Schnell in der Küche gekritzelt

[CN Lyrik]
Mit Dank an Karin Koller.

“Warum kommst du nicht öfter?”
fragt der neue Nachbar.
“Das geht dich einen Scheißdreck an”
will ich sagen, aber
Wir sind hier am Land.
Mein Mund lügt von Arbeit,
nicht Autofahren können,
schwierigen Verkehrsverbindungen.

Jedes Mal erhoffe ich Ruhe.
Jedes Mal erhoffe ich Frieden.
Jedes Mal habe ich erfolgreich verdrängt,
welche Aggressionen das Haus bei mir auslöst.

Das Haus ist besetzt.
Mein Haus ist besetzt.

Ich spinne meinen Geduldsfaden.
Ich häkle daraus Luftmaschenketten.
Ich webe daraus ein Band.
Ich stricke daraus einen Schal.
Allein, es hilft nichts.
Es wird immer eine Schlinge,
eine Schlinge, die mich würgt,
eine Schlinge, die nicht reißt.

Mein Haus ist besetzt.
Ich halte den Mund.
Ich warte
auf die Schere der Parzen,
die mir die Schlinge zerschneidet.

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