Die Königin macht Ferien 10: Königinmutter

So. Abreise. Weggang. Flucht. Am Ende des heutigen Tages steht die Königinmutter am Gleis (die Königin von Angst geplagt, es könnte nicht so sein, am Bahnhof auf den Zug wartend und mit den Tränen kämpfend, aber ich bin mir mit dem Koffer schmerzhaft gegen die Ferse gefahren, das reicht doch, oder?). Vor mir ist ein Weinberg und ein Güterwaggon aus Dürrenäsch mit Schweizerkreuz. Der Zug, der mich zu ihr bringt, ist kurz.

Ich habe fast nicht geschlafen, geplagt von Schmerzen in der linken Schulter, von der Hitze, vom Lärm, aber Ohrstöpsel wollte ich nicht verwenden, vor Angst, den Wecker nicht zu hören, den Zug zu verpassen …

Endstation ist Wien Westbahnhof, aber ich steige ungewohnterweise schon in Linz aus und dort in den Zug zur Königinmutter. “Wenige Minuten später” heißt es an der Anzeigetafel – wie in einem Film, einem Buch. Immer ist es “wenige Minuten später”. Ich schmunzle. Beim Betrachten meines langsam verwaschenen Sommerkleides streift mir dann ein Gedicht durch den Kopf.

Für Dienstagmorgen ist der Zug erstaunlich voll. Wollen die alle nach Wien? Oder doch nur nach Regensburg oder Passau?

Auch der Schienenersatzverkehr konnte nicht verhindern, dass ich am Ende des Tages von der Königinmutter umhalst wurde, den Katzenkater abgeschnuddelt habe, köstliches Essen gemampft habe und erschöpft und glücklich ins Bett fiel.

Mal sehen, ob ich das Ferientagebuch jetzt noch weiterschreibe …

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