Drei Wochen, vier

Regentropfen und Vogelgezwitscher. Ich liege neben dem offenen Fenster und rieche an der frischen Luft. Heute bin ich sogar vor dem Kater aufgewacht, der mich dann später dafür (?) angefaucht hat, aber Fressen gibt es trotzdem erst um 7, damit er die Weckzeit nicht noch mehr nach hinten verschiebt. Weckt ihn die immer frühere Dämmerung?

Ich rufe ihn und gebe ihm das Klopfsignal, dreimal mit der flachen Hand neben mich klopfen. Da ist er. Aber er pirscht sich auf der falschen Seite an, ich liege nach links gedreht, wo er am liebsten liegt, aber er balanciert rechts von mir auf dem Bett und huscht davon, als ich nach ihm greife. Na dann nicht.

Es wird die vierte Woche zuhause sein, die dritte in der ich mit dem Büro per Computer verbunden bin. Offensichtlich sind drei Wochen zuhause die nötige Vorlaufzeit, die ich brauche, um lang aufgeschobene Dinge zu tun. Ich habe meinen riesigen Papierhaufen sortiert, die Enden sämtlicher Strickstücke vernäht, unzählige Knöpfe befestigt. Ein paar Stricksachen habe ich aufgetrennt – Nähte nähen mag ich immer noch nicht und manche Schals sind zu lang. Portionenweise wasche ich das Gestrickte, vor allem die Kinderkleider, verschenke ein paar, behalte andere.

Gestern habe ich lange geplante Ohrringe gefertigt, Haken an schon lang herumliegenden hakenlosen Ohrringen befestigt. Jetzt fehlen noch die ebenfalls lange liegenden Broschen, noch mehr Knöpfe, Kleider mit Rissen und Leibchen mit zu weiten Armen … ist irgendwann alles repariert? Was dann? Wenn alle Enden vernäht sind, alle unfertigen Strickstücke fertig, was geschieht dann eigentlich? Nur zum Marmeladekochen kann ich mich noch nicht aufraffen, dabei ist es denkbar einfach und der Abwasch davor ist auch nicht riesig. Aber der danach. Vielleicht ist es das.

Komische Fragen. So wie die, warum ich im Moment so gut schlafe. Um 11 Uhr werde ich müde und ich muss ins Bett und schlafe blitzschnell ein. Ich bin froh, aber es ist doch ungewöhnlich, schließlich bewege ich mich gerade extra wenig, damit mein Steißbein heilt. Gestern wurde ich sogar um 10 müde. Nicht einmal Kaffee am Nachmittag – sonst Garant für fast durchwachte Nächte – hat irgendwelche Wirkung. Es ist alles so sonderbar.

Da kommt der Kater wieder, aber er interessiert sich mehr für den Luftzug aus dem nicht ganz geschlossenen Fenster. Vielleicht nach dem Essen. Noch 2 Minuten …

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