Nach Frauenfeld und Zürich

Die Familienweihnachten sind vorüber, auf geht’s nach Frauenfeld um @zoradebrunner und @nggalai zu treffen. Freundlicherweise hat der gestrige Niederschlag aufgehört und nur die Berge angezuckert. Der Himmel ist blau.

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Um nach Frauenfeld, Hauptstadt des Kantons Thurgau, zu gelangen, muss ich zweimal umsteigen, in Rorschach und Romanshorn. Ich war noch nie an diesen Orten. Es geht also heute in die unbekannte Schweiz.

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Denn so vertraut mir Teile der Schweiz sind, so unbekannt sind mir andere, die sich bei Besuchen als wunderschön entpuppen.

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Jetzt ist die Morgensonne endgültig über die Berge gestiegen und leuchtet in den Zug. Mein Augenlid zuckt immer noch leicht vor Anspannung. Drei Tage waren genug.

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Auf Italienisch heißt die Schweizer Grenzwache Guardia di confine, was viel beengender klingt als “Grenze”. Obwohl auch “Grenze” sicher für alle Menschen eine individuelle Bedeutung hat. Aber “confine” ist nahe am englischen “confine” bzw. “confinement”, das zwar auch ein Euphemismus für “Geburt” sein kann, aber viel öfter mit eingesperrt sein oder werden konnotiert ist. Sprachspiele sind in der Schweiz mit und in vier Landessprachen endlos zu haben.

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Mittlerweile bin ich am Bodensee. Wasser, wieder blau, aber anders. Die Berge sind in die Ferne gerückt, wir sind in der Ebene. Ich registriere die hiesigen Kirchturmstile, Fabriksbauten, wunderschöne Jugendstilhäuser. Leider sitze ich auf der falschen Seite für Bilder vom See.

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In Romanshorn (warum heißt das so?) gibt es Eisenbahnbauten von bezaubernder Schönheit. Wie jedes Mal in der unbekannten Schweiz wünsche ich mir, genug Zeit und Geld zu haben, um langsam zu reisen, Dinge festzuhalten, genauer anzusehen.

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In den kahlen, lange Schatten werfenden, von Morgennebel umhüllten Bäumen hocken Raubvögel. Kahle, fein verzweigte Äste gegen den blauen Himmel. Es ist so hell. Es ist so hell. Die Sonne scheint ins Innerste.

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10 Minuten später verschluckt uns fast der Nebel.

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Auch Frauenfeld zeigt sich neblig. Zweimal ist die Stadt abgebrannt, daher ist die Stadt ein lustiger Architekturmix. Das Schloss, dessen Geschichte mit einem Steinturm im 13. Jahrhundert beginnt, beherbergt ein kleines, aber sehr feines und schön gestaltetes Museum, das wie alle Museen in Frauenfeld gratis ist.

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Drei Gassen führen in Längsrichtung durch die Altstadt, dazwischen Querverbindungen. Die Stadtmauer lässt sich noch erahnen, ist aber großteils abgebaut, der Stadtgraben aufgeschüttet. Die katholische Kirche wurde ab 1904 in einem kuriosen Neobarock gestaltet – da wäre wirklich spannend, die Planungs- und Baugeschichte nachzulesen.

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Wir gehen ins Schloss. Leider sitzen die meisten Fotos in der Kamera.

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Es war aber sehr, sehr schön und wir hatten es lustig. Hier unser Twitterwappen:

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Dann in den Zug gefallen und ab nach Zürich.

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