Zöpfe aus Hefeteig

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Eigentlich heißt das Germteig. Germ ist das österreichische Wort für Hefe. Gestern habe ich auf Bitte von mmiedl nach langer Zeit wieder einmal Striezel (Zöpfe, aber nur wenn’s um Gebäck geht) gebacken und war verblüfft, wie schnell das ging. Später sprachen wir darüber und sie meinte, ich würde die Zöpfe ja quasi aus dem Handgelenk machen und irgendwie stimmt das. Ich mache schon lange Germteig und auch wenn ich mich jedes Mal konzentrieren muss damit ich ja nichts vergesse, ist mir diese Tätigkeit so vertraut, dass meistens nichts schief geht.

Das kommt nicht von irgendwo, sondern von meiner Mutter, mit der wir schon als Kinder Germteig herstellten. Daher gebe ich hier auch ihr Rezept wieder, das ein wenig süßer und reichhaltiger ist als z.B. die meisten Schweizer Rezepte für “Züpfe”, die z.B. auch ohne Eier und Milch auskommen können und weit weniger süß sind. Andererseits ist es aber nicht ganz österreichisch, weil keine Rosinen drin sind.

Ich habe am Germteig sehr zu schätzen gelernt, dass ich ihn einfrieren kann. Ich bin für vieles zu haben was die Arbeit in der Küche erleichtert und einmal Teig machen und dafür zweimal Zopf kriegen, das kommt mir ungeheuer entgegen. Soll heißen: Ich mache Teig aus einem Kilo Mehl (reicht für 2 Zöpfe von der Größe oben im Bild & davon je 1 Zopf für mich für ca. 1 Woche oder für 1 Frühstück mit ca. 4 Personen) und friere die Hälfte ein, da kann ich auch den ganzen Hefewürfel auf einmal verwenden und muss nicht verzweifelt ein anderes Anwendungsgebiet für 20g Hefe suchen. Ja, es gibt Trockenhefe, aber genau so wie ich den Teig immer von Hand knete, weil ich es nicht anders kenne, verwende ich immer frische Hefe. Bitte Google für andere Anleitungen (z.B. auch vegane oder mit der Küchenmaschine hergestellte) befragen.

Mit diesem Teig lässt sich vieles anstellen, nicht nur Zöpfe. Z.B. eignet er sich durchaus auch für Brioche, um Zimt- oder andere Schnecken herzustellen, um Osterhäschen, Brötchen, Kränze oder Grittibänze zu formen, auch für Germgugelhupf … es ist einfach ein guter Basisteig.

Wie bereits gewohnt beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten zunächst ausführlich und am Ende findet ihr wie immer die Zutaten und Anleitung in Kürze, dort auch mit den Angaben für ein halbes Kilogramm Mehl.

Werkzeug:

1 große Teigschüssel – wenn ihr nur mit einem halben Kilo Mehl arbeitet, dann geht auch eine kleinere, aber der Bequemlichkeit beim Kneten halber nehmt eure größte und stabilste

1 stabile Tee/Kaffeetasse

1 Milch- oder anderen Topf

1 Reibe zum Zitronenschale reiben – wenn ihr so eine superfancy Mikroreibe habt, nur zu, sonst reicht eine feine Raffel

1 Teelöffel

1 Esslöffel

1 hitzeresistenter Teigschaber

1 frisches Küchentuch

1 (oder je nachdem, was ihr formen wollt) oder 2 Backbleche

Backpapier

1 Backpinsel

1 kleine Schüssel

Zutaten:

1 Kilogramm Mehl – von der Mehltype verwende ich Universalweizenmehl (in D Type 405, in Ö Type 480). Glattes Mehl geht zwar auch, ergibt aber einen anderen, dichteren Teig.

1/2 Teelöffel Salz – möglichst feinkörnig

Schale von 1 Biozitrone – könnt ihr auch weglassen, wenn ihr das nicht mögt oder gerade keine habt, das muss nicht sein – bzw. geht auch getrocknete Zitronenschale

1 Würfel frische Hefe – in Ö sind das 42 Gramm

4 Esslöffel Zucker – sind ca. 80 Gramm, ihr könnt auch nur 1 Esslöffel nehmen, wenn ihr den Teig nicht süß haben wollt oder auch mehr Zucker, wenn der Teig besonders süß sein soll – feinkörniger Zucker ist praktischer, aber im Endeffekt ist es egal

160 Gramm Butter

400 Deziliter Milch – es ist eben nicht ein halber Liter Milch, sonst wird der Teig zu klebrig und ihr müsst mehr Mehl dazugeben – wobei manchmal ein Teig mit mehr Feuchtigkeit auch erforderlich ist (für Brioche z.B.)

2 Eier – je nach Größe der Eier ev. noch ein 3. Ei oder etwas weniger Milch verwenden

Gut dabeizuhaben: Etwas mehr Mehl, etwas mehr Milch – falls euch der Teig zu klebrig oder zu trocken ist; wenn ihr den Teig mit Ei bestreichen wollt, dann noch ein Ei, wobei vor allem das Eigelb zählt, also trennt es früh, gebt das Eiweiß zum Teig dazu und verwendet ein bisschen weniger Milch

Anleitung:

Meistens geht Hefeteig bei Raumtemperatur gut auf, ihr könnt ihn aber z.B. auch über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen, dann aber am Besten in einem Plastikbeutel oder in einem Gefäß mit Deckel. Ich aber bin faul und mag nicht mit dem Raumklima herumtun, daher heize ich meistens kurz bevor ich mit dem Teig beginne meinen Backofen auf 50 Grad vor und stelle ihn dann ab. Dort kommt dann der Teig zum Gehen hinein. Kochschürze anziehen! :) Ich stelle mir auch ein bisschen Musik an, weil das beim Kneten unterhält.

Butter in den Topf geben und auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

Währenddessen in der großen Teigschüssel das Mehl mit dem Salz gut vermischen. Falls ihr Zitronenschale zufügen wollt, dann macht das jetzt, also entweder getrocknete Schale untermischen oder ihr wascht eure Biozitrone, trocknet sie ab und reibt die Schale mit der Reibe ins Mehl. Danach nochmal gut vermischen und eine Kuhle ins Mehl machen.

In der Tasse den Zucker mit der Hefe verrühren, zuerst ist das ein wenig mühsam, dann löst sich die Hefe immer mehr auf. Rühren, bis sich die Hefe ganz aufgelöst hat und die Mischung dünnflüssig ist.

Wenn die Butter geschmolzen ist, die Milch zur Butter geben und Temperatur prüfen. Die Mischung soll auf keinen Fall heiß sein, aber kühl-lauwarm ist gut. Ist die Mischung zu heiß, stocken die Eier und die Hefepilze sterben, dann geht der Teig nicht auf bzw. hat kleine gelbe Eierflecken drin, daher lieber kühler als wärmer. Das ist auch das einzige Ding, das ihr beachten müsst, ansonsten ist Hefeteig recht robust und verzeiht vieles.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben. Die Zucker-Hefe-Mischung zugeben. Die Milch-Butter-Mischung vorsichtig dazugießen und den Topf mit dem hitzebeständigen Teigschaber gut auskratzen.

Jetzt kommt das Kneten. Stellt euch extra Mehl & Milch in die Nähe, damit ihr dann nicht mit Teigfingern danach suchen müsst. Viel Spaß!

Zuerst vermischt ihr alle Zutaten einfach und seht zu, dass ihr alles Mehl mit den flüssigen Zutaten gut vermengt. Wenn euch das gut gelingt, sollte an euren Händen kein Teig mehr kleben und an der Schüssel auch nicht (außer ihr wollt einen extra feuchten Teig, z.B. für Brioche).

Habt ihr den Teig zusammengeknetet, schaut, ob alles ok ist. Klebt zu viel Teig an euren Händen, gebt noch etwas Mehl dazu, aber nicht zu viel, das Mehl nimmt die Flüssigkeit beim weiteren Kneten noch auf. Bleibt zu viel Mehl in der Schüssel, gebt noch etwas Milch dazu, aber leider ist es mühsamer, mehr Feuchtigkeit zum Teig zu geben als umgekehrt, wenn es also nicht zu viel übriges Mehl ist, dann macht das lieber nicht, der Teig nimmt beim Kneten auch noch mehr Mehl auf.

Stimmt der Teig für euch, dann beginnt mit dem ernsthaften Kneten. Ich stelle dafür die Schüssel gerne aufs Sofa oder auf den Fußboden, weil ich dann optimal mit den Handballen in den Teig drücken kann. Ihr könnt die Schüssel auch auf einen Hocker stellen, mir ist es jedenfalls angenehmer, wenn die Schüssel niedriger steht, damit ich wirklich alle Kraft des Oberkörpers einsetzen kann.

Beim Kneten rotiere ich den Teig bzw. falte ihn und versuche wirklich jeden Teil gut durchzukneten, eben vor allem mit den Handballen. Das mache ich ca. 10 Minuten – oder ca. 3 Lieder lang.

Wenn ihr fertig mit Kneten seid könnt ihr euch entscheiden, ob ihr einen Teil einfriert oder nicht. Wenn ja, dann schneidet ihr so viel vom Teig ab, wie ihr einfrieren wollt und gebt die Teigstücke in Gefrierbeutel. Ich friere eher die Hälfte ein, aber Drittel oder Viertel gehen natürlich auch. Nach dem Auftauen könnt ihr den Teig zum Aufwärmen nochmals durchkneten und/oder ihn etwas länger gehen lassen oder ihn gleich über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Um den Teig gut gehen zu lassen, nehmt ihr das Küchentuch und legt es über die Teigschüssel. Ich feuchte dann meine Hand mit Wasser an und beträufle das Tuch, bis es gut feucht ist. Dann kommt der Teig in den Backofen oder z.B. neben die Heizung oder an einen schön ruhigen, warmen Ort und darf eine Stunde aufgehen. Länger geht auch, besonders wenn der Teig vorher kühl war. Wenn ihr den Teig im Kühlschrank gehen lasst, müsst ihr das nicht mehr machen.

Pauuuuse! (oder 1. Abwasch oder Zeug in die Geschirrspülmaschine räumen oder was immer.)

Wenn der Teig gut gegangen ist, dann hat er sich auf ca. das Doppelte vergrößert. Knetet ihn jetzt nochmal kurz durch, da fällt er zwar wieder zusammen, aber das gehört so. Je nachdem, was ihr jetzt vorhabt, könnt ihr den Teig nun in Stücke schneiden und weiterverarbeiten.

Es gibt eine Menge verschiedener Flechtmethoden für Zöpfe, von zwei- über drei- bis zu vier- bis achtstrangig und sicher etliche Youtubevideos dazu. Ich bin faul. Ich schneide von der Teigmenge, die ich für einen Zopf verwenden will, ca. ein Drittel ab. Den größeren Teil rolle ich zu einer langen Teigwurst, den kleineren zu einer kürzeren. Dann lege ich das Ende der kürzeren Teigwurst in die Mitte der längeren, so dass das Ende oben rausguckt (wie im Bild oben) und beginne zu flechten. Am Ende drücke ich alle drei Enden gut zusammen und lege den Zopf auf das Backblech, finito.

Egal wie ihr euren Teig formt, es lohnt sich, die geformten Stücke nochmals ca. eine halbe Stunde aufgehen zu lassen. Es ist nicht unbedingt notwendig, vor allem wenn ihr unter Zeitdruck seid, aber wenn ihr den Teig jetzt schon in den Ofen schiebt, verformen sich die Stücke mehr als wenn ihr sie aufgehen lasst. Ihr könnt die geformten Stücke auch noch länger aufgehen lassen, wie ihr mögt. Ich schiebe das Backblech dazu einfach wieder in den Ofen, der ist noch warm genug.

Sind eure geformten Teile aufgegangen, geht es ans Bestreichen. Jetzt ist ein guter Moment, um den Backofen auf 180 Grad vorzuheizen. Ich bestreiche meine Zöpfe aus Faulheit nur noch mit Milch. Wenn ihr aber möchtet, dass sie schön glänzen, dann verrührt einen Eidotter mit ein wenig Milch zum Bestreichen. Wenn ihr eure Hefedinger mit z.B. Hagelzucker oder sonst etwas bestreuen möchtet, dann verwendet am Besten ebenfalls Eidotter mit Milch zum Bestreichen, das klebt besser.

Ab mit dem Zeug in den Backofen! Ich habe bei eher trockenen Teigen schon damit experimentiert, dass ich ein ofenfestes Schälchen mit Wasser danebenstelle, aber dann geht der Teig noch sehr viel mehr auf, trotzdem ist das dann etwas besser für die Flauschigkeit. Ich bin mir sicher, es gibt große Diskussionen, ob Umluft oder nicht, ich verwende für Hefeteig meistens keine, aber am Ende kam meistens doch etwas Essbares heraus, also macht wie ihr es mögt.

Von der Zeit her gilt: Je größer die Zöpfe (oder was immer), desto länger. Wenn ihr den Ofen nicht vorgeheizt habt, verlängert sich die Backzeit natürlich auch, genauso wenn der Teig vorher kalt war, also z.B. im Kühlschrank aufgegangen ist. Die zwei Zöpfe im Bild brauchten 50 Minuten. Wenn ihr verschieden große Backstücke (also z.B. 1 großer Zopf und 2 kleine Zöpfe) habt, dann nehmt die kleinen Backstücke früher raus. Um zu überprüfen, ob ein Zopf oder anderes Teil durch ist, dreht ihn vorsichtig um und klopft auf den Boden. Klingt es hohl, dann ist der Zopf durch. Wenn nicht, dann lasst ihn noch etwas im Ofen.

Auf einem Ofengitter oder Drahtuntersetzer abkühlen lassen – ganz frisch ist das Schneiden etwas schwierig, aber andererseits, lauwarmer Zopf …

Guten Appetit! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Kilogramm Mehl – 500g Mehl

1/2 Teelöffel Salz – 1/4 Teelöffel Salz

Schale von 1 Biozitrone – Schale von 1/2 Biozitrone

1 Würfel frische Hefe (40 g) – 1/2 Würfel frische Hefe (20 g)

4 Esslöffel Zucker – 2 Esslöffel Zucker

160 g Butter – 80 g Butter

400 Deziliter Milch – 200 Deziliter Milch

2 Eier – 1 Ei – bzw. noch ein Ei, falls ihr euer Hefegebäck mit Ei bestreichen wollt

1 Schluck Milch

Backofen auf 50 Grad vorheizen, abstellen.

Butter in den Topf geben, auf sehr niedriger Hitze schmelzen lassen.

In der großen Teigschüssel, Mehl mit Salz und ev. Zitronenschale vermischen. Kuhle ins Mehl machen.

Zucker mit Hefe verrühren bis die Mischung dünnflüssig wird und sich die Hefe aufgelöst hat.

Wenn die Butter geschmolzen ist, Milch zur Butter gießen, ev. noch etwas aufwärmen lassen, aber ja nicht zu viel.

Eier aufschlagen und in die Mehlkuhle geben, Zucker-Hefe-Mischung und Milch-Buttermischung dazugeben.

Alle Zutaten zusammenkneten, bis sie sich gut verbunden haben, ca. 10 Minuten weiter kneten.

Ev. Teig jetzt halbieren, Hälfte einfrieren.

Teigschüssel mit angefeuchtetem Küchentuch abdecken und Teig im Ofen ca. 1 Stunde gehen lassen.

Teig kurz durchkneten, in gewünschte Teigteile schneiden, z.B. Zopf formen.

Zopf oder andere Teigteile auf dem Backblech nochmals ca. eine halbe Stunde im Ofen gehen lassen.

Backblech aus dem Ofen holen, Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Zopf oder andere Teigteile mit Milch oder Mischung aus Eidotter und Milch bestreichen und mit z.B. Hagelzucker bestreuen.

Großen Zopf ca. 50 Minuten backen, danach Klopftest. Kleinere Teile zwischen 25 und 40 Minuten, je nach Größe.

Auf Gitter abkühlen lassen.

Guten Appetit! \o/

Nachlass

#CN Tod

Gerade habe ich das Flauschfleckchen des Katers und fast alle Spielmäuse in den Müll gelegt. Gelegt, ja. Trotzdem in den Müll. Seine Bürste legte ich in die Lade, wo der Bürsthandschuh ist. Seine Schüsselchen habe ich in einer Ecke des Vorratsschranks versteckt. Die Schaufel für die Katzenstreu liegt bei den anderen Schaufeln. Das Katzenklo ist gewaschen und wieder in seiner ursprünglichen Funktion – bequemer Wäschekorb – in Verwendung. Alles Katzenfutter ist in einem Sack, auch die umgefüllten Katzenkekse, für den Nachbarn der Königinmutter und seine Katzen. 

Alles tut weh. Das Waschen der Unterlagen und Heizungsabdeckungen und in die Transportkiste, die auch gewaschen werden muss, habe ich noch nicht einmal hineingeschaut. Im Moment lagere ich dort Karotten. Wohin mit dem ungeöffneten Sack Katzenstreu? Das Kratzbrett muss in den Müll. Die aus Wolle gestrickte und gern bespielte Maus wartet auf das Begräbnis. Ich warte auf Tauwetter.

Die wasserdichten Unterlagen langsam von den Betten und vom Sofa nehmen wollen. Staub saugen und die 10.000 Brösel, die der Kater überall verteilt hat, entfernen wollen. Nicht können. Die Unterlagen vom Fressplatz abwaschen wollen. Behalte ich die? Vielleicht. 

Heulen. Viel heulen. An den Kater denken. Heulen. Abwechselnd sofort eine andere Katze und nie wieder eine Katze wollen. Von Kätzchen träumen, die ich nicht haben möchte. Nicht schlafen können, nicht aufstehen können ohne die Rituale, den meckernden Kater, das sanfte Schnarchen. Leise die Lieder singen die helfen und die, die absolut nicht helfen. 

Überlegen, ob ich sein Bild vom Sperrbildschirm nehmen soll, denn da schaut er mich jedes Mal an. Mich erinnern, dass ich es fast nicht aushalte, Bilder von meinem Vater zu sehen. Katerbilder anschauen. Heulen. An die Gedichte denken, die ich vor 2 Jahren über den Kater schrieb und die mit dem alten Smartphone wohl gestorben sind. Im Bett liegen und nicht mehr können, nicht die Katzenkeksgläser abwaschen, nicht aufräumen, nichts. Katerförmiges Loch in mir.

Stille

#CN Tod

Die letzten Male musste ich bei der Tierärztin immer sehr lange warten. Heute waren keine Menschen im Wartezimmer. Nur eine Katze, die sich im Regal bei der Meerschweinchenstreu verkrochen hatte und sich jedes Mal duckte, wenn die Assistentin oder die Tierärztin vorbeikamen. 

Da saßen wir. Der Kater hatte zum ersten Mal seit Monaten nicht bei mir im Bett geschlafen. Und statt bis am Nachmittag zu warten, packte ich ihn gleich ein.

Als ich wieder raus kam, waren immer noch keine Leute da. Wie gut. Zuhause heulte ich erst einmal laut. 

Es ist Zeit

#CN Tod

“Es ist Zeit”, sagt etwas in mir, wenn ich meinen Kater ansehe. Herr Schnurrkringel möchte nicht mehr. Möchte nicht mehr zur Tierärztin, möchte nicht mehr Medikamente nehmen, möchte nicht mehr Fressen (obwohl heute noch gnadenhalber Thunfisch angenommen wurde), möchte nicht mehr Trinken. Seit ich von einem kurzen Besuch bei M. nachhause gekommen bin, liegt er an der Heizung und rührt sich kaum von dort weg.

Eigentlich wollte ich ihm noch einen schönen Frühling ermöglichen und ihn vor allem nicht bei der Tierärztin im Gefrierschrank lassen und warten bis der Boden bei der Königinmutter wieder aufgetaut ist. Aber er kotzt alle Schmerzmedikamente aus, auch sein Arthritismedikament, den Magenschutz … gerade die Antibiotika, von denen zwei verschiedene eh schon nicht gewirkt haben und seine Nierenmedikamente, die er seit dem Herbst jeden Tag braucht behält er bei sich. Aber er hasst es, wenn ich sie ihm gebe.

Die meisten Menschen, denen ich davon erzähle, fragen, wie alt er ist. Herr Schnurrkringel ist 15 1/2. Ist das alt für einen Kater? Oder ist er noch zu jung? Unsere letzte Katze wurde 23, aber sie war klein und zäh. Herr Schnurrkringel ist groß und zart. So zart. So nervös, so leicht zu ängstigen. Er mag keine lauten Geräusche, keine plötzlichen Geräusche, keine gehobenen Arme, keine Stangen, kein Geklapper, kein Geschiebe, den Staubsauger nicht und die Waschmaschine nicht und singen darf ich auch nicht.

So ein eigener Kater. Und dabei der beste Kater, der bravste. Bis er anfing aufs Sofa und aufs Bett zu pinkeln, der Blase wegen. Seit alles mit Inkontinenzunterlagen abgedeckt ist, pinkelt er nicht mehr aufs Sofa oder aufs Bett. Armer Lausbub. Wären es nur die Nieren, nur die Arthrose in der Hüfte, ich hätte es noch länger versucht, aber die Blasenentzündung verschwindet einfach nicht.

Ob er morgen noch etwas frisst? Wie ihn morgen einpacken? Wie das morgen überstehen? Wie schlafen? Aber ich muss ihn nur ansehen.

Raus aus der Stadt

Gestern war ich in Garsten, beim Garstener Advent. Garsten liegt in Oberösterreich, bei Steyr und ich bin schon oft mit dem Zug durchgefahren auf dem Weg zur Sommerfrische bei der Königinmutter. Vom Zug gut sichtbar ist das riesige Stift, das seit 1851 ein Gefängnis ist, auch das ist vom Zug aus gut sichtbar. Bei der Einfahrt mit dem Auto wird es nicht weniger gruselig, nicht weil ich Angst vor den Insass_innen hätte, sondern weil Gefängnisse gewaltvolle, furchtbare Orte für Menschen sind. Auch wenn ich euch nun vom schönen Adventmarkt erzähle, mag ich das nicht ausblenden.

Jetzt aber zum schöneren Teil: In Garsten war ich mit einer ortskundigen Freundin unterwegs, die mir erst einmal die hübsche Bibliothek zeigte, denn aufgrund dieser hatten wir uns eigentlich kennengelernt. Ich habe in den Kinderbüchern gestöbert und gleich ein paar für meine nächsten Buchbesprechungen gefunden. Zuerst muss ich sie allerdings noch im System der Wiener Büchereien finden und in Ruhe nochmal anschauen.

Und dann gingen wir los. Zuerst in den Pfarrsaal, wo die handarbeitenden Garstner_innen Tisch um Tisch mit genähten, gestickten, gestrickten, gehäkelten und sonst noch gebastelten Sachen belegt hatten. Besonders beeindruckt war ich von den handgestrickten Trachtenzopfsocken, weil die unglaublich viel Arbeit sind. Später in der Volksschule, in der ebenfalls handgefertigte Dinge ausgestellt wurden, sah ich dann wohl eine der Sockenstrickerinnen am Spinnrad und hätte gerne mit ihr geredet, aber sie saß gleich bei einem Durchgang und war auch gerade in ein Gespräch vertieft.

Vom Pfarrsaal gingen wir dann auf den Markt hinaus, der den Ortskern in Beschlag nimmt und weitgehend frei von Autos ist. Der Fokus des Marktes liegt auf Handwerk und der Region, daher gab es viele Schauschmieden und einen Stand des Nationalparks Eisenwurzen. Vor der einen Schauschmiede gibt es ein Extrabrett für Kinder, damit die über die Brüstung des Standes schauen können. Auch werden traditionellerweise Baumstämme zu Balken zugehauen, aus denen dann Häuser bzw. Dachstühle für Kapellen etc. gemacht werden. Daneben gibt es eine große Vielfalt von Essensständen und die Luft duftet nach Maroni, Braterdäpfeln, Würsteln, Käse, Zuckerwatte, gebrannten Mandeln, Geselchtem, ach.

Auf dem Weg zum Bücherflohmarkt der Bibliothek und zur Volksschule kamen wir an einem Stand mit Alpakawolle und daraus gestrickten und gehäkelten Sachen vorbei, die auch drei Alpakas in einem Gehege hatten, die gestreichelt werden konnten. Sie mäh-määähten eher jämmerlich und taten mir leid. Alpakawolle streicheln ja bitte, Alpakas selber bitte auf der Weide lassen. Möh.

Gleich danach gingen wir durch eine Passage und dort war ein Stand mit Sachen aus Porzellan und Keramik, die mir ins Auge fielen.  Später besuchten wir den Stand noch einmal und ich plauderte mit der Frau, die ihn betrieb. Ich wollte eine Visitenkarte oder die URL ihrer Website, um zu sagen, woher ich die schönen Sachen hatte – hatte sie aber beides nicht. Dafür hat sie einen Brennofen auf dem Balkon, den sie allerdings nur betreiben kann, wenn es draußen warm ist, da die Balkontür für das Starkstromkabel offen bleiben muss.

Ich fand das cool. Gerade kürzlich hatte ich darüber nachgedacht, dass ich zwar viele Ideen für alles Mögliche habe, die ich aber selten und meist erst später ausführe und gleichzeitig Zweifel daran habe, ob die überhaupt so toll werden, wie ich mir das denke und ob die überhaupt Anklang finden und hier war eine Person, die einfach ihr Ding machte, ihre Ideen ausführte und die vor allem eines nicht wollte: Dass es zu ihrer Arbeit wurde. Ich sollte mir sie zum Vorbild nehmen, so wie ich gerade mit meinem Strickzeug hadere, weil ich wieder einmal viel zu viele Sachen für andere Leute geplant habe und mir damit unnötig Druck mache. Ich hätte jedenfalls gerne fast ihren gesamten Stand mitgenommen – auch ihre Schüsseln waren wunderschön, aber ihre feinen Porzellan- und Keramikanhänger und -schmuckstücke gefielen mir am Besten.

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Als nächstes wanderten wir durch die Volksschule. Viele der Aussteller_innen arbeiteten an weiteren Stücken – Keksausstechern, Wanderstäben, Glaskugeln, etc. Besonders gefallen haben mir die Glasmalerin, die Weihnachtskugeln mit Namen und Mustern bemalte und beglitzerte und der Stand der Blaudruckerei Wagner, einer der zwei Blaudruckereien in Österreich. Diese Druckerei ist im Mühlviertel und druckt auch zweifärbig. Die andere ist die Blaudruckerei Koo im Burgenland, über die ich schon einmal geschrieben habe. Aber es gab noch eine Menge anderer erstaunlicher Dinge, kunstvoll bemalte Lebkuchen, gedrechselte Holzschüsseln, Kugeln und Kreisel, “Explosionsboxen” – Papierschachteln, die beim Abnehmen des Deckels auseinanderfielen und ihr Innenleben preisgaben, z.B. ein Backherd mit Keksen im Lebkuchenhaus, gewebte Teppiche, gefilzte Hüte und Kleidung, Reisigbesen …

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Danach gingen wir in die Stiftskirche, die mir sehr bekannt vorkam, irgendwo hatte ich kürzlich eine Kirche mit ähnlichen barocken Verzierungen gesehen, aber mir fällt immer noch nicht ein, wo genau. Jedenfalls hat sie eine sehr schöne Tür und einen Altar, der mit getriebenem Silber verziert ist, umwerfend.

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Auch die Altarsäulen sind fantastisch, mit den kleinen Figuren auf den Ranken. Leider wollte die Smartphonekameras sie nicht so gut aufnehmen.

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Danach wanderten wir dann in die Neue Mittelschule, in der immer die Fotoausstellung des örtlichen Naturfreunde-Fotoclubs stattfindet. Dort waren auch Weihnachtsbäume zu sehen, die von verschiedenen örtlichen Volksschulen und Klassen der neuen Mittelschule geschmückt worden waren. Besonders gefielen mir der Duftbaum, der Wollbaum und der Recyclingbaum.

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Duftbaum der Volksschule Garsten

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“Wir arbeiten mit Filz” – Baum der Volksschule Aschach/Steyr

“Das Christkind liebt Recycling” – Neue Mittelschule Garsten

Schon beim Durchwandern und jetzt beim Schreiben nochmal wurde für mich überall die viele Arbeit sichtbar, die hinter dem Adventmarkt steckt. Wie viele Stunden saßen die Personen, die den Pfarrsaal mit Selbstgemachtem gefüllt hatten? Wer schmückte die Weihnachtsbäume, die in der Volksschule und anderswo standen? Wer machte die Torten für das Goldhaubenkaffee? Wieviele Leute da für Betreuung der Stände und Ausstellungen aus dem Ort organisiert waren – dank meiner Freundin blieben sie nicht irgendwelche Menschen, sondern ihre Verwandten, Kolleg_innen, Freund_innen. Die Musiker_innen, die sich hinsetzten und spielten, die Aussteller_innen, die an ihren Stücken arbeiteten, die Lehrer_innen und Kinder, die die Weihnachtsbäume vorbereiteten. Und dann noch die Menschen in der Vergangenheit – die, die die vielen lustigen und schönen Teile des Altars in der Stiftskirche fertigten, die Tür mit ihren Verzierungen schmiedeten, die Kirche renovierten und die Menschen, die unter den Nazis zum Bau der Staukraftwerke entlang der Enns gezwungen wurden …

Irgendwie finde ich, dass der Adventmarkt viele Spannungsfelder sichtbar machte. Die Gratwanderung zwischen Traditionalismus, Konservativismus, Tradition, regionalem Leben, Ortsleben und seine Erhaltung, den Stellenwert und die heutigen Umstände von Handarbeit und Handwerk, die Geschichte und Strukturen, die allem unterliegen und uns alle umgeben – drum war der Garstener Adventmarkt für mich nicht nur einfach “Yay, Weihnachten”-schön, sondern unglaublich spannend.

 

Herbstkuchen

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Kürzlich fiel mir ein altes Lieblingsrezept wieder ein. Ich hatte es in den 90ern erstmals gelesen, in der amerikanischen Mädchenzeitschrift Seventeen, die ich damals las, weil meine beste, deutsch-amerikanische Freundin sie ebenfalls las. Es war ein Rezept für Kürbis-Pekan-Muffins, aber in den frühen 90ern in Österreich waren sowohl Kürbisse als auch Pekannüsse ziemlich rar gesät. Das Rezept verlangte sogar nach Kürbis in Dosen! Ha! Unbekannter Luxus! Aber ich bekam ein Muffinblech und gleich noch ein Muffinbackbuch und irgendwie fanden sich auch Kürbis und Pekannüsse und die Muffins waren ziemlich gut.

Dann rostete das Muffinblech und obwohl Kürbisse und Pekannüsse ohne weiteres erhältlich waren, ging mir irgendwie die Backlust flöten. Aber kürzlich bekam ich eben Lust darauf und ich buk einen köstlichen Kuchen, dessen Rezept ich mit euch teilen möchte.

Ich finde den Kuchen sehr praktisch, weil ich ohnehin gerne im Ofen gebackenen Kürbis esse und dann einfach etwas davon für den Kuchen abzweige. Das Rezept lässt sich eben als Kuchen oder als Muffins zubereiten. Ich habe diesmal einen Hokkaidokürbis genommen, den ich auch empfehle, der schönen Farbe wegen, aber eigentlich eignet sich jeder Speisekürbis für dieses Rezept. Der Kürbis kann natürlich auch gekocht oder gedämpft werden. Ich friere manchmal gekochten Kürbis in Portionen für Kürbissuppe ein, die sich natürlich auch für diesen Kuchen eignen.

Der Teig geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf und reicht für 12 Muffins. Bei Kuchen verlängert sich die Backzeit und auch je höher ihr den Teig einfüllt. Die Teigmenge passt gut in eine große Springform – ich habe eine kleine Springform und eine noch kleinere Cakeform verwendet

Ich habe keine Erfahrung, was die Ummodelung von nicht-veganen Rezepten zu veganen Rezepten angeht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Eier durch noch mehr Kürbis ersetzt werden können? Wenn ihr da Erfahrungen habt, lasst es mich gerne wissen. ETA: Jaja, ich hätte auch vorher googlen können: Yep, Eier weglassen, mehr Kürbis und/oder mehr Wasser/Sojamilch/Hafermilch/Mandelmilch oder z.B. veganes Joghurt & ta-daa – veganer Kürbis-Pekan-Kuchen.

Zuerst beschreibe ich Werkzeuge und Zutaten ausführlich, am Ende findet ihr die Zutaten und Anleitung in Kürze. Da dies ein amerikanisches Rezept ist, habe ich die Angaben in Tassen, Esslöffeln und Teelöffeln beibehalten – es geht bei amerikanischen Rezepten um das Volumen und nicht das Gewicht.

Werkzeug:

1 Brett

1 großes Messer

1 Gabel oder 1 Pürierstab

1 kleine Schüssel

1 mittelgroße Schüssel

1 große Schüssel

1 Schneebesen – muss nicht unbedingt sein, ist aber gut, um die Zutaten zu mischen

1 Holzkelle und/oder 1 Teigschaber – die Holzkelle hilft beim endgültigen Vermischen, ein sehr weicher Teigschaber ist da nicht ganz so geeignet, dafür dann beim Auskratzen der Schüssel hilfreich

1 Muffinblech oder 1 Springform oder 1 Cakeform oder was immer ihr für Kuchenformen verwenden wollt – Gugelhupf empfehle ich nicht, da die Oberseite des Kuchens auch die Präsentierseite ist

Muffinpapierförmchen oder Backpapier

1 Spicknadel oder langes Holzstäbchen zum Testen

1 Tasse mit nur wenig mehr als 250 ml Fassungsvermögen oder einen kleinen Maßbecher mit 1/4l-Markierung

1 Esslöffel

1 Teelöffel

oder ihr habt ein Maßlöffelset mit amerikanischen Maßen – cups/tablespoon/teaspoon – drauf oder eines, wo der größte Löffel 125ml Fassungsvermögen = 1/2 cup hat.

Zutaten

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 Teelöffel Backsoda, auch Speisesoda, Backnatron, Kaiser Natron oder Bullrich-Salz genannt

1/8 Teelöffel oder eine gute Prise (= zwischen Daumen & Zeigefinger nehmen) oder Messerspitze Salz

1 Teelöffel Zimt

1/8 Teelöffel (oder einfach eine gute Prise) Muskatnuss

1 gute Prise gemahlene Nelken – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

1/2 Teelöffel Kardamom – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

Ev. 1 gute Prise schwarzen Pfeffer – muss nicht sein, wenn ihr das nicht mögt

2 Esslöffel weißer Zucker – brauner geht auch

1/2 Tasse brauner Zucker – weißer geht auch

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis – ohne Schale, in rohem Zustand ca. 1/2 mittelgroßer Hokkaidokürbis oder 3/4 eines kleinen Hokkaidokürbisses – bei veganem Kuchen 1 1/2 Tassen

1/2 Tasse Wasser – Ich habe die durch Milch ersetzt, aber Sojamilch, Hafermilch oder Mandelmilch eignen sich sicher genauso.

1/3 Tasse Öl – meistens wird Maisöl verwendet, aber ihr könnt auch Rapsöl, Sonnenblumenöl oder sogar Olivenöl verwenden (ja, das geht), ich habe das Öl durch geschmolzene Butter ersetzt

2 Eier – oder eventuell eben mehr Kürbis oder Kichererbsenkochwasser oder Eiersatz oder 1/2 Tasse veganes Joghurt

Anleitung:

Wenn euer Kürbis noch nicht gekocht/gebacken ist: Kürbis halbieren, Kerne mit einem Löffel auskratzen, Kürbis in Spalten schneiden, im Ofen bei 180° C ca. 30 Minuten backen oder Kürbis im Dämpfkörbchen dämpfen, bis er gar ist oder in wenig Wasser gar kochen. Backen empfiehlt sich aber.

Wenn ihr nicht gerade den Kürbis gebacken habt: Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, bis ihr 1 Tasse und 2 Esslöffel voll habt, die 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze mit dem Schneebesen gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren – Hokkaidokürbis wird beim Backen so weich, dass die Gabel völlig ausreichend ist. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker mit dem Schneebesen gut vermischen.

Die gehackten Pekannüsse in den Kürbismix einrühren. Den Schneebesen könnt ihr jetzt weglegen.

Jetzt die ganze Mehlmischung zur Kürbismischung geben und mit der Holzkelle verrühren, bis sich alles gut vermischt hat, aber nicht weiterrühren.

Den Teig in die Springform oder löffelweise in die Muffinsförmchen einfüllen. Er geht ca. um ein Drittel bis um die Hälfte auf, also bedenkt das beim Einfüllen. Mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen.

Beim Kuchen kommt es auf die Höhe der Teigmenge an: Große Springform ca. 30 Minuten, Cakeform, kleine Springform ca. 40 Minuten.

Unbedingt nach der Backzeit mit der Spicknadel oder dem Holzstäbchen den Test machen: an einer dicken Stelle des Kuchens/Muffins einstechen, wenn noch Teig dranklebt, 5-10 Minuten weiterbacken, Test an anderer Stelle wiederholen. Wenn ihr lieber trockeneren Kuchen habt, backt ihn noch 5.10 Minuten länger.

Kuchen/Muffins aus dem Rohr holen & auf Kuchengitter abkühlen lassen, dabei auch gerne schon die Springform öffnen.

Fertig! \o/

Zutaten und Anleitung in Kürze:

1 Tasse & 2 Esslöffel gehackte Pekannüsse

1 3/4 Tassen Mehl

2 Teelöffel Backpulver

1/2 TL Backsoda

1/8 TL Salz

1 TL Zimt

1/8 TL Muskatnuss

1/8 TL gemahlene Nelken

1/2 TL Kardamom

Ev. 1/8 TL schwarzer Pfeffer

2 Esslöffel Zucker

1/2 Tasse Zucker

1 Tasse zerdrückter oder pürierter Kürbis

1/2 Tasse Wasser/Milch

1/3 Tasse Öl/zerlassene Butter

2 Eier

Ofen auf 180° C vorheizen.

Pekannüsse hacken, 2 Esslöffel in die kleine Schüssel geben, mit den 2 Esslöffeln Zucker und einer kräftigen Prise Zimt vermischen, beiseite stellen.

In der mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver, Backsoda, Salz, Zimt, Muskatnuss und die anderen Gewürze gut mischen.

In der großen Schüssel den Kürbis mit der Gabel zerdrücken oder mit dem Pürierstab pürieren. Mit den Eiern, dem Wasser/Milch, dem Öl/Butter und dem Zucker gut vermischen. Die gehackten Pekannüsse einrühren.

Die ganze Mehlmischung in die Kürbismischung rühren.

Teig in die Form einfüllen, mit der Pekan-Zucker-Zimtmischung bestreuen.

Muffins ca. 20 Minuten bei 180° C in der Mitte des Ofens backen, Kuchen je nach Größe der Form 30-40 Minuten backen.

Fertig! \o/

Gepflückt & in den Hut gelegt 2

Ha, so plante ich meine (regelmäßige) Linksammlung zu nennen. Es gab genau einen Post. Nu ja. Jetzt gibt es einen 2.

Dudu Kücükgöl hat ihre Großmutter in der Türkei besucht und sie und andere Bewohnerinnen des Dorfes zu den Kilim, in gemeinsamer Handarbeit hergestellten Teppichen, gefragt und welche Traditionen, persönlichen Geschichten und Erlebnisse damit verknüpft sind: http://www.dasbiber.at/users/dudu-k

Einer meiner heimlichen Lieblingscomics sind die Tagebuchcomics von Boum, die Boumeries, über ihren Alltag als Comiczeichnerin mit Vorliebe für Computerspiele, zwei Kindern und Partner. Ihre Schwangerschaften und die Auswirkungen auf sie selbst, die Umstände rund um die Geburten und das Leben mit den Kindern zeichnet sie sehr präzise, witzig und kritisch. Oft hält sie ihre Träume fest, die ca. zur Hälfte mit Klos zu tun haben. Vielleicht gefällt er euch ja auch: http://comics.boumerie.com/

Und in eigener Sache:

Ich habe mein altes Strickblog wiederbelebt und ihm ein neues Layout – ohne den schönen, aber für Menschen mit Insektenabneigung problematischen – Käfer verpasst. Mittlerweile trenne ich meine verschiedenen Interessen ungern voneinander, aber in diesem Fall der Bequemlichkeit und der historischen Tradition wegen schon. Die alten Posts sind in den Details manchmal problematisch, da ich sie lange vor Twitter und dem damit verbundenen Lernprozess was Feminismus, kulturelle Aneignung, Ableismus, etc. angeht geschrieben habe. Außerdem sind sie alle auf Englisch, aber wenn ihr nachlesen wollt, wie meine Diplomarbeit entstand (über das Thema steht nichts drin), was ich so gestrickt habe 2010, 2011 und wie es 2016 weitergeht, dann schaut hier vorbei: http://knittingcapricorn.blogspot.co.at/

Und auch auf Töchter Regalias sind die Schafe los und mehr – ich habe endlich angefangen, Kinderbücher zu besprechen, mittlerweile sind es schon einige Rezensionen. In der neuesten geht es um Nimitz, die nicht einschlafen kann und deshalb Schafe zählt. Nur das 108. Schaf kann nicht so hoch springen, dass es über das Bett kommt. Und dann? Lest nach: https://toechterregalias.wordpress.com/category/bucher/

 

Abendgedanken

Beim Einschlafkuscheln mit Herrn Schnurrkringel denke ich an die Menschen im Haus, die wohl dachten um 1 Uhr schliefen schon alle, bis ihnen für ihre Bemühungen Beifall geklatscht wurde. Jetzt frage ich mich, ob das laute Schnurren des Katers zu hören ist oder mein dreifaches Klopfen, das “Komm her” signalisiert oder meine leisen Lockrufe.

Beim Kuscheln fällt mir auch ein, dass der Topf mit den Pfirsichen offen herumsteht. Zum Glück knackt irgendetwas und der Kater schnellt hoch und verschwindet. Ich öffne gemächlich das Fenster, Frischluft weckt zwar wieder auf, ist aber nett. Dann gehe ich die Pfirsiche zudecken und in den Kühlschrank stellen und will ins Bad.

Das Bad ist besetzt. Herr Schnurrkringel ist da sehr privat, also entschuldige ich mich, lösche das Licht und mache die Tür bis auf einen Spalt zu. Ich tigere ein wenig herum und lege mich wieder auf mein Bett, bis der Kater im Bad fertig ist, dann klettere ich auf das Klo, um eines der Badezimmerfenster zu öffnen, für den Durchzug.

Auf dem Rückweg ins Schlafzimmer greife ich in die kleine Bucht auf dem Sofa, die ich für den Kater gebaut habe und spüre sein Fell. Kurze Zeit später kommt er nochmal ins Bett, kann sich aber nicht zum Kuscheln durchringen. Jetzt gibt er auf dem.Sofa kleine jammernde Schlafseufzer von sich und ich frage mich, ob meine Mutter gut in der Schweiz angekommen ist.

Sommerfrische 2016, Tag 6: Schmusekater

Gestern habe ich vor lauter Schmusen mit Herrn Schnurrkringel doch tatsächlich vergessen, hier weiterzuschreiben.
CN Essen

Lunz war angesagt, Krapfenkirtag, Webermarkt, Schwumm im See. Der Krapfenkirtag war wieder sehr fein – da backen alle Beteiligten süße und pikante feine Dinge, von Cupcakes über kleine Lauchquiches über traditionelle Schnür-, Mohn-, Kletzen- und Faschingskrapfen. Ich fragte mich, ob sie wieder Windkrapferl haben würden, die mich letztes Jahr so faszinierten – ja, hatten sie – und jetzt weiß ich auch, wie sie gemacht werden.

Der Krapfenkirtag ist jetzt nicht ein Riesenvolksfest oder so, sondern ein kleiner Stand, an dem Frauen* mit viel Erfahrung frische Bauernkrapfen machten, ein großer Stand, an dem die anderen Krapfen aufgestellt waren und ca. 20 Holztische mit Bänken, zum Sitzen & Kaffee trinken. Da saßen um 9 Uhr auch drei Männer*, die Servietten falteten. Also nichts Aufsehenerregendes oder mit besonderem Brimborium, nur viel Arbeit und feines Essen.

Danach besuchten wir den Webermarkt – die Aussteller_innen sind meistens dieselben, aber es gibt jedes Jahr neue feine Stoffe, Garne und Seife.

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Und dann? Dann war der Lunzer See mir das erste Mal zu kalt zum Schwimmen. Dieser Sommer ist kühl und regenreich – wichtig für Wald, Grundwasser, Gewässer und Pflanzen – die Flechten und Moose an den Felsen sind prächtig, alles ist saftig grün und schießt nur so in die Höhe, alle Bäche und Flüsse führen Wasser, manchmal ein wenig zu viel. Das heißt dass sich der See nicht so aufheizen konnte wie die Sommer zuvor, die Luft war kühl und mir auch. Aber die Zehen durften in den See und er war wunderschön wie immer.

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Schließlich fuhren wir auf der Suche nach der Strecke, die wir letzten Sommer gefahren waren durch die Botanik – es ist die zwischen Lassing und Hollenstein an der Ybbs. Letztes Jahr war dort kaum ein Mensch, heuer gab es neue Wegweiser, neue Ausschilderungen und Unmengen Menschen. Dabei ist die Straße über weite Strecken einspurig und sehr kurvig, noch dazu heuer oft nass und mit Moos bewachsen …lauschig eigentlich, bis Motorräder in hohem Tempo vorbeidüsen. Spannend sind die vielen noch vorhandenen Hämmer in denen Eisen verarbeitet wurde, mit hohen Schornsteinen und prächtigen Hammerhäusern. Vielleicht schaffe ich ja nächsten Sommer einmal einen genaueren Blick darauf.

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Im Haus dann noch schnell das grüne Klolicht und den sich in Pose werfenden Herrn Schnurrkringel fotografiert. Er konnte vom Schmusen nicht genug bekommen.

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Darum weckte er mich auch schön früh. Heute fahren wir nachhause und noch ist es sehr neblig, so dass ich den Hügel hinter dem Haus gar nicht sehen kann. Jetzt sollte ich dann aufstehen, aber da ist schon wieder der Kater …

Sommerfrische 2016, Tag 5: Argh

Nicht der beste Tag heute, meine concern trollende Mutter hat mir den Tag vermiest.

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In Spital am Pyhrn gibt es kein Felsbildermuseum mehr, aber eine pastellfarbene barocke Stiftskirche.

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Das Beste war das Sprechen mit der einen Gästin, Tochter einer langjährigen Freundin meiner Mutter – wir haben viel gemeinsam & der Blick von Außen tut gut.

Und dieser hier, der mir gerade laut schnurrend & flauschig in den Armen liegt.

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