Herbstkuchen

2016-10-05-11-27-46

Kürzlich fiel mir ein altes Lieblingsrezept wieder ein. Ich hatte es in den 90ern erstmals gelesen, in der amerikanischen Mädchenzeitschrift Seventeen, die ich damals las, weil meine beste, deutsch-amerikanische Freundin sie ebenfalls las. Es war ein Rezept für Kürbis-Pekan-Muffins, aber in den frühen 90ern in Österreich waren sowohl Kürbisse als auch Pekannüsse ziemlich rar gesät. Das Rezept verlangte sogar nach Kürbis in Dosen! Ha! Unbekannter Luxus! Aber ich bekam ein Muffinblech und gleich noch ein Muffinbackbuch und irgendwie fanden sich auch Kürbis und Pekannüsse und die Muffins waren ziemlich gut.

Dann rostete das Muffinblech und obwohl Kürbisse und Pekannüsse ohne weiteres erhältlich waren, ging mir irgendwie die Backlust flöten. Aber kürzlich bekam ich eben Lust darauf und ich buk einen köstlichen Kuchen, dessen Rezept ich mit euch teilen möchte.

Ich finde den Kuchen sehr praktisch, weil ich ohnehin gerne im Ofen gebackenen Kürbis esse und dann einfach etwas davon für den Kuchen abzweige. Das Rezept lässt sich eben als Kuchen oder als Muffins zubereiten. Ich habe diesmal einen Hokkaidokürbis genommen, den ich auch empfehle, der schönen Farbe wegen, aber eigentlich eignet sich jeder Speisekürbis für dieses Rezept. Der Kürbis kann natürlich auch gekocht oder gedämpft werden. Ich friere manchmal gekochten Kürbis in Portionen für Kürbissuppe ein, die sich natürlich auch für diesen Kuchen eignen.

Der Teig geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf und reicht für 12 Muffins. Bei Kuchen verlängert sich die Backzeit und auch je höher ihr den Teig einfüllt. Die Teigmenge passt gut in eine große Springform – ich habe eine kleine Springform und eine noch kleinere Cakeform verwendet

Ich habe keine Erfahrung, was die Ummodelung von nicht-veganen Rezepten zu veganen Rezepten angeht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Eier durch noch mehr Kürbis ersetzt werden können? Wenn ihr da Erfahrungen habt, lasst es mich gerne wissen. ETA: Jaja, ich hätte auch vorher googlen können: Yep, Eier weglassen, mehr Kürbis und/oder mehr Wasser/Sojamilch/Hafermilch/Mandelmilch oder z.B. veganes Joghurt & ta-daa – veganer Kürbis-Pekan-Kuchen.

Zuerst beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten ausführlich, am Ende findet ihr die Zutaten und Anleitung in Kürze. Da dies ein amerikanisches Rezept ist, habe ich die Angaben in Tassen, Esslöffeln und Teelöffeln beibehalten – es geht bei amerikanischen Rezepten um das Volumen und nicht das Gewicht.

Werkzeug:

1 Brett

1 großes Messer

1 Gabel oder 1 Pürierstab

1 kleine Schüssel

1 mittelgroße Schüssel

1 große Schüssel

1 Schneebesen – muss nicht unbedingt sein, ist aber gut, um die Zutaten zu mischen

1 Holzkelle und/oder 1 Teigschaber – die Holzkelle hilft beim endgültigen Vermischen, ein sehr weicher Teigschaber ist da nicht ganz so geeignet, dafür dann beim Auskratzen der Schüssel hilfreich

1 Muffinblech oder 1 Springform oder 1 Cakeform oder was immer ihr für Kuchenformen verwenden wollt – Gugelhupf empfehle ich nicht, da die Oberseite des Kuchens auch die Präsentierseite ist

Muffinpapierförmchen oder Backpapier

1 Spicknadel oder langes Holzstäbchen zum Testen

1 Tasse mit nur wenig mehr als 250 ml Fassungsvermögen oder einen kleinen Maßbecher mit 1/4l-Markierung

1 Esslöffel

1 Teelöffel

oder ihr habt ein Maßlöffelset mit amerikanischen Maßen – cups/tablespoon/teaspoon – drauf oder eines, wo der größte Löffel 125ml Fassungsvermögen = 1/2 cup hat.

Zutaten

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 Teelöffel Backsoda, auch Speisesoda, Backnatron, Kaiser Natron oder Bullrich-Salz genannt

1/8 Teelöffel oder eine gute Prise (= zwischen Daumen & Zeigefinger nehmen) oder Messerspitze Salz

1 Teelöffel Zimt

1/8 Teelöffel (oder einfach eine gute Prise) Muskatnuss

1 gute Prise gemahlene Nelken – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

1/2 Teelöffel Kardamom – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

Ev. 1 gute Prise schwarzen Pfeffer – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

2 Esslöffel weißer Zucker – brauner geht auch

1/2 Tasse brauner Zucker – weißer geht auch

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis – ohne Schale, in rohem Zustand ca. 1/2 mittelgroßer Hokkaidokürbis oder 3/4 eines kleinen Hokkaidokürbisses – bei veganem Kuchen 1 1/2 Tassen

1/2 Tasse Wasser – Ich habe die durch Milch ersetzt, aber Sojamilch, Hafermilch oder Mandelmilch eignen sich sicher genauso.

1/3 Tasse Öl – meistens wird Maisöl verwendet, aber ihr könnt auch Rapsöl, Sonnenblumenöl oder sogar Olivenöl verwenden (ja, das geht), ich habe das Öl durch geschmolzene Butter ersetzt

2 Eier – oder eventuell eben mehr Kürbis oder Kichererbsenkochwasser oder Eiersatz oder 1/2 Tasse veganes Joghurt

Anleitung:

Wenn euer Kürbis noch nicht gekocht/gebacken ist: Kürbis halbieren, Kerne mit einem Löffel auskratzen, Kürbis in Spalten schneiden, im Ofen bei 180° C ca. 30 Minuten backen oder Kürbis im Dämpfkörbchen dämpfen, bis er gar ist oder in wenig Wasser gar kochen. Backen empfiehlt sich aber.

Wenn ihr nicht gerade den Kürbis gebacken habt: Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, bis ihr 1 Tasse und 2 Esslöffel voll habt, die 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze mit dem Schneebesen gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren – Hokkaidokürbis wird beim Backen so weich, dass die Gabel völlig ausreichend ist. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker mit dem Schneebesen gut vermischen.

Die gehackten Pekannüsse in den Kürbismix einrühren. Den Schneebesen könnt ihr jetzt weglegen.

Jetzt die ganze Mehlmischung zur Kürbismischung geben und mit der Holzkelle verrühren, bis sich alles gut vermischt hat, aber nicht weiterrühren.

Den Teig in die Springform oder löffelweise in die Muffinsförmchen einfüllen. Er geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf, also bedenkt das beim Einfüllen. Mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen.

Beim Kuchen kommt es auf die Höhe der Teigmenge an: Große Springform ca. 30 Minuten, Cakeform, kleine Springform ca. 40 Minuten.

Unbedingt nach der Backzeit mit der Spicknadel oder dem Holzstäbchen den Test machen: an einer dicken Stelle des Kuchens/Muffins einstechen, wenn noch Teig dranklebt, 5-10 Minuten weiterbacken, Test an anderer Stelle wiederholen. Wenn ihr lieber trockeneren Kuchen habt, backt ihn noch 5.10 Minuten länger.

Kuchen/Muffins aus dem Rohr holen & auf Kuchengitter abkühlen lassen, dabei auch gerne schon die Springform öffnen.

Fertig! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 TL Backsoda

1/8 TL Salz

1 TL Zimt

1/8 TL Muskatnuss

1/8 TL gemahlene Nelken

1/2 TL Kardamom

Ev. 1/8 TL schwarzer Pfeffer

2 Esslöffel Zucker

1/2 Tasse Zucker

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis

1/2 Tasse Wasser/Milch

1/3 Tasse Öl/zerlassene Butter

2 Eier

Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker gut vermischen. Die gehackten Pekannüsse einrühren.

Die ganze Mehlmischung in die Kürbismischung rühren.

Teig in die Form einfüllen, mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen, Kuchen je nach Größe der Form 30-40 Minuten backen.

Fertig! \o/

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