Wie die Königin von Shoebox Castle einmal drei Tage lang baff war

Es war einmal eine Königin, der fiel ein Tropfen heißer Tee auf den Fuß. “Aumiau”, fluchte sie und sah ihre Teekanne böse an. “Liebe Königin, ich kann doch nichts dafür, dass du dir Tee auf den Fuß tropfst”, sprach die Teekanne. Da zog die Königin eine Augenbraue hoch. “Beschwer dich bei meiner Designerin”, sagte die Teekanne zitternd, denn die hochgezogene Augenbraue der Königin war ein Gefahrenzeichen. “Na gut”, sagte die Königin. “Dann beschwere ich mich auch gleichzeitig über dein unangenehmes Henkeldesign und den Sprung im Deckelknopf.” “Ja, mach das”, sagte die Teekanne und wähnte sich aus dem Schneider.

Die Königin aß ihr Frühstück auf und rieb sich den Fuß. Dann rief sie den Haushofmarschall und trug ihm auf, eine Reise zur Teekannendesignerin vorzubereiten. “Aber Eure Majestät, diese Teekanne ist schon etwas älter, vielleicht lebt die Teekannendesignerin gar nicht mehr.” Da kniff die Königin ihre Augen zusammen und sah den Haushofmarschall sehr, sehr böse an. Er zog den Kopf ein und floh. “Und schick mir jemanden zum Fußstreicheln”, schrie die Königin ihm hinterher. Sie nahm einen Schluck Tee und schaute grimmig.

Nach drei Tagen Reisevorbereitungen brach die Königin auf. Ihr Fuß schmerzte nicht einmal mehr, aber ihr war langweilig. Also zog sie los, relativ inkognito, mit nur drei Kutschen und einer mittelgroßen Eskorte. Langsam wurde sie wieder grummelig. Teekannen! Tropfen! Auf ihrem Fuß!

Bei der Teekannendesignerin, die tatsächlich noch lebte, ließ die Königin eine Fanfare blasen und Teppiche ausrollen. “Teekannendesignerin!” “Ich heiße Zerline Grumpelmayer.” “Ja, ok. Frau Grumpelmayer! Ihre Teekanne hat mir heißen Tee auf den Fuß getropft! Außerdem ist das Henkeldesign umständlich, der Deckelknopf hat einen Sprung und sie SPRICHT!” Die Königin schaute möglichst böse.

“Ja, wir sind hier in einem Märchen, natürlich spricht die Teekanne. Übrigens haben Eure Majestät die Teekanne gekauft, also …” “Nein, das war nicht ich, sondern der Königinvater und vielleicht nicht einmal der.” Ja, dann kann ich auch nichts tun”, sagte die Teekannendesignerin Zerline Grumpelmayer, drehte sich um und ging in ihr Haus zurück. Da war die Königin baff. Sie stieg in ihre drei Kutschen, fuhr wieder nachhause und war noch drei Tage lang baff. Und wenn sie sich nach diesen drei Tagen nicht über etwas anderes erzürnt hätte, dann wäre sie heute noch baff …

Ze end.

 

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