Veganer Schokobananenkuchen

Ein Bild von einem weißen Teller mit Kuchenbrösel, darauf liegt links ein kleines Stück dunkelbrauner Schoko-Bananen-Kuchen, rechts eine Kuchengabel mit darauf klebenden Kuchenresten.

Ein Bild von einem weißen Teller mit Kuchenbrösel, darauf liegt links ein kleines Stück dunkelbrauner Schoko-Bananen-Kuchen, rechts eine Kuchengabel mit darauf klebenden Kuchenresten.

#ausGründen habe ich ein Dessertrezept ohne zusätzlichen Zucker *seufz* gesucht und fand auch eines, das vegan, glutenfrei und schnell gemacht ist. Vielleicht kennt ihr es ja schon, ich bin bei veganen Rezepten nicht so bewandert. Der Kuchen lässt sich auch sehr gut skalieren, also in kleinen Portionen als Tassenkuchen und in größeren Portionen als Geburtstagskuchen zubereiten. Er hält sich in Frischhaltefolie und Tupperware eingepackt sehr gut im Kühlschrank. Das Original findet ihr hier, aber dort alles voll mit Triggern und Werbung und es ist auf Englisch. Bah.

Update: Ich habe das mit dem Marmorkuchen versucht & es ist gut gelungen. Ich habe nur 1 1/2 Esslöffel Kakaopulver pro Banane genommen und es ist tatsächlich besser. Die eine Teighälfte habe ich mit Erdnussbutter aromatisiert und noch 2 Esslöffel Reismehl untergerührt, aber das war vielleicht ein wenig zu viel Reismehl. Die Erdnussbutter schmecke ich immer noch nicht sehr stark. Trotzdem gut! :)

Nochmal ein Update: Nach ca. 1 Tag im Kühlschrank ist die Erdnussbutter besser schmeckbar und der Kuchen extrem guuuuuuut. \o/ Würde immer noch weniger Reismehl dazutun, aber om nom nom.

Auf einem weißen Teller sind zwei Kuchenstücke, rechts ein Stück mit mehr Schokoladeteig, rechts mit mehr Erdnussbutterteig.

Auf einem weißen Teller sind zwei Kuchenstücke, rechts ein Stück mit mehr Schokoladeteig, rechts mit mehr Erdnussbutterteig.

Wie gehabt erkläre ich zuerst genau, was ihr an Küchengerät und Zutaten braucht, weiter unten findet ihr wie immer Zutaten und Anleitung in Kürze.

Werkzeug:

1 Suppenteller oder 1 Schüssel – wenn ihr Marmorkuchen machen wollt, 2 Schüsseln – oder 1 Pürierbecher oder 1 Standmixer, je nachdem, wieviel Kuchen ihr zubereiten wollt und wieviel ihr nachher abwaschen wollt

1 Gabel oder 1 Kartoffelstampfer oder 1 Pürierstab

1 Esslöffel

1 ofenfeste Tasse oder 1 ofenfeste Form, je nach Teigmenge größer oder kleiner – der Kuchen ist eher flach, es geht also auch ein rundes Backblech für Obstkuchen.

1 Teigschaber

Butter (vegan oder nicht), Öl oder Backpapier

Zutaten:

Mindestens 1 vollreife Banane – meinen Kuchen habe ich mit 3 gemacht, für einen großen Kuchen würde ich 6 veranschlagen

Pro Banane 1 1/2 bis 2 Esslöffel Kakaopulver – ich habe stark entöltes genommen, aber ich glaube, es ist eigentlich egal. Ihr könntet z.B. auch mit weißem Schokopulver experimentieren oder mit Matcha oder mit gepulverten, getrockneten Früchten oder zwei Portionen machen und die jeweils unterschiedlich aromatisieren und dann Marmorkuchen machen.

Eventuell Nussbutter, Sonnenblumen- oder Sojabutter – je nach Geschmack & Verträglichkeit, ist nicht unbedingt nötig, aber fein. Die Menge könnt ihr selbst bestimmen: Von 2 Esslöffel pro Banane bis 2 Esslöffel für den ganzen Teig geht alles

Könnt ihr auch noch reingeben: Gehackte Nüsse, Schokolade, größere Bananenstücke, Birnenstücke, Nuss- oder Kokosmehl

Zubereitung:

Tasse oder Form einfetten oder mit Backpapier auslegen.

Backofen auf 180°C vorheizen – wenn ihr einen Tassenkuchen macht, geht der auch in der Mikrowelle.

Bananen schälen und mit der Gabel oder dem Kartoffelstampfer im Suppenteller oder in der Schüssel zerdrücken oder mit Pürierstab oder Standmixer pürieren.

Wenn ihr einen Marmorkuchen machen wollt, rührt erst alle Zutaten unter, die in den ganzen Teig sollen, z.B. Nuss- oder Kokosmehl, Nuss-, Soja- oder Sonnenblumenkernbutter, dann gebt die Hälfte oder ein Drittel des Teiges in eine andere Schüssel und rührt dort die Sachen unter, mit denen ihr den Teig aromatisieren wollt, z.B. Kakao-, Schokolade- oder Fruchtpulver. Rührt alles gut unter, bis es gut vermischt ist. Jetzt auch klein geschnittene Früchte, Nüsse, Schokolade einrühren, falls ihr sie verwendet.

Ich habe auf 3 Bananen 2 Esslöffel Erdnussbutter genommen und schmecke sie kaum heraus.

Teig in die Tasse oder Form geben. Wenn ihr Tassenkuchen macht, dann kommt der für 1 Minute in die Mikrowelle oder 10-12 Minuten in den Ofen.

Wenn ihr einen größeren Kuchen macht, dann im Ofen ca. 20-25 Minuten backen, je größer der Kuchen, desto länger, aber nicht ewig, so 30 Minuten höchstens.

Danach gibt es verschiedene Möglichkeiten: Den Kuchen gleich ohne alles oder mit Schlagobers, Eis, Früchten oder Joghurt essen – oder ihn ganz auskühlen lassen und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen und dann auch so oder mit Schlagobers, Eis, Früchten oder Joghurt essen. Er wird durch das Kakaopulver doch etwas bitter und auch etwas sauer im Abgang, nicht schlimm, aber doch spürbar, daher werde ich nächstes Mal etwas weniger nehmen, dafür mehr Erdnussbutter und sehen, ob das einen Unterschied macht.

Hoffentlich schmeckt er euch auch gut!

Zutaten & Anleitung in Kürze

Mindestens 1 vollreife Banane

Pro Banane 1 1/2 bis 2 Esslöffel Kakaopulver

Eventuell Nussbutter, Sonnenblumen- oder Sojabutter – pro Banane zwischen 1/2 Teelöffel bis 2 Esslöffel, je nach Belieben

Tasse oder Form einfetten oder mit Backpapier auslegen, Backofen auf 180°C vorheizen.

Bananen schälen und gut zerdrücken oder pürieren. Kakaopulver und ev. Nussbutter gut unterrühren. Teig in Tasse oder Form geben.

Tassenkuchen: 1 Minute in der Mikrowelle oder 10-12 Minuten im Ofen. Kuchen mit 3 Bananen: 20-25 Minuten im Ofen. Kuchen mit 6 Bananen: Ca. 30 Minuten.

Frisch essen oder abkühlen lassen und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kühlen.

Gutes Gelingen!

Zöpfe aus Hefeteig

dav

Eigentlich heißt das Germteig. Germ ist das österreichische Wort für Hefe. Gestern habe ich auf Bitte von mmiedl nach langer Zeit wieder einmal Striezel (Zöpfe, aber nur wenn’s um Gebäck geht) gebacken und war verblüfft, wie schnell das ging. Später sprachen wir darüber und sie meinte, ich würde die Zöpfe ja quasi aus dem Handgelenk machen und irgendwie stimmt das. Ich mache schon lange Germteig und auch wenn ich mich jedes Mal konzentrieren muss damit ich ja nichts vergesse, ist mir diese Tätigkeit so vertraut, dass meistens nichts schief geht.

Das kommt nicht von irgendwo, sondern von meiner Mutter, mit der wir schon als Kinder Germteig herstellten. Daher gebe ich hier auch ihr Rezept wieder, das ein wenig süßer und reichhaltiger ist als z.B. die meisten Schweizer Rezepte für “Züpfe”, die z.B. auch ohne Eier und Milch auskommen können und weit weniger süß sind. Andererseits ist es aber nicht ganz österreichisch, weil keine Rosinen drin sind.

Ich habe am Germteig sehr zu schätzen gelernt, dass ich ihn einfrieren kann. Ich bin für vieles zu haben was die Arbeit in der Küche erleichtert und einmal Teig machen und dafür zweimal Zopf kriegen, das kommt mir ungeheuer entgegen. Soll heißen: Ich mache Teig aus einem Kilo Mehl (reicht für 2 Zöpfe von der Größe oben im Bild & davon je 1 Zopf für mich für ca. 1 Woche oder für 1 Frühstück mit ca. 4 Personen) und friere die Hälfte ein, da kann ich auch den ganzen Hefewürfel auf einmal verwenden und muss nicht verzweifelt ein anderes Anwendungsgebiet für 20g Hefe suchen. Ja, es gibt Trockenhefe, aber genau so wie ich den Teig immer von Hand knete, weil ich es nicht anders kenne, verwende ich immer frische Hefe. Bitte Google für andere Anleitungen (z.B. auch vegane oder mit der Küchenmaschine hergestellte) befragen.

Mit diesem Teig lässt sich vieles anstellen, nicht nur Zöpfe. Z.B. eignet er sich durchaus auch für Brioche, um Zimt- oder andere Schnecken herzustellen, um Osterhäschen, Brötchen, Kränze oder Grittibänze zu formen, auch für Germgugelhupf … es ist einfach ein guter Basisteig.

Wie bereits gewohnt beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten zunächst ausführlich und am Ende findet ihr wie immer die Zutaten und Anleitung in Kürze, dort auch mit den Angaben für ein halbes Kilogramm Mehl.

Werkzeug:

1 große Teigschüssel – wenn ihr nur mit einem halben Kilo Mehl arbeitet, dann geht auch eine kleinere, aber der Bequemlichkeit beim Kneten halber nehmt eure größte und stabilste

1 stabile Tee/Kaffeetasse

1 Milch- oder anderen Topf

1 Reibe zum Zitronenschale reiben – wenn ihr so eine superfancy Mikroreibe habt, nur zu, sonst reicht eine feine Raffel

1 Teelöffel

1 Esslöffel

1 hitzeresistenter Teigschaber

1 frisches Küchentuch

1 (oder je nachdem, was ihr formen wollt) oder 2 Backbleche

Backpapier

1 Backpinsel

1 kleine Schüssel

Zutaten:

1 Kilogramm Mehl – von der Mehltype verwende ich Universalweizenmehl (in D Type 405, in Ö Type 480). Glattes Mehl geht zwar auch, ergibt aber einen anderen, dichteren Teig.

1/2 Teelöffel Salz – möglichst feinkörnig

Schale von 1 Biozitrone – könnt ihr auch weglassen, wenn ihr das nicht mögt oder gerade keine habt, das muss nicht sein – bzw. geht auch getrocknete Zitronenschale

1 Würfel frische Hefe – in Ö sind das 42 Gramm

4 Esslöffel Zucker – sind ca. 80 Gramm, ihr könnt auch nur 1 Esslöffel nehmen, wenn ihr den Teig nicht süß haben wollt oder auch mehr Zucker, wenn der Teig besonders süß sein soll – feinkörniger Zucker ist praktischer, aber im Endeffekt ist es egal

160 Gramm Butter

400 Deziliter Milch – es ist eben nicht ein halber Liter Milch, sonst wird der Teig zu klebrig und ihr müsst mehr Mehl dazugeben – wobei manchmal ein Teig mit mehr Feuchtigkeit auch erforderlich ist (für Brioche z.B.)

2 Eier – je nach Größe der Eier ev. noch ein 3. Ei oder etwas weniger Milch verwenden

Gut dabeizuhaben: Etwas mehr Mehl, etwas mehr Milch – falls euch der Teig zu klebrig oder zu trocken ist; wenn ihr den Teig mit Ei bestreichen wollt, dann noch ein Ei, wobei vor allem das Eigelb zählt, also trennt es früh, gebt das Eiweiß zum Teig dazu und verwendet ein bisschen weniger Milch

Anleitung:

Meistens geht Hefeteig bei Raumtemperatur gut auf, ihr könnt ihn aber z.B. auch über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen, dann aber am Besten in einem Plastikbeutel oder in einem Gefäß mit Deckel. Ich aber bin faul und mag nicht mit dem Raumklima herumtun, daher heize ich meistens kurz bevor ich mit dem Teig beginne meinen Backofen auf 50 Grad vor und stelle ihn dann ab. Dort kommt dann der Teig zum Gehen hinein. Kochschürze anziehen! :) Ich stelle mir auch ein bisschen Musik an, weil das beim Kneten unterhält.

Butter in den Topf geben und auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

Währenddessen in der großen Teigschüssel das Mehl mit dem Salz gut vermischen. Falls ihr Zitronenschale zufügen wollt, dann macht das jetzt, also entweder getrocknete Schale untermischen oder ihr wascht eure Biozitrone, trocknet sie ab und reibt die Schale mit der Reibe ins Mehl. Danach nochmal gut vermischen und eine Kuhle ins Mehl machen.

In der Tasse den Zucker mit der Hefe verrühren, zuerst ist das ein wenig mühsam, dann löst sich die Hefe immer mehr auf. Rühren, bis sich die Hefe ganz aufgelöst hat und die Mischung dünnflüssig ist.

Wenn die Butter geschmolzen ist, die Milch zur Butter geben und Temperatur prüfen. Die Mischung soll auf keinen Fall heiß sein, aber kühl-lauwarm ist gut. Ist die Mischung zu heiß, stocken die Eier und die Hefepilze sterben, dann geht der Teig nicht auf bzw. hat kleine gelbe Eierflecken drin, daher lieber kühler als wärmer. Das ist auch das einzige Ding, das ihr beachten müsst, ansonsten ist Hefeteig recht robust und verzeiht vieles.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben. Die Zucker-Hefe-Mischung zugeben. Die Milch-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen und den Topf mit dem hitzebeständigen Teigschaber gut auskratzen.

Jetzt kommt das Kneten. Stellt euch extra Mehl & Milch in die Nähe, damit ihr dann nicht mit Teigfingern danach suchen müsst. Viel Spaß!

Zuerst vermischt ihr alle Zutaten einfach und seht zu, dass ihr alles Mehl mit den flüssigen Zutaten gut vermengt. Wenn euch das gut gelingt, sollte an euren Händen kein Teig mehr kleben und an der Schüssel auch nicht (außer ihr wollt einen extra feuchten Teig, z.B. für Brioche).

Habt ihr den Teig zusammengeknetet, schaut, ob alles ok ist. Klebt zu viel Teig an euren Händen, gebt noch etwas Mehl dazu, aber nicht zu viel, das Mehl nimmt die Flüssigkeit beim weiteren Kneten noch auf. Bleibt zu viel Mehl in der Schüssel, gebt noch etwas Milch dazu, aber leider ist es mühsamer, mehr Feuchtigkeit zum Teig zu geben als umgekehrt, wenn es also nicht zu viel übriges Mehl ist, dann macht das lieber nicht, der Teig nimmt beim Kneten auch noch mehr Mehl auf.

Stimmt der Teig für euch, dann beginnt mit dem ernsthaften Kneten. Ich stelle dafür die Schüssel gerne aufs Sofa oder auf den Fußboden, weil ich dann optimal mit den Handballen in den Teig drücken kann. Ihr könnt die Schüssel auch auf einen Hocker stellen, mir ist es jedenfalls angenehmer, wenn die Schüssel niedriger steht, damit ich wirklich alle Kraft des Oberkörpers einsetzen kann.

Beim Kneten rotiere ich den Teig bzw. falte ihn und versuche wirklich jeden Teil gut durchzukneten, eben vor allem mit den Handballen. Das mache ich ca. 10 Minuten – oder ca. 3 Lieder lang.

Wenn ihr fertig mit Kneten seid könnt ihr euch entscheiden, ob ihr einen Teil einfriert oder nicht. Wenn ja, dann schneidet ihr so viel vom Teig ab, wie ihr einfrieren wollt und gebt die Teigstücke in Gefrierbeutel. Ich friere eher die Hälfte ein, aber Drittel oder Viertel gehen natürlich auch. Nach dem Auftauen könnt ihr den Teig zum Aufwärmen nochmals durchkneten und/oder ihn etwas länger gehen lassen oder ihn gleich über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Um den Teig gut gehen zu lassen, nehmt ihr das Küchentuch und legt es über die Teigschüssel. Ich feuchte dann meine Hand mit Wasser an und beträufle das Tuch, bis es gut feucht ist. Dann kommt der Teig in den Backofen oder z.B. neben die Heizung oder an einen schön ruhigen, warmen Ort und darf eine Stunde aufgehen. Länger geht auch, besonders wenn der Teig vorher kühl war. Wenn ihr den Teig im Kühlschrank gehen lasst, müsst ihr das nicht mehr machen.

Pauuuuse! (oder 1. Abwasch oder Zeug in die Geschirrspülmaschine räumen oder was immer.)

Wenn der Teig gut gegangen ist, dann hat er sich auf ca. das Doppelte vergrößert. Knetet ihn jetzt nochmal kurz durch, da fällt er zwar wieder zusammen, aber das gehört so. Je nachdem, was ihr jetzt vorhabt, könnt ihr den Teig nun in Stücke schneiden und weiterverarbeiten.

Es gibt eine Menge verschiedener Flechtmethoden für Zöpfe, von zwei- über drei- bis zu vier- bis achtstrangig und sicher etliche Youtubevideos dazu. Ich bin faul. Ich schneide von der Teigmenge, die ich für einen Zopf verwenden will, ca. ein Drittel ab. Den größeren Teil rolle ich zu einer langen Teigwurst, den kleineren zu einer kürzeren. Dann lege ich das Ende der kürzeren Teigwurst in die Mitte der längeren, so dass das Ende oben rausguckt (wie im Bild oben) und beginne zu flechten. Am Ende drücke ich alle drei Enden gut zusammen und lege den Zopf auf das Backblech, finito.

Egal wie ihr euren Teig formt, es lohnt sich, die geformten Stücke nochmals ca. eine halbe Stunde aufgehen zu lassen. Es ist nicht unbedingt notwendig, vor allem wenn ihr unter Zeitdruck seid, aber wenn ihr den Teig jetzt schon in den Ofen schiebt, verformen sich die Stücke mehr als wenn ihr sie aufgehen lasst. Ihr könnt die geformten Stücke auch noch länger aufgehen lassen, wie ihr mögt. Ich schiebe das Backblech dazu einfach wieder in den Ofen, der ist noch warm genug.

Sind eure geformten Teile aufgegangen, geht es ans Bestreichen. Jetzt ist ein guter Moment, um den Backofen auf 180 Grad vorzuheizen. Ich bestreiche meine Zöpfe aus Faulheit nur noch mit Milch. Wenn ihr aber möchtet, dass sie schön glänzen, dann verrührt einen Eidotter mit ein wenig Milch zum Bestreichen. Wenn ihr eure Hefedinger mit z.B. Hagelzucker oder sonst etwas bestreuen möchtet, dann verwendet am Besten ebenfalls Eidotter mit Milch zum Bestreichen, das klebt besser.

Ab mit dem Zeug in den Backofen! Ich habe bei eher trockenen Teigen schon damit experimentiert, dass ich ein ofenfestes Schälchen mit Wasser danebenstelle, aber dann geht der Teig noch sehr viel mehr auf, trotzdem ist das dann etwas besser für die Flauschigkeit. Ich bin mir sicher, es gibt große Diskussionen, ob Umluft oder nicht, ich verwende für Hefeteig meistens keine, aber am Ende kam meistens doch etwas Essbares heraus, also macht wie ihr es mögt.

Von der Zeit her gilt: Je größer die Zöpfe (oder was immer), desto länger. Wenn ihr den Ofen nicht vorgeheizt habt, verlängert sich die Backzeit natürlich auch, genauso wenn der Teig vorher kalt war, also z.B. im Kühlschrank aufgegangen ist. Die zwei Zöpfe im Bild brauchten 50 Minuten. Wenn ihr verschieden große Backstücke (also z.B. 1 großer Zopf und 2 kleine Zöpfe) habt, dann nehmt die kleinen Backstücke früher raus. Um zu überprüfen, ob ein Zopf oder anderes Teil durch ist, dreht ihn vorsichtig um und klopft auf den Boden. Klingt es hohl, dann ist der Zopf durch. Wenn nicht, dann lasst ihn noch etwas im Ofen.

Auf einem Ofengitter oder Drahtuntersetzer abkühlen lassen – ganz frisch ist das Schneiden etwas schwierig, aber andererseits, lauwarmer Zopf …

Guten Appetit! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Kilogramm Mehl – 500g Mehl

1/2 Teelöffel Salz – 1/4 Teelöffel Salz

Schale von 1 Biozitrone – Schale von 1/2 Biozitrone

1 Würfel frische Hefe (40 g) – 1/2 Würfel frische Hefe (20 g)

4 Esslöffel Zucker – 2 Esslöffel Zucker

160 g Butter – 80 g Butter

400 Deziliter Milch – 200 Deziliter Milch

2 Eier – 1 Ei – bzw. noch ein Ei, falls ihr euer Hefegebäck mit Ei bestreichen wollt

1 Schluck Milch

Backofen auf 50 Grad vorheizen, abstellen.

Butter in den Topf geben, auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

In der großen Teigschüssel, Mehl mit Salz und ev. Zitronenschale vermischen. Kuhle ins Mehl machen.

Zucker mit Hefe verrühren bis die Mischung dünnflüssig wird und sich die Hefe aufgelöst hat.

Wenn die Butter geschmolzen ist, Milch zur Butter gießen, ev. noch etwas aufwärmen lassen, aber ja nicht zu viel.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben, Zucker-Hefe-Mischung und Milch-Buttermischung dazugeben.

Alle Zutaten zusammenkneten, bis sie sich gut verbunden haben, ca. 10 Minuten weiter kneten.

Ev. Teig jetzt halbieren, Hälfte einfrieren.

Teigschüssel mit angefeuchtetem Küchentuch abdecken und Teig im Ofen ca. 1 Stunde gehen lassen.

Teig kurz durchkneten, in gewünschte Teigteile schneiden, z.B. Zopf formen.

Zopf oder andere Teigteile auf dem Backblech nochmals ca. eine halbe Stunde im Ofen gehen lassen.

Backblech aus dem Ofen holen, Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Zopf oder andere Teigteile mit Milch oder Mischung aus Eidotter und Milch bestreichen und mit z.B. Hagelzucker bestreuen.

Großen Zopf ca. 50 Minuten backen, danach Klopftest. Kleinere Teile zwischen 25 und 40 Minuten, je nach Größe.

Auf Gitter abkühlen lassen.

Guten Appetit! \o/

Herbstkuchen

2016-10-05-11-27-46

Kürzlich fiel mir ein altes Lieblingsrezept wieder ein. Ich hatte es in den 90ern erstmals gelesen, in der amerikanischen Mädchenzeitschrift Seventeen, die ich damals las, weil meine beste, deutsch-amerikanische Freundin sie ebenfalls las. Es war ein Rezept für Kürbis-Pekan-Muffins, aber in den frühen 90ern in Österreich waren sowohl Kürbisse als auch Pekannüsse ziemlich rar gesät. Das Rezept verlangte sogar nach Kürbis in Dosen! Ha! Unbekannter Luxus! Aber ich bekam ein Muffinblech und gleich noch ein Muffinbackbuch und irgendwie fanden sich auch Kürbis und Pekannüsse und die Muffins waren ziemlich gut.

Dann rostete das Muffinblech und obwohl Kürbisse und Pekannüsse ohne weiteres erhältlich waren, ging mir irgendwie die Backlust flöten. Aber kürzlich bekam ich eben Lust darauf und ich buk einen köstlichen Kuchen, dessen Rezept ich mit euch teilen möchte.

Ich finde den Kuchen sehr praktisch, weil ich ohnehin gerne im Ofen gebackenen Kürbis esse und dann einfach etwas davon für den Kuchen abzweige. Das Rezept lässt sich eben als Kuchen oder als Muffins zubereiten. Ich habe diesmal einen Hokkaidokürbis genommen, den ich auch empfehle, der schönen Farbe wegen, aber eigentlich eignet sich jeder Speisekürbis für dieses Rezept. Der Kürbis kann natürlich auch gekocht oder gedämpft werden. Ich friere manchmal gekochten Kürbis in Portionen für Kürbissuppe ein, die sich natürlich auch für diesen Kuchen eignen.

Der Teig geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf und reicht für 12 Muffins. Bei Kuchen verlängert sich die Backzeit und auch je höher ihr den Teig einfüllt. Die Teigmenge passt gut in eine große Springform – ich habe eine kleine Springform und eine noch kleinere Cakeform verwendet

Ich habe keine Erfahrung, was die Ummodelung von nicht-veganen Rezepten zu veganen Rezepten angeht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Eier durch noch mehr Kürbis ersetzt werden können? Wenn ihr da Erfahrungen habt, lasst es mich gerne wissen. ETA: Jaja, ich hätte auch vorher googlen können: Yep, Eier weglassen, mehr Kürbis und/oder mehr Wasser/Sojamilch/Hafermilch/Mandelmilch oder z.B. veganes Joghurt & ta-daa – veganer Kürbis-Pekan-Kuchen.

Zuerst beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten ausführlich, am Ende findet ihr die Zutaten und Anleitung in Kürze. Da dies ein amerikanisches Rezept ist, habe ich die Angaben in Tassen, Esslöffeln und Teelöffeln beibehalten – es geht bei amerikanischen Rezepten um das Volumen und nicht das Gewicht.

Werkzeug:

1 Brett

1 großes Messer

1 Gabel oder 1 Pürierstab

1 kleine Schüssel

1 mittelgroße Schüssel

1 große Schüssel

1 Schneebesen – muss nicht unbedingt sein, ist aber gut, um die Zutaten zu mischen

1 Holzkelle und/oder 1 Teigschaber – die Holzkelle hilft beim endgültigen Vermischen, ein sehr weicher Teigschaber ist da nicht ganz so geeignet, dafür dann beim Auskratzen der Schüssel hilfreich

1 Muffinblech oder 1 Springform oder 1 Cakeform oder was immer ihr für Kuchenformen verwenden wollt – Gugelhupf empfehle ich nicht, da die Oberseite des Kuchens auch die Präsentierseite ist

Muffinpapierförmchen oder Backpapier

1 Spicknadel oder langes Holzstäbchen zum Testen

1 Tasse mit nur wenig mehr als 250 ml Fassungsvermögen oder einen kleinen Maßbecher mit 1/4l-Markierung

1 Esslöffel

1 Teelöffel

oder ihr habt ein Maßlöffelset mit amerikanischen Maßen – cups/tablespoon/teaspoon – drauf oder eines, wo der größte Löffel 125ml Fassungsvermögen = 1/2 cup hat.

Zutaten

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 Teelöffel Backsoda, auch Speisesoda, Backnatron, Kaiser Natron oder Bullrich-Salz genannt

1/8 Teelöffel oder eine gute Prise (= zwischen Daumen & Zeigefinger nehmen) oder Messerspitze Salz

1 Teelöffel Zimt

1/8 Teelöffel (oder einfach eine gute Prise) Muskatnuss

1 gute Prise gemahlene Nelken – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

1/2 Teelöffel Kardamom – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

Ev. 1 gute Prise schwarzen Pfeffer – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

2 Esslöffel weißer Zucker – brauner geht auch

1/2 Tasse brauner Zucker – weißer geht auch

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis – ohne Schale, in rohem Zustand ca. 1/2 mittelgroßer Hokkaidokürbis oder 3/4 eines kleinen Hokkaidokürbisses – bei veganem Kuchen 1 1/2 Tassen

1/2 Tasse Wasser – Ich habe die durch Milch ersetzt, aber Sojamilch, Hafermilch oder Mandelmilch eignen sich sicher genauso.

1/3 Tasse Öl – meistens wird Maisöl verwendet, aber ihr könnt auch Rapsöl, Sonnenblumenöl oder sogar Olivenöl verwenden (ja, das geht), ich habe das Öl durch geschmolzene Butter ersetzt

2 Eier – oder eventuell eben mehr Kürbis oder Kichererbsenkochwasser oder Eiersatz oder 1/2 Tasse veganes Joghurt

Anleitung:

Wenn euer Kürbis noch nicht gekocht/gebacken ist: Kürbis halbieren, Kerne mit einem Löffel auskratzen, Kürbis in Spalten schneiden, im Ofen bei 180° C ca. 30 Minuten backen oder Kürbis im Dämpfkörbchen dämpfen, bis er gar ist oder in wenig Wasser gar kochen. Backen empfiehlt sich aber.

Wenn ihr nicht gerade den Kürbis gebacken habt: Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, bis ihr 1 Tasse und 2 Esslöffel voll habt, die 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze mit dem Schneebesen gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren – Hokkaidokürbis wird beim Backen so weich, dass die Gabel völlig ausreichend ist. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker mit dem Schneebesen gut vermischen.

Die gehackten Pekannüsse in den Kürbismix einrühren. Den Schneebesen könnt ihr jetzt weglegen.

Jetzt die ganze Mehlmischung zur Kürbismischung geben und mit der Holzkelle verrühren, bis sich alles gut vermischt hat, aber nicht weiterrühren.

Den Teig in die Springform oder löffelweise in die Muffinsförmchen einfüllen. Er geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf, also bedenkt das beim Einfüllen. Mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen.

Beim Kuchen kommt es auf die Höhe der Teigmenge an: Große Springform ca. 30 Minuten, Cakeform, kleine Springform ca. 40 Minuten.

Unbedingt nach der Backzeit mit der Spicknadel oder dem Holzstäbchen den Test machen: an einer dicken Stelle des Kuchens/Muffins einstechen, wenn noch Teig dranklebt, 5-10 Minuten weiterbacken, Test an anderer Stelle wiederholen. Wenn ihr lieber trockeneren Kuchen habt, backt ihn noch 5.10 Minuten länger.

Kuchen/Muffins aus dem Rohr holen & auf Kuchengitter abkühlen lassen, dabei auch gerne schon die Springform öffnen.

Fertig! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 TL Backsoda

1/8 TL Salz

1 TL Zimt

1/8 TL Muskatnuss

1/8 TL gemahlene Nelken

1/2 TL Kardamom

Ev. 1/8 TL schwarzer Pfeffer

2 Esslöffel Zucker

1/2 Tasse Zucker

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis

1/2 Tasse Wasser/Milch

1/3 Tasse Öl/zerlassene Butter

2 Eier

Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker gut vermischen. Die gehackten Pekannüsse einrühren.

Die ganze Mehlmischung in die Kürbismischung rühren.

Teig in die Form einfüllen, mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen, Kuchen je nach Größe der Form 30-40 Minuten backen.

Fertig! \o/

Zwetschgen-Schokolade-Marmelade

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Ein Bild mit fünf Einmachgläsern voller Zwetschgen-Schokolade-Marmelade auf einem karierten Küchentuch, das Glas ganz rechts im Bild ist kleiner als die anderen und hat einen orangen Deckel, die anderen haben silberne Deckel.

Eigentlich wollte ich gar keine Schokolade in die Zwetschgenmarmelade werfen, aber die erste Partie ist mir angebrannt. Ich habe also die Marmelade in eine Schüssel geleert, den Topf geschrubbt und die Marmelade wieder zurückgeleert. Leider war der dunkelkaramellige Geschmack doch recht stark – nicht ungenießbar, aber nicht zur Marmelade passend. Ich wollte sie aber nicht wegschütten und hatte nichts zu verlieren – also schmiss ich Schokolade hinein und siehe da, die Marmelade schmeckte plötzlich köstlich.

Mein Rezept sieht ungefähr so aus: “Aus einer Steige Zwetschgen alle, die noch ok sind rauspicken, entkernen, backen, in Topf schütten, kleiner Berg Zucker, halbes Kilo Gelierzucker, eine Tafel und zwei Rippen Schokolade, abfüllen”. Das ist aber nicht sehr hilfreich, also habe ich es nochmal repliziert, um es genauer für euch aufzuschreiben.

Zuerst beschreibe ich die Zutaten und Zubereitung ausführlich, am Ende findet ihr die Zutaten & Anleitung in Kürze.

Zutaten & Werkzeug:

2 kg Zwetschgen – damit meine ich diese.

1 Tafel dunkle Schokolade – 70%, möglichst ohne Milch, dann ist die Marmelade vegan. Nehmt Schokolade, die euch wirklich gut schmeckt und testet sie vorher, ob sie euch z.B. in heißer Schokolade gut schmeckt. Ich bin ziemlich heikel, was Schokolade betrifft und habe deshalb extra in der Schweiz gekaufte Schokolade verwendet. Als Ersatz würde ich die 70- oder 80%ige dunkle Schokolade von Spar Premium empfehlen, die wird nämlich auch in der Schweiz hergestellt.

1 kg Gelierzucker 2:1. D.h. auf ein Kilo Gelierzucker kommen 2kg Früchte. Wenn ihr 1kg Früchte nehmt, dann reicht 1/2 kg Gelierzucker. Es gibt auch andere Gelierzucker (3:1 oder 1:1, z.B.), mit denen habe ich diese Marmelade aber noch nicht probiert. 3:1 (also 3 kg Früchte auf 1 kg Zucker) würde wahrscheinlich auch funktionieren, sonst gebt einfach noch etwas Zucker dazu, wenn euch die Marmelade zu sauer ist.

2 Zitronen oder 2 Teelöffel kristalline Zitronensäure – pro kg. Früchte 1 Zitrone oder 1 Teelöffel kristalline Zitronensäure.

1 Zitruspresse oder Früchte durch ein Sieb erst mit der Hand und dann mit einem Löffel auspressen.

1 großen Topf mit hohen Wänden – ja, leider. Nein, nur ein großer Topf reicht nicht, außer ihr macht nur die Hälfte des Rezepts. Marmelade kann beim wallend kochen sehr hoch steigen & der Topf dann übergehen. Lässt sich aber vielleicht von anderen marmeladekochenden Personen ausleihen.

1 Holzlöffel, je länger desto besser

Marmeladegläser mit Schraubdeckel – 2 kg haben bei mir 6 355ml-Gläser plus ein 125ml-Glas gefüllt, das sind also ca. 2,2 Liter Marmelade. Rechnet also ca. mit 2l Marmelade und schaut, dass ihr genug Gläser habt.

2 kleine Teller – einen für die Gelierprobe, einen zum Abstellen von Einmachtrichter und Schöpfkelle

2 frische Küchentücher

Nach meiner Einkochmethode braucht ihr noch 1 großen Topf (für das heiße Wasser) und 1 kleinen Topf (für die Deckel) – ich kenne nur die Methode; ansonsten bitte je nach eurer Erfahrung.

1 Schöpfkelle (mittel bis groß)

1 Einmachtrichter (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen) und eine Holzwäscheklammer, damit ihr den heißen Trichter gut halten könnt

1 Spaghetti- oder sonstige Holzzange (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen)

 

Anleitung:

Zwetschgen waschen, Stiele entfernen und entkernen. Falls ihr noch nie Zwetschgen entkernt habt: Der Stielansatz, also das Loch, wo der der Stiel drin war zeigt nach oben. Viele Zwetschgen haben eine Art Naht, die sollte entweder direkt zu euch schauen oder direkt von euch weg schauen. Haben die Zwetschgen keine Naht, dann haltet sie so, dass eine der schmäleren Seiten des Ovals zu euch zeigt. Mit beiden Daumen sanft aber nachdrücklich nahe am Stielansatz die Zwetschge in zwei Hälften aufdrücken, Kern entfernen, ev. schadhafte Stellen abschneiden, Zwetschgenhälften in den großen Topf werfen. Wenn ihr euch das nicht ganz vorstellen könnt, Youtube hat eine Menge an Tutorials, wenn auch anscheinend nicht für meine Methode (hab aber nicht zu lange gesucht, ob ich meine finde).

Wenn ihr schon ein paar Zwetschgen entkernt habt, dann presst die Zitronen aus und gießt den Saft über die Zwetschgen im Topf oder bestreut sie mit der kristallinen Zitronensäure und rührt um, so dass alle Zwetschgen in Kontakt mit der Zitronensäure kommen, das verhindert die Verfärbung/Oxidation ein wenig. Entkernt weiter Zwetschgen und rührt immer wieder um.

Wenn ihr alle Zwetschgen entkernt habt, fügt den Gelierzucker dazu und rührt gut um. Ihr könnt die Zwetschgen jetzt auch ein wenig ruhen lassen und alles weitere vorbereiten, denn wenn die Zwetschgen einmal auf dem Herd sind, dann könnt ihr nebenher nicht so viel machen.

Die Zwetschgen auf hoher Hitze und unter Rühren erhitzen, bis sie beginnen Saft zu ziehen. Dann Hitze herunterschalten und köcheln lassen, dabei alle 2-3 Minuten gut, aber sanft umrühren – heiße Marmeladespritzer können weh tun, also Schürze & wenn’s nicht zu heiß ist, lange Ärmel. So lange kochen lassen, bis die Zwetschgen weich sind und sich je nachdem (kommt auf die Sorte an) Schalen und Fruchtfleisch in Brei auflösen.

Alternativ lasst ihr das mit Zitronensaft und Zucker und werft die Zwetschgen in einen ofenfesten Topf oder auf ein tiefes Backblech und backt sie bei 180° für 30 Minuten im Ofen. Dann füllt sie vorsichtig! (eher schöpflöffelweise, weil heiße Zwetschgenspritzer tun weh und verschandeln die Küche) in den hohen Topf und fügt Zitronensaft/säure und Zucker dazu. Gut umrühren, auf dem Herd erhitzen.

Vorher bzw. währenddessen den kleinen Teller ins Eisfach oder in den Kühlschrank legen. Wenn ihr ihn vorher nass macht, geht es schneller. Die Spüle putzen, Stoppel einsetzen und mit heißem Wasser füllen. Die Marmeladegläser ohne Deckel im heißen Wasser versenken. Eine freie Fläche vorbereiten, auf die ihr den großen Topf stellen könnt, daneben ein sauberes Küchentuch ausbreiten und ein zweites sauberes Küchentuch dazulegen.

Einen großen und einen kleinen Topf mit heißem Wasser vorbereiten. Ist die Marmelade am Köcheln, die ersten Gläser aus der Spüle in den großen Topf geben und die Deckel in den kleinen. Das Wasser soll kochen. Den Einmachtrichter und die Schöpfkelle ebenfalls in den großen Topf legen, nach ca. 3-5 Minuten im kochenden Wasser wieder rausholen und auf das ausgebreitete Küchenhandtuch oder noch besser, einen Teller, legen.

Spätestens jetzt: Kleinen Teller ins Eisfach legen.

Die Marmelade nochmal hoch erhitzen und 4-5 Minuten unter vorsichtigem Rühren kochen lassen. Geliertest machen – dazu den Teller aus dem Eisfach oder Kühlschrank holen, einen guten Teelöffel Marmelade draufträufeln, etwas warten, mit dem Finger durchfahren. Bilden sich an der Oberfläche Runzeln, geliert die Marmelade gut.

Geschmackstest! Schmeckt euch die Marmelade? Ist sie zu süß? Dann noch ein wenig Zitronensaft oder Zitronensäure dazu. Ist sie zu sauer? Dann noch warten, bis nach der Schokolade, die fügt noch Süße dazu.

Zeit, die Schokolade einzurühren. Herdplatte abschalten, Schokolade in Rippen oder Stücke brechen und vorsichtig in den Topf geben (nicht werfen, das spritzt), Gut durchrühren, bis sich alle Stücke aufgelöst haben. Kosten – Süße bzw. Säure eurem Geschmack anpassen.

Jetzt geht es ans Einfüllen. Das soll rasch passieren, damit noch alles heiß ist. Den Topf auf den vorbereiteten Platz stellen. Mit der Spaghetti- oder anderen Holzzange ein Glas aus dem Topf mit kochendem Wasser holen, kurz über dem Topf abtropfen lassen, neben den Marmeladetopf stellen. Einmachtrichter drauf, mit der Schöpfkelle Marmelade bis ca. 0,5 cm unter den Rand einfüllen. Dabei darauf achten, dass keine Marmelade auf dem Rand des Glases ist, falls ja, dann mit Küchenrolle abwischen.

Passenden Deckel mit der Holzzange aus dem kleinen Topf mit kochendem Wasser holen, schnell aufsetzen. Mit dem bereitliegenden zweiten sauberen Küchentuch das Glas anfassen – Vorsicht, heiß! – und den Deckel fest zuschrauben. Glas mit dem Deckel nach unten auf das vorbereitete ausgebreitete Küchentuch stellen.

Nächstes Marmeladeglas in den Topf mit kochendem Wasser geben, neues Glas rausholen.

So weitermachen, bis alle Gläser gefüllt und der Topf leer ist. Habt ihr am Schluss zu wenig Gläser bzw. bleibt noch etwas Marmelade übrig, könnt ihr den Rest auch einfach in ein weiteres Glas oder in ein Schüsselchen einfüllen und über die nächsten Tage gleich essen. Dieser Rest hilft auch beim Beobachten des Geliervorganges – geliert der Rest, geliert auch die Marmelade in den Gläsern – und natürlich bei der Geschmacksprobe.

Nach ca. 1 Stunde sollte sich in den Gläsern ein Vakuum gebildet haben und alle Deckel “gespannt” sein, d.h., wenn ihr mit dem Finger draufdrückt, sollten sie nicht nachgeben. Falls doch, diese Gläser bald verzehren.

Je nachdem die Gläser umkehren, bevor sie ganz geliert sind. Die Gläser über Nacht auskühlen lassen. Wenn sie nicht schon bald nach dem Kochen geliert sind, am nächsten Tag schauen, ob es jetzt geklappt hat, dazu die Gläser etwas kippen und schauen, ob sich was bewegt. Ist alles noch ganz flüssig, noch etwas abwarten. Bei dieser Marmelade macht es allerdings nicht viel, wenn sie etwas flüssig ist.

Fertig! \o/

 

Zutaten und Anleitung in Kürze:

2kg Zwetschgen
1kg 2:1 Gelierzucker
1 Tafel dunkle Schokolade
2 Zitronen oder 2 Teelöffel kristalline Zitronensäure

Zwetschgen waschen, Stiele entfernen, entkernen. In großem Topf mit Zitronensaft/säure und Gelierzucker vermengen, unter Rühren erhitzen bis sie Saft ziehen, dann auf niedriger Stufe köcheln lassen, bis sie weich sind bzw. ein Brei entsteht.

Marmelade nochmals zum Kochen bringen, 4-5 Minuten kochen lassen. Abschmecken, Geliertest machen. Herdplatte abstellen, Schokolade in Stücken einrühren.

Heiß abfüllen.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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Rotkraut aus dem Ofen

imageNoch ein Rezept, diesmal selbst erdacht. Bei mir landet das meiste Kraut eigentlich in der Suppe, wenn ich nicht gleich Sauerkraut esse. Rotkraut habe ich bisher eher links liegen gelassen, denn außer dem klassischen Rotkraut lässt sich nicht viel draus machen. Oder doch? Ja doch. Aber das involviert häufig genauso viel Arbeit wie klassisches Rotkraut (also fein schneiden oder hobeln). Also Ofenrotkraut, das dank der langen Backzeit halb knusprig, halb karamelisiert wird.

Zutaten

Rotkraut (z.B. 1/2 Kopf)

Olivenöl (oder ein anderes Öl, das ihr lieber habt)

Salz

Je nach Vorliebe/Einkauf/Vorhandensein von Resten: Kartoffeln, Maroni, Äpfel, Süßkartoffeln, rote Rüben, Karotten, Kürbis …

Pfeffer, Zimt, Nelkenpulver, Muskatnuss, Kardamom, Ingwer, Zitruszesten – muss aber alles nicht sein

Anleitung

Ofen auf 180° C vorheizen.

Rotkraut und anderes Gemüse/Obst in mundgroße Würfel schneiden.

In einer Schüssel mit Öl, Salz und eventuell Gewürzen vermischen.

Auf ein großes Blech geben.

Im Ofen 1 Stunde lang braten lassen. Alle 20 Minuten (also insgesamt 2 Mal) das ganze Blech aus dem Ofen holen, alles gut (aber vorsichtig) durcheinanderrühren.

Finito!

Orangenrisotto

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Eines der Gerichte, die mein Vater oft und gerne kochte, war Risotto. Er hatte einen speziellen Kochlöffel, den er von seiner Mutter geerbt hatte – und seine eigene Risottophilosophie, die sich über die Jahre änderte, von “permanent Rühren!” zu “Deckel drauf und leise köcheln lassen, erst am Schluss rühren”. Allerdings veränderte sich sein Risotto nicht groß, er schnitt einfach Gemüse – meistens Karotten, Paprika und/oder Zucchini – seeeehr klein (STUNDENLANG *hust*), löschte mit Zitronensaft oder Weißwein ab und das war’s. Vielleicht noch Käse drauf oder dazu.

Risotto ist also für mich nicht nur einfach irgendein Essen, sondern ein Fundament meiner Kindheit, auch wenn ich bei den Zutaten ein wenig wagemutiger bin. Meine Risottophilosophie ist übrigens noch nicht ganz ausformuliert – permanent Rühren ist nervig, aber Deckel drauf & köcheln lassen weniger cremig …

Jedenfalls war das Motto dieses Winters definitiv Zitrus. Und weil dieses Rezept für Orangenrisotto so ungeheuer köstlich ist und es noch Orangen gibt, kocht es schnell nach bevor der Frühling kommt.  Ich habe es auf einer italienischen Rezeptseite bzw. via Twitter gefunden. Es lohnt sich das Originalrezept zu lesen, weil es so schön geschrieben ist. Leider ist die Abfolge der Arbeitsschritte nicht so gut beschrieben, was mich immer ziemlich nervt, also hier übersetzt und hoffentlich besser geordnet.

Das Originalrezept ist für eine Person bemessen (cool!) und zwar exakt – es kommt genau ein Teller Risotto heraus. Je nach Hunger/Lust/Speiseabfolge kann das perfekt sein, aber es ist wirklich so gut (bzw. koche ich für mich selten mehrgängig), dass mir ein Teller eigentlich nicht reicht. Ich gebe also in Klammern die doppelte und vierfache Menge an, damit ihr euch das Rechnen erspart.

Am Ende des Posts findet ihr das Rezept wieder in Kurzform, mit Mengenangaben für 1 hungrige Person oder 2 Personen, die auch Vor- und Nachspeise essen.

 

Zutaten

1 Esslöffel Sonnenblumenöl (1 1/2-2 Esslöffel – 2-4 Esslöffel), wobei, ich messe das nie genau ab, ich schütte einfach Öl in die Pfanne. Im Rezept steht “ja kein Olivenöl verwenden” und noch habe ich es nicht mit Olivenöl ausprobiert, aber ehrlich gesagt schmeckt es mit Olivenöl wahrscheinlich genauso gut.

1 kleine Zwiebel – oder eine mittelgroße, die Größe ist da eigentlich euch überlassen (1 mittlere/große – 2 mittlere/große)

80 g Reis – Rundkorn oder Risottoreis (160 g / 320 g)

2 Orangen – eine davon unbehandelt & je nach Möglichkeit/Vorliebe bio, können auch Blutorangen sein, aber die sind saurer (4 Orangen / 8 Orangen)

ca. 1/4 Liter heißes Wasser – haltet einfach eine Tasse mit heißem Wasser bereit (gilt auch für 2/4 Personen)

1 Prise Salz (1 Prise / 2 Prisen)

Butter – 1 Stück ca. so groß wie euer Daumennagel (1 walnussgroßes Stück – ca. 20g)

Geriebener Parmesan – ca. 1 Handvoll (2 Handvoll – 4 Handvoll) oder wie viel euch freut, ernsthaft, hier sind keine Grenzen gesetzt

1-2 Amaretti – bei Spar gibt es z.B. so kleine Amarettini, die reichen voll aus, dann aber etwas mehr davon (3-4 / 7-8)

1 Reibe/Raffel/Parmesanmühle oder was immer ihr zum Parmesanreiben verwendet

1 Suppenteller oder Schüssel (für den Parmesan)

1 Topf

1 Holzkelle

Eventuell: 1 Zestenschäler oder 1 Reibe, 1 Mörser oder 1 Plastiksäcken, 3 Schüsselchen oder 1 großen Teller

 

Anleitung

Wenn ihr Orangenzesten über das Risotto streuen möchtet, dann zuerst die unbehandelte & je nach Möglichkeit/Vorliebe Bioorange mit warmem Wasser waschen. Mit einem Zestenschäler oder einer kleinen Reibe Zesten abreiben. Wenn ihr 100% sicher gehen wollt, dass die Schalen nicht bitter sind, in einer kleinen Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, ca. 5 Minuten stehen lassen, mehrmals wiederholen. Entweder in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Orangen auspressen, Saft bereithalten.

Wenn ihr Amarettibrösel über das Risotto streuen möchtet: Als nächstes die Amaretti zerbröseln, z.B. in einem Mörser oder in einem Plastiksäckchen oder mit den Händen. Brösel in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Wenn ihr keinen fertig geriebenen Parmesan verwendet: Jetzt Parmesan reiben, z.B. in einen Suppenteller oder eine Schüssel. Die Hälfte kommt ins Risotto, die andere Hälfte obendrauf, das also beim Reiben bedenken. Den Parmesan zum Bestreuen in ein Schüsselchen oder auf ein Häufchen auf einem großen Teller geben.

Die Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden.

Öl im Topf erhitzen, Zwiebelwürfel dazugeben, auf mittlerer Hitze unter Rühren etwas andünsten.

Hitze erhöhen, Reis dazugeben, ebenfalls unter Rühren andünsten, bis er “glasig” also ein wenig durchscheinend ist.

Dann Orangensaft dazugeben (je nach Philosophie alles auf einmal oder erst mal einen guten Schluck) und gut rühren, damit nichts am Topfboden klebenbleibt.

Salzen. Restlichen Orangensaft dazugeben, unter Rühren aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren.

Jetzt ca. 20 Minuten rühren, dabei soll das Risotto sanft köcheln. Verdampft die Flüssigkeit zu sehr, heißes Wasser nachleeren. Am Schluss soll der Reis nicht schwimmen, aber auch nicht in Klumpen an der Kelle kleben, sondern er sollte eine cremige Konsistenz haben (wie Milchreis). Die Reiskörner sollten noch etwas Biss haben (aber je nach euren Vorlieben).

Zum Schluss Butter und Parmesan unterrühren.

Das Risotto auf den/die Teller geben und entweder sofort mit Parmesan, Amarettibrösel und Orangenzesten bestreuen oder das Bestreuen den essenden Personen überlassen. Schwarzer Pfeffer passt gut dazu.

Guten Appetit!

 

Rezept in Kürze – Mengenangabe für 1 hungrige Person oder als ein Gang für 2 Personen

Sonnenblumenöl

1 Zwiebel

160 g Reis

4 Orangen

Butter

Geriebener Parmesan

3-4 Amaretti

Anleitung

Eine Orange waschen, Zesten abschälen oder abreiben. Alle Orangen auspressen.

Amaretti zerbröseln. Parmesan reiben, die Hälfte zum Bestreuen beiseitestellen.

Zwiebel(n) in kleine Würfel schneiden, Öl im Topf erhitzen, Zwiebelwürfel dazugeben, andünsten. Reis dazugeben, ebenfalls andünsten. Mit Orangensaft ablöschen, salzen.

Aufkochen lassen, dann auf mittlerer Hitze unter Rühren 20 Minuten köcheln lassen.

Zum Schluss Butter und Parmesan unterrühren.

Das Risotto auf Teller geben und entweder sofort mit Parmesan, Amarettibrösel und Orangenzesten bestreuen oder das Bestreuen den essenden Personen überlassen.

Guten Appetit!

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Zitrusmarmelade á la Zombiepanda

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Mandarinenmarmelade

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Bergamottezitronenmarmelade

Update am 7. März:

Nachdem ich jetzt einige Kilo Zitrusmarmelade eingekocht habe – auch rosa Grapefruits, Pomeranzen, Kumquats und Bitterorangen, folgende Anmerkungen:

Das ganze Getue mit Kernen und Fruchtfleisch ist unnötig. Das Pektin in den Schalen reicht vollständig, solange ihr genug Säure hinzufügt. Die Säure hilft nämlich beim Gelieren. Deshalb ist auch Zitronensaft oder kristalline Zitronensäure unerlässlich, haltet also eines oder das andere bereit, sollte eure Marmelade auch nach 15 Minuten wallend kochen noch nicht gelieren. In dem Fall gebt zuerst den Saft einer halben Zitrone bzw. einen halben Teelöffel kristalline Zitronensäure dazu, dann nochmal, sollte die Marmelade noch nicht gelieren. Etwas länger kochen und den Dampf mit einem Fächer o.ä. wegwedeln hilft auch, aber Säure ist definitiv weniger mühsam.

Zitrusmarmelade mit dem richtigen Säuregrad geliert sehr schnell und wie Wackelpudding. Beobachtet also eure Gläser beim Abkühlen und dreht sie wieder zurück, so dass der Deckel nach oben zeigt, bevor die Marmelade am Deckel festklebt. Es macht zwar keinen Unterschied, sondern sieht nur lustig aus, aber nur so als Vorwarnung. Am Besten funktioniert die Überwachung so: Wenn euch ein Rest Marmelade übrigbleibt, gießt ihn in ein Glas oder eine kleine Schüssel (zum baldigen Verzehr ^^). Beobachtet Glas/Schüssel – wenn die Marmelade darin geliert ist, dreht die anderen Gläser vorsichtig (HEISS! also am Besten mit Topflappen/Küchentuch) um, so dass der Deckel nach oben zeigt.

Ob ihr während dem wallenden Kochen am Schluss in der Marmelade rührt oder nicht macht keinen Unterschied. Wichtig ist der Säuregrad. Beim Rühren kann es spritzen, tragt also lange Ärmel und nehmt einen Kochlöffel mit sehr langem Stiel. Ein bisschen sanftes Umrühren ist gut, um zu sehen, ob die Marmelade sich am Topfboden ansetzt (sollte sie nicht, aber alles ist möglich).

Sollte die Marmelade in den Gläsern nicht gelieren ist es völlig ok (wenn auch mühsam), die Marmelade nochmal zu kochen. Dafür die Gläser alle öffnen (oder nur ein paar davon – Zitrussirup ist köstlich auf Grießbrei, Milchreis u.ä.), in einen großen Topf mit hohen Wänden leeren und langsam erhitzen. Alle Gläser und Deckel waschen und wie beim ersten Einkochen vorbereiten. Die Marmelade ca. 5-7 Minuten (bzw. je nach Geliertest) wallend kochen & heiß abfüllen.

Es macht nichts, wenn die Schale der Zitrusfrüchte schon ein wenig (oder ziemlich … äh *hust*) eingetrocknet ist, es wird nur etwas schwieriger, die Schalen zu schneiden. Während dem Kochvorgang saugen sich die Schalen wieder mit Wasser voll  – das heißt aber in diesem Fall ein wenig mehr Wasser zufügen, also statt 2,5 Liter pro Kilogramm Früchte eher ca. 2,75-3 Liter. Wenn ihr es ganz wissenschaftlich machen wollt und wisst, wieviele Früchte ihr hattet (also z.B. 1 Netz mit 5 Orangen = 1 kg), wiegt die Früchte ab und fügt die Differenz auf ein Kilogramm in Form von Wasser zu den 2,5 Litern dazu (zumindest erscheint mir das logisch, aber ich verfahre eher nach Gefühl).

 

Originaltext mit leichten Veränderungen, nach der Erkenntnis, dass es noch einfacher geht

Ich habe eine liebe Freundin, die begnadet Zitrusmarmelade kocht. Weil ich neugierig bin und irgendwie am Marmeladekochen einen Narren gefressen habe, habe ich es jetzt auch versucht – und es hat geklappt. So sehr, dass ich jetzt kein Glas mehr habe, in das ich noch Marmelade füllen könnte (und Zucker ist auch nur noch in der Zuckerdose).

Beim Kochen habe ich mich an ein Rezept von Delia Smith gehalten – aber es so modifiziert, dass es auch ohne Butter, Einmachzucker oder Wachsscheiben (Wachsscheiben?!) funktioniert. Lest es zur Sicherheit durch, aber ich gebe die Teile, die ich verwendet habe auch hier wieder.

Drei Sorten habe ich schon probiert: Blutorange, Zitrone und Mandarine. Alle drei haben fabelhaft geklappt und schmecken köstlich. Weitere Tests werden folgen.

Zutaten & Anleitung in Kürze

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Zutaten:

1 kg Zitrusfrüchte – mit unbehandelter Schale (wichtig) & nach Möglichkeit/Belieben bio

1-2  Zitronen (je nach Größe) – außer ihr kocht Zitronen ein, dann nicht. Die Zitrone muss nicht unbehandelt oder bio sein, da ihr nur den Saft braucht (stattdessen geht auch kristalline Zitronensäure – 1 Teelöffel = Saft einer Zitrone)

2,5 Liter Wasser

2 kg Zucker – je nach Bitterkeit der Früchte auch weniger, aber das merkt ihr erst beim Kochen, also haltet 2 kg bereit

Je nach Lust und Laune: Gewürze (Zimt, Kardamom, Pfeffer, Sternanis, Nelken … oder was immer euch sonst einfällt)

1 Schneidbrett

1 scharfes Messer

1 Zitruspresse – entweder elektrisch oder händisch. Erstere lässt sich eventuell auch ausleihen. Oder: Früchte durch ein Sieb erst mit der Hand und dann mit einem Löffel auspressen.

1 großen Topf mit hohen Wänden – ja, leider. Nein, nur ein großer Topf reicht nicht, außer ihr macht nur die Hälfte des Rezepts. Die Marmelade kocht am Ende nämlich hoch & dann über. Für euch getestet. Lässt sich aber vielleicht von anderen marmeladekochenden Personen ausleihen.

1 kleinen Topf – nicht zu klein, einen Liter sollte er schon fassen.

1 Holzlöffel

1 Drahtsieb – am besten ein grobmaschiges (also nicht zu fein), aber wenn ihr kein solches habt, dann egal. Habt ihr kein Drahtsieb, dann geht ein mit einer sauberen Stoffwindel oder 2 Lagen Küchenrolle ausgelegtes Abtropfsieb oder ein mit einem Kaffeefilter ausgelegter Trichter

Marmeladegläser mit Schraubdeckel – Delia Smith schlägt 6 Gläser, die je 450g fassen vor und das passt recht gut – ich habe recht unterschiedliche Größen verwendet, das geht auch. Wichtig ist, immer ein Glas mehr vorzubereiten als ihr denkt, dass ihr braucht. ;)

1 kleinen Teller

2 frische Küchentücher

Nach meiner Einkochmethode braucht ihr noch 1 großen Topf (für das heiße Wasser) und 1 kleinen Topf (für die Deckel) – ich kenne nur die Methode; ansonsten bitte je nach eurer Erfahrung.

1 Schöpfkelle (mittel bis groß)

1 Einmachtrichter (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen).

1 Spaghetti- oder sonstige Holzzange (lässt sich ev. auch von einkochenden Personen ausleihen).

Was ihr nicht braucht: Butter, Wachsscheiben, Stofftücher.

Exkurs Mandarine

Tipps & Tricks

Zutaten & Anleitung in Kürze

 

So.

 

Anleitung:

Zitrusfrüchte mit warmem Wasser abwaschen. In die Hälfte schneiden und auspressen. Schalen aufheben. Kerne und Fruchtfleisch kommen in den kleinen Topf, der Saft in den großen Topf mit den hohen Wänden (ev. noch durch ein Sieb gießen). Zitrone ebenfalls auspressen, Schale nicht aufheben (außer ihr wollt sie auch mitkochen, dann sollte die Zitrone aber unbehandelt & ev. bio sein).

Ein halber Liter Wasser kommt zu Fruchtfleisch und Kernen in den kleinen Topf. Einmal aufkochen lassen und dann auf kleiner Hitze vor sich hin köcheln lassen und ab und zu umrühren. Nicht zudecken!

Zum Saft im großen Topf kommen 2,5 Liter Wasser und die – je nach Vorliebe – dicker oder dünner geschnittenen Schalen. Delia Smith schlägt vor, die leergepressten Schalen noch einmal in die Hälfte zu schneiden und dann diese längs zusammen zu legen und so zu schneiden. Das mit dem Zusammenlegen könnt ihr machen, müsst ihr aber nicht. Je nach Schneiderfahrung lassen sich auch zwei Schalenstücke übereinanderlegen und so etwas schneller schneiden. (Siehe auch Exkurs Mandarine) Bei Grapefruits oder großen Orangen empfiehlt es sich, die Schalen nochmal in die Hälfte zu schneiden (also Achtel statt Viertel), bei Kumquats reicht es, sie in die Hälfte zu schneiden – ihr könnt sie auch im Ganzen schneiden, aber da ist das Rausholen der Kerne etwas mühsamer.

Wenn ihr ca. die Hälfte der Schalen geschnitten habt, stellt den Topf auf den Herd oder wenn er schon auf dem Herd ist, stellt die Herdplatte an. Schalen weiter schneiden und hineingeben. Wenn alle Schalen geschnitten und im Topf sind, lasst alles einmal aufkochen (nicht tragisch, wenn es vorher schon kocht, einfach auf niedrig stellen) und dann auf niedriger Hitze vor sich hin köcheln. Wenn ihr Gewürze hinzufügen wollt: Jetzt.

Der Topf darf jetzt vor sich hin köcheln. Stellt euch auf einem Küchenwecker oder auf dem Smartphone oder Handy 2 Stunden ein oder merkt euch, wann ihr die letzten Schalen in den Topf getan habt. Wenn ihr die Schalen nicht ganz weich haben wollt, dann gehen auch 1 – 1,5 Stunden, aber beim Essen nachher ist weicher bequemer. ;)

Rührt ab und zu um – d.h. so alle 15 Minuten oder wenn es euch gerade einfällt. Haltet euch der in Nähe des Topfes auf, ab und zu müsst ihr bei der Hitze etwas höher oder niedriger drehen und das Umrühren, besonders im kleinen Topf, ist auch wichtig, die Kerne hocken doch gerne an.

Währenddessen z.B. abwaschen und die Gläser, Einmachtrichter und Schöpfkelle zum Einmachen vorbereiten: Abspülen, Gläser in warmem Wasser aufbewahren. Nach ca. 1,5 Stunden einen großen Topf mit warmem Wasser und einen kleinen Topf mit Wasser vorbereiten.

Den kleinen Teller ins Eisfach oder in den Kühlschrank legen.

Eine freie Fläche vorbereiten, auf die ihr den großen Topf stellen könnt, daneben ein sauberes Küchentuch ausbreiten und ein zweites sauberes Küchentuch dazulegen.

Der kleine Topf mit den Kernen und dem Fruchtfleisch wird schon früher “fertig” sein als der große, d.h. ca. die Hälfte der Flüssigkeit verloren haben. Einfach die Platte darunter abschalten oder den Topf vom Herd nehmen und ruhen lassen, bis der große fertig ist.

Sind die 2 Stunden vergangen, Testen ob die Schalen weich sind. Zum Testen eine Schale abkühlen lassen und zwischen den Fingern zerdrücken – geht das leicht, sind sie weich.

Den Inhalt des Topfes mit Fruchtfleisch & Kernen durch ein grobmaschiges Sieb (oder Alternativen) in den großen Topf leeren und gut auspressen – dort ist das gute Pektin drin. Nicht vergessen das Sieb (oder was immer) auch außen abzukratzen.

Jetzt die Herdplatten unter dem großen und kleinen Topf mit Wasser anstellen, die ersten Gläser in den großen Topf geben und die Deckel in den kleinen. Das Wasser soll kochen. Den Einmachtrichter und die Schöpfkelle ebenfalls in den großen Topf legen, nach ca. 5 Minuten im kochenden Wasser wieder rausholen und auf das ausgebreitete Küchenhandtuch oder noch besser, einen Teller, legen.

Spätestens jetzt: Kleinen Teller ins Eisfach legen.

Platz fürs Abfüllen schaffen:  Platz für den großen Topf, ev. mit Untersetzer, ein frisches Küchentuch daneben ausbreiten, ein zweites dazulegen.

In den Topf mit den Schalen 1 kg Zucker geben und unter Rühren auflösen. Geschmack testen – mit 1 kleinen Löffel schnell eintauchen, abkühlen lassen & kosten. Je nach Frucht (Zitronen brauchen z.B. je nachdem nicht so viel Zucker) in kleineren Schritten mehr Zucker zufügen, bis ihr mit der Süße zufrieden seid (dabei hilfreich siehe Tipps & Tricks).

Jetzt die Hitze unter dem großen Topf auf die höchste Stufe stellen & Küchenwecker/uhr/Smartphone auf 10 Minuten einstellen. Unter Rühren aufkochen lassen und 10 Minuten rühren und kochen lassen. Dabei könnt ihr immer noch testen, ob es mit der Süße passt und eventuell noch Zucker oder Gewürze hinzufügen.

Macht den ersten Geliertest nach 10 Minuten. Dazu holt ihr rasch den kleinen Teller aus dem Eisfach oder Kühlschrank, tropft ein paar Tropfen drauf und legt den Teller rasch nochmal ins Eisfach oder Kühlschrank. Ca. 1/2 Minute warten, dann mit dem Finger durch die Tropfen fahren. Bilden sich kleine Runzeln oder Falten – Topf weg von der Hitze und einfüllen für eine gut weich gelierende Marmelade. Für eine fest gelierende, aber trotzdem weiche und streichfähige Marmelade kocht ihr sie 15 Minuten.

Bilden sich noch keine Runzeln oder Falten – Marmelade noch etwas kochen lassen oder noch mehr Säure – Zitronensaft oder kristalline Zitronensäure – hinzufügen. Je länger die Marmelade kocht bzw. je saurer sie ist, desto stärker geliert sie – die Marmelade bleibt aber trotzdem weich und streichfähig. Wenn ihr sie also eher flüssiger haben wollt, füllt sie früher ein – wenn ihr etwas gegen vom Brot rutschende Marmelade habt, später. Möglicherweise hilft auch der Zusatz von etwas kochendem Wasser gegen zu starkes Gelieren, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Jetzt geht es ans Einfüllen. Das soll rasch passieren, damit noch alles heiß ist. Den Topf auf den vorbereiteten Platz stellen. Mit der Spaghetti- oder anderen Holzzange ein Glas aus dem Topf mit kochendem Wasser holen, kurz über dem Topf abtropfen lassen, neben den Marmeladetopf stellen. Einmachtrichter drauf, mit der Schöpfkelle Marmelade bis ca. 0,5 cm unter den Rand einfüllen. Dabei darauf achten, dass keine Marmelade auf dem Rand des Glases ist, falls ja, dann mit frischem Küchentuch oder Küchenrolle abwischen.

Passenden Deckel mit der Holzzange aus dem kleinen Topf mit kochendem Wasser holen, schnell aufsetzen. Mit dem bereitliegenden zweiten sauberen Küchentuch das Glas anfassen – Vorsicht, heiß! – und den Deckel fest zuschrauben. Glas mit dem Deckel nach unten auf das vorbereitete ausgebreitete Küchentuch stellen.

Nächstes Marmeladeglas in den Topf mit kochendem Wasser geben, neues Glas rausholen.

So weitermachen, bis alle Gläser gefüllt und der Topf leer ist. Habt ihr am Schluss zu wenig Gläser bzw. bleibt noch etwas Marmelade übrig, könnt ihr den Rest auch einfach in ein weiteres Glas oder in ein Schüsselchen einfüllen und über die nächsten Tage gleich essen. Dieser Rest hilft auch beim Beobachten des Geliervorganges – geliert der Rest, geliert auch die Marmelade in den Gläsern.

Nach ca. 1 Stunde sollte sich in den Gläsern ein Vakuum gebildet haben und alle Deckel “gespannt” sein, d.h., wenn ihr mit dem Finger draufdrückt, sollten sie nicht nachgeben. Falls doch, diese Gläser bald verzehren.

Je nachdem die Gläser umkehren, bevor sie ganz geliert sind. Die Gläser über Nacht auskühlen lassen. Wenn sie nicht schon bald nach dem Kochen geliert sind, am nächsten Tag schauen, ob es jetzt geklappt hat, dazu die Gläser etwas kippen und schauen, ob sich was bewegt. Ist alles noch ganz flüssig, noch etwas abwarten. Ansonsten siehe Tipps & Tricks.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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Exkurs Mandarine:

Bei den Mandarinen ist es ein wenig anders. Ich habe sie ausgepresst und dann aus jeder Schale die übriggebliebenen Hüllen der Schnitze vorsichtig rausgekratzt und in die Pfanne zu Fruchtfleisch und Kernen gegeben. Dort habe ich dann 1 Liter Wasser zugesetzt und in den großen Topf zu den Schalen 1,5 Liter. Heute würde ich mir das Extrakochen von Kernen und Fruchtfleisch sparen. Die Mandarinenschalen lassen sich viel leichter übereinander legen als andere Zitrusschalen – ich habe immer 3 Hälften genommen, halbiert und dann übereinander gelegt – also 6 Schichten auf einmal geschnitten. Das spart Zeit, aber seid vorsichtig mit euren Fingern. Mandarinen werden erstaunlich bitter, brauchen also wirklich viel Zucker.
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Tipps & Tricks

Beim Kosten der Marmelade geht schnell der Sinn für Bitterkeit/Süße verloren – dazwischen entweder ein paar Schlucke Wasser trinken oder ein Stückchen Brot oder je nach Vorliebe eine Olive oder eine Essiggurke essen.

Das mit den Gläsern, dem Platz fürs Abfüllen etc. lässt sich auch erst recht spät vorbereiten, aber dann wird es stressig. Ich befolge den Ablauf so wie ich ihn beschrieben habe auch nicht immer, aber es würde sich empfehlen, wenn ich das täte. ;)

Bevor ihr sie mit dem Zucker aufkocht kann die Marmelade auch noch stundenlang stehen, nachher nicht mehr.

Ich habe noch keine Gewürze in Zitrusmarmelade gegeben. Bedenkt, dass Gewürze oft erst über längere Zeit ihren Geschmack freigeben & fangt ev. mit kleinen Mengen an. Andererseits haben Zitrusfrüchte einen starken Geschmack, also alles eine Sache des Ausprobierens. :) Ob ihr gemahlene oder ganze verwendet, bleibt euch überlassen. Ganze könnt ihr ev. noch rausfischen bevor ihr den Zucker zugebt oder auch nicht, wie es euch Spaß macht.

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Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 kg Zitrusfrüchte
1 große Zitrone (außer ihr kocht Zitronen ein)
2,5 Liter Wasser
2 kg Zucker

Zitrusfrüchte mit warmem Wasser abwaschen. In die Hälfte schneiden und auspressen. Kerne und Fruchtfleisch in kleinen Topf, der Saft in großen Topf. Zitrone ebenfalls auspressen, Schale nicht aufheben.

Fruchtfleisch und Kerne mit 1/2l Wasser aufkochen, dann köcheln lassen. Schalen schneiden, mit Saft und 2l Wasser aufkochen, dann köcheln lassen.

Töpfe ca. 2 Std. kochen lassen, dabei ab und zu umrühren. Ist die Hälfte der Flüssigkeit im kleinen Topf verkocht, Herdplatte abstellen oder Topf vom Herd nehmen. Inhalt des Topfes mit Fruchtfleisch und Kernen durch ein grobmaschiges Sieb in den großen Topf leeren und gut auspressen.

1 kg in den großen Topf geben und unter Rühren auflösen. Geschmack testen und in kleineren Schritten mehr Zucker zufügen.

Hitze unter dem großen Topf auf die höchste Stufe stellen und unter Rühren aufkochen lassen. 10 Minuten rühren und kochen lassen. Geliertest machen. Ev. noch weiter kochen lassen.

Marmelade heiß abfüllen.

Viel Spaß! Wenn ihr Fragen habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

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On eating while depressed

[TW depression]

Currently posts happen in English. Don’t know why, but that’s just how it is right now.

I just met a friend I haven’t seen in quite a while. As we asked each other how we were, we both knew how we really were without having to say much. They asked me to accompany them to the supermarket to get something to eat. I said yes, because I wanted to spend more time with them, but also because I felt I knew why they asked. They were hungry and needed food, but making or buying food, alone, was just too much effort. Eating while depressed can be like that for me.

As I am still coming out of a depressed phase, I am amazed at and celebrate the things that are suddenly possible again. Putting in earrings. Doing the laundry. Doing the dishes. And making food. At first, making food again meant making food that requires heat and a pan. Cheese toast to be exact. I don’t have a toaster, so I fry the bread gently in butter, top it with cheese, flip it, fry it gently, and then eat it with lots of ketchup. Right now, I’ve taken the next step to cooking soups. Soups aren’t hard to make and if I make a big batch they’ll last two or more days. These are two huge steps up for me. I even made pasta twice.

Why are they huge steps? They’re huge steps up from eating cold food, like bread and cheese or other combinations, from cereal with yoghurt, from chips and chocolate pudding. There is nothing wrong any of those foods, I love them all. But eating them every day gets tedious, when there is so much more out there.

At this point in time I consider my life to be seriously too short to keep beating myself up about what I eat anymore, even though society says I should because I am fat. I love food. It took me a while to get a safe distance away from the guilt, the shame, the self-hate, the fears, the restrictions, the hang-ups, the constant self-abuse of berating myself for my choices. Somehow I managed to resist dieting, mostly. One ex-partner tried the no-carb diet and I “had” to do it with them (because I was “responsible” for the cooking, natch), that cured me for life. I don’t think I’ve ever craved potatoes so much.

I managed to get to a safe distance with Michelle Allison, who blogs and tweets as the Fat Nutritionist @fatnutrionist – and Lesley Kinzel’s amazing fatshion articles on xojane (she writes great articles on a wide range of other topics, too). Because of Lesley Kinzel, who tweets as @52stations, I put on a bathing suit this summer and went swimming, because of her, I am putting on whatever clothes (dresses!) I want. Because of posts like this by Michelle Allison, I started being able to say yes and no to food as I pleased and no longer pressured myself as much.  I’m still working on all these things, still unlearning the internalized fatshaming, still trying to resist the fatshaming from others. Still working on applying the health at every size concept to my life.

That’s how my relationship is with food when I am feeling ok or happy. When I am not feeling well, I don’t lose my appetite, I stop caring (not feeling, caring). I stop caring whether I eat, and cooking and doing the dishes become chores of monstrous proportions. This is not a sudden occurrence, one day fine, the other day completely unable to cook food. It’s a gradual process. At one point during this year, I managed to get up at a reasonable time, make breakfast (tea and cereals I let soak *the night before* with actual fresh fruit, how “together” is that?!). At one point this year, I have managed to invent new recipes and go to amazing lengths to prepare certain foodstuffs.

Then I started lying in bed a little longer and eating my cereals unsoaked for many reasons. Maybe not every day. But this is how it starts. It ends with me going to work hungry, eating lunch far too quickly, and feeling bad about the whole thing and this time finally not eating at all, which, just no. No no no. I don’t want to go there again. Michelle Allison has written about “When eating falls apart“. This.

What feeling depressed and not being able to cook also means for me: I have let food rot, because I just couldn’t find the energy to prepare it. This is considered very bad. Supervillain level bad. So while I can’t help it, I feel very bad about it and make myself feel worse. To combat this, I stop buying food that goes off quickly and/or needs many steps to prepare (i.e. fruit and vegetables, although I really like them). I eat only things I don’t have to prepare or can prepare quickly, preferrably in a bowl, and eat with a spoon. Now, as I said above, I love cold foods like bean salad and cereal, but having bean salad every day isn’t fun. A good post to read on this is Michelle Allison’s Perfectionist cooking paralysis. Basically I go from a higher level to level zero and then up again over time, except I know how to cook food at every level, that’s not the problem.

This time, as I started getting out of my depressed phase (still not entirely out), I also got a massive virus infection with sore throat, clogged sinuses, fever, the works. I lost my sense of smell and taste. This made me want to eat and cook even less. I could have ordered stuff or could have gone to a restaurant. I can buy readymade food at the supermarket. But I can’t afford that on a regular basis, nor do I want to buy readymade food all the time. Also, I was sick. I couldn’t really go out.

Add this to the fact that I live and mostly am alone. I have a parent (who has their own life and struggles), friends (who have their own life and struggles) and that’s it. Also, when I am not feeling well, I feel like I can’t impose on people. I tell them I can do stuff by myself, because I feel they have enough on their plate. Also having them visit me or going out with them means getting up, showering, getting dressed, cleaning up and many other things that sometimes just take more strength than I have, especially when I am also having a fever. Still, there are lovely people who persist, make food for me, take me out – and I am eternally grateful to those people.

At the same time, when I am feeling depressed, eating whatever I feel like gives me pleasure and helps me stay alive. It helps me stay connected to this world, because I don’t want to give up the pleasure of eating chocolate pudding and potato chips and because I know that at some future point I will be able to make and eat arugula salad, mushroom risotto or homemade Christmas cookies. Lucky me. This is a privilege.

Now. Take all these layers (and some I’ve not been able or didn’t want to fit in). Understand that there are times when I have been meaning to cook a simple dish for days and haven’t managed to do it. Even if it only requires cutting things and cooking them all together. Sometimes I am just not able to do this. Sometimes I am slowly approaching the point at which I can. Sometimes I can and sometimes I can do more. If I had to do this at work, I’d do it, no problem. But this isn’t paid work. It’s feeding me and sometimes I can’t.

That’s why I am touchy when people comment on my food choices. Even during ok or happy phases, comments that go beyond “Wow, that looks good!”, “Yummy!” or “I’d like to have the recipe” get annoying really fast, mostly because there is so much fatshaming in them. “How can you eat that?”, “I couldn’t eat that!”, “(Food I’m eating) is so gross!”, “You’re eating *that* for breakfast/lunch/dinner?!”, “But you could make that into a vegan dish!”, etc etc etc.

No, I don’t want to hear about your diet, whether you’re doing it for weight loss or other reasons. It’s fine if you tell me you can’t or won’t eat certain foods, I’ll try to work with that if I ever cook food for you. Whatever you choose to eat is fine with me and if I like what’s in it, I’ll be glad to try it. I’ll gladly talk about delicious food, I’ll look at your pictures of delicious meals, I’ll read your recipes and love them and try them out myself when and if I feel like it, but I will only forgive one person for diet talk – my best friend (for reasons I don’t need to explain to you). From people who don’t really know me, comments about what I’m eating get irritating really fast. From people who know me, they can be incredibly hurtful.

But since I’m afraid people will no longer like me if I tell them they’re hurting me, I stay silent far too often and rather start avoiding them. Not an ideal solution, either, I guess. Which is why I’ve written this post to ask you to please take into consideration that people might have issues with food that you don’t, can’t know about. It costs you nothing to say whatever you want to say about my food choices in your head, but you’ll spare me pain. If you can’t do that, be prepared for me to react in a way that might not be “nice”.

Nein, so war das nicht. Feministische Archäologie und Geschichte – Teil 1

Der Betriebsausflug vom 1.10. 2013 braucht drei Blogposts. Dies ist der erste Teil, über Archäologie und Patriarchat.

Disclaimer: Ich bin Historikerin und keine Archäologin, hab aber viel darüber gelernt. Das ist jetzt kein Fachartikel, sondern ein Blogpost. Ich empfehle die Lektüre des Wikipediaartikels zu “Hallstatt (Archäologie)” – der ist sehr gut und deckt sich in vielem damit, was ich in meinem Studium über Hallstatt gelernt habe, da kommen einige der beschriebenen Schwierigkeiten vor. Und wenn ihr alles wissenschaftlich fundiert lesen wollt: Jutta Leskovar, Bilder auf Töpfen, Bilder in Köpfen. Zur stereotypen Identifikation von Frauen und Männern in hallstattzeitlichen szenischen Darstellungen.

Noch was: Dadurch dass sich die binäre Geschlechterordnung (Frau – Mann) auch in der Archäologie und Geschichtsforschung noch fest hält, bin ich diesmal etwas kreativ mit den Gendersternchen und hänge sie nicht überall an, um sichtbar zu machen, wann in binären Kategorien gedacht wird, wobei aber auch immer Fehler passieren können.

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Im Rahmen eines Betriebsausfluges besuchte ich den Brot-Teil der Niederösterreichischen Landesausstellung Brot und Wein im Urgeschichtemuseum in Asparn an der Zaya. Draußen im Park, wo jungsteinzeitliche Töpfereien, Bäckereien, Wohnhäuser und mehr nachgebaut sind, fand ich folgende Tafel:

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Webgewichte, Spinnwirtel und Garn – das Handwerkzeug der jungsteinzeitlichen Frau” steht da auf der Tafel. Aha. Soso. Klar: Es hat wahrscheinlich in der ganzen Jungsteinzeit kein einziges männliches Wesen gegeben, das jemals auch nur in die Nähe der Produktion von Textilien gekommen ist (Produktion von Textilien ist ein Merkmal der Jungsteinzeit, davor gab’s die nicht). Im Gegenzug ist verbrieft, dass Frauen nie nie nie auf die Jagd gingen – und schon gar nicht auf Mammuts, die sich zum Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren, also ca. zum Beginn der Jungsteinzeit (zumindest im “Fruchtbaren Halbmond“) schon nach Nordosten und auf die Wrangelinsel vertschüsst hatten. Und etwas anderes als Cis-Männer und -Frauen gab es damals nicht. Wir wissen das, weil wir Zeitmaschinen haben und Forscher*innen durch die gesamte Steinzeit gereist sind und jede einzelne Person persönlich intensiv interviewt haben. Nein, Scherz, natürlich nicht – die steinzeitlichen Menschen haben uns alles haarklein aufgeschrieben. Ach, nein, falsch, es gibt unwiderlegbare Beweise dafür aus archäologischen Ausgrabungen.

Alles Quatsch.

Fakt ist: Eine Möglichkeit, Textilien in der Jungsteinzeit herzustellen, war das Spinnen von Garn mit der Spindel, das dann auf mit Hilfe der Webgewichte bespannten Webstühlen verwoben wurde.

Warum solltet ihr nicht glauben, dass für die jungsteinzeitliche Textilproduktion nur Frauen zuständig waren? Nun, lasst mich erklären.

Trotz einer Anzahl von Archäologinnen*, die in den Anfangstagen der Archäologie Grabungen durchführten und Frauen*, die bei Grabungen ihrer Archäologenväter*, -brüder*, -partner* auf verschiedene Arten mitarbeiteten, trotz aller feministischer Archäologie und Historiographie seit dem 19./20. Jahrhundert ist auch die Archäologie und Geschichtsschreibung nicht vor dem Patriarchat gefeit. Die Anzahl darf nämlich – wie immer – leider keinesfalls überschätzt werden. Ergo wurden und werden Grabungsfunde aus der Sicht des Patriarchats gedeutet, was z.B. dazu führt(e), dass Skelette mit Waffen – speziell Schwertern – als Grabbeigaben ohne weitere Untersuchung als Männer deklariert wurden, auch wenn ein Skelett möglicherweise das einer Frau* war. Gräber mit “Frauenschmuck” wurden dagegen als Frauengräber interpretiert.

Dazu kommt, dass es aus der Steinzeit, egal ob alt oder jung, keine schriftlichen Quellen gibt und die archäologische Fundlage bruchstückhaft, undurchsichtig und eben sehr anfällig für und abhängig von Interpretationen ist. Vieles wissen die heutigen Forscher*innen einfach nicht und werden es vielleicht nie erfahren. Siehe Wikipediaeintrag zu Hallstatt (Archäologie) – wie die Menschen der Hallstattzeit ihre herzförmigen Salzbrocken abbauten, weiß immer noch niemand. Aber aufgrund archäologischer Funde gibt es Anzeichen dafür, dass stillende Frauen und auch Kinder im Salzbergwerk arbeiteten bzw. sich aufhielten.

Hier ist besonders zu bedenken, dass Gegenstände aus organischen Materialien (Nahrungsmittel, Leder, Haare, Pflanzen, Holz, etc.) nur in ganz besonderen Fällen erhalten bleiben, wenn sie z.B. durch Feuer, Trockenheit, Hitze, Wasser, Feuchtigkeit, Kälte, Salz, Moore, Versteinerung, etc. konserviert wurden. Klingt nach viel, de facto ist es das nicht – jeder Fund, der heute noch gemacht wird, ist wieder ein neues Wunder. Vor allem gilt das für kleinräumige, intensivst besiedelte Gebiete, z.B. Mitteleuropa, aber auch die Mittelmeerküste Nordafrikas, Japan – die Zeit bleibt ja für die Fundorte nicht stehen, sondern da kommen dann andere Menschen, manchmal erst Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte danach und bauen auf bestehenden Strukturen auf oder machen die erst mal kaputt. Schon das Pflügen eines Feldes zerstört eine Bodenschicht und wirbelt sie auf – in manchen Gegenden Europas wird seit Jahrtausenden gepflügt und seit dem 20. Jahrhundert mit immer schwereren, maschinengezogenen Pflügen, die noch tiefere Schichten aufreißen.

Heute gibt es eine über Jahrzehnte entwickelte Wissenschaftskultur in der Archäologie, fein ausgeklügelte Grabungstechniken, um ja keine Details zu verlieren – wenn es sich nicht gerade um eine Notgrabung handelt – sorgfältige Dokumentation, Datierungstechniken, Genanalysen, Datenbanken mit z.B. Holz- oder Metallproben, und vieles mehr. Trotzdem sind auch heute Archäologie und Geschichtsschreibung absolut abhängig von Interpretationen, da es nur selten eine 100%ige Sicherheit geben kann. Niemand war dabei und Augenzeugenüberlieferungen (gibt’s erst mit der Schrift) müssen heftigster Quellenkritik unterzogen werden. Denkt nur an heutige Zeugenaussagen – nur wenige Menschen haben eine perfekte Erinnerungsgabe und kein Mensch ist objektiv.

Zusätzlich kommen diese Techniken und Standards vor allem dort zur Anwendung, wo es genug Geld für Archäologie gibt. Im 19. Jahrhundert und davor gab es diese Techniken nicht, unzählige wichtige Details gingen und gehen verloren. Zum Beispiel wurde eine tausende Jahre alte, im Salz konservierte Mumie aus dem Salzbergwerk in Hallstatt im 18. Jahrhundert gefunden, aber daraufhin einfach auf dem örtlichen Friedhof bestattet (siehe Hallstattartikel) – und das war kein Einzelfall.

Glücklich schätzen sich heutige Archäolog*innen, wenn es wenigstens Zeichnungen davon gibt, in welcher Position welche Fundstücke gefunden wurden (Fundzusammenhang) Wieder: Hallstatt (Archäologie)-Wikipediaeintrag. Die Ausgrabungen in Hallstatt im 19. Jahrhundert wurden gut dokumentiert – für die Zeit extrem rar – aber da die Originalfunde fehlen, helfen diese nur bedingt. Die meisten anderen Grabungen des 19. Jahrhunderts wurden nicht so sorgfältig dokumentiert und das blieb so lange ins 20. Jahrhundert hinein und geschieht sicher auch heute noch. Der Fundzusammenhang ist aber wichtig für die Interpretation der Funde. Die Position von Gegenständen, z.B. in einem Grab, sagt etwas über die Bedeutung der Gegenstände für die damaligen Menschen aus.

Mit der Übergabe der Fundgegenstände an die Sammelsuriumsmuseen – nein, Museen waren nicht immer so gut geordnet wie heute (es gibt sie auch noch nicht so lange) und nein, auch heute sind nicht alle Museen “gut” geordnet (Was heißt “gut”? Auch hier viele Faktoren.) – gingen die Zusammenhänge zwischen Funden verloren oder wurden auseinandergerissen, weil z.B. wertvolle Gegenstände herausgepickt wurden. Ja, etliche wichtige Gegenstände verschwanden und verschwinden spurlos – aus den Museen, von den Fundorten, durch Raubgrabungen, wenn sie nicht per Zufall auftauchen (siehe Himmelsscheibe von Nebra). Ergo können wir bei vielen Funden gar nicht wissen, ob alle Fundstücke vorhanden sind, wie diese angeordnet waren und in vielen Fällen auch nicht, was sie genau bedeuteten.

Nun kommt noch eine Ebene dazu: Eben der historiographische Teil der Archäologie, der aus den Fundstücken dann interpretiert, wie diese verwendet wurden und was sie für die damals lebenden Menschen bedeuteten. Nochmal: Dieser Teil besteht zu einem großen Teil aus Interpretation. Bei manchen Gegenständen ist die Verwendung eindeutig, doch können die meisten Gegenstände für vielfältige Zwecke eingesetzt werden und ihre Bedeutungen sind noch vielfältiger und quasi nur durch genaue Befragung der Personen, die einen Gegenstand verwenden, annähernd erfahrbar. Ihr glaubt das nicht? Denkt an euer Lieblingsbuch – wie vielfältig kann es verwendet werden und wieviele Bedeutungen hat es für euch? Und das ist noch ein einfaches Beispiel.

Dabei wurde lange Zeit angenommen, dass Forscher objektiv seien, Frauen das nicht wären und daher für die Forschung nicht geeignet seien und mehr als zwei Geschlechter gab es in der Forschung offiziell nicht. Heute kommen einige Menschen in der Forschung im Allgemeinen und auch in der Geschichtsforschung immer mehr darauf, dass Menschen nicht objektiv sein können und unsere persönlichen Prägungen, Ansichten, Stereotype, Gefühle etc. immer in unsere Forschungen – und alles andere auch – einfließen lassen, ob bewusst oder unbewusst. Wie objektiv ist also ein*e nicht für Feminismen sensibilisierte*r Forscher*in?

Nach der Geschichtsschreibung kommt die Vermittlung des Inhalts. Auch diese unterliegt einer Reihe von Faktoren, die Fakten und Interpretationen vermischen, verkürzen und verfälschen. Auch in der Archäologie und Geschichtsforschung, sowie in Museen und anderen Kultureinrichtungen, in Ämtern, die Ausstellungen in Auftrag geben bzw. finanzieren, haben immer noch weiße, gesunde, heterosexuelle Cis-Männer die Macht, egal wieviele Museen mittlerweile von Frauen* geleitet sind, egal wieviele Historikerinnen* es mittlerweile im Universitätsbetrieb gibt (zu wenige). Außerdem sind ja auch nicht alle Frauen* Feministinnen*.

Ebenso gibt es zum Teil die Auffassung, dass neuere Entwicklungen in der Geschichtsschreibung, also z.B. feministische Perspektiven, “zu schwierig” seien, um sie an “die Bevölkerung” zu vermitteln. Also werden Stereotypen, wie die Verbindung zwischen Frauen und Textilproduktion, immer weitergetragen. Ein Text, eine Ausstellung muss “dem Publikum”, das immer noch als weiß, gesund, heterosexuell, cis-männlich angenommen wird, gefallen. Und bloß das Publikum nicht abstoßen, das soll ja kommen und Geld zahlen.

Wenn ihr also solche Zuschreibungen bzw. Beschreibungen lest, bedenkt diese vielen, vielen Ebenen (ich habe sicher noch ein paar ausgelassen), die hinter einer solchen Phrase stecken und glaubt sie nicht auf Anhieb.

Denn wie soll ich glauben, dass in der Jungsteinzeit einzig und allein Frauen für die Textilproduktion zuständig waren? Gut, es gibt archäologische Funde von z.B. Metallgefäßen, auf denen die Textilproduktion durch Frauen* dokumentiert ist, Frauen* werden die Mittel für die Textilproduktion (Spindeln, Webgewichte) mitunter ins Grab gelegt – aber das beweist eben a) nichts, b) nicht alles und c) nur, dass die abgebildeten bzw. begrabenen Frauen* (wenn es denn Frauen* sind) möglicherweise Textilien produzierten. Erinnert euch – Gegenstände haben mehrere Bedeutungen, die nicht alle erfasst werden können. Das einzige was mit 100%iger Sicherheit gesagt werden kann: Seit Menschen Textilien produzieren, produzieren Menschen Textilien.

Teil 2 behandelt dann die “Brot”-Ausstellung selbst.

Quick & dirty Paradeiser-Marillensalat*

*Damit meine ich Tomaten und Aprikosen.

20130627_120654Was kann schon passieren, so in der einen Sekunde, in der ich mich entscheide, Halloumi zu braten? Ein ganzes neues Kochrezept. Naja, neu – eine Googlesuche zeigt mir, dass die Kombination Paradeiser/Marille nicht so neu ist und ich habe sicherlich irgendwo darüber gelesen. Aber dieses Rezept ist meines.

Zu Essig & Öl: Ihr müsst weder Olivenöl noch japanischen Pflaumenessig (Umesu) verwenden. Tobt euch aus. Nehmt Marillenkernöl, Distelöl oder Maiskeimöl und Paradeiseressig, Marillenessig oder Balsamico – was immer ihr habt. Hauptsache: Essig soll recht mild sein, Öl nicht zu stark im Geschmack.

1 Halloumi – zu diesem Salat passen sicher noch jede Menge andere Sachen

3 Paradeiser, am besten richtig schön reif – meine waren so mittelgroß (also nicht riesig, aber auch nicht klein). Oder halt so viele, wie ihr wollt

5 Marillen (glaub ich) – am besten auch schön reif

1/8 Liter Wasser (ca. – mehr als nur ein Schluck jedenfalls)

Olivenöl

Umesu (japanischer Pflaumenessig)

Salz

Halloumi in Scheiben schneiden, braten. Während der Halloumi vor sich hin brät, Paradeiser und 3 Marillen in Schnitze oder mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Die zwei anderen Marillen ebenfalls in Schnitze schneiden und bereithalten.

Wenn der Halloumi fertig gebraten ist, auf einen Teller legen. Die Schnitze der 2 Marillen in die Bratpfanne geben und bei mittelhoher Hitze ein wenig anbraten, dann soviel Wasser dazugeben, dass der Boden der Bratpfanne bedeckt ist – eben ca. 1/8 Liter. Rühren.

Die Marillen in der Pfanne so lange umrühren, bis sie ein wenig verkocht und das Wasser ein wenig eingekocht ist. Olivenöl dazugeben – Menge nach Geschmack, ein guter Schluck eben. Salzen. Ev. auch noch Pfeffern. Umrühren, dann über die Paradeis- und Marillenschnitze in der Schüssel geben. Umesu – auch nach Geschmack (einen guten Schluck) dazugeben, vermischen.

Zum Halloumi servieren. Guten Appetit!

Was mir noch so einfällt: Paradeiser-Marillen-Sugo zu Pasta und geräucherten Käse drüber, Paradeiser-Marillen-Ketchup, Paradeiser-Marillen-Pizza. Ich hab auf Google auch Chutney, Suppe und anderes gesehen.

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