An der Schreibblockade hinaufklettern

Das ist mein bearbeiteter Text zu meiner Schreibblockade. Der Rohtext ist nur mit Passwort zugänglich, das per DM auf Twitter erhältlich ist.

Ich habe gerade Angst. Vor dem Schreiben. Vor dem Ende des Studiums. Vor dem, was nachher kommt. Und gleichzeitig bin ich traurig, weil ich das Schreiben vermisse und noch wegen anderen Dingen, die in Phasen der Traurigkeit gerne vorbeischauen und mich noch trauriger machen. Vor lauter Angst vor der Ungewissheit nach dem Ende meines Studiums bin ich so blockiert, dass mir sogar Emails schwer fallen. Ich traue mir_mich nicht mehr. Ich habe Angst, meine Worte und mich einer Bewertung auszusetzen, ob das jetzt nur durch eine Person, das Internet oder meine Masterarbeitsbetreuer_innen passiert. Also bin ich verstummt.

Gestern war dann eine liebe Freundin* bei mir und hat mir geraten, über meine Schreibblockade zu schreiben. Also habe ich es getan und war danach trotzdem traurig, aber dafür leer, ja “numb”. Ich weiß noch nicht, was heute wird, der Morgen war jedenfalls mal gut.

Ich vermisse das Schreiben, weil ich den Zustand, dass meine Gedanken nur in meinem Kopf gefangen sind, nicht mehr mag. Ich könnte natürlich auch darüber reden, aber es ist für mich schwierig, Herzensmenschen davon zu erzählen, wie es mir wirklich geht, weil ich nicht will, dass sie sich Sorgen machen und auch, weil ich mir nicht immer sicher bin, dass sie verstehen und das wäre schlimm von Herzensmenschen. Darum vermisse ich das Schreiben so, da konnte ich den Kopf ausleeren und es ging mir nachher besser und es gab Menschen, die dann wussten, wie ich mich fühle, ohne zwingend darüber mit mir reden zu müssen.

Im Moment schwirren ca. 15 begonnene und nicht abgeschlossene Blogposts herum. Viele drehen sich um mein verändertes Körperbild und wie sich das ergeben hat, aber jedes Mal, wenn ich beginne, komme ich an einen Punkt, an dem es schwierig wird, an dem ich ganz weit ausholen muss und dann kommt plötzlich die Ungewissheit, ob es überhaupt einen Wert hat, meine bisherige Lebensgeschichte aufzuschreiben, nur um zu erklären, warum ich jetzt meine kurzen Haare mag oder warum ich jetzt quergestreifte Kleidung trage. Außerdem bringt es wenig zu sagen, “Hey, ich mag meine Haare jetzt”, wenn ich mich ansonsten traurig und ängstlich fühle. Wenigstens mag ich meine Haare. Wenigstens mag ich meinen Körper ein bisschen, manchmal. Toll. Aber das hilft mir jetzt auch nicht weiter und je mehr Angst ich habe und je trauriger ich bin, desto weniger mag ich mich und alles an mir.

Es ist viel einfacher zu sagen “Ja, ich studiere dies und das in Berlin und es dauert noch X bis ich fertig bin und dann habe ich dies und das vor”, als “Ja, ich habe dies und das in Berlin studiert und jetzt bin ich bald fertig und eigentlich möchte ich dann dies und das machen, aber ich weiß nicht ob das klappt (und was wenn es nicht klappt und das ganze Studium für null und hugo war und warum hab ich nicht was anderes gemacht etc pp – das sage ich nur sehr selten dazu).” Darum mag ich das Ende meines Studiums nicht. Leider lässt es sich nicht abwenden bzw. bringt es wenig, das Studienende hinauszuzögern. Aber ich finde nichts, was mir über die Angst hilft. Also bleibt nur zu hoffen, dass mich die Schreiblust packt.

Und natürlich will ich davonrennen. Vor allem. Dabei sitz ich hier mit meinem Kater und schaue auf mein Sofa mit den schönen Kissen und bin umgeben von lauter Dingen, die ich mag, und ich hab gestern sogar aufgeräumt und abgewaschen und den Balkon für die neue Aussaat vorbereitet und ich habe einen Balkon und was gibt es denn überhaupt zu beklagen, außer dass ich mir das halt ganz anders vorgestellt habe, damals. Aber nun liegt der Kater besonders possierlich und das Angst aufschreiben hat scheinbar etwas geholfen und Frühstück hab ich auch gemacht. Baby steps hat die Freundin* gesagt.

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