Die Königin takes the long way home

Ich wollte schon einen Tag früher nach Wien, um meine geliebten Anime zu schauen etwas Zeit zum Ankommen zu haben. Also stiegen die Königinmutter und ich in die Kutsche und fuhren los. Zuerst rüber …

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dann rauf, über die Donau …

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… weeeit hinauf, durch Teile Oberösterreichs, die den Ortsnamen nach in Großbritannien liegen könnten.

Im ganz Geheimen will ich ja im Lotto gewinnen, um in der Gegend einmal eingehend herumzureisen und alle Orte auf ihren dominanten Baustil untersuchen. Es gibt nämlich in diesem Eck Oberösterreichs jede Menge Orte, die ca. zur gleichen Zeit reich wurden und einen Großteil der ev. vorhandenen mittelalterlichen Bausubstanz durch barocke ersetzten, mit ähnlichen Ortsstrukturen (Marktplatz). Der Reichtum der Städte kann an der Größe des Marktplatzes, der Kirche und der Häuser abgelesen werden. Vielleicht hat das aber auch schon eine andere Person getan … wär mir auch egal. Die Städte lagen alle mehr oder minder an Handelsrouten – und verarmten mit der Abnahme des Handels zur gleichen Zeit, also konnten sie ihre Ortskerne meist nicht nocheinmal ummodeln.

Eferding, wo wir nicht hielten, ist so eine Stadt. Irgendwann komme ich dort nochmal hin. Rohrbach ist in weit geringerem Ausmaß eine solche Ortschaft (zu faul um zu googlen ob Rohrbach eine Stadt ist). Dort hielten wir und erwarben auf dem kleinen Markt am Hauptplatz Brot.

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Unser Ziel war aber Haslach an der Mühl, wo jedes Jahr am dritten Wochenende im Juli ein Webermarkt stattfindet. Das letzte Mal waren wir dort entweder 2002 oder 2003 – und damals war der Markt noch klein und entspannt. Heute ist es eine Großveranstaltung, für die der Ortskern in eine Fußgänger_innen*zone verwandelt wird und außerhalb alle verfügbaren Parkflächen mit Hilfe der Feuerwehr zugeparkt werden.

Haslach ist auch so eine Ortschaft. Durch das Mühlviertel gingen nicht nur wichtige Salzhandelsrouten, sondern die Region war auch auf Textilproduktion spezialisiert, speziell auf die Leinenweberei (so wie viele, viele andere Regionen Europas). Wenn ihr dort quer durch die Botanik fahrt, werdet ihr wunderschöne Fabriken aus der späteren Textilproduktionsphase sehen (Ja, Industriearchitektur ist toll).

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Um Haslach herum gab es einmal eine Mauer (muss doch eine Stadt sein). In der Ortschaft gibt es dann so nette Häuser wie diese:

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Beim Webermarkt werden vor allem Stoffe, Kleidung, Accessoires, Schmuck, gesponnes Garn und Rohwolle zum Spinnen verkauft. Also für jede Altersgruppe, aus jedem Material (z.B. auch Filz oder Papier), aus ganz Österreich und angrenzenden Ländern und weit darüber hinaus kommen Menschen, die mit der Produktion von Textilien beschäftigt sind. Z.B. sah ich einen Stand der burgenländischen Blaudruckerei, die ich letzten Sommer besucht habe.

Die vielen Autos wiesen auf viele Menschen hin, es war heiß und erst einmal fühlte ich mich unwohl. Also fokussierte ich auf andere Dinge …

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Ich wollte nicht langsam von Stand zu Stand gehen und verabredete einen Treffpunkt mit der Königinmutter. Zwei Wollstränge später war ich sowieso in textiler Hinsicht zufrieden. Dann erspähte ich

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den Kirchenturm (ja, auch Kirchenarchitektur mag ich) und als ich näherkam, sah ich Menschen auf der Galerie herumspazieren. Da mir der Turm nicht allzu hoch vorkam, beschloss ich, hinaufzukraxeln.

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Der Turm war ursprünglich kein Kirchen- sondern ein Wehrturm, mit Zugbrücke. Drinnen befinden sich etliche Räume, sogar mit eingebautem Backofen (also einem sehr alten).

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Oben dann ein weiter Blick in drei Himmelsrichtungen, die vierte ist durch einen bewaldeten Hügel etwas verstellt.

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Ein paar Partikularinteressen

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Dann pfiff die Königinmutter unten. Kurz die Kirche wollte ich noch anschauen.

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Die Königinmutter hatte Obst und Gemüse eingekauft. Ich musste ein wenig kichern. Aber Auto, Karte rausgenommen – Botanik! Zwischen Bad Leonfelden (Lebkuchen) und Freistadt (Bier) fuhren wir wieder hinunter zur Donau, holterdipolter, Umwege um Hochzeiten machend, eben Fabriken, Vierkanthöfe und Landschaft begaffend.

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Grölend trafen wir in Wien ein. Das Radio hatte nichts für uns gespielt und Fahrmusik hatten wir nicht mit. Also sangen wir alles, was uns einfiel.

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The end! Zumindest der Ferien.

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