Skizzen vom Umzug der Königin

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Zuerst sind die paar leeren Regalfächer wie Wackelzähne oder Zahnlücken. Immer wieder stoße ich mich daran, dass dort keine Bücher mehr sind – wo sind sie? Sie sind in bisher 16 Kisten, zusammen mit 2/3 meines Wollvorrats und einem Haufen an Papier und Kram, der eigentlich sortiert gehört. Mach ich dann nach dem Umzug. *hust*

Ich verwische meine Spuren, nehme die Magnete vom Kühlschrank. Soll ich die “Bau dir ein Gedicht”-Magnete nach dem Umzug weiterschenken? Ich habe sie ja schon seit 2000 oder so und auf dem anderen Kühlschrank haben sie nicht wirklich Platz. Es fehlen nun noch das Geschirr, das Zeug, das so in den Schubladen herumturnt und meine Kleider … und der Inhalt der Vorratskammer und das Zeug im Bad und … habe ich genug Kisten? Ja. Es ist nicht mehr viel. Es sieht viel mehr aus, als es tatsächlich ist. Sage ich mir.

Wieder in die andere Wohnung, fast alle meine Hoodies im Schlepptau zum Waschen und ein Rucksack Bücher für den offenen Bücherschrank. Welche Personen wohl die anderen drei Rucksackladungen Bücher bei sich aufgenommen haben? Ich habe auch meine wichtigsten Papiere dabei – nur hat die Königinmutter ihren Aktenschrank noch gar nicht ausgeräumt! Halb ärgere ich mich, halb lache ich – sie hat ja kürzlich gelernt, was das Wort “Prokrastination” bedeutet.

Ich wische den Boden. Ich werde ihn nochmal wischen müssen, wenn die Dusche Wände und eine Tür hat, was angeblich Montag geschehen soll. Bis der Staub nicht mehr im Hals kratzt – wie oft muss ich da noch wischen? Wenn alle Möbel, die ich mitnehme, Shoebox Castle verlassen haben, wird auch dort das große Putzen losgehen.

Jetzt sind es 25 Kisten und es fehlt nur noch das Geschirr und der herumliegende Kram. Ich habe die Steinsammlung doch eingepackt, zwischen Lagen von Wolle, es ist eine kleine Kiste, nicht zu schwer. Die herumliegenden Haufen werden kontinuierlich kleiner, die Schubladen werden immer leerer, schon ist der Inhalt des Großvaterschrankes bis auf die Hausapotheke und das Werkzeug in einer Kiste, alle Stifte, Perlen, Stricknadeln in ihren Schuhschachteln und Vorratsdosen und alles ist mit in Plastiksäcken aufbewahrter Wolle vor Stößen geschützt, hoffe ich.

Ich möchte mich auch gerne in Wolle packen. Mein Geduldsfaden ist so kurz, meine Haut nicht mehr dünn sondern eine dicke Schutzhülle, die zu allem Nein sagt.

Seit zwei Tagen kutschieren die Königinmutter und ich meinen Krempel durch Wien. Fast alle Kleider, Handtücher, Leintücher sind nun schon hastig in den Spiegelschrank in Shoebox Palace gestopft. Wenn dann am Samstag die Möbel an ihren neuen und (fast) endgültigen Orten stehen, kann ich alles wieder rausräumen – naja, im Juni dann. Vorher wird es lustig.

Es ist nicht mehr viel, sage ich seit Tagen und doch haben wir jetzt zweimal das Auto vollgestopft und noch ist nicht alles transportiert, das vor dem großen Umzug schon in der Wohnung sein sollte, oh nein. Es fehlt immer noch das Geschirr (für das es in Shoebox Palace momentan keinen Platz gibt), die Speisekammer ist noch voller Kisten und Marmeladegläser und in der kleinen Kommode sind noch Küchentücher, Mützen, Handschuhe. Uff. Es ist nicht mehr viel. Nur noch die allerwichtigsten Dinge. Und die Pflanzen.

Jetzt ist es wirklich nicht mehr viel. Mein Geschirr verschwindet in den Kisten, dann noch das Essen in der Vorratskammer und dann? Heute morgen habe ich schnell meine Ohrringsammlung, meine Broschen, die Dinge, die so an meinen wichtigsten Orten stehen zusammengepackt und mit der Schmutzwäsche und den restlichen Flaschen (Essig, ich habe sehr viel Essig … *kopfschüttel*) zusammen mit der Königinmutter nach Shoebox Palace gebracht. Es war Tränentag, auch wenn sie nicht geflossen sind, standen sie doch oft genug schon an der Kante des Augenlides und zappelten, weil sie hinauswollten. Fällt es mir schwer zu gehen? Ist es die Erleichterung, dass es jetzt bald vorbei ist?

Also Howl’s Moving Castle geschaut, weil ich mich von allen Ghiblifiguren wohl am meisten mit Sophie identifiziere und Mut geschöpft. Während Shoebox Castle immer leerer wird, ist Shoebox Palace eine Zusammenwürfelung von Dingen. Wenn die nächste Woche vorbei ist, kann ich sie aus ihrer Zusammenwürfelung in Zusammenhänge bringen. Einige schnell, andere langsam, bis ich mich zuhause fühle. Aber jetzt weiter mit Packen … (oh, auf der Heizung stehen ja noch die Windlichter.)

Alles ist gepackt. Seit einer halben Stunde sind auch die letzten Marmeladegläser und die Kerzen und ja, sogar der Kessel mit den hunderten Wäscheklammern (Erbstücke) so verpackt, dass sie gut zu transportieren sind. Die schweren Laden der Kommode habe ich herausgenommen, nur das Modem steht noch am Schreibtisch.

37 Kisten sind es geworden. Zweieinhalb Jahre habe ich hier gelebt. Es hallt schon ein bisschen und ich mache mir Gedanken, welchen Teil der Wohnung ich morgen zuerst putze. Das Bad kommt zuletzt dran, denn dort zeigt sich der Staub am deutlichsten und zweimal putzen mag ich es nicht. Wie leer wird es aussehen, wenn die 37 Kisten und die paar Möbel die mitkommen draußen sind?

Ich werde es morgen sehen. Die 37 Kisten und paar Möbel waren in eineinhalb Stunden im Möbelwagen verstaut, in 45 Minuten durch die Stadt kutschiert und in 45 Minuten von fünf Menschen zwei Stockwerke hoch getragen. Nun stehen sie an ihren Plätzen, meine Herzensmöbel. Im letzten Zimmer steht eine Burg aus Schachteln, drei habe ich provisorisch ausgepackt, weil die Königinmutter morgen welche braucht. Unten im Depot der Nachbarin stehen noch ein paar Dinge, meine Pflanzen stehen auch schon dort. “Spuck ein Pyjama aus!”, sage ich zum wild mit Kleidung vollgestopften Spiegelschrank.

Alles was jetzt kommt ist nicht mehr so schlimm. Einräumen wird Geduld erfordern, bis die Königinmutter endlich alle ihre Sachen aufs Land geschleppt hat. Aber jetzt kann ich mir Zeit lassen. Putzen, meh, aber in einer fast leeren Wohnung ist es viel einfacher. Irgendwelche Dinge turnen noch drüben herum (Wäscheständer!), aber mein Hausgeist ist mit mir umgezogen. Die Königinmutter hat ihn hergelockt – sie hat die Chance ergriffen und sich gewünscht, dass wir einen Film anschauen. Totoro natürlich. Und Totoro in meiner Totoroküche anzuschauen … ich bin jetzt hier zuhause.
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Es ist losgegangen

Die Königinmutter hat mich über die Schwelle geschubst. Am Wochenende wurden Kästen getauscht und all die Bücher, die wir vor ein paar Wochen eingepackt haben, damit sie die Renovation überstehen, wurden wieder ausgepackt und in die zweimal abgewaschenen Regale geschlichtet. Dort harren sie jetzt auf Neuordnung, denn eingeschlichtet sind sie eher wild. Im Sommer dann.

Mir ist übel, manchmal vor Stress, manchmal weil ich nicht dazukomme, Essen einzukaufen und mal wieder nicht frühstücke, der Umzug bringt alles durcheinander. Alles stresst, außer liebe Menschen sehen. Anziehen stresst, rausgehen stresst, Dinge im Kopf behalten stresst und wie meine Mutter beginne ich meine eigenen Knöpfe zu drücken. Ich entferne mich von mir. Ich leere die Augen und starre glasig durch alles durch, sehe weder Blüten noch Bäume, gerade dass ich den Duft der Robinien merke.

Zwischendurch ertappe ich mich bei der Ermahnung, erwachsen zu sein. Erwachsene schaffen Umzüge. Auch ganz alleine. Mit Kindern und Geldarbeit. Also wird das doch zu schaffen sein. Ist es auch. In ruhigen Momenten, in denen ich Wind und die Frische der Mailuft bemerke, ist alles schaffbar. Irgendwann steht alles an seinem Ort. Dazwischen sitze ich mit einem Koffer ungewaschener Wäsche, von der mehr als die Hälfte bereits in der neuen Wohnung bleiben kann und einem Rucksack voll Bücher, weil mir nichts anderes einfiel, das ich schnell mitnehmen konnte und warte auf den Bus der mich zur Straßenbahn die mich zur Straßenbahn die mich zum Supermarkt bringt, wo Abendessen eingekauft wird und vielleicht Frühstück und dann bin ich noch nicht Zuhause, sondern erst am neuen Ort.

Zuhause. Hab ich im Moment keines. Aber ich habe ein Zimmer mit rosa Schrank, der auf Tupfen wartet. Ich habe einen großen Spiegelschrank im selben Zimmer, der hoffentlich bei zukünftigen Selfies helfen wird. Einen Brandkasten voll mit Büchern. Einen blauen Vorratsschrank. Weiße Wände. Türen und Fensterrahmen, die nun fürchterlich dreckig aussehen. Und in der Donaustadt unzählige leere Kisten, die manchmal mahnend mit einem spookigen Geräusch zu Boden rutschen. Nein, ich habe noch nichts gepackt. Irgendwas untersagte mir, die “leichten” Kisten zuerst zu packen, aber jetzt ist es Zeit und es ist doch egal, womit ich anfange.

Wahrscheinlich sollte ich vor allem meine Steinsammlung von einem Ort zum anderen schleppen – denn es ist mir peinlich, sie von anderen schleppen zu lassen, die können schließlich nichts dafür, dass ich Steine sammle. Ach, ach. Viel lässt sich außer Packen nicht tun.

Später kehre ich zurück aus einer erneut staubigen Wohnung. In der Küche habe ich alle Flächen abgewischt, aber ich muss wohl nochmal und den Boden nochmal aufwischen und vielleicht sogar den sonderbaren grünen Staub aus den Bodenritzen saugen. Ein süßer Duft kommt aus der Gärtnerei auf dem Heimweg. An meinem Herzensort müssten langsam Frangipani und Geißblatt mit dem Blühen anfangen oder vielleicht dauert es noch zwei Wochen … und dann fällt mir ein, dass ich jeweils meine Wintermäntel transportieren könnte, wenn ich in die andere Wohnung gehe, weil die so viel Platz wegnehmen, also mache ich das morgen wohl.

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Space Pirate Cat Queen of the 13th Dimension und das verschwundene Frühstück

In einer anderen Dimension …

… der 13., um genau zu sein …

… ist Shoebox Castle ein Shoebox Spaceship und die Königin die Weltraumkatzenpiratenkönigin. Der Kater ist ihr trusty sidekick, Space Pirate Cat.

Ein neues Abenteuer beginnt:

Space Pirate Cat Queen und das verschwundene Frühstück

imageEines Morgens machte sich die Weltraumkatzenpiratenkönigin Frühstück. Dabei entdeckte sie endlich, dass sie das Instantporridge ins heiße Wasser rühren sollte und nicht das Wasser ins Porridge, egal ob das so auf der Packung stand oder nicht.

“Quäk!”
Jäh wurden ihre Gedanken über dieses Porridgeparadox unterbrochen.
“Quäk! Quäk!”
“Ja, Space Pirate Cat, was ist denn?”
“QUÄK!”
“Ja-haa!”

Die Weltraumkatzenpiratenkönigin ließ ihr Porridge in Ruhe und ging in die Shoebox-Spaceship-Biosphäre. Space Pirate Cat war dort und hüpfte quäkend auf einem großen Alarmknopf herum.

“Was ist los, Space Pirate Cat, warum willst du Alarm schlagen? Der Knopf funktioniert doch gar nicht.”
“Aber wir haben eine Löwenzahnalieninvasion!”
“Was? Das ist ja … köstlich! Schnell, ich mache uns Löwenzahnalienknospensalat zum Frühstück. Nur so können wir sie an der Ausbreitung hindern!”
“Aber ich mag keine Löwenzahnaliens!”
“Du bist ja auch eine Katze.”
“Ach so.”

Gesagt, getan, die Weltraumkatzenpiratenkönigin wanderte in die Kombüse von Shoebox Spaceship und begann, sie aufs Schrecklichste zu verwüsten.

“Kapitänin! Was suchst du?”, rief die Smutje.
“Die Sojasauce! Wo zum Barte der Weltraumkatzenpiratenköniginmutter ist sie hingekommen?”
“Sojasauce ist aus. Wir haben nur noch Weißweinessig und wenn du hier so Chaos machst, musst du alles wieder aufräumen.”
“Ich will das aber nicht.”
“Na, dann mach nicht so Chaos.”
“Na gut. Gibt’s wenigstens sonst noch was, das ich über meine Löwenzahnalienknospen tun könnte?”
“Gomasio.”
“Nehm ich.”

Leicht grummelig wanderte die Weltraumkatzenpiratenkönigin zurück zu ihrem Kapitäninnenbett, quartierte sich dort mit Porridge, Löwenzahnalienknospen und Kieler Blümchentee ein und begann zu essen und zu trinken. Dann vereinbarte sie eine Kaperfahrt mit dem Kapitän einer verbündeten Flotte und streichelte dabei Space Pirate Cat, wie das Weltraumkatzenpiratenköniginnen eben so tun. Wozu haben Weltraumkatzenpiratinnenköniginnen sonst Katzen?

Als die Weltraumkatzenpiratinnenkönigin aber aufstand, um sich für die Tagesarbeit fertig zu machen, verspürte sie aber plötzlich großen Hunger. Dabei hatte sie doch gerade gefrühstückt: Porridge, Löwenzahnalienknospen und Kieler Blümchentee. Das konnte doch nicht einfach so weg sein? Aber so war es: Das Frühstück war verschwunden, zurück blieb nur ein leeres Gefühl in ihrem Magen.

Wie wird es weitergehen? Lässt sich das Frühstück wiederfinden oder die Situation anders lösen? Lest weiter in “Space Pirate Cat Queen und die Riesenschnake”!

The Story of Queen Ermineld

Die Geschichte von Königin Ermineld begann mit diesem Tweet:

Das Poly-Olbion ist ein Gedicht von Michael Drayton, bebildert mit Landkarten von William Hole und Illustrationen von John Selden. Erschienen ist es in zwei Teilen, 1612 und 1622. Das Poly-Olbion-Projekt der University of Exeter arbeitet an einer neuen editierten Ausgabe und tweetet davon. Näheres könnt ihr auf der Website des Projekts nachlesen.

Für mich klang der Tweet sofort nach einem Gedicht (ich wette, er ist einfach ein Zitat) und schon reihten sich irgendwie die Worte, Bilder und Ideen aneinander. Und da ich heute mit Bauchgrummeln im Bett liege und Aufheiterung brauche, hab ich euch die Geschichte aufgezeichnet. Leider ist die Bildqualität (zeichnerisch und von der Fotografie) nicht so berauschend, aber für die Grundidee reicht’s. Also:

The Story of Queen Ermineld

Queen Ermineld lived out her days

Immonastered in Kent,

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But oh, she did not stay indoors,

No, no, she came and went.

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She went outside to feed the ducks,

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Oh and the poor, of course,

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And wandered through the countryside,

Through heather, bush and gorse.

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Although there is no gorse in Kent

And neither is there heather!

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Oh well, let’s say, Erm and her horse

Went everywhere together.

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They trundled uphill, trundled down

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(Wait, are there hills in Kent?)

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And neither she nor all the nuns

Cared where she pitched her tent.

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The Queen and her horse Trudelind,

They hung out with the sheep

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And all was well as long as Erm

Her dinner times did keep.

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So they lived happily and long,

The story’s at an end –

The story of Queen Ermineld

Immonastered in Kent.

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Wie die Königin von Shoebox Castle einmal drei Tage lang baff war

Es war einmal eine Königin, der fiel ein Tropfen heißer Tee auf den Fuß. “Aumiau”, fluchte sie und sah ihre Teekanne böse an. “Liebe Königin, ich kann doch nichts dafür, dass du dir Tee auf den Fuß tropfst”, sprach die Teekanne. Da zog die Königin eine Augenbraue hoch. “Beschwer dich bei meiner Designerin”, sagte die Teekanne zitternd, denn die hochgezogene Augenbraue der Königin war ein Gefahrenzeichen. “Na gut”, sagte die Königin. “Dann beschwere ich mich auch gleichzeitig über dein unangenehmes Henkeldesign und den Sprung im Deckelknopf.” “Ja, mach das”, sagte die Teekanne und wähnte sich aus dem Schneider.

Die Königin aß ihr Frühstück auf und rieb sich den Fuß. Dann rief sie den Haushofmarschall und trug ihm auf, eine Reise zur Teekannendesignerin vorzubereiten. “Aber Eure Majestät, diese Teekanne ist schon etwas älter, vielleicht lebt die Teekannendesignerin gar nicht mehr.” Da kniff die Königin ihre Augen zusammen und sah den Haushofmarschall sehr, sehr böse an. Er zog den Kopf ein und floh. “Und schick mir jemanden zum Fußstreicheln”, schrie die Königin ihm hinterher. Sie nahm einen Schluck Tee und schaute grimmig.

Nach drei Tagen Reisevorbereitungen brach die Königin auf. Ihr Fuß schmerzte nicht einmal mehr, aber ihr war langweilig. Also zog sie los, relativ inkognito, mit nur drei Kutschen und einer mittelgroßen Eskorte. Langsam wurde sie wieder grummelig. Teekannen! Tropfen! Auf ihrem Fuß!

Bei der Teekannendesignerin, die tatsächlich noch lebte, ließ die Königin eine Fanfare blasen und Teppiche ausrollen. “Teekannendesignerin!” “Ich heiße Zerline Grumpelmayer.” “Ja, ok. Frau Grumpelmayer! Ihre Teekanne hat mir heißen Tee auf den Fuß getropft! Außerdem ist das Henkeldesign umständlich, der Deckelknopf hat einen Sprung und sie SPRICHT!” Die Königin schaute möglichst böse.

“Ja, wir sind hier in einem Märchen, natürlich spricht die Teekanne. Übrigens haben Eure Majestät die Teekanne gekauft, also …” “Nein, das war nicht ich, sondern der Königinvater und vielleicht nicht einmal der.” Ja, dann kann ich auch nichts tun”, sagte die Teekannendesignerin Zerline Grumpelmayer, drehte sich um und ging in ihr Haus zurück. Da war die Königin baff. Sie stieg in ihre drei Kutschen, fuhr wieder nachhause und war noch drei Tage lang baff. Und wenn sie sich nach diesen drei Tagen nicht über etwas anderes erzürnt hätte, dann wäre sie heute noch baff …

Ze end.

 

Königinmutter

Wieder mal Pensées-style … [#CN Tod, Depression]

1. Vorgestern feierte die Königinmutter sehr verspätet ihren Geburtstag.

2. Viele Menschen, die kamen, habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen.

3. Die Zeit vergeht.

4. Irgendwie werde ich mich mit dem Gedanken abfinden müssen, dass alle Menschen sterben werden, auch die, die ich sehr liebe.

5. Hoffentlich nicht bald.

6. Irritierend, dass mich alle danach fragten, was denn mein Bruder so macht, wie es Nibling so geht.

7. Ja, gut, was soll ich sagen. Sie sind nicht hier. Sie leben. Es scheint ihnen gut zu gehen. Nibling ist herzig. So.

8. Gleichzeitig habe ich kein Wort, das beschreibt, was ich gerade arbeite. Marketing? PR?

9. Arbeit und Studium scheint die meisten Leute zufriedenzustellen.

10. Ein paar Mal habe ich auch “feministisch aktiv” gesagt.

11. Später dachte ich daran, dass ich ein Buch schreiben sollte, einfach, damit ich sagen kann, ich schreibe eines. *kopfschüttel*

12. Natürlich habe ich gelogen, dass es mir gut geht. Das Wichtigste, was ich gerade mache, kann ich gar nicht sagen: Ich über_lebe.

13. Einfach so leben scheint nicht zu reichen.

14. Die Königinmutter hat sich Lobreden und/oder Lieder gewünscht.

15. Es haben tatsächlich Leute gesungen. Nach der Melodie von “Ich steh auf der Brücke und spucke in’ Kahn”. Nu ja.

16. Mein Onkel hat eine Rede gehalten. Ich wette, die Königinmutter wird darüber noch mit mir reden. Später erzählte er mir, dass mein Vater bei einer Weihnachtsfeier vor meiner Geburt den Baum nur mit roten Bändern und Kerzen schmückte, einen roten Stern für die Spitze bastelte, durch die Licht schien und es wurde eine Passage von Marx verlesen. Ich muss jetzt noch lachen.

17. Ich wusste, wenn ich singe, heule ich. Außerdem sind Lobreden peinlich und was ich der Königinmutter wirklich sagen will, hat mit dem über_leben zu tun und ich glaube, sie würde sich schrecken.

18. Aber ich wollte auch etwas tun. Also habe ich meine Tweets nach “Königinmutter” durchsucht und welche zusammengestellt.

19. Beim Vorlesen haben meine Hände so gezittert wie zuletzt im Frühling 2013, als ich vor 100 Unbekannten* einen Sessionvorschlag machte.

20. Ich hasse es, wenn meine Hände so zittern und es macht mir Angst, weil ich sie nicht kontrollieren kann.

Da aber die Tweets recht Anklang fanden (Onkel erstaunt: “Das war sehr witzig.”), hier:

Zurück ins Jahr 1999

Es war einmal vor 100.000 15 Jahren, da besuchte ich nach dem Abschluss des Gymnasiums in Wien eine Kunstschule mit Italienischschwerpunkt in der Schweiz. Bis 2005 war nämlich Zeichnen mein kreatives Ding, ergänzt durch Arbeiten mit Papier. Es gab davor zwar immer wieder Strickphasen, aber mangels Zündfunke war Stricken noch nicht so wichtig wie heute. Zu Weihnachten 1998 oder möglicherweise zu meinem Geburtstag schenkte mir mein Bruder den ersten Band des Sailormoonmangas und in der WG in der ich damals wohnte, stand ein Fernseher … und jeden Tag lief Sailormoon (und Buffy).

Es ist also kein Wunder, dass bald nach meinem Mangalesebeginn (weil Anime hatte ich davor schon gesehen, nicht wissend, dass es Anime waren – und Comics liebe und lese ich wohl seit … ach … fragt mich nicht. Noch viel früher.) meine Zeichnungen Richtung Mangastil wanderten. So Sachen wie …

Apple girl

Apfelsticker! Ich würde immer noch so ein T-Shirt tragen.

Der Grund, warum euch ab jetzt alle Charaktere anstarren werden: Ich konnte nicht im Profil zeichen! XD

Kleider, die ich nie anziehen werden würde, dachte ich damals. Naja, diese Kombi würde ich tatsächlich nie anziehen.

Kleider, die ich nie würde anziehen dürfen, dachte ich damals. Naja, diese Kombi würde ich tatsächlich nicht anziehen. Bauchfrei muss sowas von in gewesen sein.

Jaja, damals habe ich meine Buntstiftsammlung aufgebaut und gründlich genutzt.

Jaja, damals habe ich meine Buntstiftsammlung aufgebaut und gründlich genutzt.

Die zwei hab ich dann nicht mehr angemalt ... so viele Details, hach!

Die zwei hab ich dann nicht mehr angemalt … so viele Details, hach!

Die befanden sich alle in meinem geliebten Zeichenblock, zusammen mit z.B.

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Die Buntstifte waren wasserlöslich. Also … äh … in diesem Fall spuckelöslich (Was?! Wasser hätte nie diesen Effekt ergeben!)

Dann … kam das Internet. Also, yahoo chat. Das schlug sich auch ein bisschen in den Zeichnungen nieder.

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Immer noch eines meiner Lieblingsworte auf Englisch und hey, diesen Pyjama würde ich sofort anziehen. Und so eine Lampe will ich auch! Der Fisch ist von einem Mitschüler, der mir auch noch eine andere, großartige Fischzeichnung gezeichnet hat. Ach ach.

Kleidung mochte ich schon damals sehr. Ich habe immer noch ab und zu Designideen, ich wünschte mir nur, eine andere Person würde sie ausführen. In meinen Zeichnungen konnte ich mich aber austoben und alles aufzeichnen, was mir so an Kleidung, Möbeln und sonstigen Dingen einfiel, die ich damals auf “später” vertagte.

Mein Traumzimmer damals. Natürlich sah mein Zimmer nie so aus. Auch jetzt nicht.

Mein Traumzimmer damals. Natürlich sah mein Zimmer nie so aus. Auch jetzt nicht. Aber der Traumfänger, mitgebracht aus den USA von der Tante, hing tatsächlich über meinem Bett, das auch ein Hochbett war. Nur die Kästen darunter waren nie so stylish.

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In diesem Bild sind enthalten: Handle einer Internetbekanntschaft aus Finnland, mit der ich immer noch Kontakt habe. Mit dieser Person unterhielt ich mich über potentielle Katzennamen, die dann in diesem Bild verewigt wurden und tatsächlich trägt der Katzenkater einen der Namen auf dem Bild. Im Nachhinein bin ich so beeindruckt, wie super ich den Katzenrucksack gezeichnet habe …

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Einzig das Bauchfenster würde ich heute nicht so tragen, ansonsten … Cargohose (mit Fischknien!), T-shirt mit Hibiskus (hach hach, damals begann ja meine “Surfphase” ohne dass ich je surfen ging), unterschiedlich lange Ärmel (cool!), mittlerweile sieht meine Frisur manchmal so aus, nur ohne Zacken, die Jacke – sofort …

Übrigens sind deshalb sehr selten Hände zu sehen, weil Hände zeichnen sehr schwierig ist. Ich hab sie gerne versteckt. Und dann? Pause, andere Dinge. Die folgenden Zeichnungen entstanden dann im Sommer …

Butterfly

Sailormoon war aber sowas von klares Vorbild hier, bis auf das Schmetterlingsdesign …

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Hm, warum siehst du so angepisst aus, Prinzessin? Lol, das Kleid …

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Hüpfender Fisch! Gehende Menschen konnte ich auch nie zeichnen.

Ein Jahr später … arbeitete ich dann im Sommer in einem Büro. Dazwischen war viel geschehen. Das Büro lag sehr nah an meiner damaligen und langjährigen Lieblingsbar. Nach der Arbeit traf ich mich dort mit meiner damals besten Freundin. Es war Sommer und nach einem Cocktail waren wir meist schon heiter genug. Zwei reichten meistens. Die Shultz American Bar lag am Siebensternplatz und hatte viele Sitze draußen und es gab Menschen zum Anschauen und die Straßenbahn und den Bus und … es war ein schöner Sommer. Nachdem ich in der Arbeit vor allem auf das Telefon aufpassen musste, begann ich wieder zu zeichnen – und diesmal waren es Comicstrips.

Ich glaube, zu dem Zeitpunkt kann ich noch keine Webcomics gelesen haben, sonst hätte ich wohl nie Comicstrips gezeichnet. Aus unerfindlichen Gründen – ich weiß es wirklich nicht mehr – nannten die Freundin und ich uns Tiger (ich) und Bunny (sie). Im Comicstrip vertauschte ich aber unser Aussehen, also sieht Tiger aus wie sie und Bunny wie ich, nur mit … “besseren” Haaren. Als der Anime Tiger & Bunny vor ein paar Jahren herauskam, wurde ich nostalgisch (aber ich habe ihn mir nicht angesehen, es ging um was ganz anderes). Und so sahen die Comicstrips aus …

Introducing Tiger

Der erste Comicstrip – “Introducing Tiger”. Meine Tante regte sich sehr über diesen Comicstrip auf. Später erfuhr ich auch den Hintergrund dazu, aber damals verstand ich das nicht. Sie wusste ja auch überhaupt nicht, was wir da eigentlich anstellten (nämlich garnichts, wir waren viel zu brav).

Meine Güte waren wir brav. Wir waren so brav, so ungeheuer brav. Tiger und Bunny in diesen Comicstrips waren unsere mutigeren, erwachseneren, lustigeren Alter Egos … aber das wurde nicht verstanden. Ich hatte damals selten einen Hangover (so jung!), aber einmal hatte ich einen und genau dann meinte mein Vater, “ich solle mir doch etwas Gedanken über meinen Alkoholkonsum machen.” Hahaaaahahaaa. Ach, was war ich brav. Immer so brav gewesen (in der Außenwelt jedenfalls).

Tiger is addicted

Als Reaktion auf die Beschwerde der Tante dann dieser Comicstrip, “Tiger is addicted”. Damals spielte ich Lineage: The Bloodpledge, ein koreanisches MMORPG bzw. hatte ich es gespielt, denn meine Familie war eine Mac-Familie und das Spiel lief natürlich nicht auf Macs. Yahoo chat auch nicht. Von daher kommt meine Abneigung gegen Macs. Und ja, ich verliebte mich in Personen, die ich in dem Spiel kennengelernt hatte. Lange Geschichte.

Hm, also auf eine Beziehung, die als Fernbeziehung begonnen hatte, folgte eine zweite. Im letzten Panel eine mögliche Antwort auf "Warum Fernbeziehung?" ... aber wenn, dann war es nur ein Aspekt davon. Anyway, viel wichtiger: Hier tragen wir tatsächlich Kleider, die wir damals anhatten. Meine Freundin hatte einen schwarzen Pulli mit schwarz-weiß gestreiften Bündchen, ich hatte einen schwarzen Rock (den hab ich noch immer) und eine schwarze Strickjacke (die leider nicht mehr).

Hm, also auf eine Beziehung, die als Fernbeziehung begonnen hatte, folgte eine zweite. Im letzten Panel eine mögliche Antwort auf “Warum Fernbeziehung?” … aber wenn, dann war es nur ein Aspekt davon. Anyway, viel wichtiger: Hier tragen wir tatsächlich Kleider, die wir damals anhatten. Meine Freundin hatte einen schwarzen Pulli mit schwarz-weiß gestreiften Bündchen, ich hatte einen schwarzen Rock (den hab ich noch immer) und eine schwarze Strickjacke (die leider nicht mehr).

Diese und die nächsten Comicstrips zeigte ich meiner Familie nicht mehr. (Ich weiß nicht einmal mehr, wie die Tante eigentlich zu den Comicstrips kam, ob ich ihr damals einen Link schickte?.) Also verewigte ich ungestört unsere Sommerabende.

Bunny is that you

Mit aufgesetztem Südstaatenakzent (Aaaahhhhh!!! Die Erinnerungen /o\). Versichern, dass ich eh nicht alleine ausgehe, weil alleine ausgehen und besonders alleine trinken ist ja das schröcklichste, was eine junge Frau* so tun kann (und ja, letzteres wurde mir ganz stark vermittelt). Ein so wunderschön queerer Comic, damals schon, heute, losgelöst vom Kontext, erst recht. Ich würde das mal auf “Strangers in Paradise” (von Terry Moore) und “Love & Rockets (von Gilbert & Jaime Hernandez) schieben. Im letzten Panel bin ich aber tatsächlich Bunny, dieser Blick und der besitzergreifende Arm … ganz ich. Und äh … der graue Balken im letzten Panel ist weil … ich unsere Hände nicht zeichnen wollte, glaube ich. Oder mir ist die in die Hüfte gestützte Hand misslungen. Hahaha.

It is time for the blues

Copy-paste! Alle Comics entstanden als Einzelzeichnungen, die ich dann auf den Bürocomputern in Photoshop (es war ein Grafikerbüro) glättete und bearbeitete. Wie ich auf das Lied gekommen bin, keine Ahnung mehr … ich habe auch nie Bourbon, Scotch oder Bier getrunken. Damals waren gerade White Russians *die* heiße Sache. Mittlerweile trinke ich ja lieber klare, saure Cocktails, aber damals … puh! “Tigermilk”, “Froggy”, “Swimming Pool” … uärks! XD

Sobering up

Wie lange wir da saßen! Ewig! Äh, also bis 22 Uhr oder so. Aber so von 17 Uhr weg, also doch lange. Und mit nur zwei Drinks, einen am Anfang der Happy Hour, einen kurz vor Ende, waren wir dann Stunden später wieder nüchtern. Ich weiß nicht mehr, wer cc war. Ich unterhielt mich auch über die Comicstrips und war damas eifriges Mitglied in einer yahoo group, in der wir uns über alles Mögliche unterhielten, wohl auch über meine Comics.

My my my

Hände verstecken, Hände verstecken, Hände verstecken und erster Sidecharacter! Die ersten drei Panels sind aus dem Leben gegriffen, das vierte ist gelogen! Gelooogen! So viel Geld hatten wir gar nicht. (Aber genug Geld für regelmäßiges Hingehen … naja, ich hab ja auch gearbeitet.)

Tja und dann war der Sommer zu Ende. Ich habe das Gefühl, der letzte Strip folgte lange danach, aber vielleicht auch nicht.

Offspring

Diesen muss ich tatsächlich nach meiner Büroarbeit fabriziert haben (die dicken Striche zwischen den Panels). Mein Bruder war da und hörte Offspring. Und damit endet die Saga von Tiger und Bunny …

Ja. Ein Hauptgrund, warum ich mit dem Zeichnen aufhörte, war, weil ich nicht mit meinen Fähigkeiten zufrieden war. Meine Papierarbeiten (großteils verschollen T.T) waren besser.

Ist das alles schon lange her. Ich vermisse das wirklich, einfach an einem Sommerabend mit Freund_innen* draußen sitzen und Cocktails trinken, so einmal pro Woche oder alle zwei Wochen. Ja, könnte ich auch alleine machen, nur wirkt dieses “Nicht alleine trinken!”-Gebot irgendwie immer noch und außerdem mag ich mich ja beim Trinken unterhalten. Na vielleicht nächstes Jahr, wenn ich wieder in der Stadt wohne.

Und wie sah ich damals aus? Eben jene Freundin und ich machten in diesem Sommer auch lange Photosessions auf dem Balkon. Also:

Tiger. Ja, das ist der Rock und ja, das Top hab ich noch. "It belongs in a museum!"

Tiger. So jung, verdammt! Ja, das ist der Rock und ja, das Top hab ich noch. “They belong in a museum!”

Die Geschichte von der Pottwalfrau im Vulkan

Für @nebengleis

Es war einmal eine Pottwalfrau, die lebte in einem Vulkan. Ihr könntet nun sagen: “Aber wie soll denn das gehen?! Der Vulkan verbrennt sie doch?” Tatsächlich lebte sie in einem Vulkan, der nicht ganz aus dem Meer aufgestiegen war und deshalb eine nette kleine Bucht bildete, mitten im Meer.

Der Pottwalfrau war manchmal etwas zu kalt, deshalb wohnte sie gerne über dem Vulkan, denn es sprudelten dort noch heiße Quellen. Eines Tages traf sie eine Grauwalfrau. Groß und rund war sie.

“Liebe Grauwalfrau, wieso bist du denn so groß und rund?”
“Ich bin schwanger, liebe Pottwalfrau.”
“Juhu! Aber solltest du da nicht im Süden sein?”
“Doch, aber leider habe ich die Aufbruchzeit meiner Herde verpasst und jetzt bin ich ganz allein. Da war so ein riesiger Krillschwarm, der schmeckte so gut!”
“Wie Tiefseetintenfisch?”
“Wahrscheinlich!”

Da sagte die Pottwalfrau: “Sag mal, liebe Grauwalfrau, möchest du vielleicht in meinem Vulkan wohnen? Dort ist es schön warm und geschützt! Ich gehe währenddessen auf Weltreise.” “Oh, das wäre ja wunderbar! Vielen Dank!”, sagte da die Grauwalfrau.

So zog die Grauwalfrau in den Vulkan und die Pottwalfrau ging auf Weltreise. Und als sie einmal um die Welt geschwommen war und wieder beim Vulkan ankam, konnte sie Grauwalfrau und Grauwalkind begrüßen.

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Die Geschichte von der Spinne im Turnschuh

20131022_091822Es war einmal auf Shoebox Castle, da lebte im Turnschuh der Königin eine Spinne. Wie sie dorthin gekommen war, wussten sowohl die Königin als auch die Spinne ganz genau. Die Spinne war bei einem Besuch in den Schlossgärten vom Weg abgekommen und hatte sich zum Eingang des Schlosses verirrt. Da dieser einladend und offen war, kletterte sie über die Schwelle.

Als erstes kam sie in das Wohnzimmer der Königin, doch das war ihr zu unaufgeräumt. Also krabbelte sie weiter. Als nächstes kam die Spinne in das Schlafzimmer der Königin, doch dort saß die Königin im Bett und starrte sie mit einem Blick an, dass die Spinne es mit der Angst zu tun bekam. Schnell flüchtete sie hinter die dunkelblauen Vorhänge und weiter in das Schloss hinein. So kam sie zum Vorzimmer der Königin, wo allerlei Dinge herumstanden, darunter ein Froschdämon, eine Porzellankatze und ein Paar Turnschuhe.

“Ei, Königin, was bist du schon, was soll ich mit dem Froschdämon”, dachte sich die Spinne. Gefressen werden wollte sie nicht.

“Ei, Königin, senk deine Tatze, nicht so wie deine Porzellankatze”, dachte die Spinne. Erdrückt werden wollte sie auch nicht.

“Oh, Königin, wie bist du fein, ich zieh in deinen Turnschuh ein!”, rief die Spinne, denn der Turnschuh kam ihr ruhig und friedlich vor.

Da schickte die Königin ihren Sekretär Crispian und handelte mit der Spinne einen Vertrag aus, dass diese bis zum Frühjahr im Turnschuh wohnen dürfe. Und wenn die Spinne den Vertrag nicht bricht, wird sie im Turnschuh glücklich und zufrieden leben, sonst ist’s ihr Lebensende.