg, alles. Ich steige aber schon früher aus, in Würzburg. Dort war ich noch nie. Also, durchgefahren bin ich, aber ich habe nie angehalten, mir nie die Stadt angesehen.

Menschen in Panik im Zug – ihre Sitzplätze! Die sind in der Tat etwas subtil an den Fenstern angezeigt. Eine schweißelnde Radfahrertruppe aus Lübeck – wofür hab ich mich eigentlich geduscht? Ich bin versucht, mir ein Spitzentaschentüchlein mit Lavendelwasser zu wünschen.

Von Mani Matter gibt es ein Lied, “Ir Iisebahn”. Da heißt es dann immer “dr Zug fahrt” am Ende der Strophe. Und auch “Ir Iisebahn sitze die einte eso, dass sie alls wo do chunnt scho vo Wiitem gsänd cho” und von den anderen, die gegen die Fahrtrichtung sitzen, “dass sie alles chönd gseh wo vor Langem isch gsi”. Ich blicke auf Hamburg zurück.

Die Deutsche Bahn will mir offensichtlich keinen Strom schenken, aber lieber wandere ich mit leerem Akku durch Würzburg (keine Sorge, ich weiß wo ich hin muss), als mir stundenlang Fußballgeschwafel anzuhören. Die Frage ist nur: Klassik, Lieder aus Anime oder Folk? Oder eine Masterlist basteln?

Streng! Ein loses Fahrrad in Wagen 17 führt zu längerem Aufenthalt in Lüneburg und wenn es ein herrenloses Fahrrad sein sollte, wird es auf dem Bahnsteig ausgesetzt! Drama! Ist mein Fahrrad eigentlich grad damenlos? Und ist Damenhaft nicht eigentlich sehr unerfreulich? Ach, egal, Strickzeug.

In Würzburg finde ich alles schnell, bin aber viel zu früh dran fürs Beziehen des Hotelzimmers und warte daher geduldig bei der Pleichentorkirche und beäuge meine haarigen Beinchen. Es ist so feuchtwarm wie in Berlin, aber mit leichtem Wind. Hier am Rande der Altstadt wachsen Malven und Brunnen und Steine. Mal sehen, wo es mich heute noch hinverschlagen könnte.

Als die Frau im Rathaus eine Schachtel voll dicker Goldringe herauszieht, mit der Bemerkung, dass diese nichts wert seien und ich hoffentlich nichts dafür gezahlt hätte, bin ich ein wenig geflasht. Bei meiner Ankunft in Berlin dachte ich an den Film “The Sting” und fragte mich, wie wohl heute con artists überleben. Tja, indem sie zum Beispiel so tun, als hätten sie einen Goldring gefunden, den sie dann übergeben und um Geld für Essen bitten. Ich hab den Ring dann brav zum Fundamt getragen. Die Schachtel Goldringe erinnerte mich an das Buch, das ich gerade lese, “Ostland” von David Thomas (keine Empfehlung) und an sein Thema. Plötzlicher Metaebenenoverload.

Ich verkrieche mich im Hotel. Aber ich entkomme der Metaebene nicht. In Hamburg hatte ich mich mit meinen Gastgeber_innen über Holodecks unterhalten und mich dunkel an eine Episode erinnert, in der die Besatzung im Holodeck festhängt und nicht rauskommt. Und was läuft im Fernsehen? Genau diese Folge. Mir ist ein wenig unheimlich zumute.

*zieht sich die Bettdecke über den Kopf*

Die Königin macht Ferien 8: Regenmacherin

Am Donnerstag sagte ich: “Wenn’s am Sonntag regnet, möchte ich in die Kunsthalle.” Nun, es regnet. Es tröpfelt leise und irgendwo platscht Wasser so herunter, als würde jemand mit wenig Wasser duschen.

Also in die Kunsthalle. Die hat eigentlich quasi geschlossen, nur im Kubus sind Sonderausstellungen. Das steht aber weder auf der Website noch außen dran. Aber nun waren wir ja mal da, also gingen wir auch hinein.

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Es gab eine Ausstellung über Kunst aus und über Hamburg und eine über Honoré Daumier und Henri Toulouse-Lautrec.

In der Ausstellung “Lichtwark heute” gefielen mir vor allem die Werke von Jill Baroff. Ihre “Tide Drawings” halten den Wasserstand an verschiedenen Orten, z.B. an der Elbemündung fest, indem Kreise auf japanisches Gambipapier gedruckt werden, die dann auf ein Trägerpapier übertragen werden. Dabei entstehen auch Unregelmäßigkeiten, die von weitem aussehen wie breite Tuschepinselstriche. Ein Bild bestand aus zusammengeknüllten Streifen – wunderschön!

Über die entsetzten Gesichter in dieser Karikatur Honoré Daumiers musste ich sehr lachen. Der Titel lautet “Les Bas Bleus” – Die Blaustrümpfe. In der Unterschrift steht folgendes:
Die Szene spielt im Odeontheater (im Parterre) nach einem Stück, das großen Gefallen gefunden hat, also wird nach dem Autor gerufen.
Die Frau* sagt: “Meine Herren, ihre Ungeduld soll befriedigt werden … Sie wünschen den Autor dieses bemerkenswerten Werkes kennenzulernen, das einen so großen und, ich muss es sagen, verdienten Erfolg erhalten hat … dieser Autor … bin ich!”
Im Seitenscheitel, in der Brille, im Kleid erkannte ich mich wieder.

In einer Installation entstand dann: And I … was never here.

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Im Museumsshop ärgerte ich mich über diese Comics – nur 2! über Künstlerinnen* und die waren auch noch schlecht gezeichnet, schlecht gemacht, machten sich über Künstlerinnen lustig … GRRRR!!!

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Und im Café, das wir danach aufsuchten, standen schöne Nelken auf dem Tisch.
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Danach, tja. Dings. Dann Packen, dem Hupen lauschen, schlafen.

Die Königin macht Ferien 7: Sommeressen

Langes Frühstück, lange Gespräche heute. Am Abend ein Essen mit befreundeten Bibliothekar_innen, ich wohne ja auch bei einer befreundeten Bibliothekarin und ihrer Familie, wie auch letzten Sommer schon und ich mag es sehr hier.

Vorher einkaufen. Auf dem Plan standen Rosmarinkartoffeln, Tomatensalat und das  Linsensalatrezept, das meine Familie seit langem glücklich macht. Auf dem Weg kam noch ein Kleid mit, so wie letzten Sommer, ein ganz schickes. Brauch ich nur noch einen Anlass & Unterwäsche dafür. Für die Königinmutter kam Bitterorangenmarmelade mit.

Kochen, vorbeireiten, Gäst_innen vom U-Bahnhof abholen, essen, genießen, reden reden reden, noch mehr reden. So mag ich das.

Die Königin macht Ferien 6: Mückenmord

Mir war erst nicht nach Rausgehen. Anscheinend habe ich tief geschlafen und dann war ich angenehm faul. Nachdem mir meine Gastgeber_innen gestern vom Stadtpark vorgeschwärmt hatten, machte ich mich mit Gedanken an eine schattige Parkbank und fröhliches Flanieren auf den Weg. Es war sogar ein wenig kühl.

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Irgendwann fand ich mich dann am Planetarium wieder, mit dem.Tod zweier Gelsen auf dem Gewissen. Jetzt sitze ich da im Halbschatten, Wasserrauschen, leichten Wind … und genieße es.

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Kam das Ding aus dem Teich oder ging es zurück?

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Leichter Neid auf Menschen mit Fahrrad macht sich breit – ich muss dann zurücklaufen. Hier macht mir das Fahrradfahren weniger Angst als in Berlin. Aber nun gut, geh ich halt.

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Ich höre Operntöne, Sängerinnen*, die sich aufwärmen. Kurz danach ein toter Maulwurf. Dann die zwei Mädchen mit ihren Gitarren, die ich schon vorher gesehen hatte.

In die falsche Richtung gegangen und dem Planetarium wieder näher gekommen. Zurück. Die Rhododendren überall müssen im Frühling den ganzen Park verwandeln. Ich frage mich, ob es so aussieht wie im Rhododendrongarten aus Spirited Away. Kurz denke ich an eine Stelle aus Carolin Emckes Buch, wo sie sich wünscht, in das Innere eines Rhododendronbusches vorzudringen – das ginge hier.

Auf der Wiesendammbrücke werde ich aufgehalten:

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Disteln, Brennnesseln, Glockenblumen, Breitwegerich und Hortensien. So viele. Eine Pflanze, die aussieht wie eine Kletterhortensie. In Berlin habe ich viel weniger auf die Pflanzen geachtet, diesmal.

Müdigkeit schlägt zu. Die Königin geht früh schlafen.

Die Königin macht Ferien 5: Stadtwechsel

Weg. Weg von hier, ich bin berlinsatt. Ich will woanders hin, so schnell wie möglich.

Aber Geduld. Erst nochmal zu Frau Tulpe, das vergessene Stück Stoff holen. Versuchen, ein Lokal fürs Frühstück zu finden. Alles entweder zu oder überfüllt. Flucht. Ein bisschen in Internetnähe ausharren, dann ab zum Bahnhof, bequem lesen, auf den Zug warten.

Überlegen, was ich eigentlich in Hamburg anstellen will …

Im Zug wandern die Gedanken zurück – eigentlich denke ich übers dick werden nach und lande dann bei meinem Vater und vor Erschöpfung und Anspannung heule ich, nachher geht’s aber besser.

Hamburg, Buchübergabe, dann raus zu meinen lieben Gastgeber_innen, plaudern, Pläne aushecken, gutes Essen – und schon ist Schlafenszeit.

Die Königin macht Ferien 4: Schmelz

Letzter Tag in Berlin, morgen wechsle ich die Stadt. Frühstück, Pläne. Irgendwann noch Wäsche waschen …

Treffen mit der Berliner Lieblingsbuchhändlerin mal außerhalb der Buchhandlung zum Frühstück. Danach noch ein Treffen geplant, aber es fällt aus, macht nichts. Also Wäsche waschen im Waschsalon in der Torstraße 115. Es ist heiß und schwül, ich wünschte, ich wäre im Schwimmbad, im kühlen Wasser.

Mir kommt der Gedanke, dass ich eigentlich nichts anderes tue als in Wien auch oder was ich dort gerne täte, nur tue ich es dort nicht, da klebt dann oft das Haus zu sehr an mir oder ich am Haus. Mir reicht das auch schon, dieses Wetter macht auch eine Expedition zum Waschsalon anstrengend genug oder vielleicht hatte ich letztes Jahr mehr Energie? Ich finde das ok.

Noch mehr Bücher zum Lesen, Buchempfehlungen aufgelesen. Wenn die Wäsche dann trocken ist (wie lange das wohl dauert?), hüpfe ich wieder in die Straßenbahn und fahre nochmal weit raus. Wären die M1 und die 12 aus Plüsch, ich würde sie fest knuddeln und meine Wange an ihnen reiben.

Aber eigentlich habe ich in der Straßenbahn diesmal vor allem gelesen. Mit dem fast ausgelesenen Buch “Wie wir begehren” von Carolin Emcke und dem Sack frischer Wäsche kehre ich ins Hostel zurück, es donnert und blitzt, regnet dann, kühlt aber nicht wesentlich ab. Als ich die Wäsche aus dem Sack räume, ist sie noch warm vom Trockner.

Hunger treibt mich wieder raus. Bei der Straßenbahnstation landet ein Marienkäfer auf meiner großen Zehe, will aber nicht fotografiert werden. Hunger, aber ich weiß nicht auf was. Irgendwas Salatiges, Saures. Wie weit will ich fahren, suchen? Ein bereits vertrautes Lokal oder ein ergoogeltes? Ach, einfach mal fahren, schauen, was die Nase sagt, die Augen.

Weil der präferierte Eisladen schon um 18 Uhr schließt, gibt’s halt vorher Eis. Und dann rosa Grapefruitlimonade und Quiche.

Es ist vielleicht ein Grad kühler geworden, schwül ist es immer noch. Angeblich in Hamburg auch sehr heiß. Und jetzt heißt es wieder packen, ich hasse packen.

Beim Packen merken, dass ich was vergessen habe. Morgen also mit Umweg zum Bahnhof. Aber ich hab Zeit …