Rants in Kurz 1

Die Struktur hab ich von Karin Kollers Pensées geklaut.

1. Ich rede auf Twitter ab und zu über Breitmachmacker, also Menschen, meist als Cismänner gelesene, die in öffentlichen Verkehrsmitteln mehr Platz einnehmen als für sie notwendig. Ich zähle ja immer, wieviele Sitze belegt werden – Meister* können ja bis zu 4 Sitze belegen, große Meister* in entsprechend gestalteten Verkehrsmitteln bis zu 6. Was mich aber auch nervt ist lautes Gehen. Mädchen* & Frauen* werden dann gerne u.a. “Trampel” genannt, body- und/oder fatshaming ausgesetzt. Manchen Typen fällt nicht mal ein, etwas leichter aufzutreten, wenn sie Schlafende stören oder Teetassen zum Klirren bringen.

2. Mich nerven von mir als Cismänner gelesene Menschen, die auf Twitter mit leicht anlassigen Tweets Texte zu z.B. Diskriminierungsformen fordern und dann jammern, dass ihnen “Hass” entgegenschlägt. Bei den basics (“Was ist ableism?”) tut’s ja echt Google (und darüber hinaus auch noch). Aber es folgt wieder Frauen*arbeit, schließlich wollen wir ja a) alle mitnehmen, b) nett sein, c) fühlen uns verpflichtet aufzuklären (Reihung hier keine Wertung), also schicken wir Links und gehen nicht auf das Gejammer ein. Ich mag da aber jetzt nicht mehr mitspielen.

3. Zu dem Thema lest auch noch mehr auf sancznys Blog.

4. Österreich füllt sein Sommerloch gerade mit antifeministischem Backlash.

5. Die Uni Wien hat 153 Denkmäler & Tafeln von Wissenschaftlern in ihrem Arkadenhof. Eine Tafel feiert die Dichterin Marie Ebner-Eschenbach. In der Mitte des Hofes ist eine Musenstatue, die – Kunstprojekt “Der Muse reicht’s!” – einen langen Schatten wirft. Mir reicht das nicht. Angeblich ist für die 650-Jahrfeier nächstes Jahr mehr geplant. Ich will 50/50-Repräsentation & nicht nur Naturwissenschaftlerinnen*, bitte. (Obwohl, bei dem geringen Frauenanteil würde es sowieso nicht genug Naturwissenschaftlerinnen* für 50/50 geben.)

6. Was immer passiert wird dann wahrscheinlich als großer Fortschritt verkauft. Nein, das ist ein Mindestmaß! Aber von Österreich sind kein kühnes Voranschreiten, keine großen Gesten zu erwarten (siehe z.B. verpasste Chance Elise-Richter-Ring), stattdessen wird hier darum gestritten, ob die “großen Töchter”, unter höhnischer Medienbegleitung in die Bundeshymne hineinreklamiert (Hymnen & Nationalismus eh abzulehnen) in der Hymne bleiben dürfen und bestärkt von der sich an der Frauenministerin entladenden Reaktion kommen 800 Menschen, darunter in den Medien als wichtig & wissend verkaufte Persönlichkeiten und fordern auf Initiative einer Gruppe mit Kontakten & personellen Überschneidungen mit der rechtsextremen Szene die Abschaffung der geschlechtergerechten Sprache (von _ und * oder x haben sie noch nichts gehört, die sind noch beim Binnen-I und Schrägstrichen).

7. Orrrrrrrrr!

8. Schließlich: Wenn ihr damit Mühe habt, “gegen” etwas zu sein, egal was, dann … seid ihr wohl auch nicht gegen Umweltverschmutzung, Waljagd, Krebs, Urwaldabholzung, Armut und Krieg. Und auch nicht gegen Gewalt, obwohl ihr seid doch sicher gegen *jede* Art von Gewalt. Oh großes Augenrollen.

9. Grumpfiges Ende so far.

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One thought on “Rants in Kurz 1

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