The Anime Rainbow: Gake no Ue no Ponyo (Ponyo on the Cliff by the Sea)

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[TW Meerestiere, Flutwellen, gefährliches Autofahren, Höhe, CN ableistische Sprache]

Gake no Ue no Ponyo sah ich mir gleich nach Momo e no Tegami an. Auch hier spielen das Meer, eine arbeitende Mutter und ein absenter Vater wichtige Rollen, wenn auch unterschiedlicher Größe.

Ponyo heißt zunächst einmal Brünhilde und ist ein Meerkind. Sie lebt mit ihren Schwestern* und ihrem Magiervater im Meer vor der Küste Japans. Allerdings darf sie nicht frei herumschwimmen, sondern soll im U-Boot ihres Vaters bleiben – da haut sie ab. Auf der Flucht gerät sie in ein Fischnetz, dann in eine Glasflasche, aus der sie schließlich von Sousuke gerettet wird.

Sousuke ist fünf Jahre alt und lebt mit seiner Mutter Lisa in einem Haus auf der Spitze einer Klippe. Aber keine Zeit! Lisa muss zur Arbeit und Sousuke in den Kindergarten, also in halsbrecherischem Tempo dorthin – Ponyo kommt im grünen Eimer mit. Das Tagesheim für alte Menschen, in dem Lisa arbeitet, liegt gleich neben Sousukes Kindergarten und Ponyo bringt gleich ein wenig Wirbel in beide hinein. Aber leider wird sie von ihrem Vater wieder eingefangen, was Sousuke sehr zum Weinen bringt.

Während Lisa und Sousuke sich mit der verlängerten Absenz von Kouichi, Ehemann, Vater, Schiffskapitän, herumschlagen, will Ponyo nicht mehr Brünhilde heißen und vor allem ein Mensch werden und mit Sousuke zusammensein. Mit Hilfe ihrer Schwestern* bricht sie erneut aus und gießt dabei das ganze Zauberelixier ihres Vaters ins Meer. Zusammengenommen ergibt das eine Explosion der marinen Flora und Fauna sowie einen rapiden Anstieg des Meeresspiegels – die Küste an der Lisa und Sousuke leben, wird überflutet. Lisa und Gran Manmare (Ponyos Mutter) to the rescue!

Für einen Kinderfilm – denn als ein solcher ist Ponyo konzipiert – ist das und was noch folgt ziemlich aufregend (darum würde ich ihn für Fünfjährige noch nicht empfehlen). Aber Ponyo ist nicht nur für Kinder. Da ist Lisa, die in jeder Szene, in der sie vorkommt, die Show stiehlt – hier ist nochmals eine arbeitende Mutter, die einen Vornamen und Gefühle hat und zeigt, rasant Auto fährt und Bier trinkt (ich sehe so viele Parallelen zur Königinmutter). Spannend finde ich auch die alten Frauen*, die das Tagesheim besuchen und wie liebevoll sie miteinander und mit Sousuke und Ponyo interagieren. Liebevoll ist tatsächlich der ganze Film, es wird umarmt, geknuddelt und geküsst, dass die <3 nur so sprühen.

Die Szenen in Ponyo sind atemberaubend und wunderschön – wenn Ponyo auf der Wasseroberfläche läuft, von Fisch zu Fisch hüpft, die Unterwasserwelten, das überschwemmte Land – alles in bunten, leuchtenden Farben, in einer Mischung zwischen poppigem Stil und Buntstiftstrichen (z.B. Gras, etc.), unterlegt mit Musik von Hisaishi Joe, der bisher die Musik für jeden Film von Miyazaki Hayao komponiert hat. Anklänge an Wagners Walkürenritt sind nicht zufällig (wie gesagt, Ponyo heißt zunächst Brünhilde), aber wenigstens nicht zu nahe dran (ich mag Wagner nicht).

Vergleichen lässt sich Gake no Ue no Ponyo von den Figuren und der Geschichte mit keinem anderen Film von Miyazaki Hayao. Natürlich gibt es typische Elemente – die Betonung des Umweltschutzes, die Vignettenhaftigkeit, die stillen Momente, die Liebesgeschichte, das Essen und Trinken mit Lust und Appetit – aber Ponyo ist eben nicht Mein Nachbar Totoro, nicht Mononoke Hime, nicht Howl’s Moving Castle, sondern ein eigener Film, der mir sehr viel Spaß macht.

Und diesmal gibt’s keine Spoiler (muss erst noch mehr über Ponyo nachdenken).

no spoilers

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